Röntgenuntersuchung bei Hämorrhoiden – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Röntgenuntersuchung der Hämorrhoiden wird nur selten durchgeführt. Dabei wird ein Kontrastmittel in den Enddarm gegeben, um auf Röntgenbildern andere Darmerkrankungen auszuschließen. Für die reine Diagnose von Hämorrhoiden sind andere Untersuchungen wie das Proktoskop (ein starres Röhrchen mit Licht) üblich.
Wichtige Fakten
- Ein Röntgenbild der Hämorrhoiden ist nicht die erste Wahl – meist reicht eine körperliche Untersuchung.
- Das Verfahren wird vor allem eingesetzt, wenn andere Erkrankungen wie Darmpolypen oder Tumore ausgeschlossen werden müssen.
- Die Röntgenuntersuchung ist schmerzfrei, aber manche Menschen empfinden die Einführung des Kontrastmittels als unangenehm.
- Die Strahlenbelastung ist gering, aber bei Schwangerschaft wird meist auf Röntgen verzichtet.
Nein, die reine Röntgenuntersuchung der Hämorrhoiden ist selten. Viel häufiger kommen eine Untersuchung mit einem Proktoskop oder eine Darmspiegelung (Koloskopie) zum Einsatz.
Die Untersuchung kann bei Erwachsenen jeden Alters durchgeführt werden, wenn der Arzt oder die Ärztin eine genauere Darstellung des unteren Darmabschnitts benötigt. Bei Kindern wird sie nur in Ausnahmefällen empfohlen.
Symptome
- Starker Blutverlust aus dem After (viel Blut im Stuhl oder auf der Toilette)
- Plötzliche, starke Schmerzen im Afterbereich
- Zeichen eines Kreislaufschocks (Schwindel, blasse Haut, schneller Puls) – sofort 112 anrufen
- ⚠Blut im Stuhl, das nicht innerhalb weniger Tage verschwindet
- ⚠Schmerzen, die den Alltag beeinträchtigen
- ⚠Fieber zusätzlich zu den Beschwerden (möglicherweise eine Infektion)
Häufige Symptome
- Juckreiz oder Brennen am After
- Schmerzen beim Stuhlgang
- Blut (hellrot) auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl
- Gefühl einer unvollständigen Entleerung
Symptome bei Kindern
- Hämorrhoiden sind bei Kindern selten. Bei blutendem Stuhlgang oder Schmerzen immer ärztlich abklären lassen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können Hämorrhoiden häufiger auftreten, da Bindegewebe und Gefäße schwächer werden.
- Auch Verstopfung und langes Sitzen auf der Toilette begünstigen sie.
Ursachen
Hauptursachen
- Schwaches Bindegewebe im Afterbereich
- Ständiger Druck auf die Venen (z. B. durch Pressen bei Verstopfung)
Risikofaktoren
- Chronische Verstopfung
- Schwangerschaft und Geburt
- Langes Sitzen auf der Toilette
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- ballaststoffarme Ernährung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Blut im Stuhl, das nicht hellrot ist oder mit Schmerzen einhergeht
- Starke Schmerzen, die nicht nachlassen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Leichte Blutungen, Juckreiz oder Druckgefühl am After
- Wenn selbsthilfe-Maßnahmen (z. B. mehr Ballaststoffe, warme Bäder) nach zwei Wochen nicht helfen
Diagnose
Die Diagnose von Hämorrhoiden erfolgt meist durch eine Tastuntersuchung (digitale rektale Untersuchung) und eine Proktoskopie (Einführen eines kleinen starren Röhrchens). Eine Röntgenuntersuchung wird nur dann eingesetzt, wenn der Arzt oder die Ärztin andere Erkrankungen wie Darmtumore oder -entzündungen ausschließen möchte.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt tastet den After vorsichtig mit dem Finger ab (digitale rektale Untersuchung).
- Proktoskopie: Ein starres Röhrchen mit einer Lichtquelle wird in den After eingeführt, um die Hämorrhoiden direkt zu sehen.
- Röntgen mit Kontrastmittel (selten): Der Patient bekommt einen Einlauf mit einem Kontrastmittel, danach werden Röntgenbilder des Enddarms gemacht.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn eine Röntgenuntersuchung nötig ist, wird Ihnen vorher das Kontrastmittel verabreicht – meist als Einlauf, der etwas unangenehm sein kann, aber nicht wehtut. Die Röntgenaufnahme selbst dauert nur wenige Minuten. Danach können Sie sofort nach Hause gehen, sollten aber viel trinken, um das Kontrastmittel auszuscheiden.
Behandlung
Die Behandlung von Hämorrhoiden richtet sich nach dem Schweregrad. In leichten Fällen helfen oft schon Hausmittel und eine Umstellung der Lebensgewohnheiten. Bei stärkeren Beschwerden stehen verschiedene ärztliche Behandlungen zur Verfügung.
Selbsthilfe zu Hause
- Weichen Stuhlgang fördern: viel Wasser trinken, ballaststoffreich essen (z. B. Vollkornprodukte, Obst, Gemüse)
- Nicht zu lange auf der Toilette sitzen, nicht pressen
- Warme Sitzbäder für 10–15 Minuten ein- bis zweimal täglich
- Kühlende Umschläge oder feuchte Tücher nach dem Stuhlgang
Medizinische Behandlungen
Je nach Schweregrad kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verschiedene Verfahren vorschlagen: Salben oder Zäpfchen, die die Beschwerden lindern, Verödung (Sklerosierung) oder Gummibandligatur (Gummiringe werden an die Hämorrhoiden gelegt). Die Auswahl hängt von der Größe und Lage der Hämorrhoiden ab. Lassen Sie sich in Ihrer Praxis beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur bei sehr großen, schmerzenden oder blutenden Hämorrhoiden, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen, kann ein operativer Eingriff nötig sein. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht das mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Meistens lassen sich Hämorrhoiden mit einfachen Maßnahmen gut in den Alltag integrieren. Achten Sie auf regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung. Vermeiden Sie langes Sitzen und Pressen.
Tipps für den Alltag
- Mindestens 30 Minuten Bewegung pro Tag (z. B. Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen)
- Nicht rauchen – Rauchen kann die Durchblutung verschlechtern
- Sitzkissen verwenden, wenn Sie viel sitzen müssen
- Auf ausreichend Schlaf achten, um den Kreislauf zu unterstützen
Ernährung und Bewegung
Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Flüssigkeit hilft, Verstopfung zu vermeiden. Trinken Sie täglich 1,5–2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee. Regelmäßige Bewegung kurbelt die Darmtätigkeit an und entlastet die Venen im Afterbereich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Hämorrhoiden sind ein häufiges Problem, über das viele Menschen nicht gerne sprechen. Das kann zu Scham- oder Angstgefühlen führen. Es ist wichtig zu wissen: Fast jeder hat einmal damit zu tun. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin – das hilft, die Beschwerden schnell zu lindern.
Vorbeugung
Ganz vermeiden lassen sich Hämorrhoiden nicht, aber Sie können das Risiko senken, indem Sie Verstopfung vermeiden, viel trinken, sich ballaststoffreich ernähren und regelmäßig bewegen.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Vorsorge für Hämorrhoiden gibt es nicht. Allerdings sollte jeder Erwachsene ab 50 Jahren (in manchen Fällen früher) eine regelmäßige Darmkrebsvorsorge wahrnehmen – dabei werden auch Hämorrhoiden oft erkannt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hämorrhoiden können sich entzünden oder thrombosieren (ein Blutgerinnsel bilden), was starke Schmerzen verursacht.
- In seltenen Fällen können größere Hämorrhoiden zu verstärkten Blutungen führen, die eine Behandlung erfordern.
Langzeitprognose
Die allermeisten Hämorrhoiden lassen sich gut behandeln, entweder mit Hausmitteln oder mit einfachen ärztlichen Verfahren. Auch wenn sie wiederkommen können – mit einer gesunden Lebensweise können Sie die Beschwerden meist in den Griff bekommen. Ein offenes Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ist der beste erste Schritt.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.