HIDA scan patient guide
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein HIDA-Scan (hepatobiliäre Szintigrafie) ist eine bildgebende Untersuchung, bei der ein schwach radioaktiver Stoff (Tracer) in eine Vene gespritzt wird. Mit einer speziellen Kamera wird dann verfolgt, wie dieser Stoff durch die Leber, die Gallenblase und die Gallengänge wandert. So lässt sich die Funktion dieser Organe beurteilen.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert etwa 1 bis 2 Stunden.
- Sie wird in der Nuklearmedizin durchgeführt.
- Der Tracer ist für den Körper ungefährlich und wird auf natürlichem Weg ausgeschieden.
Ein HIDA-Scan ist ein Standardverfahren, um Probleme mit der Gallenblase und den Gallengängen abzuklären. Er wird nicht bei jedem angewendet, aber bei bestimmten Verdachtsfällen ist er ein wichtiges diagnostisches Werkzeug.
Betroffen sind vor allem Erwachsene, bei denen der Verdacht auf eine Erkrankung der Gallenblase oder der Gallenwege besteht – zum Beispiel bei wiederkehrenden Oberbauchschmerzen, Übelkeit nach dem Essen oder Gelbsucht. Auch Menschen mit unklaren Entzündungen der Gallenblase können einen HIDA-Scan erhalten.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken ausstrahlen
- Hohes Fieber (über 38,5 °C) mit Schüttelfrost
- Starke Übelkeit und Erbrechen, sodass Sie nichts mehr bei sich behalten
- Gelbsucht, die schnell schlimmer wird
- ⚠Leichte bis mäßige Oberbauchschmerzen, die nach dem Essen auftreten
- ⚠Wiederkehrende Verdauungsbeschwerden ohne erkennbaren Grund
- ⚠Hautjucken ohne Ausschlag
Häufige Symptome
- Schmerzen im rechten Oberbauch, besonders nach fettigen Mahlzeiten
- Übelkeit oder Erbrechen
- Völlegefühl und Blähungen
- Gelbfärbung der Haut oder Augen (Gelbsucht)
- Dunkler Urin oder heller Stuhl
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind die Symptome ähnlich, aber oft schwer zu deuten. Achten Sie auf Bauchschmerzen, die immer wieder kommen, und auf Verfärbungen der Haut oder des Stuhls.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Beschwerden untypisch sein – zum Beispiel Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Verwirrtheit. Auch ein leichtes Fieber kann auf eine Gallenblasenentzündung hindeuten.
Ursachen
Hauptursachen
- Ein HIDA-Scan wird durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine Erkrankung der Gallenblase oder Gallengänge besteht – zum Beispiel auf Gallensteine, eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) oder eine Verengung der Gallenwege.
Risikofaktoren
- Übergewicht oder starkes Übergewicht (Adipositas)
- Schneller Gewichtsverlust
- Eine fettreiche Ernährung
- Bewegungsmangel
- Bestimmte Erkrankungen wie Diabetes oder Leberzirrhose
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken, anhaltenden Schmerzen im rechten Oberbauch
- Bei Anzeichen einer Gelbsucht (gelbe Haut oder Augen)
- Bei Fieber mit Bauchschmerzen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden immer nach dem Essen auftreten
- Bei unklaren Verdauungsproblemen, die länger als eine Woche anhalten
- Wenn Sie häufiger erbrechen müssen
Diagnose
Vor einem HIDA-Scan wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen (Anamnese). Eventuell werden vorher schon Blutuntersuchungen oder ein Ultraschall gemacht. Der HIDA-Scan selbst ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, das die Funktion von Leber, Gallenblase und Gallengängen sichtbar macht.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung (Leberwerte, Entzündungswerte)
- Ultraschall des Bauches
- HIDA-Scan (hepatobiliäre Szintigrafie)
- Ggf. eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem HIDA-Scan sollten Sie mindestens 4 Stunden nichts essen und nur Wasser trinken. Sie bekommen eine kurze Infusion mit dem Tracer (radioaktive Substanz). Dann werden Sie unter einer speziellen Kamera liegen, die Bilder aufnimmt. Manchmal wird Ihnen ein kleines fettreiches Getränk gegeben, um die Gallenblase zu stimulieren. Die Untersuchung tut nicht weh. Nach ein bis zwei Stunden können Sie nach Hause gehen und alles normal weitermachen.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, was der HIDA-Scan zeigt. Manche Probleme lassen sich mit Medikamenten oder einer Ernährungsumstellung lösen, andere erfordern einen kleinen Eingriff. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht mit Ihnen die beste Vorgehensweise.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine fettarme, ballaststoffreiche Ernährung (viel Gemüse, Vollkornprodukte).
- Trinken Sie ausreichend Wasser (mindestens 1,5 Liter pro Tag).
- Bewegen Sie sich regelmäßig – zum Beispiel Spazierengehen oder Radfahren.
Medizinische Behandlungen
Bei einer leichten Gallenblasenentzündung können entzündungshemmende Medikamente helfen. Bei Gallensteinen gibt es manchmal die Möglichkeit, die Steine mit bestimmten Wirkstoffen aufzulösen. Auch eine Stoßwellentherapie (Lithotripsie) kann in Betracht kommen – falls die Steine klein genug sind. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen die passende Option erklären. Nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Anweisung ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Gallenblase wiederholt Probleme bereitet oder die Steine zu groß sind, kann eine Operation empfohlen werden. Dabei wird die Gallenblase meistens minimalinvasiv (Schlüsselloch-Chirurgie) entfernt. Das ist ein häufiger und sicherer Eingriff.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem HIDA-Scan können Sie normal weiterleben. Sollte sich eine Erkrankung bestätigen, werden Sie von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten, wie Sie Ihren Alltag anpassen können. Oft reichen schon kleine Veränderungen.
Tipps für den Alltag
- Essen Sie regelmäßig kleine Mahlzeiten statt großer Portionen.
- Vermeiden Sie sehr fettige Speisen (z.B. frittierte Gerichte, fettes Fleisch).
- Bewegen Sie sich täglich – auch kurze Spaziergänge helfen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Verdauung. Vermeiden Sie Crash-Diäten, da schneller Gewichtsverlust Gallensteinen begünstigen kann. Bewegung fördert die Durchblutung und kann helfen, das Gewicht zu halten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn Sie sich Sorgen um Ihre Gesundheit machen, ist das ganz normal. Ein HIDA-Scan bringt oft Klarheit – das gibt Sicherheit. Sollten Ängste oder Niedergeschlagenheit auftreten, scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber zu sprechen. Auch Selbsthilfegruppen können unterstützen.
Vorbeugung
Ein HIDA-Scan ist eine Untersuchungsmethode, keine Erkrankung. Die Probleme, die zu einem HIDA-Scan führen, lassen sich nicht immer verhindern. Aber ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko für Gallenblasenbeschwerden.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen Gallenblasenerkrankungen.
Früherkennungsprogramme
Routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen wie bei Krebserkrankungen gibt es für die Gallenblase nicht. Wenn Sie jedoch Symptome haben, ist ein Arztbesuch der richtige Weg.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Gallenblasenentzündung kann zu einer schweren Infektion bis hin zur Blutvergiftung (Sepsis) führen.
- Gallensteine können die Gallengänge verstopfen und Gelbsucht oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) auslösen.
- Eine chronische Entzündung kann die Gallenblase dauerhaft schädigen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Probleme mit der Gallenblase und den Gallengängen lassen sich heute gut behandeln. Wenn Sie rechtzeitig ärztliche Hilfe suchen und die empfohlenen Maßnahmen umsetzen, können Sie in der Regel ein normales, beschwerdefreies Leben führen. Der HIDA-Scan ist ein wichtiger Schritt, um die richtige Therapie zu finden – und die gibt es fast immer.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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