CT-Untersuchung bei Reizdarmsyndrom (RDS): Vorbereitung und Ablauf
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine funktionelle Störung des Darms. Das heißt, der Darm arbeitet anders als normal, aber man findet keine körperlichen Veränderungen wie Entzündungen oder Geschwüre. Eine CT-Untersuchung (Computertomographie) wird manchmal durchgeführt, um andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Beschwerden verursachen können.
Wichtige Fakten
- RDS ist eine häufige, aber nicht gefährliche Darmerkrankung.
- Die CT-Untersuchung ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, die Querschnittsbilder des Körpers erstellt.
- Bei der Vorbereitung auf die CT müssen Sie meist nüchtern sein und ein Kontrastmittel trinken.
- Die CT-Untersuchung selbst ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
Ja, das Reizdarmsyndrom ist sehr häufig. In Deutschland leiden etwa 10 bis 15 von 100 Menschen daran. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
RDS kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten beginnt es jedoch zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Es betrifft sowohl Männer als auch Frauen, wobei Frauen öfter betroffen sind.
Symptome
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Stuhl
- Plötzlicher, unerklärlicher Gewichtsverlust
- Fieber mit Bauchschmerzen
- ⚠Bauchschmerzen, die immer schlimmer werden oder mit Erbrechen einhergehen
- ⚠Durchfall, der länger als drei Tage anhält und zu Flüssigkeitsmangel führt
- ⚠Neue oder sich verschlimmernde Symptome, die vorher nicht da waren
Häufige Symptome
- Bauchschmerzen oder -krämpfe, die nach dem Stuhlgang oft besser werden
- Blähungen und ein aufgeblähter Bauch
- Veränderungen des Stuhlgangs: Durchfall, Verstopfung oder beides im Wechsel
- Gefühl der unvollständigen Entleerung nach dem Stuhlgang
- Schleim im Stuhl
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen, die ohne erkennbare Ursache auftreten
- Veränderungen des Stuhlgangs ohne körperliche Erkrankung
- Bauchschmerzen, die nach dem Stuhlgang nachlassen
- Häufiges Klagen über Bauchweh, besonders in Stresssituationen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Symptome sind ähnlich wie bei jüngeren Erwachsenen, aber ältere Menschen haben oft zusätzlich andere Erkrankungen, die die Beschwerden beeinflussen.
- Bei älteren Menschen sollte ein Arzt andere mögliche Ursachen wie Darmkrebs oder entzündliche Darmerkrankungen ausschließen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache von RDS ist nicht vollständig geklärt.
- Man geht davon aus, dass eine gestörte Kommunikation zwischen Darm und Gehirn eine Rolle spielt.
- Auch eine veränderte Darmbewegung (Motilität) kann beteiligt sein.
- Überempfindlichkeit der Darmnerven gegenüber normalen Vorgängen im Darm.
Risikofaktoren
- Stress und psychische Belastungen wie Angst oder Depression
- Frühere Darminfektionen (postinfektiöses RDS)
- Familiäre Vorbelastung (andere Familienmitglieder mit RDS)
- Veränderungen der Darmflora (Darmbakterien)
- Bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktose, Fruktose)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Bauchschmerzen haben, die nicht nachlassen.
- Wenn Sie Blut im Stuhl oder ungewollten Gewichtsverlust bemerken.
- Wenn Sie Fieber mit Bauchschmerzen haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie länger als drei Monate anhaltende oder wiederkehrende Bauchbeschwerden haben.
- Wenn die Symptome Ihren Alltag beeinträchtigen, z. B. wenn Sie oft zur Toilette müssen oder Angst vor Schmerzen haben.
- Wenn Sie Veränderungen des Stuhlgangs bemerken, die länger als einige Wochen andauern.
Diagnose
Die Diagnose eines Reizdarmsyndroms wird meist anhand Ihrer Symptome und nach Ausschluss anderer Erkrankungen gestellt. Ein Arzt wird zunächst eine ausführliche Befragung und körperliche Untersuchung durchführen. Manchmal sind zusätzliche Untersuchungen nötig, um andere Ursachen auszuschließen – dazu gehört auch eine CT-Untersuchung.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden (Anamnese)
- Körperliche Untersuchung, oft mit Abtasten des Bauches
- Blutuntersuchungen (z. B. um Entzündungen oder Blutarmut auszuschließen)
- Stuhluntersuchungen (auf verstecktes Blut oder Infektionen)
- CT-Untersuchung des Bauches (wird meistens nur durchgeführt, wenn andere Ursachen vermutet werden)
- Möglicherweise eine Darmspiegelung (Koloskopie) bei bestimmten Warnzeichen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn Ihr Arzt eine CT-Untersuchung anordnet, werden Sie gebeten, einige Tage vorher auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten. Meist müssen Sie am Untersuchungstag nüchtern sein (nichts essen, klares Wasser trinken ist oft erlaubt). Vor der CT bekommen Sie ein Kontrastmittel zu trinken oder über die Vene verabreicht, damit der Darm besser sichtbar ist. Die CT selbst dauert nur etwa 10 bis 20 Minuten, und Sie liegen dabei auf einer Liege, die durch eine Röhre fährt. Sie spüren nichts, müssen nur ruhig liegen bleiben.
Behandlung
Die Behandlung des Reizdarmsyndroms richtet sich nach den vorherrschenden Symptomen und zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern. Es gibt keine Heilung, aber viele Menschen können ihre Symptome gut in den Griff bekommen. Wichtig ist ein ganzheitlicher Ansatz mit Ernährungsumstellung, Stressabbau und gegebenenfalls Medikamenten. Besprechen Sie die Behandlung immer mit Ihrem Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Auslöser zu erkennen.
- Essen Sie regelmäßig und langsam, kauen Sie gut.
- Vermeiden Sie Lebensmittel, die Ihre Beschwerden verschlimmern (z. B. stark gewürzte Speisen, zu viel Fett, Kaffee).
- Trinken Sie ausreichend Wasser, vor allem bei Durchfall.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. Spaziergänge oder sanftes Ausdauertraining.
- Lernen Sie Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Atemübungen.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann verschiedene Medikamente verschreiben, die je nach dominierendem Symptom helfen: zum Beispiel Mittel gegen Durchfall, gegen Verstopfung oder krampflösende Mittel bei Bauchschmerzen. Auch pflanzliche Präparate wie Pfefferminzöl werden manchmal eingesetzt. In manchen Fällen werden Medikamente empfohlen, die die Darmbewegung beeinflussen oder die Schmerzverarbeitung verändern. Entscheidend ist eine individuelle Anpassung durch den Arzt. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist beim Reizdarmsyndrom in der Regel nicht nötig, da es keine organische Ursache gibt, die operiert werden muss. Nur wenn durch die CT eine andere behandlungsbedürftige Erkrankung gefunden wird, kann ein Eingriff nötig werden.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem Reizdarmsyndrom zu leben kann herausfordernd sein, aber die meisten Menschen gewöhnen sich gut daran. Es hilft, einen regelmäßigen Tagesablauf mit festen Essenszeiten und ausreichend Schlaf einzuhalten. Planen Sie auch Zeit für Entspannung und Bewegung ein.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Stress, wo es geht, und finden Sie Wege, damit umzugehen.
- Halten Sie eine ausgewogene Ernährung mit ballaststoffreichen Lebensmitteln, aber steigern Sie die Ballaststoffe langsam.
- Vermeiden Sie große Mahlzeiten, essen Sie lieber mehrere kleine Portionen.
- Trinken Sie nicht zu viel auf einmal, am besten über den Tag verteilt.
Ernährung und Bewegung
Eine Ernährungsumstellung kann bei RDS sehr helfen. Manche Menschen profitieren von einer Reduktion von schwer verdaulichen Kohlenhydraten (FODMAPs). Bewegung an der frischen Luft kann die Darmtätigkeit anregen und Stress abbauen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft, bevor Sie eine spezielle Diät beginnen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
RDS kann psychisch belastend sein, da die Symptome unberechenbar sind und den Alltag einschränken. Viele Menschen haben Angst vor Schüben oder fühlen sich unsicher. Das ist normal. Es kann helfen, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder bei anhaltender Belastung psychologische Unterstützung zu suchen.
Vorbeugung
Man kann einem Reizdarmsyndrom nicht direkt vorbeugen. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Stressmanagement kann jedoch dazu beitragen, das Risiko zu senken oder die Beschwerden zu mildern.
Komplikationen
Unbehandelt
- Das Reizdarmsyndrom selbst führt in der Regel zu keinen bleibenden körperlichen Schäden.
- Unbehandelt kann es jedoch die Lebensqualität stark einschränken und zu sozialer Isolation, Ängsten oder Depressionen führen.
- In seltenen Fällen können starke Verstopfung oder schwerer Durchfall zu Komplikationen wie Hämorrhoiden oder Flüssigkeitsmangel führen.
Langzeitprognose
Das Reizdarmsyndrom ist eine chronische, aber gutartige Erkrankung. Viele Menschen lernen, mit ihren Symptomen umzugehen und führen ein normales Leben. Die Symptome können über Jahre hinweg kommen und gehen, verschlechtern sich aber in der Regel nicht. Mit der richtigen Behandlung und Lebensstilanpassung sind die meisten Menschen zufrieden.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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