Röntgenuntersuchung bei Inkontinenz
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einer Röntgenuntersuchung der Inkontinenz werden mit Hilfe von Röntgenstrahlen Bilder vom Inneren des Körpers gemacht. Das hilft zu sehen, ob die Organe, die für die Kontrolle von Urin oder Stuhl zuständig sind, richtig arbeiten. Manchmal wird vorher ein Kontrastmittel (eine spezielle Flüssigkeit) in die Blase oder den Darm gegeben, damit die Strukturen besser sichtbar werden.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert je nach Art zwischen 15 und 60 Minuten.
- Sie wird meist ambulant in einer radiologischen Praxis oder Klinik durchgeführt.
- Das Kontrastmittel kann vorübergehend ein leichtes Druckgefühl verursachen.
- Die Strahlenbelastung ist gering und für Erwachsene unbedenklich.
Ja, Röntgenaufnahmen bei Inkontinenz sind eine etablierte Methode, um die Ursachen zu klären. Sie werden jedoch nicht bei jedem Patienten durchgeführt, sondern nur, wenn andere Untersuchungen nicht ausreichen.
Die Untersuchung kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit Harninkontinenz oder Stuhlinkontinenz zum Einsatz kommen. Auch bei Kindern wird sie manchmal angewandt, um angeborene Fehlbildungen zu erkennen.
Symptome
- Plötzliches vollständiges Unvermögen, Urin zu lassen (akuter Harnverhalt) – sofort 112 anrufen
- Starke Schmerzen im Unterbauch oder Rücken zusammen mit Inkontinenz
- Blut im Urin oder Stuhl
- ⚠Fieber und Schüttelfrost bei Inkontinenz (kann auf eine schwere Infektion hinweisen)
- ⚠Schlechter werdende Inkontinenz über wenige Tage
Häufige Symptome
- Unwillkürlicher Urinverlust, besonders bei Husten, Niesen oder Lachen (Belastungsinkontinenz)
- Plötzlicher, starker Harndrang, der nicht unterdrückt werden kann (Dranginkontinenz)
- Unwillkürlicher Stuhlabgang
- Das Gefühl, die Blase oder den Darm nicht vollständig entleeren zu können
Symptome bei Kindern
- Nässen tagsüber oder nachts nach dem 5. Lebensjahr
- Häufige Harnwegsinfektionen
- Schmerzen beim Wasserlassen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ständiges Tröpfeln von Urin
- Verstärkte Inkontinenz bei Bewegung oder Husten
- Hautausschlag oder Wundsein im Genitalbereich durch anhaltende Feuchtigkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Schwäche der Beckenbodenmuskulatur, z. B. nach Geburten oder im Alter
- Nervenschäden, z. B. durch Diabetes, Multiple Sklerose oder Rückenmarksverletzungen
- Vergrößerte Prostata bei Männern
- Angeborene Fehlbildungen der Harnwege oder des Darms
- Chronische Verstopfung oder Durchfall
Risikofaktoren
- Übergewicht
- Schwere körperliche Arbeit
- Rauchen (begünstigt Husten und schwächt das Bindegewebe)
- Alter über 60 Jahre
- Mehrere Schwangerschaften und vaginale Geburten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich gar keinen Urin mehr lassen können
- Bei starken Schmerzen im Bauch- oder Beckenbereich
- Bei Blut im Urin oder Stuhl
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Inkontinenz den Alltag beeinträchtigt oder Sie sich unsicher fühlen
- Wenn Hausmittel wie Beckenbodentraining nicht helfen
- Vor einer geplanten Operation zur Abklärung
Diagnose
Die Diagnose beginnt immer mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung. Wenn diese Hinweise auf eine strukturelle Ursache geben, kann der Arzt eine Röntgenuntersuchung empfehlen. Dazu gehören verschiedene Verfahren wie die Miktionszysturethrographie (Röntgen der Blase beim Wasserlassen) oder die Defäkographie (Röntgen des Darms beim Stuhlgang).
Mögliche Untersuchungen
- Miktionszysturethrographie (MCU): Ein Katheter führt Kontrastmittel in die Blase, dann werden Röntgenbilder während des Wasserlassens gemacht.
- Defäkographie: Ein Brei aus Kontrastmittel wird in den Enddarm gegeben, dann wird der Stuhlgang auf dem Röntgentisch simuliert.
- Manchmal zusätzlich: Ultraschall, Blasendruckmessung (Urodynamik) oder MRT
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung findet in einer speziellen Röntgenabteilung statt. Sie liegen auf einer Liege oder sitzen auf einem speziellen Toilettenstuhl. Ein Arzt oder eine Ärztin erklärt jeden Schritt. Das Einbringen von Kontrastmittel kann sich seltsam anfühlen, ist aber meist nicht schmerzhaft. Nach der Untersuchung können Sie normal essen und trinken. Trinken Sie viel, um das Kontrastmittel auszuspülen.
Behandlung
Die Behandlung der Inkontinenz richtet sich nach der Ursache. Es gibt viele Möglichkeiten, von einfachen Übungen bis zu operativen Eingriffen. Ihr Arzt wird mit Ihnen gemeinsam den besten Weg besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Beckenbodentraining: Tägliche Übungen zur Stärkung der Muskulatur
- Blasentraining: Feste Trink- und Toilettenzeiten einhalten
- Ausreichend trinken, aber nicht zu viel auf einmal
- Verstopfung vermeiden durch ballaststoffreiche Ernährung und Bewegung
- Inkontinenzprodukte wie Vorlagen oder Einlagen nutzen, um sicher zu sein
Medizinische Behandlungen
Medikamente können den Harndrang verringern oder die Schließmuskeln stärken. Auch lokale Hormoncremes bei Frauen nach den Wechseljahren können helfen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeiten – er wird Ihnen kein Medikament verschreiben, ohne vorher die genaue Ursache zu kennen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt in Frage, wenn die konservativen Methoden nicht ausreichen. Beispiele sind das Einsetzen eines Bands (Schlinge) zur Stabilisierung der Harnröhre bei Belastungsinkontinenz oder die Verkleinerung der Prostata bei Männern. Jeder Eingriff wird individuell entschieden.
Leben mit der Erkrankung
Mit Inkontinenz zu leben erfordert manchmal Planung. Halten Sie eine kleine Tasche mit Wechselwäsche und Reinigungstüchern bereit. Informieren Sie nahestehende Personen – es ist keine Schande. Viele Menschen führen ein aktives Leben mit passenden Hilfsmitteln.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, z. B. Spazierengehen oder Schwimmen, stärkt den Beckenboden
- Vermeiden Sie schweres Heben
- Trinken Sie über den Tag verteilt, aber reduzieren Sie Koffein und Alkohol
- Rauchstopp verbessert die Durchblutung und verringert Husten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen (Vollkorn, Obst, Gemüse) beugt Verstopfung vor. Trinken Sie 1,5 bis 2 Liter pro Tag, aber verteilt. Beckenbodengymnastik kann in Kursen oder mit Hilfe einer Physiotherapeutin erlernt werden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Inkontinenz kann sehr belastend sein und zu Scham, Rückzug oder sogar Depressionen führen. Es ist wichtig, sich Hilfe zu holen. Psychologische Unterstützung kann Teil der Behandlung sein. Sollten Sie akute Gedanken an Selbstverletzung haben, wenden Sie sich sofort an den Notruf 112 oder eine psychiatrische Klinik.
Vorbeugung
Nicht jede Form der Inkontinenz ist vermeidbar, aber Sie können Ihr Risiko senken: Halten Sie ein gesundes Gewicht, trainieren Sie den Beckenboden (besonders nach Schwangerschaften) und vermeiden Sie chronische Verstopfung. Rauchen sollten Sie aufgeben.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautinfektionen und Wundsein durch ständige Feuchtigkeit
- Harnwegsinfektionen
- Soziale Isolation und verminderte Lebensqualität
- Stürze und Brüche (durch hastiges Aufsuchen der Toilette)
Langzeitprognose
Die Behandlungserfolge bei Inkontinenz sind heute sehr gut. Viele Menschen können mit einfachen Mitteln beschwerdefrei werden oder die Symptome deutlich lindern. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu suchen – Ihr Arzt hat viele Möglichkeiten, und Sie müssen nicht leiden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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