MRT bei Infektionen: Was Sie erwartet
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Magnetresonanztomographie (MRT) ist eine Untersuchung, die mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen detaillierte Bilder von Ihrem Körperinneren erstellt. Bei einer Infektion kann das MRT zeigen, ob sich in Knochen, Muskeln, Gelenken oder Organen Entzündungen oder Eiteransammlungen befinden. Es ist schmerzfrei und verwendet keine Röntgenstrahlen.
Wichtige Fakten
- Ein MRT ist schmerzfrei und ohne Röntgenstrahlen.
- Vor der Untersuchung werden Sie nach Metall im Körper gefragt – zum Beispiel Herzschrittmacher oder Gelenkprothesen.
- Meist wird ein Kontrastmittel über die Vene gespritzt, damit Entzündungen besser sichtbar werden.
- Die Untersuchung dauert in der Regel 20 bis 40 Minuten – Sie müssen still liegen.
Nicht jede Infektion wird zuerst mit einem MRT untersucht. Ärzte setzen es ein, wenn andere Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen keine eindeutige Antwort geben. In Deutschland wird ein MRT bei unklaren oder tiefer liegenden Infektionen regelmäßig genutzt.
Ein MRT kann bei Menschen jeden Alters eingesetzt werden – vom Säugling bis zum älteren Menschen. Ob eine Untersuchung nötig ist, hängt von der vermuteten Infektion und dem Gesundheitszustand ab.
Symptome
- Hohes Fieber mit Verwirrtheit oder Bewusstseinseintrübung
- Atemnot
- Starke Schmerzen, die sich rasch verschlimmern
- Zeichen von Schock – zum Beispiel kalte Schweißausbrüche, schneller Puls, niedriger Blutdruck
- Rote Streifen auf der Haut, die sich von einer Wunde ausbreiten
- ⚠Fieber über 40 °C
- ⚠Schwellung, die trotz Hochlagern und Kühlen zunimmt
- ⚠Schmerzen, die normale Alltagsbewegungen unmöglich machen
- ⚠Eine Wunde, die plötzlich stark oder übelriechend eitert
Häufige Symptome
- Anhaltendes Fieber
- Schwellung, Rötung und Überwärmung einer Körperstelle
- Starke Schmerzen in Knochen oder Gelenken
- Eiteraustritt oder eine nicht heilende Wunde
- Einschränkung bei Bewegungen
Symptome bei Kindern
- Fieber ohne erkennbare Ursache
- Das Kind weint oder schont überraschend ein Bein oder einen Arm
- Schwellung oder Rötung im Gesicht oder an den Gliedmaßen
- Auffällige Müdigkeit oder Trinkschwäche
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit und zunehmende Schwäche
- Fieber kann fehlen oder nur niedrig sein
- Veränderung des psychischen Zustands
- Rötung oder Schwellung an einer Hautstelle
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, die über eine Wunde, Operation oder Blutbahn in den Körper gelangen
- Viren oder Pilze, die Entzündungen hervorrufen können
- Fremdkörper oder Gelenkprothesen, die sich infizieren können
Risikofaktoren
- Ein geschwächtes Immunsystem – zum Beispiel durch Diabetes, Chemotherapie oder bestimmte Medikamente
- Höheres Lebensalter
- Chronische Wunden oder Hautkrankheiten
- Gelenkersatz oder Implantate
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, starken Schmerzen unbekannter Ursache
- Wenn Fieber mit Schüttelfrost auftritt
- Wenn eine Wunde oder Operationsstelle stark anschwillt und schmerzt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltenden Beschwerden, die nach einigen Tagen nicht besser werden
- Bei erneuter Rötung oder Schwellung einer bereits behandelten Stelle
- Vor einer geplanten MRT-Untersuchung, um das genaue Vorgehen zu besprechen
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und untersucht die betroffene Stelle. Es folgen Blutuntersuchungen auf Entzündungszeichen. Wenn die Ursache unklar bleibt oder eine tiefer liegende Infektion vermutet wird, kann eine MRT-Untersuchung Klarheit bringen. Die Behandlungsempfehlungen in Deutschland richten sich nach den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung – Entzündungswerte wie CRP oder Blutsenkung können erhöht sein
- Ultraschall – zeigt Flüssigkeitsansammlungen nahe der Körperoberfläche
- Röntgen – erfasst Skelettveränderungen, aber nicht frühe Weichteilinfektionen
- MRT – liefert detailreiche Schichtbilder von Knochen, Muskeln und Gelenken und kann Abszesse, Eiter oder Knochenentzündungen sichtbar machen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen auf einer beweglichen Liege, die in die MRT-Röhre geschoben wird. Vorher dürfen Sie keinerlei metallische Gegenstände bei sich tragen – also Schmuck, Schlüssel oder Karten mit Magnetstreifen weglassen. Informieren Sie das Behandlungsteam, wenn Sie einen Herzschrittmacher, eine Insulinpumpe oder Metallsplitter im Körper haben. Während der Aufnahme hören Sie laute Klopf- und Summgeräusche. Sie bekommen meist Ohrstöpsel oder Kopfhörer. Wenn ein Kontrastmittel nötig ist, wird es über eine Vene gespritzt – dabei kann kurz ein Kältegefühl entstehen. Wichtig ist, dass Sie während der Untersuchung möglichst ruhig liegen bleiben. Nach Ende der Aufnahme können Sie sich meist normal bewegen. Die Bilder werden von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Radiologie ausgewertet; das Ergebnis besprechen Sie anschließend mit Ihrer behandelnden Praxis.
Behandlung
Die Behandlung einer Infektion hängt von der Ursache, der Lage und der Schwere ab. Ein MRT hilft zu erkennen, ob eine Behandlung mit Medikamenten ausreicht oder ob ein Eingriff nötig ist. Ihr Behandlungsteam erstellt einen individuellen Plan, der in Deutschland den aktuellen medizinischen Leitlinien folgt.
Selbsthilfe zu Hause
- Wunden nicht selbst ausdrücken – überlassen Sie das der ärztlichen Versorgung
- Schonen Sie den betroffenen Körperbereich
- Kühlen Sie Schwellungen mit einem sauberen Tuch, niemals direkt auf der Haut
- Trinken Sie ausreichend Wasser
- Beobachten Sie die Stelle und notieren Sie Veränderungen
Medizinische Behandlungen
Je nach Erreger kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz. Bei bakteriellen Infektionen werden häufig Medikamente verschrieben, die die Bakterien abtöten (Antibiotika). Bei Virus- oder Pilzinfektionen gibt es passende Mittel, die Ihr Arzt oder Ihre Ärztin auswählt. Nehmen Sie Medikamente immer so ein, wie es verordnet ist, und fragen Sie bei Fragen zu Wirkung und Nebenwirkungen nach.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein chirurgischer Eingriff wird nötig, wenn sich Eiter in einer abgekapselten Höhle (Abszess) angesammelt hat. Auch infizierte Prothesen oder Fremdkörper müssen manchmal entfernt werden. Ihr ärztliches Team erklärt Ihnen dann den genauen Ablauf und die möglichen Folgen.
Leben mit der Erkrankung
Während der Behandlung geht es vor allem darum, sich zu schonen und aufmerksam auf Warnzeichen zu achten. Planen Sie Pausen ein und geben Sie Ihrem Körper Zeit zur Erholung. Nach einer abgeheilten Infektion können Sie Ihren Alltag meist Schritt für Schritt wieder aufnehmen.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend Schlaf unterstützt Ihr Immunsystem
- Verzichten Sie auf Rauchen und Alkohol, um die Abwehr zu kräftigen
- Kontrollieren Sie Wunden täglich und wechseln Sie Verbände nach Anweisung
- Halten Sie Kontrolltermine zuverlässig ein
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten liefert wichtige Nährstoffe. Leichte Bewegung an frischer Luft kann das Wohlbefinden fördern, solange sie keine Schmerzen verursacht. Besprechen Sie körperliche Aktivität während einer Infektion mit Ihrer behandelnden Praxis.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Infektion und die damit verbundenen Untersuchungen können belastend machen. Ängste, Unsicherheit oder Niedergeschlagenheit sind normal. Nehmen Sie diese Gefühle ernst und sprechen Sie darüber – zum Beispiel mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder einer psychologischen Beratungsstelle, falls Sie das möchten.
Vorbeugung
Nicht jede Infektion lässt sich verhindern, aber einige Grundregeln senken das Risiko deutlich: Wunden sauber halten, gründlich Hände waschen und Hygieneregeln im Alltag beachten.
Impfungen
Impfungen schützen vor bestimmten Erregern, die schwere Infektionen auslösen können. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin informiert Sie gerne darüber, welche Impfungen für Sie persönlich empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening für Infektionen gibt es nicht. Bei erhöhtem Risiko – etwa nach einer Operation – sind Kontrolluntersuchungen Teil der Nachsorge. Ihr Behandlungsteam stimmt die Vorsorge auf Ihre individuelle Situation ab.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Infektion kann sich über das Blut ausbreiten und andere Organe schädigen
- Eine Knochenentzündung (Osteomyelitis) kann eine lange Behandlung notwendig machen
- Im schlimmsten Fall entwickelt sich eine Blutvergiftung (Sepsis), die lebensbedrohlich sein kann
Langzeitprognose
Wenn eine Infektion früh erkannt und gezielt behandelt wird, sind die Heilungschancen gut. Ein MRT liefert dafür oft eine verlässliche Grundlage. Heute stehen vielfältige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung – mit einer genauen Diagnose können die meisten Infektionen erfolgreich behandelt werden. Ihr Behandlungsteam kann Ihnen eine realistische Einschätzung für Ihre Situation geben.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.