Nierenstein-Ultraschall einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nierensteine sind harte Ablagerungen, die sich in den Nieren bilden können. Ein Nierenstein-Ultraschall ist eine schmerzfreie Untersuchung, bei der mit Schallwellen Bilder von Ihren Nieren gemacht werden. So kann der Arzt oder die Ärztin erkennen, ob Sie Nierensteine haben und wie groß sie sind.
Wichtige Fakten
- Ultraschall verwendet keine Röntgenstrahlen und ist daher unbedenklich.
- Nierensteine ab etwa 3–4 mm Größe sind im Ultraschall gut sichtbar.
- Die Untersuchung selbst dauert nur etwa 15 bis 20 Minuten.
Ja, Nierensteine kommen häufig vor. Etwa jeder zehnte Mensch in Deutschland bekommt mindestens einmal im Leben einen Nierenstein.
Nierensteine betreffen überwiegend Erwachsene zwischen 30 und 60 Jahren. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Symptome
- Plötzliche, unerträgliche Schmerzen in der Seite oder im Bauch
- Fieber über 38,5 °C mit Schüttelfrost
- Sie können kein Wasser lassen (komplette Harnsperre)
- ⚠Anhaltende Schmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Blut im Urin, das sichtbar ist
- ⚠Übelkeit mit Erbrechen, sodass Sie nichts bei sich behalten
Häufige Symptome
- Starke, wellenförmige Schmerzen im unteren Rücken oder in der Seite (Flankenschmerzen)
- Blut im Urin (rosa, rot oder braun gefärbt)
- Übelkeit und Erbrechen
- Häufiger Harndrang oder Brennen beim Wasserlassen
Symptome bei Kindern
- Kinder klagen oft über Bauchschmerzen, die schwer einzuordnen sind.
- Sie können unruhig sein und weinen.
- Blut im Urin ist auch bei Kindern ein Warnzeichen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben manchmal weniger typische Schmerzen.
- Verwirrtheit oder allgemeines Unwohlsein können vorkommen.
- Blut im Urin oder Fieber sind ernst zu nehmen.
Ursachen
Hauptursachen
- Zu wenig Trinken: konzentrierter Urin begünstigt Steinbildung.
- Bestimmte Stoffe im Urin, wie Kalzium, Oxalat oder Harnsäure, kristallisieren aus.
- Eine Ernährung mit viel Salz, tierischem Eiweiß oder oxalatreichen Lebensmitteln (z. B. Spinat, Rhabarber).
Risikofaktoren
- Familienmitglieder mit Nierensteinen
- Übergewicht
- Bestimmte chronische Erkrankungen, wie Diabetes oder Gicht
- Einnahme mancher Medikamente (Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Schmerzen, die auch nach Ruhe nicht besser werden.
- Wenn Sie Fieber bekommen.
- Wenn Sie über mehrere Stunden kaum oder gar keinen Urin lassen können.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt leichte Schmerzen im Rücken oder Blut im Urin bemerken.
- Bei Beschwerden beim Wasserlassen, die länger als zwei Tage anhalten.
Diagnose
Der Nierenstein-Ultraschall ist oft die erste Untersuchung, wenn der Verdacht auf Nierensteine besteht. Dabei werden Schallwellen von einem Gerät ausgesendet, die von den Nieren und den Steinen zurückgeworfen werden. So entstehen Bilder auf einem Monitor. Der Arzt oder die Ärztin kann die Steine erkennen und ihre Größe und Lage beurteilen. Zusätzlich werden meist eine Urinprobe und ein Bluttest gemacht.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall (Sonografie) der Nieren und Harnwege
- Urin-Test: auf Blut, Infektionen und Kristalle
- Bluttest: zur Überprüfung der Nierenfunktion und bestimmter Stoffe
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für den Ultraschall müssen Sie sich nicht vorbereiten. Sie legen sich auf eine Liege. Der Arzt oder die Ärztin trägt etwas kühlendes Gel auf Ihren Bauch oder Ihre Seite auf und fährt mit einem kleinen Schallkopf sanft über die Haut. Das ist völlig schmerzfrei. Die Untersuchung dauert etwa 15 bis 20 Minuten.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Größe, Lage und Zusammensetzung der Nierensteine ab. Viele kleine Steine gehen von selbst ab. Bei größeren oder schmerzhaften Steinen gibt es Verfahren, um sie zu zertrümmern oder zu entfernen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (mindestens 2–3 Liter pro Tag, am besten Wasser oder ungesüßte Tees), um den Stein auszuspülen.
- Bewegung: moderate körperliche Aktivität kann den Abgang erleichtern.
- Schmerzmittel nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin einnehmen – aber nie ohne Rücksprache!
Medizinische Behandlungen
Bei größeren Steinen kommen Verfahren wie die Stoßwellentherapie (ESWL) infrage, bei der der Stein von außen mit Schallwellen zertrümmert wird. Oder es wird ein dünnes Endoskop (Harnleiter-Spiegelung) benutzt, um den Stein zu fassen und zu entfernen. Welches Verfahren das richtige ist, entscheidet Ihr Arzt oder Ihre Ärztin anhand Ihrer Befunde. Medikamente können helfen, die Spannung der Harnwege zu lösen, aber keine spezifischen Präparate oder Dosen werden hier genannt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind selten nötig – nur wenn Steine sehr groß oder kompliziert liegen, Infektionen verursachen oder die Nieren schädigen. Dann kann eine minimalinvasive Nieren-Spiegelung (perkutane Nephrolithotomie) erfolgen.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit Nierensteinen können ein normales Leben führen. Achten Sie auf Ihre Trinkmenge und nehmen Sie Schmerzen ernst. Bei wiederkehrenden Steinen sollten Sie regelmäßig Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend – am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees.
- Reduzieren Sie Salz in Ihrem Essen.
- Vermeiden Sie zu viel tierisches Eiweiß (z. B. Fleisch, Wurst).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und wenig Salz kann helfen. Bewegung an der frischen Luft regt den Stoffwechsel an. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Sie zu einer Ernährungsberatung überweisen, um die Steinbildung zu verringern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederkehrende Schmerzen oder die Angst vor einem neuen Stein können belasten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie sich ängstlich oder niedergeschlagen fühlen. Hilfe kann auch eine psychologische Beratung bieten.
Vorbeugung
Ja, Sie können das Risiko für neue Nierensteine deutlich senken. Trinken Sie ausreichend, ernähren Sie sich gesund und vermeiden Sie Übergewicht. Wenn Sie bereits Steine hatten, kann Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin individuelle Empfehlungen geben – manchmal reichen schon einfache Änderungen der Lebensgewohnheiten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Harnstau: Der Stein blockiert den Harnleiter, der Urin staut sich zurück in die Niere.
- Nierenbeckenentzündung: Eine Infektion kann auf die Niere übergreifen und Fieber verursachen.
- Nierenschäden: Bei längerem Harnstau kann das Nierengewebe geschädigt werden.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind sehr gut: Die meisten Nierensteine gehen von selbst ab oder lassen sich mit den modernen Behandlungsmethoden gut entfernen. Mit der richtigen Vorbeugung können Sie das Risiko für neue Steine deutlich verringern. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin begleitet Sie dabei.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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