Lungenultraschall einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Lungenultraschall ist eine schmerzfreie, schnelle Untersuchung der Lunge mit Schallwellen. Dabei wird ein kleines Gerät, der Schallkopf, auf die Haut über dem Brustkorb aufgesetzt. Die Schallwellen erzeugen Bilder der Lunge und des umliegenden Gewebes. So können Ärztinnen und Ärzte feststellen, ob Flüssigkeit, Entzündungen oder andere Veränderungen in der Lunge vorliegen. Die Untersuchung ist ohne Röntgenstrahlung und daher sehr sicher.
Wichtige Fakten
- Der Lungenultraschall wird oft direkt am Krankenbett durchgeführt (Point-of-Care-Ultraschall).
- Er ist besonders hilfreich bei Notfällen wie Atemnot, Lungenentzündung oder Wasser in der Lunge.
- Im Vergleich zu Röntgen oder CT ist der Ultraschall strahlenfrei und schnell verfügbar.
- Die deutschen AWMF-Leitlinien empfehlen den Lungenultraschall unter anderem bei Verdacht auf Lungenentzündung oder Lungenwasser.
Ja, der Lungenultraschall wird inzwischen in vielen Krankenhäusern, Notaufnahmen und auch Arztpraxen regelmäßig eingesetzt. Er gehört zur sogenannten Sonografie, also der Ultraschall-Untersuchung des Körpers.
Der Lungenultraschall kann bei Menschen jeden Alters durchgeführt werden – von Frühgeborenen bis zu älteren Menschen. Er wird immer dann eingesetzt, wenn die Lunge genauer beurteilt werden muss, zum Beispiel bei Atembeschwerden, Husten oder unklaren Röntgenbildern.
Symptome
- Schwere Atemnot, bei der Sie kaum noch sprechen können
- Brustschmerzen, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen
- Blutiger Husten oder Schaum vor dem Mund
- Plötzliche Bewusstlosigkeit oder Atemstillstand
- ⚠Starke Atemnot, die sich innerhalb weniger Stunden verschlechtert
- ⚠Hohes Fieber über 39°C mit Husten und Atembeschwerden
- ⚠Schmerzen beim Atmen, die nicht nachlassen
Häufige Symptome
- Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Schmerzen im Brustkorb, die beim Atmen schlimmer werden
- Anhaltender Husten mit oder ohne Auswurf
- Fieber in Verbindung mit Atembeschwerden
- Schnelle oder flache Atmung
Symptome bei Kindern
- Schnelle Atmung oder Einziehungen zwischen den Rippen beim Atmen
- Nasenflügelatmung (die Nasenflügel bewegen sich beim Atmen mit)
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder Trinkschwäche bei Säuglingen
- Hohes Fieber mit Husten
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Plötzliche oder sich verschlimmernde Atemnot auch bei Ruhe
- Verwirrtheit oder Benommenheit (kann Zeichen einer Lungeninfektion sein)
- Verschlechterung einer bestehenden Lungenerkrankung wie COPD
- Bläuliche Lippen oder Fingernägel (Zeichen für zu wenig Sauerstoff)
Ursachen
Hauptursachen
- Lungenentzündung (Pneumonie): Eine Infektion, die die Lungenbläschen entzündet.
- Wasser in der Lunge (Lungenödem): Flüssigkeit, die sich im Lungengewebe ansammelt, oft bei Herzschwäche.
- Lungenembolie: Ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß in der Lunge verstopft.
- Erguss um die Lunge (Pleuraerguss): Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustfell.
- Lungenkollaps (Pneumothorax): Luft, die zwischen Lunge und Brustkorb eindringt und die Lunge zusammenfallen lässt.
Risikofaktoren
- Herzkrankheiten wie Herzinsuffizienz
- Chronische Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma
- Rauchen oder starker Passivrauch
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie oder Diabetes)
- Langes Liegen oder Bettlägerigkeit erhöht Risiko für Lungenentzündung
- Verletzungen des Brustkorbs
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher, starker Atemnot
- Bei Schmerzen in der Brust, die in Ruhe auftreten
- Bei blutigem Auswurf oder Husten mit blutigem Schleim
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltendem Husten, der länger als drei Wochen besteht
- Bei wiederholten Lungenentzündungen
- Wenn Sie oder Ihr Kind immer wieder unter Atemnot leiden
Diagnose
Der Lungenultraschall wird meist während der ärztlichen Untersuchung durchgeführt. Die Ärztin oder der Arzt trägt ein klares Gel auf die Haut auf und setzt den Schallkopf auf verschiedene Stellen des Brustkorbs. Auf einem Monitor erscheinen dann Bilder, die die Lunge und das umliegende Gewebe zeigen. Je nach Fragestellung können so Flüssigkeit, Luft oder Verdichtungen erkannt werden.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenultraschall (Sonografie der Lunge)
- Gegebenenfalls zusätzliche Röntgenaufnahme des Brustkorbs
- Blutuntersuchung (z. B. auf Entzündungswerte oder Sauerstoffgehalt)
- CT (Computertomographie) der Lunge, falls nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der Regel werden Sie gebeten, den Oberkörper frei zu machen. Legen Sie sich auf den Rücken oder setzen Sie sich auf die Kante der Liege. Die Ärztin oder der Arzt wird das Gel auftragen und den Schallkopf auf Ihre Brustwand aufsetzen. Möglicherweise müssen Sie kurz die Luft anhalten oder sich auf die Seite drehen. Die Untersuchung dauert oft nur 5 bis 15 Minuten und verursacht kaum Unannehmlichkeiten.
Behandlung
Der Lungenultraschall selbst ist keine Behandlung, sondern eine Untersuchungsmethode. Je nach Befund werden dann die passenden Therapien eingeleitet. Bei einer Lungenentzündung stehen zum Beispiel Antibiotika im Vordergrund (immer nach ärztlicher Verordnung), bei Wasser in der Lunge können entwässernde Medikamente helfen. Der Arzt oder die Ärztin bespricht jeden Schritt mit Ihnen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel Ruhe und Schlaf, vor allem bei akuten Atemwegsinfekten
- Ausreichend trinken (Wasser oder Kräutertee), um den Schleim zu verflüssigen
- Auf das Rauchen verzichten
- Bei Fieber und Atemnot sofort den ärztlichen Notdienst kontaktieren
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache. Bei bakteriellen Infektionen kommen Antibiotika zum Einsatz (nur nach ärztlicher Verordnung). Bei Flüssigkeitsansammlungen können harntreibende Medikamente (Diuretika) helfen. Bei einem Lungenkollaps (Pneumothorax) kann eine Drainage (ein dünner Schlauch) die Luft ableiten. Die Ärztin oder der Arzt wird die für Sie passende Therapie empfehlen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten nötig. Sie kann erforderlich sein, wenn ein Lungenkollaps nicht anders behandelbar ist oder wenn ein Tumor oder eine Verletzung operiert werden muss. Bei Wasser in der Lunge (Pleuraerguss) kann manchmal eine Punktion (Flüssigkeit mit einer Nadel abziehen) ausreichen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn bei Ihnen bereits eine Lungenerkrankung bekannt ist, ist es wichtig, regelmäßig die Atmung zu beobachten. Manche Menschen profitieren von einem Atemtraining oder einer Schulung zum Umgang mit Atemnot. Ein Lungenultraschall kann bei Bedarf wiederholt werden, um den Verlauf zu kontrollieren.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Rauchermeidung
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, wenn es die Gesundheit erlaubt
- Ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung
- Bei chronischen Lungenerkrankungen: Influenza- und Pneumokokken-Impfung nach Rücksprache mit dem Arzt
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung unterstützt die Lungenfunktion. Besonders ballaststoffreiche Kost und ausreichend Flüssigkeit sind günstig. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder sanftes Radfahren kann die Atemmuskulatur stärken. Bei akuter Erkrankung ist Schonung wichtig, bei chronischen Erkrankungen sollte Bewegung in Absprache mit dem Arzt erfolgen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Lungenprobleme können Angst machen, besonders wenn die Atmung beeinträchtigt ist. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Atemübungen und Entspannungstechniken können helfen, die Anspannung zu lösen. Bei anhaltender Angst oder depressiven Gefühlen suchen Sie sich Unterstützung – zum Beispiel bei einer psychologischen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Viele Lungenerkrankungen, die einen Lungenultraschall nötig machen, können durch einen gesunden Lebensstil vermieden oder hinausgezögert werden. Dazu gehören: Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und Vermeidung von Schadstoffen. Impfungen können bestimmte Lungeninfektionen verhindern.
Impfungen
Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt unter anderem die Grippeimpfung (jährlich) und die Pneumokokken-Impfung für bestimmte Risikogruppen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten, ob diese Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung speziell mit Lungenultraschall. Der Ultraschall wird nur bei konkretem Verdacht oder Beschwerden eingesetzt. Eine allgemeine Vorsorgeuntersuchung für die Lunge (wie eine Lungenfunktionsprüfung) kann Ihr Hausarzt anbieten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Lungenentzündung kann zu Blutvergiftung (Sepsis) führen.
- Wasser in der Lunge (Lungenödem) kann lebensbedrohliche Atemnot verursachen.
- Ein Lungenkollaps (Pneumothorax) kann sich vergrößern und das Herz belasten.
- Chronische Lungenerkrankungen können sich verschlechtern und die Lebensqualität stark einschränken.
Langzeitprognose
Wenn Lungenerkrankungen früh erkannt werden, sind sie meist gut behandelbar. Der Lungenultraschall hilft dabei, die richtige Diagnose zu stellen und die Behandlung gezielt einzuleiten. Viele Menschen erholen sich vollständig, vor allem bei zeitgemäßer Therapie. Auch bei chronischen Erkrankungen gibt es heute gute Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern und ein aktives Leben zu führen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.