Lungen-Röntgen: Was Sie über die Untersuchung wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Röntgenaufnahme der Lunge (auch Thorax-Röntgen genannt) ist eine schnelle, schmerzlose Untersuchung. Dabei werden mit Hilfe von Röntgenstrahlen Bilder von Ihrem Brustkorb, der Lunge und dem Herzen gemacht. So kann der Arzt oder die Ärztin zum Beispiel Lungenentzündungen, Tumore oder Flüssigkeitsansammlungen erkennen. Die Strahlenbelastung ist gering.
Wichtige Fakten
- Ein Lungen-Röntgen ist ein Routineverfahren und dauert nur wenige Minuten.
- Die Aufnahme wird oft bei Husten, Atemnot oder Brustschmerzen gemacht.
- Die Strahlenbelastung ist niedrig – vergleichbar mit einem Langstreckenflug.
- Ergebnisse liegen meist sofort vor, der Arztbesuch zur Befundbesprechung folgt.
Ja, eine Röntgenaufnahme der Lunge gehört zu den häufigsten bildgebenden Untersuchungen. In Deutschland werden jedes Jahr Millionen solcher Aufnahmen gemacht.
Die Untersuchung kann bei Menschen jeden Alters durchgeführt werden, wenn der Verdacht auf eine Lungen- oder Herzerkrankung besteht. Besonders häufig wird sie bei älteren Erwachsenen, Rauchern oder Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen eingesetzt.
Symptome
- Akute, schwere Atemnot (z. B. Erstickungsgefühl, keine Luft mehr bekommen)
- Starke Brustschmerzen, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen
- Plötzlicher blutiger Husten (große Menge Blut)
- Bewusstlosigkeit oder Atemstillstand
- ⚠Fieber über 39°C mit Husten, das nicht innerhalb von 2 Tagen besser wird
- ⚠Gelber oder grüner Auswurf mit Fieber
- ⚠Anhaltende Brustschmerzen ohne Erstickungsgefühl
- ⚠Neu auftretende Atemnot beim Treppensteigen oder Spazierengehen
Häufige Symptome
- Anhaltender Husten (länger als 3 Wochen)
- Atemnot bei Belastung oder in Ruhe
- Brustschmerzen, vor allem beim Atmen oder Husten
- Fieber unklarer Ursache mit Husten
- Blut im Auswurf (Husten mit blutigem Schleim)
Symptome bei Kindern
- Wiederkehrende Atemwegsinfektionen
- Pfeifende Atemgeräusche oder schnelle Atmung
- Blaufärbung der Lippen (Zyanose) – dann sofort in ärztliche Behandlung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Plötzlich auftretende Verwirrtheit (kann auf eine Lungenentzündung hinweisen)
- Verschlechterung einer bekannten Lungenerkrankung (z. B. COPD)
- Unklare Gewichtsabnahme mit Husten
- Langsame Erholung nach einer Atemwegsinfektion
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen wie Lungenentzündung (Pneumonie) oder Bronchitis
- Tumore oder gutartige Knoten in der Lunge
- Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustwand (Pleuraerguss)
- Verletzungen des Brustkorbs (z. B. Rippenbruch)
- Chronische Erkrankungen wie COPD oder Lungenfibrose
- Herzvergrößerung oder Flüssigkeit in der Lunge bei Herzschwäche
Risikofaktoren
- Rauchen (auch Passivrauchen)
- Berufliche Schadstoffbelastung (z. B. Asbest, Staub)
- Alter über 50 Jahre
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. nach Organtransplantation, bei HIV)
- Bekannte Herzerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Atemnot oder starken Brustschmerzen sofort den Notruf 112 wählen
- Bei Blut im Auswurf oder unklarem Fieber über 39°C innerhalb von 24 Stunden zum Arzt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei Husten, der länger als drei Wochen anhält
- Bei wiederkehrenden Atemwegsinfektionen
- Wenn Sie under der Behandlung einer Lungenerkrankung eine Verschlechterung bemerken
- Vor einer Operation – oft ist dann ein Lungen-Röntgen Routine
Diagnose
Die Röntgenaufnahme der Lunge wird meist in einer radiologischen Praxis oder Klinik durchgeführt. Sie stehen dabei vor der Röntgenröhre, die Arme angewinkelt. Die Atemluft anhalten für ein bis zwei Sekunden – dann ist das Bild fertig. Der Radiologe oder die Radiologin beurteilt die Aufnahme und schreibt einen Befund.
Mögliche Untersuchungen
- Lungen-Röntgen in zwei Ebenen (von vorne und von der Seite)
- Bei Bedarf: Computertomographie (CT) für genauere Bilder
- Blutuntersuchung (z. B. Blutbild, Entzündungswerte)
- Lungenfunktionstest (Spirometrie) bei Atemnot
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und dauert etwa 10 bis 15 Minuten, einschließlich Vorbereitung. Sie erhalten meist eine Bleischürze zum Schutz von Schilddrüse und Genitalien. Wichtig: Sie dürfen während der Aufnahme nicht husten – sonst wird das Bild unscharf. Nach der Aufnahme können Sie sofort nach Hause gehen.
Behandlung
Ein Lungen-Röntgen selbst ist keine Behandlung, sondern eine Diagnosemethode. Die anschließende Behandlung hängt vom Befund ab. Zum Beispiel: Bei einer Lungenentzündung werden Antibiotika verschrieben, bei einem Tumor folgen weitere Untersuchungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Nach der Röntgenuntersuchung gibt es keine besonderen Verhaltensregeln – Sie können alles wie gewohnt tun.
- Trinken Sie ausreichend, wenn Sie zur Untersuchung nüchtern waren (das ist aber selten nötig).
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Auffälligkeit. Dazu gehören zum Beispiel Medikamente wie Antibiotika bei Infektionen, entzündungshemmende Mittel oder Inhalationssprays bei chronischen Lungenerkrankungen. Auch eine Sauerstofftherapie oder Physiotherapie können Teil der Behandlung sein. Ihr Arzt wird mit Ihnen den genauen Plan besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig werden, wenn ein Tumor entfernt werden muss, ein Abszess (Eiteransammlung) in der Lunge vorliegt oder die Lunge nach einer Verletzung wieder nähen muss. Die Entscheidung trifft der Facharzt nach genauer Abklärung.
Leben mit der Erkrankung
Da die Röntgenuntersuchung nur von kurzer Dauer ist, verändert sie Ihren Alltag nicht. Falls die Ursache Ihrer Beschwerden eine chronische Lungenerkrankung ist, wird Ihr Arzt Sie beraten, wie Sie damit gut leben können – zum Beispiel mit Atemübungen oder einem strukturierten Tagesablauf.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – Rauchen schädigt die Lunge und erschwert die Heilung.
- Regelmäßige Bewegung (z. B. Spazierengehen) stärkt die Lungenfunktion.
- Vermeiden Sie Schadstoffe in der Luft (z. B. Staub, Dämpfe).
- Lassen Sie sich jährlich gegen Grippe impfen, besonders wenn Sie lungenkrank sind.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt das Immunsystem. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren hilft, die Lunge fit zu halten. Bei Atemnot sollten Sie sich aber nicht überanstrengen – hören Sie auf Ihren Körper.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sorge vor einem möglichen schweren Befund kann belasten. Es ist völlig normal, sich unsicher oder ängstlich zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber. Bei anhaltenden Ängsten kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Eine Röntgenuntersuchung selbst ist keine Krankheit, die man verhindern muss. Aber manche Lungenerkrankungen lassen sich vermeiden: Nichtrauchen, gesunde Ernährung, Bewegung und Schutz vor Schadstoffen senken das Risiko für Lungenprobleme. Ein Lungen-Röntgen wird nur gemacht, wenn ein medizinischer Grund vorliegt – es dient nicht der Vorsorge bei Gesunden.
Impfungen
Es gibt Impfungen, die bestimmte Lungenerkrankungen verhindern können: die Grippeimpfung, die Pneumokokken-Impfung (gegen Lungenentzündung) und die Keuchhustenimpfung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob diese für Sie empfohlen werden. Die STIKO (Ständige Impfkommission) gibt dazu Empfehlungen.
Früherkennungsprogramme
Für bestimmte Risikogruppen (z. B. langjährige Raucher) gibt es in Deutschland ein Lungenkrebs-Screening mit einer speziellen CT-Untersuchung – aber nicht mit Röntgen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob ein Screening für Sie infrage kommt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine Lungenentzündung nicht behandelt wird, kann sie zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.
- Ein unbehandelter Tumor kann wachsen und sich ausbreiten.
- Flüssigkeit in der Lunge (Pleuraerguss) kann die Atmung zunehmend erschweren.
- Bei Herzschwäche kann eine Flüssigkeitsansammlung lebensbedrohlich werden.
Langzeitprognose
Die allermeisten Auffälligkeiten auf einem Lungen-Röntgen lassen sich gut behandeln. Selbst bei ernsteren Befunden wie einem Lungenkrebs gibt es heute viele Behandlungsmöglichkeiten, die die Lebensqualität verbessern und das Leben verlängern können. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser sind die Chancen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten – Wissen gibt Sicherheit.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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