CT-Untersuchung bei männlicher Unfruchtbarkeit: Vorbereitung und Ablauf
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine CT-Untersuchung (Computertomographie) ist ein bildgebendes Verfahren, das den Körper in Scheiben schichtet. Bei der Abklärung von männlicher Unfruchtbarkeit wird sie eingesetzt, um die ableitenden Samenwege, die Prostata oder die Samenbläschen genau darzustellen. So können Verengungen, Zysten oder andere Veränderungen gefunden werden, die einer Schwangerschaft im Wege stehen. Die Ärztinnen und Ärzte arbeiten dabei nach den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Wichtige Fakten
- Die CT-Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur 15 bis 30 Minuten.
- Vor der Untersuchung müssen Sie meist nüchtern erscheinen und ein Kontrastmittel trinken.
- Die Bildgebung erzeugt sehr genaue Schnittbilder, mit denen Ärztinnen und Ärzte die Ursachen besser erkennen können.
Eine CT-Untersuchung gehört nicht zur Standard-Diagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch. Sie wird nur gezielt eingesetzt, wenn erste Untersuchungen einen bestimmten Verdacht ergeben, zum Beispiel auf einen Verschluss der Samenwege.
Betroffen sind Männer, bei denen die üblichen Untersuchungen wie Spermiogramm und Ultraschall keine eindeutige Ursache gefunden haben. Die CT hilft dann, anatomische Besonderheiten zu erkennen.
Symptome
- Wenn Sie während oder nach der Untersuchung plötzlich Luftnot, Schwellungen im Gesicht oder Hals oder einen starken Hautausschlag bemerken, kann dies eine allergische Reaktion auf das Kontrastmittel sein. Rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Auch bei starken Schmerzen im Bauch- oder Brustbereich sollte sofort der Notruf gewählt werden.
- ⚠Übelkeit, Erbrechen oder ein mildes Hautjucken nach dem Kontrastmittel sollten noch am selben Tag von einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden.
- ⚠Wenn Sie Fieber oder Schüttelfrost bekommen, suchen Sie noch am selben Tag eine ärztliche Praxis auf.
Häufige Symptome
- Unfruchtbarkeit selbst verursacht meist keine Schmerzen oder Beschwerden. Manchmal treten jedoch Symptome der Grunderkrankung auf, zum Beispiel ein ziehender Schmerz im Hodenbereich.
Symptome bei Kindern
- Dieser Artikel betrifft erwachsene Männer. Bei Kindern wird eine CT-Untersuchung in diesem Zusammenhang nur äußerst selten durchgeführt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch bei älteren Männern gelten die gleichen Vorbereitungsschritte. Die CT wird dann oft aus anderen Gründen als zur Fruchtbarkeitsabklärung eingesetzt.
Ursachen
Hauptursachen
- Verschluss oder Fehlen der Samenleiter (z. B. angeborenes Fehlen des Samenleiters)
- Krampfadern im Hodensack (Varikozele)
- Zysten oder Entzündungen der Prostata
- Tumore oder gutartige Veränderungen im Bereich der Samenbläschen
Risikofaktoren
- Frühere Hodenoperationen
- Hodenhochstand in der Kindheit
- Entzündungen im Beckenbereich
- Rauchen, Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie akute Schmerzen, Schwellungen oder Fieber im Genitalbereich bemerken, sollten Sie schnell ärztlich abklären. Auch Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Kontrastmittel (siehe Beschwerden) erfordern sofortige Hilfe.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie und Ihre Partnerin seit über einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, ohne dass eine Schwangerschaft eintritt, ist ein Arztbesuch zur Abklärung sinnvoll. Auch ein Vorgespräch vor der CT-Untersuchung gehört dazu.
Diagnose
Die Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit werden in mehreren Schritten untersucht. Dazu gehören ein Gespräch über die Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung, ein Spermiogramm und Bluttests. Wenn diese Hinweise auf eine körperliche Blockade geben, kann die CT-Untersuchung helfen, den genauen Ort und die Ursache zu finden.
Mögliche Untersuchungen
- Spermiogramm (Analyse der Samenflüssigkeit)
- Ultraschalluntersuchung des Hodensacks
- Blutuntersuchung zur Hormonbestimmung
- CT-Untersuchung (Computertomographie) – optional
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der CT müssen Sie in der Regel 4–6 Stunden nüchtern bleiben. Sie erhalten ein Kontrastmittel zum Trinken oder über eine Vene. Während des Scans liegen Sie auf einer Liege, die sich durch einen ringförmigen Scanner bewegt. Es kann sein, dass Sie kurzzeitig die Luft anhalten sollen. Nach der Untersuchung können Sie normal trinken und essen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, die in den Untersuchungen gefunden wird. Bei einer Blockade kann ein operativer Eingriff helfen. Bei anderen Ursachen stehen Verfahren der assistierten Fortpflanzung zur Verfügung. Das Ziel ist immer, den Weg zu einer Schwangerschaft zu ermöglichen.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie sich strikt an die Vorbereitungshinweise (nüchtern bleiben, auf Rauchen verzichten).
- Bringen Sie alle früheren Untersuchungsbefunde zum Termin mit.
- Informieren Sie das medizinische Personal über bekannte Allergien oder Asthma.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Operationen zur Beseitigung von Verengungen oder Krampfadern, eine Hormonbehandlung bei fehlenden oder zu niedrigen Hormonwerten, sowie die künstliche Befruchtung, bei der Samenzellen direkt in die Eizelle gespritzt werden. Sprechen Sie Ihre persönliche Situation offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die CT-Untersuchung einen verschlossenen Samenleiter oder eine ausgeprägte Varikozele zeigt, kann die Wiederherstellung der Durchgängigkeit oder die Verödung der Krampfader operativ erfolgen.
Leben mit der Erkrankung
Die CT-Untersuchung selbst ist ambulant und dauert nur kurze Zeit. Sie können danach in der Regel direkt nach Hause gehen und alltägliche Tätigkeiten wieder aufnehmen.
Tipps für den Alltag
- Gesundes Körpergewicht anstreben
- Nicht rauchen und Alkohol nur in Maßen
- Hoden nicht übermäßiger Hitze aussetzen, z. B. Saunagänge vermeiden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten unterstützt die Spermienqualität. Regelmäßige Bewegung in moderatem Umfang, zum Beispiel zügiges Gehen oder Schwimmen, wirkt sich ebenfalls positiv aus.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Unerfüllter Kinderwunsch ist emotional belastend. Er kann Ängste und Traurigkeit auslösen. Es ist wichtig, diese Gefühle zuzulassen und sich Unterstützung zu holen – etwa vom Partner, der Familie oder einer psychologischen Beratungsstelle. Wenn Sie das Gefühl haben, allein nicht mehr weiterzukommen, suchen Sie das Gespräch mit einer Beratungsstelle oder wenden Sie sich in einer akuten Krise an den Notruf 112.
Vorbeugung
Ein Teil der Ursachen lässt sich nicht verhindern, weil sie angeboren sind. Durch einen gesunden Lebensstil und den Verzicht auf Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht können Sie jedoch Einfluss auf Ihre Fruchtbarkeit nehmen.
Impfungen
Gegen Unfruchtbarkeit gibt es keine Impfung. Schutzimpfungen gegen Infektionskrankheiten, die die Hoden entzünden können (z. B. Mumps), sind jedoch sinnvoll, um das Risiko zu senken.
Früherkennungsprogramme
Männer mit Risikofaktoren wie Hodenhochstand in der Kindheit sollten auch ohne Beschwerden regelmäßig eine urologische Untersuchung in Anspruch nehmen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine behandelbare Ursache nicht erkannt wird, bleibt die Aussicht auf eine Schwangerschaft oftmals gering.
- Unbehandelte Grunderkrankungen wie Tumore oder Entzündungen können sich verschlimmern und weitere Beschwerden verursachen.
Langzeitprognose
Die Medizin hat auf dem Gebiet der Fruchtbarkeit große Fortschritte gemacht. Auch bei schweren Ursachen gibt es heute häufig Wege, den Kinderwunsch zu erfüllen. Die CT-Untersuchung ist ein wichtiger Schritt, um die richtige Behandlung zu planen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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