Männliche Unfruchtbarkeit: Warten auf Ihre Bildgebungsergebnisse
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Dieser Artikel erklärt, was Sie erwartet, wenn bei Ihnen eine bildgebende Untersuchung im Rahmen der Abklärung von Unfruchtbarkeit durchgeführt wurde und Sie nun auf die Ergebnisse warten. Bildgebung bedeutet, dass die inneren Organe mithilfe von Geräten sichtbar gemacht werden. Dazu gehört zum Beispiel der Ultraschall der Hoden. Die Ergebnisse helfen Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin dabei, mögliche körperliche Ursachen zu erkennen. Das Warten selbst ist keine Krankheit, sondern ein ganz normaler Bestandteil der Diagnostik.
Wichtige Fakten
- Die Bildgebung ist schmerzfrei und risikoarm.
- Die Auswertung der Bilder dauert in der Regel nur wenige Tage.
- Die Ergebnisse werden immer im Zusammenhang mit anderen Untersuchungen beurteilt.
- Nicht jeder Befund bedeutet, dass eine Behandlung nötig ist.
Ja, bei der Abklärung von ungewollter Kinderlosigkeit wird bei vielen Paaren auch eine Bildgebung des Mannes durchgeführt. Sie ist ein üblicher und gut eingespielter Schritt, keine ungewöhnliche Untersuchung.
Sie betrifft Männer, die im Rahmen einer Kinderwunschabklärung auffällige Befunde in der körperlichen Untersuchung oder im Spermiogramm haben und deshalb eine bildgebende Untersuchung (z.B. Ultraschall) erhalten haben.
Symptome
- Plötzlicher, sehr starker Schmerz in einem Hoden (dies kann ein Notfall sein, z.B. eine Hodenverdrehung).
- Starke Schwellung des Hodensacks innerhalb kurzer Zeit, begleitet von Übelkeit oder Erbrechen – rufen Sie sofort die 112.
- ⚠Fieber mit Schmerzen im Hodensack, die nicht weggehen.
- ⚠Eine Schwellung, die innerhalb von Stunden deutlich zunimmt – suchen Sie noch am selben Tag eine ärztliche Praxis auf.
Häufige Symptome
- Tastbare Knoten oder Verhärtungen im Hoden
- Schwellungen im Hodensack
- Schmerzen oder Ziehen im Genitalbereich
- Verändertes Spermiogramm (z.B. wenige Spermien)
Ursachen
Hauptursachen
- Krampfadern am Hoden (Varikozele) – dabei sind die Venen im Hoden erweitert, was die Spermienproduktion stören kann.
- Verschluss oder Verengung der Samenwege – dann haben Spermien keinen Weg in den Samenerguss.
- Zysten oder gutartige Veränderungen in den Geschlechtsorganen.
- Entzündungen, die abgeklungen sind, aber Gewebe verändert haben.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Übergewicht
- Starker Alkoholkonsum
- Infektionen im Genitalbereich (z.B. Mumps nach der Pubertät)
- Frühere Operationen im Bauch- oder Genitalbereich
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen oder einer schnellen Schwellung sollten Sie noch am selben Tag ärztlich behandelt werden. Ihre Praxis ist dafür der richtige Ansprechpartner.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Praxis, um die Ergebnisse in Ruhe zu besprechen.
- Wenn Sie nach der angekündigten Zeit nichts gehört haben, rufen Sie in der Praxis an und fragen Sie nach dem Befund.
Diagnose
Die Bildgebung ist ein Diagnoseverfahren, kein Krankheitszustand. Wie genau Sie weiter untersucht werden, hängt von den Ergebnissen ab. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die Bilder mit einem Radiologen oder einer Radiologin besprechen. Danach wird der Befund erstellt und Ihnen erläutert. In Deutschland orientiert sich die Abklärung an der nationalen Leitlinie zur Versorgung bei unerfülltem Kinderwunsch (AWMF).
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall des Hodensacks (Sonografie) – wird am häufigsten eingesetzt.
- Transrektale Sonografie – eine Ultraschalluntersuchung über den Enddarm, wenn auch Prostata und Samenbläschen beurteilt werden sollen.
- Kernspintomographie (MRT) – nur in besonderen Fällen, wenn die Ultraschallbilder nicht ausreichend sind.
- Eine körperliche Untersuchung mit Abtasten der Hoden wird immer zusätzlich zur Bildgebung durchgeführt.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Untersuchung müssen Sie in der Regel keine Schmerzen erwarten. Sie liegen mit einem Handtuch über den Beinen. Es wird ein Gel auf die Haut aufgetragen und ein Stab geschoben. Dauer: etwa 15 bis 30 Minuten. Die Bilder werden später in Ruhe ausgewertet. Sie erhalten nicht sofort das Ergebnis. Die Praxis ruft Sie an oder gibt Ihnen einen Termin zur Besprechung. Erkundigen Sie sich einfach, wann Sie mit einem Befund rechnen können.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, was die Bildgebung und die anderen Untersuchungen ergeben haben. Nicht jede Auffälligkeit muss behandelt werden. Ihr Behandlungsteam wird Ihnen die Möglichkeiten erklären und gemeinsam mit Ihnen entscheiden, ob – und wenn ja, wie – Sie weitermachen.
Selbsthilfe zu Hause
- Lenken Sie sich während der Wartezeit ab – bleiben Sie in Ihrem Alltag und planen Sie schöne Aktivitäten.
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungstechniken wie bewusstes Atmen oder einen Spaziergang.
- Schlafen Sie ausreichend, um Körper und Psyche zu stabilisieren.
Medizinische Behandlungen
Zu den allgemeinen Behandlungsansätzen zählen: eine Operation, um Hindernisse in den Samenwegen zu beseitigen; eine hormonelle Behandlung, wenn eine Störung des Hormonhaushalts vorliegt; sowie Verfahren der assistierten Reproduktion, bei denen Spermien direkt für eine Befruchtung genutzt werden (z.B. In-vitro-Fertilisation oder ICSI). Welche Methode infrage kommt, ist sehr individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt zum Beispiel in Frage, wenn eine Varikozele stark ausgebildet ist oder wenn ein Verschluss der Samenwege sich operativ korrigieren lässt. Auch eine Mikrochirurgie zur Spermiengewinnung direkt aus dem Hoden kann Teil einer künstlichen Befruchtung sein. Ob eine Operation für Sie sinnvoll ist, bespricht die Klinik bzw. Praxis mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
In der Wartezeit ist es wichtig, sich nicht zu verstecken. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner, wenn Sie sich belastet fühlen. Atmen Sie tief durch. Die Zeit bis zum Befund ist überschaubar – Sie müssen sie nicht allein aushalten.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, am besten mehrmals pro Woche, hält den Körper fit.
- Verzichten Sie auf Zigaretten und begrenzen Sie Alkohol.
- Sorgen Sie für Schlaf und Entspannung.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten unterstützt die allgemeine Gesundheit. Sport ist in Maßen gut – übermäßiges Ausdauertraining kann die Spermienqualität vorübergehend beeinträchtigen, aber normaler Alltagssport ist unbedenklich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Das Warten auf ein Ergebnis kann Gefühle wie Angst, Scham und Traurigkeit auslösen. Das ist verständlich und kein Zeichen von Schwäche. Psychologische Unterstützung kann Ihnen helfen, mit der Belastung besser umzugehen. Auch ein offenes Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Ängste ist wichtig.
Vorbeugung
Männliche Unfruchtbarkeit lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Aber ein gesunder Lebensstil und der Verzicht auf Risikofaktoren wie Rauchen können die Fruchtbarkeit erhalten. Die Bildgebung selbst verhindert nichts – sie liefert Informationen. Auf eine regelmäßige Vorsorge, zum Beispiel die Krebsvorsorge ab 45, sollte man nicht verzichten.
Früherkennungsprogramme
Wenn ein Paar ungewollt kinderlos ist, ist eine gynäkologische und andrologische Abklärung üblich. Eine regelmäßige Vorsorge für die männliche Gesundheit, wie die Krebsvorsorge ab 45, sollte auch unabhängig vom Kinderwunsch wahrgenommen werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die zugrunde liegende Ursache kann weiterhin die Fruchtbarkeit einschränken.
- Der Leidensdruck in der Partnerschaft kann zunehmen, wenn keine Klarheit herrscht.
- Selten kann eine unerkannte Erkrankung (z.B. ein Tumor) übersehen werden – deshalb ist die Abklärung wichtig.
Langzeitprognose
Auch wenn eine natürliche Schwangerschaft nicht gelingt, gibt es heute viele moderne Methoden, die ein Paar zum Kind führen können. Viele Ursachen sind behebbar, und die Wartezeit auf einen Befund ist ein kurzer, aber intensiver Abschnitt. Lassen Sie sich von Ihrem Behandlungsteam begleiten und sehen Sie einen Schritt nach dem anderen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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