Nephritis und Röntgen: Was ist das und wie wird es untersucht?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nephritis ist eine Entzündung der Nieren. Das Wort „Nephritis“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet Nierenentzündung. Manchmal wird bei Verdacht auf Nierenentzündung auch ein Röntgenbild gemacht, zum Beispiel eine spezielle Aufnahme mit Kontrastmittel (sogenanntes intravenöses Pyelogramm) oder eine Computertomographie (CT). Damit kann man die Struktur der Nieren, Harnleiter und Blase überprüfen. Röntgen wird jedoch nicht als erster Test eingesetzt – meist reichen Urintests und Ultraschall aus.
Wichtige Fakten
- Nephritis ist eine Entzündung des Nierengewebes, die die Filterfunktion der Nieren stören kann.
- Röntgenuntersuchungen wie das intravenöse Pyelogramm oder CT zeigen die Nieren und Harnwege im Bild – sie helfen, Verstopfungen oder Veränderungen zu erkennen.
- Die Diagnose einer Nephritis wird meist durch Urintests, Blutuntersuchungen und Ultraschall gestellt; Röntgen wird ergänzend eingesetzt.
Nephritis kommt nicht sehr häufig vor, aber bestimmte Formen (wie die Glomerulonephritis) treten bei Kindern und Erwachsenen weltweit auf. Röntgen wird selten speziell für die Diagnose einer Nephritis benötigt.
Nephritis kann Menschen jeden Alters betreffen. Manche Formen treten häufiger bei Kindern auf (z. B. nach Infekten), andere eher bei Erwachsenen mittleren Alters oder älteren Menschen. Auch Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck haben ein erhöhtes Risiko für Nierenschäden.
Symptome
- Plötzlich sehr wenig oder gar kein Urin (weniger als 400 ml/24 Stunden)
- Schwere Atemnot (durch Flüssigkeit in der Lunge)
- Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit
- Sehr hoher Blutdruck (über 200/120 mmHg) mit Kopfschmerzen oder Sehstörungen
- ⚠Blut im Urin, das nicht wieder verschwindet
- ⚠Starke Schwellungen (Ödeme) trotz Behandlung
- ⚠Verschlechterung der Nierenfunktion im Bluttest
Häufige Symptome
- Blut im Urin (rötlicher oder bräunlicher Urin)
- Schaumiger Urin (durch Eiweiß im Urin)
- Schwellungen an Augen, Beinen oder Knöcheln (Ödeme)
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit
- Bluthochdruck
- Verminderte Urinmenge
Symptome bei Kindern
- Blut im Urin
- Schwellungen im Gesicht (besonders morgens)
- Weniger Energie, Appetitlosigkeit
- Fieber (manchmal)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Konzentrationsprobleme (durch Nierenversagen)
- Übelkeit, Erbrechen
- Schwellungen an Beinen und Füßen
- Allgemeine Schwäche
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen (z. B. nach einer Streptokokken-Infektion des Rachens oder der Haut)
- Autoimmunerkrankungen (z. B. Lupus erythematodes, IgA-Nephritis)
- Entzündliche Erkrankungen der Blutgefäße (Vaskulitiden)
- Medikamente oder Giftstoffe (selten)
Risikofaktoren
- Kürzliche Infektionen (besonders Racheninfektion oder Hautinfektion)
- Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Autoimmunerkrankungen
- Familiäre Veranlagung (z. B. IgA-Nephritis)
- Einnahme bestimmter Medikamente ohne ärztliche Überwachung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Symptome wie Blut im Urin, starke Schwellungen oder plötzliche Müdigkeit
- Verschlechterung des Allgemeinzustands mit Übelkeit und Erbrechen
- Bei Kindern: Fieber mit Blut im Urin und Schwellungen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks und der Nierenwerte, wenn Sie Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck haben
- Wenn Sie in der Vergangenheit eine Nierenentzündung hatten und jetzt wieder Beschwerden verspüren
Diagnose
Die Diagnose einer Nephritis wird in der Regel durch eine Kombination aus Urintests, Blutuntersuchungen und bildgebenden Verfahren gestellt. Ein Röntgenbild (wie ein intravenöses Pyelogramm oder CT) kann verwendet werden, um die Struktur der Nieren und Harnwege zu beurteilen, wenn andere Tests nicht ausreichen.
Mögliche Untersuchungen
- Urintest auf Blut, Eiweiß und Entzündungszellen
- Bluttest auf Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff) und Entzündungsmarker
- Ultraschall der Nieren (schmerzfrei, ohne Strahlung)
- Röntgenuntersuchung: intravenöses Pyelogramm (IVP) mit Kontrastmittel oder CT
- Nierenbiopsie (Entnahme einer kleinen Gewebeprobe) – nur in manchen Fällen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei einem Röntgen der Nieren bekommen Sie vorher eventuell ein Kontrastmittel über die Vene. Danach werden mehrere Aufnahmen gemacht, während das Kontrastmittel durch die Nieren und Harnwege fließt. Es ist schmerzfrei, aber Sie müssen ruhig liegen. Der Arzt erklärt Ihnen genau, was passiert.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Nephritis. Ziel ist es, die Entzündung zu stoppen und die Nierenfunktion zu erhalten. Bei vielen Formen helfen Medikamente, die das Immunsystem beruhigen oder den Blutdruck senken. Manchmal sind auch entwässernde Maßnahmen oder eine Ernährungsumstellung nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend (nach Absprache mit dem Arzt)
- Salzarme Ernährung, um Schwellungen zu vermeiden
- Blutdruck regelmäßig messen und aufzeichnen
- Auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum verzichten
- Bei Infekten sofort ärztliche Hilfe suchen
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung werden je nach Ursache Medikamente eingesetzt, die die Entzündung hemmen (wie Kortisonpräparate oder andere Immunmodulatoren) oder den Blutdruck senken (sogenannte ACE-Hemmer oder Sartane). Bei Infektionen kommen Antibiotika zum Einsatz. Die Behandlung erfolgt immer unter ärztlicher Aufsicht, meist durch einen Nierenspezialisten (Nephrologen).
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, zum Beispiel bei einer Verengung der Harnwege, die die Nierenentzündung begünstigt. In solchen Fällen kann ein Eingriff zur Erweiterung oder Entfernung eines Hindernisses helfen.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit Nephritis bedeutet oft regelmäßige Arztbesuche und Blutuntersuchungen. Viele Menschen können ihren Alltag gut bewältigen, wenn sie auf ihren Körper achten. Es ist wichtig, auf Warnsignale wie Blut im Urin oder Schwellungen zu reagieren.
Tipps für den Alltag
- Gesunde, salzarme Ernährung
- Regelmäßige Bewegung (Spaziergänge, leichter Sport)
- Stress vermeiden und Entspannungstechniken nutzen
- Ausreichend Schlaf
Ernährung und Bewegung
Eine nierenfreundliche Ernährung mit wenig Salz und ausreichend Flüssigkeit (nach ärztlicher Anweisung) unterstützt die Nieren. Bewegung hält den Kreislauf fit und hilft, den Blutdruck zu senken. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welches Maß für Sie geeignet ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Nierenerkrankung kann belasten – Sorgen um die Gesundheit oder Behandlung sind normal. Fühlen Sie sich nicht allein: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Freunden oder einer psychologischen Beratungsstelle. Auch Selbsthilfegruppen können helfen.
Vorbeugung
Nicht jede Nierenentzündung ist vermeidbar, aber Sie können Ihr Risiko senken: Behandeln Sie Infekte frühzeitig, achten Sie auf eine gesunde Lebensweise und lassen Sie Bluthochdruck oder Diabetes konsequent behandeln.
Impfungen
Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken werden bei Nierenerkrankungen oft empfohlen – fragen Sie Ihren Arzt, was für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Bei Risikopatienten (z. B. Diabetes, Bluthochdruck, familiäre Belastung) kann eine regelmäßige Urinuntersuchung und Blutdruckkontrolle frühe Anzeichen einer Nephritis erkennen lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Nierenschädigung bis hin zum Nierenversagen
- Bluthochdruck, der schwer zu kontrollieren ist
- Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) und Herzbelastung
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Langzeitprognose
Die meisten Nierenentzündungen lassen sich gut behandeln, besonders wenn sie früh erkannt werden. Viele Menschen erholen sich vollständig oder können mit einer gut eingestellten Therapie lange ohne größere Einschränkungen leben. Die Prognose hängt von der Ursache ab – Ihr Arzt kann Ihnen eine realistische Einschätzung geben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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