Taubheitsgefühl: Was Sie bei einer MRT erwartet
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Taubheitsgefühl ist eine verminderte oder veränderte Empfindung an einer Körperstelle. Es kann kribbeln, sich taub anfühlen oder wie ein pelziges, wattiges Gefühl sein. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) ist eine schmerzfreie Untersuchung, die detaillierte Bilder aus dem Körperinneren erstellt – ganz ohne Röntgenstrahlen. Die MRT kann Gehirn, Rückenmark und Nervenwurzeln sehr genau darstellen und wird eingesetzt, um ernste Ursachen von Taubheitsgefühlen auszuschließen oder zu erkennen.
Wichtige Fakten
- Die MRT ist schmerzfrei und verwendet starke Magnetfelder statt Röntgenstrahlen.
- Die Untersuchung dauert in der Regel 15 bis 60 Minuten; Sie können währenddessen über Lautsprecher mit dem Personal sprechen.
- Die MRT zeigt Nervenwurzeln, Rückenmark und Gehirn sehr genau – das hilft, die Ursache des Taubheitsgefühls einzukreisen.
Taubheitsgefühle sind häufig. Die meisten Menschen haben gelegentlich ein kurzzeitig ‚eingeschlafenes‘ Bein oder eine taube Hand – zum Beispiel, weil ein Nerv vorübergehend abgeklemmt war. Bei anhaltenden, wiederkehrenden oder plötzlichen Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Taubheitsgefühle können in jedem Alter auftreten – vom Kind bis zum älteren Menschen. Sie kommen häufiger vor bei Diabetes, Bandscheibenproblemen oder nach längerem Druck auf einen Nerv. Ältere Menschen sind ebenfalls öfter betroffen, sowohl durch altersbedingte Verschleißerscheinungen als auch durch Durchblutungsstörungen.
Symptome
- Plötzlich auftretende Taubheit oder Schwäche auf einer Körperseite (Gesicht, Arm, Bein)
- Taubheit zusammen mit hängendem Mundwinkel, Lähmungserscheinungen oder Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen
- Taubheit kombiniert mit heftigem Kopfschmerz, starkem Schwindel, Sehstörungen oder Benommenheit
- Taubheit zusammen mit Brustschmerz, Atemnot oder Herzrasen
- ⚠Taubheit, die sich rasch ausdehnt oder immer größer wird
- ⚠Taubheit nach einem Unfall, Sturz oder einer Kopfverletzung
- ⚠Taubheit im Bereich von Gesäß, Genitalien oder der Oberschenkelinnenseite, besonders in Verbindung mit Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang
- ⚠Taubheit mit kompletter Kraftlosigkeit in einem Arm oder Bein
Häufige Symptome
- Kribbeln oder ein Gefühl wie Ameisenlaufen
- Taubes, pelziges oder wattiges Gefühl auf der Haut
- Vermindertes Berührungsempfinden
- Schwäche oder Unsicherheit beim Greifen, Tippen oder Gehen
- Manchmal zusätzlich ein leichter Schmerz, Brennen oder Jucken
Symptome bei Kindern
- Kinder können Taubheit oft nur schwer beschreiben; sie sagen zum Beispiel ‚mein Arm schläft ein‘ oder reiben wiederholt an der betroffenen Stelle.
- Bei Kindern tritt Taubheit häufig nach einem Sturz, Sportverletzung oder durch langes Sitzen mit übergeschlagenen Beinen auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen betrifft die Taubheit häufig Füße und Beine; sie geht oft mit Gangunsicherheit oder Schwindel einher.
- Plötzliche einseitige Taubheit kann ein Warnzeichen für einen Schlaganfall sein – hier ist sofortige Notfallhilfe wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Längerer Druck auf einen Nerv, zum Beispiel beim Sitzen oder Überkreuzen der Beine
- Bandscheibenvorfall mit Einklemmung oder Reizung einer Nervenwurzel
- Nervenschäden durch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
- Durchblutungsstörungen, die die Nerven nicht ausreichend versorgen
- Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, zum Beispiel Multiple Sklerose
- Mangel an bestimmten Vitaminen, insbesondere Vitamin-B12-Mangel
- Schlaganfall als seltene, aber sehr ernste Ursache
Risikofaktoren
- Diabetes mellitus
- Hoher Blutdruck oder erhöhte Blutfettwerte
- Rauchen
- Wenig Bewegung
- Arbeit oder Tätigkeiten mit langem Sitzen, viel Tippen oder wiederholten Bewegungen
- Alter über 65 Jahre
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Taubheit plötzlich auftritt und einseitig ist – besonders wenn Arm, Bein oder Gesicht betroffen sind
- Wenn zusätzlich Sprach-, Seh- oder Gleichgewichtsstörungen auftreten
- Wenn die Taubheit nach einem Verkehrsunfall oder Sturz entstanden ist
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Taubheitsgefühle wiederholt auftreten oder länger als einige Minuten anhalten
- Wenn das Gefühl nicht verschwindet und den Alltag beeinträchtigt
- Wenn Sie sich unsicher sind und eine ärztliche Abklärung möchten
Diagnose
Die Abklärung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung. Die Ärztin oder der Arzt testet Reflexe, Kraft, Empfindung und Beweglichkeit. Eine MRT wird meist erst dann veranlasst, wenn der Befund unklar ist oder eine Nerven- oder Gewebsstörung im Gehirn, Rückenmark oder an den Nervenwurzeln möglich erscheint.
Mögliche Untersuchungen
- Neurologische Untersuchung (Reflexe, Kraft, Empfindung, Koordination)
- Blutuntersuchung, zum Beispiel auf Entzündungszeichen oder Blutzucker
- Elektromyographie (EMG) – sie misst die elektrische Aktivität von Muskeln und Nerven
- Magnetresonanztomographie (MRT) – sie erstellt Schichtbilder von Gehirn und Rückenmark
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die MRT ist eine große, röhrenförmige Apparatur. Sie liegen bequem auf einem Liegetisch, der langsam in die Röhre gefahren wird. Während der Aufnahmen hören Sie laute Klopf- und Pulsgeräusche – Sie bekommen bei vielen Geräten einen Gehörschutz oder Musik. Das Personal ist immer erreichbar, Sie können über Sprechverbindung jederzeit Kontakt aufnehmen. Bitte informieren Sie das Team im Vorfeld über Metall im Körper (zum Beispiel Herzschrittmacher, künstliche Gelenke, Piercings). Die Untersuchung dauert meist 15 bis 60 Minuten, je nachdem, welche Körperregion betrachtet wird.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der gefundenen Ursache. Nicht jedes Taubheitsgefühl muss medizinisch behandelt werden – manchmal reicht es, Druckstellen zu vermeiden und die Körperhaltung zu ändern. Wichtig ist immer die ärztliche Abklärung, um ernste Ursachen auszuschließen und eine gezielte Behandlung einzuleiten.
Selbsthilfe zu Hause
- Ein Symptom-Tagebuch führen: Wann tritt die Taubheit auf? An welcher Stelle? Wie lange?
- Druckstellen vermeiden: Beine nicht überkreuzen, beim Sitzen regelmäßig die Position wechseln.
- Bei Taubheitsgefühl vorsichtig bewegen, um Stürze oder Verletzungen zu vermeiden.
- Auf ausreichend Schlaf achten und Stress so weit wie möglich abbauen.
Medizinische Behandlungen
Die Therapie wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt geplant. Sie kann zum Beispiel Physiotherapie, Ergotherapie oder gezielte Übungen zur Stabilisierung umfassen. Auch die Behandlung einer Grunderkrankung – etwa Diabetes oder einer entzündlichen Nervenerkrankung – steht dann im Vordergrund. Arzneimittel werden nur nach ärztlicher Verordnung und in der passenden Dosierung eingesetzt. Auf eine Selbstmedikation sollte grundsätzlich verzichtet werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in seltenen Fällen infrage, zum Beispiel bei einem schweren Bandscheibenvorfall, der eine Nervenwurzel stark einklemmt, oder wenn eine Raumforderung (wie ein gutartiger Tumor) auf einen Nerv drückt. Die Entscheidung dazu wird immer nach einer gründlichen Diagnostik und in einem ausführlichen Arztgespräch getroffen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn das Taubheitsgefühl anhält, ist es wichtig, die betroffene Region besonders zu schützen. Kontrollieren Sie Hautstellen regelmäßig, denn durch das verminderte Gefühl können kleine Verletzungen unbemerkt bleiben. Vermeiden Sie enge Kleidung, lange Druckbelastungen oder Tätigkeiten, die die Beschwerden verstärken.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig – zum Beispiel Spazierengehen, Schwimmen oder sanftes Radfahren.
- Lagern Sie die Beine gelegentlich hoch, besonders wenn das Kribbeln nach langem Sitzen zunimmt.
- Verzichten Sie auf das Rauchen, um Nerven und Durchblutung zu schonen.
Ernährung und Bewegung
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Vitaminen – insbesondere Vitamin B12 – unterstützt die Nervenfunktion. Auch moderate Bewegung an der frischen Luft fördert die Durchblutung. Eine Nahrungsergänzung sollten Sie nur dann einnehmen, wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin einen tatsächlichen Mangel festgestellt hat.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Taubheitsgefühle können verunsichern und Ängste auslösen – etwa die Sorge vor einer schweren Krankheit. Es ist völlig normal, sich so zu fühlen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt darüber und holen Sie sich bei Bedarf seelische Unterstützung. Aufklärung und eine klare Diagnose geben meist viel Sicherheit zurück.
Vorbeugung
Nicht jede Form von Taubheitsgefühl lässt sich verhindern – insbesondere dann nicht, wenn eine erbliche oder entzündliche Erkrankung dahintersteckt. Ein gesunder Lebensstil kann aber das Risiko für Nervenschäden durch Diabetes, Durchblutungsstörungen und Vitaminmangel deutlich senken.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie Diabetes, erhöhten Blutdruck oder erhöhte Blutfettwerte haben, lassen Sie diese regelmäßig ärztlich kontrollieren. Eine gute Einstellung dieser Grunderkrankungen hilft, Nervenschäden frühzeitig zu erkennen oder zu vermeiden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn ein Nerv dauerhaft eingeengt bleibt, kann die zugehörige Muskulatur schwächer werden oder schrumpfen.
- Durch das verminderte Gefühl bleiben Verletzungen wie Druckstellen, Verbrennungen oder Wunden unbeachtet.
- Stürze und Gangunsicherheit können auftreten, wenn Füße oder Beine taub sind.
- Bei einer ernsten Ursache wie einem Schlaganfall können unbehandelt bleibende Schäden entstehen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Taubheitsgefühle sind gut behandelbar oder bessern sich von selbst, sobald die Ursache erkannt ist. Eine MRT gibt Sicherheit, weil sie viele ernste Erkrankungen ausschließen oder frühzeitig sichtbar machen kann. Mit der richtigen Diagnose und Behandlung haben die meisten Menschen eine gute Prognose.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.