Röntgen bei Adipositas: Einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Adipositas (starkes Übergewicht) ist eine Erkrankung, bei der das Körperfett so stark zunimmt, dass die Gesundheit leidet. Der Body-Mass-Index (BMI) hilft, das Gewicht einzuschätzen. Eine Röntgenuntersuchung ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe von Strahlen Aufnahmen vom Inneren Ihres Körpers gemacht werden. Bei Menschen mit Adipositas kann ein Röntgenbild helfen, Beschwerden an Knochen, Gelenken oder Organen abzuklären. Die Untersuchung selbst unterscheidet sich kaum – allerdings können starkes Übergewicht oder eine große Körperfülle die Bildqualität beeinflussen.
Wichtige Fakten
- Adipositas wird anhand des Body-Mass-Index (BMI) festgestellt, nicht mit einem Röntgenbild.
- Röntgenstrahlen werden bei Adipositas oft eingesetzt, um Gelenkschmerzen, Knochenbrüche oder Atembeschwerden abzuklären.
- Menschen mit starkem Übergewicht können für Röntgenbilder manchmal spezielle Geräte oder angepasste Einstellungen benötigen.
Übergewicht und Adipositas sind in Deutschland weit verbreitet. Viele Menschen mit Adipositas erhalten im Laufe ihres Lebens Röntgenuntersuchungen, um gesundheitliche Beschwerden abzuklären.
Adipositas kann Menschen jeden Alters und Geschlechts betreffen. Röntgenuntersuchungen sind unabhängig vom Gewicht möglich, aber die Durchführung kann bei sehr hohem Körpergewicht herausfordernd sein.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn Sie akute, starke Schmerzen in der Brust haben, plötzliche Atemnot verspüren oder sich nach einem Unfall nicht bewegen können. Diese Symptome können lebensbedrohlich sein.
- ⚠Schmerzen nach einem Sturz, auch wenn keine sichtbare Verletzung vorliegt
- ⚠Ein Gelenk ist stark geschwollen, gerötet und überwärmt
- ⚠Sehr starke Rückenschmerzen zusammen mit Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Beinen
Häufige Symptome
- Anhaltende Schmerzen in den großen Gelenken wie Knie oder Hüfte
- Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen
- Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb, besonders bei Belastung
- Verdacht auf einen Knochenbruch nach einem Sturz oder Unfall
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern mit starkem Übergewicht können ebenfalls Gelenkschmerzen oder Fehlstellungen auftreten, die eine Röntgenaufnahme erfordern. Ihr Kinderarzt wird Sie hierzu beraten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene mit Adipositas haben ein erhöhtes Risiko für Stürze und Knochenbrüche. Röntgenbilder helfen, Verletzungen schnell zu erkennen und die richtige Behandlung einzuleiten.
Ursachen
Hauptursachen
- Adipositas entsteht meist durch eine langfristige Energieaufnahme, die den Energieverbrauch übersteigt. Weitere Faktoren können genetische Veranlagung, Stoffwechselerkrankungen, bestimmte Medikamente oder psychische Belastungen sein.
Risikofaktoren
- Risikofaktoren für Adipositas sind unter anderem unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel, Stress, Schlafmangel und hormonelle Veränderungen. Auch familiäre Veranlagung spielt eine Rolle.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die oben genannten dringenden Beschwerden auftreten (starke Schwellung, Taubheitsgefühle, Verdacht auf Bruch).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Hausarztpraxis, wenn Sie seit längerer Zeit Gelenkschmerzen, Atemprobleme oder unerklärliche Beschwerden haben. Ihr Arzt wird dann entscheiden, ob ein Röntgenbild sinnvoll ist.
Diagnose
Die Diagnose Adipositas stellt Ihr Arzt durch die Berechnung des Body-Mass-Index (BMI). Dafür werden Ihr Gewicht und Ihre Körpergröße benötigt. Ein Röntgenbild dient nicht der Diagnose der Adipositas selbst, sondern der Abklärung möglicher Folgeerkrankungen.
Mögliche Untersuchungen
- Berechnung des Body-Mass-Index (BMI) durch Messung von Gewicht und Größe
- Röntgenuntersuchung der schmerzhaften oder verletzten Körperregion
- Manchmal weitere bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT, falls das Röntgenbild nicht ausreichend ist
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn Ihr Arzt eine Röntgenaufnahme angeordnet hat, werden Sie in eine radiologische Praxis oder Klinik überwiesen. Sie werden gebeten, den betreffenden Körperbereich frei zu machen und in eine bestimmte Position zu gehen. Die Aufnahme selbst dauert nur wenige Sekunden. Bei starkem Übergewicht kann es sein, dass das medizinische Personal spezielle Lagerungshilfen verwendet oder das Gerät anders einstellt. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen, wenn Sie unsicher sind.
Behandlung
Die Behandlung der Adipositas zielt auf eine langsame und dauerhafte Gewichtsabnahme ab, um die Gesundheit zu verbessern. Röntgenbilder sind dabei nur ein Diagnosewerkzeug, kein Teil der eigentlichen Behandlung.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausgewogene, kalorienbewusste Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten
- Regelmäßige körperliche Aktivität, die zu Ihren Möglichkeiten passt – sprechen Sie mit Ihrem Arzt über geeignete Sportarten
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und vermeiden Sie übermäßigen Stress
- Führen Sie ein Ernährungstagebuch, um Ihre Essgewohnheiten besser zu verstehen
Medizinische Behandlungen
Neben der Umstellung von Ernährung und Bewegung können in Absprache mit Ihrem Arzt auch strukturierte Abnehmprogramme, Ernährungsberatung oder psychologische Unterstützung helfen. In einigen Fällen sind medikamentöse Therapien oder chirurgische Eingriffe möglich. Ihr Arzt wird Sie ausführlich über die passenden Optionen informieren.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (bariatrische Chirurgie) kann eine Option sein, wenn Sie an schwerer Adipositas mit Begleiterkrankungen leiden und andere Methoden nicht ausgereicht haben. Ihr Arzt und ein spezialisiertes Team werden dies mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Mit Adipositas zu leben kann herausfordernd sein, aber jede kleine Veränderung im Alltag zählt. Planen Sie Mahlzeiten, integrieren Sie Bewegung in Ihren Tagesablauf und geben Sie sich Zeit. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ist eine wichtige Begleitung auf diesem Weg.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie sich Zeit für gesunde Mahlzeiten, die Sie selbst zubereiten.
- Bewegen Sie sich täglich – schon ein Spaziergang hilft.
- Suchen Sie sich soziale Unterstützung, zum Beispiel in einer Gruppe oder bei Freunden und Familie.
- Vermeiden Sie kurzfristige Diäten und setzen Sie auf langfristige Gewohnheitsänderungen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind die Basis für eine Gewichtsstabilisierung oder -abnahme. Ihr Arzt oder eine Ernährungsfachkraft kann gemeinsam mit Ihnen einen Plan erstellen, der zu Ihrem Leben passt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Adipositas kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und zu seelischen Belastungen führen. Zögern Sie nicht, darüber zu sprechen. Psychologische Beratung oder eine Selbsthilfegruppe können sehr hilfreich sein. Falls Sie in einer akuten Krise sind, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222 (kostenlos, 24 Stunden).
Vorbeugung
In vielen Fällen lässt sich starkes Übergewicht durch einen gesunden Lebensstil von Kindheit an vermeiden. Aber auch wenn bereits Adipositas besteht, können Sie Folgeerkrankungen durch Gewichtsabnahme und regelmäßige Kontrolluntersuchungen vorbeugen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Gelenkverschleiß (Arthrose) in Knie und Hüfte durch das hohe Körpergewicht
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes Typ 2
- Schlafapnoe – nächtliche Atemaussetzer, die zu Tagesmüdigkeit führen
- Erhöhtes Operationsrisiko und verzögerte Wundheilung nach chirurgischen Eingriffen
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Auch eine moderate Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent Ihres Körpergewichts kann bereits viele Gesundheitsrisiken deutlich senken. Mit der richtigen Unterstützung und Geduld ist eine Verbesserung Ihrer Lebensqualität möglich.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.