Knochendichtemessung: Ihre Ergebnisse in Ruhe abwarten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der die Knochen an Dichte verlieren und leichter brechen können. Die Knochendichtemessung (auch DXA genannt) ist ein schmerzfreies Röntgenverfahren, das misst, wie viel Knochensubstanz an Hüfte und Wirbelsäule vorhanden ist. Während Sie auf das Ergebnis warten, möchten wir Ihnen mit diesem Text Sicherheit geben.
Wichtige Fakten
- Die Messung selbst dauert nur 10 bis 20 Minuten und ist völlig schmerzfrei.
- Ein einzelner Messwert reicht nicht aus – Ärztinnen und Ärzte sehen das Gesamtbild aus Knochen, Alter, Geschlecht und Sturzrisiko.
- Ein schlechterer Wert bei der ersten Messung ist kein Grund zur Panik: Behandlungen können den Knochen stärken.
Osteoporose ist eine Volkskrankheit im Alter: Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehrere Millionen Menschen betroffen. Knochendichtemessungen gehören daher zum Alltag in Radiologien und orthopädischen Praxen.
Am häufigsten sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen, weil der Schutz durch das Hormon Östrogen abnimmt. Aber auch Männer ab 70 Jahren und jüngere Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen oder Risikofaktoren erhalten eine Knochendichtemessung.
Symptome
- Plötzlich einsetzende, sehr starke Rückenschmerzen nach einem Sturz oder auch ohne Sturz – sie können auf einen Wirbelbruch hindeuten.
- Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen an den Beinen nach einem Sturz – das ist ein Notfall. Rufen Sie den Notruf 112.
- ⚠Neu aufgetretene Schmerzen, die jeden Schritt und das Aufstehen erschweren – teilen Sie das Ihrer Arztpraxis oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 mit.
- ⚠Wenn Sie stürzen und sich am Handgelenk oder an der Hüfte starke Schmerzen entwickeln, sind Sie am selben Tag in der Praxis, der Notaufnahme oder beim Bereitschaftsdienst richtig.
Häufige Symptome
- Osteoporose selbst verursacht zunächst oft keine Schmerzen – viele Menschen erfahren erst durch einen Knochenbruch von der Erkrankung.
- Wenn bereits Wirbel zusammengesackt sind, kann sich die Körpergröße verringern oder ein runder Rücken entstehen.
- Manche Menschen berichten über dumpfe Rückenschmerzen – das kann auf einen Wirbelsäulenbruch hindeuten, muss es aber nicht.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird eine Osteoporose nur in seltenen Fällen abgeklärt, zum Beispiel bei schweren Grunderkrankungen oder längeren Kortisonbehandlungen. Die Ergebnisse kommen dann von spezialisierten Kinderärztinnen und Kinderärzten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen ist ein plötzlicher Rückenschmerz nach einem Sturz oder auch ohne erkennbaren Grund ein häufiges Anzeichen für einen Wirbelbruch.
- Auch wenn Sie während der Wartezeit auf das Messergebnis solche Schmerzen bemerken, sollten Sie zeitnah ärztliche Hilfe holen.
Ursachen
Hauptursachen
- Mit zunehmendem Alter baut der Körper Knochen schneller ab, als er aufbauen kann.
- Frauen haben nach den Wechseljahren einen schnellen Abfall des Östrogens, das die Knochen schützt.
- Ein Mangel an Kalzium und Vitamin D schwächt die Knochenproduktion.
Risikofaktoren
- Frühere Knochenbrüche nach leichten Stürzen
- Gewichtsverlust oder starkes Untergewicht
- Bewegungsmangel und längere Bettlägerigkeit
- Rauchen und starker Alkoholkonsum
- Bestimmte Erkrankungen und Medikamente, die den Knochen angreifen können – sprechen Sie dazu mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn beim Warten auf das Ergebnis akute, starke Schmerzen in Rücken, Hüfte oder Handgelenk auftreten, zögern Sie nicht, Ihre Praxis zu kontaktieren.
- Rufen Sie den Notruf 112, wenn Sie sich kaum noch bewegen können oder Lähmungszeichen auftreten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie für die Besprechung der Ergebnisse einen Termin – entweder bei der Praxis, die die Messung angeordnet hat, oder bei Ihrer Hausärztin.
Diagnose
Die Knochendichtemessung (DXA) ist das Standardverfahren. Sie misst an der Lendenwirbelsäule und an der Hüfte die Knochendichte. Das Ergebnis wird als sogenannter T-Wert aufgeschrieben.
Mögliche Untersuchungen
- DXA-Messung (Doppel-Röntgen-Absorptiometrie) – das ist die Standardmethode zur Knochendichtebestimmung.
- Bei Bedarf kann zusätzlich eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule erfolgen, um schon vorhandene Wirbelschäden zu erkennen.
- In besonderen Fällen wird eine Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt, um frische Brüche von alten zu unterscheiden – das ist aber eher die Ausnahme.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Nach der Messung werden die Bilder von Radiologinnen und Radiologen ausgewertet. Dies geschieht in der Regel innerhalb weniger Arbeitstage. Das Ergebnis kommt nicht automatisch zu Ihnen – Sie müssen in der Regel einen Termin zum Gespräch vereinbaren. Dann bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nicht nur den Zahlenwert, sondern auch Ihr persönliches Sturzrisiko und was Sie tun können.
Behandlung
Wie die Behandlung aussieht, hängt von Ihrem T-Wert, Ihrem Alter, früheren Brüchen und allgemeinen Risiken ab. Es gibt nicht die eine Therapie für alle.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie ausreichend Kalzium zu sich – zum Beispiel durch fettarme Milchprodukte, grünes Gemüse und kalziumreiches Mineralwasser.
- Sorgen Sie für Vitamin D – am besten in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt, denn die richtige Dosis ist individuell.
- Vermeiden Sie Stürze: Räumen Sie Kabel weg, schaffen Sie gut beleuchtete Wege und tragen Sie rutschfeste Schuhe.
Medizinische Behandlungen
Je nach Risikolage werden Medikamente eingesetzt, die den Knochenabbau bremsen oder den Knochenaufbau anregen. Diese Medikamente gibt es als Tabletten, Spritzen oder Infusionen. Welches Mittel für Sie geeignet ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt – nach ausführlichem Gespräch über Nutzen und mögliche Nebenwirkungen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Osteoporose selbst wird nicht operiert. Nur wenn ein Wirbelbruch starke Schmerzen oder Nervenschäden verursacht, kann ein minimal-invasiver Eingriff in Betracht gezogen werden – das ist die Entscheidung eines Spezialisten.
Leben mit der Erkrankung
Auch während Sie auf das Ergebnis warten, können Sie Ihren Körper unterstützen. Leichte Bewegung wie zügiges Gehen oder Treppensteigen erhält die Knochenspannung. Hören Sie auf Ihren Rücken: Schmerzen sind ein Grund, es ruhiger angehen zu lassen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung: mindestens 30 Minuten am Tag – wichtig für Gleichgewicht und Knochen.
- Verzichten Sie auf das Rauchen und halten Sie den Alkoholkonsum gering.
- Gehen Sie zu Vorsorgeuntersuchungen – auch mit Ihren Fragen.
Ernährung und Bewegung
Für starke Knochen ist Kalzium ein wichtiger Baustein. Außerdem hilft Eiweiß, etwa aus Hülsenfrüchten und Nüssen. Bewegung, bei der Sie Ihr Körpergewicht tragen – wie Wandern, Tanzen oder Krafttraining – ist das beste natürliche Training für die Knochen. Kombinieren Sie Kräftigungsübungen mit Gleichgewichtstraining, zum Beispiel auf einem Bein stehen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Das Warten auf Ergebnisse kann Unruhe und Angst auslösen. Das ist normal. Sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens. Auch Atemübungen oder ein kurzer Spaziergang können helfen, den Kopf freizubekommen. Wenn die Anspannung nicht nachlässt und den Schlaf beeinträchtigt, kann auch Ihre Hausarztpraxis eine erste Anlaufstelle sein.
Vorbeugung
Osteoporose kann nicht immer verhindert werden, aber ihr Fortschreiten lässt sich oft verlangsamen. Eine gesunde Lebensweise – vor allem mit gewichtstragender Bewegung und ausreichenden Nährstoffen – kann das Risiko senken. Je früher Sie handeln, desto besser.
Früherkennungsprogramme
Die Knochendichtemessung wird in Deutschland empfohlen, wenn das persönliche Bruchrisiko erhöht ist – zum Beispiel nach einem früheren Knochenbruch. Sprechen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt an, ob eine Messung für Sie sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Mit der Zeit steigt das Risiko für Brüche an Handgelenk, Oberarmkopf, Hüfte oder Wirbelsäule.
- Wirbelbrüche können zu einem rundlichen Rücken und Größenverlust führen.
- Ein Oberschenkelhalsbruch ist ein schweres Ereignis, das im Alter die Selbstständigkeit bedrohen kann.
Langzeitprognose
Gute Nachricht: Osteoporose ist gut behandelbar. Auch wenn Sie einen ersten Befund erhalten, bedeutet das keine hoffnungslose Situation. Mit der richtigen Behandlung, ausgewogenem Lebensstil und angepassten Medikamenten lässt sich das Bruchrisiko deutlich senken. Viele Menschen – auch mit bestehender Osteoporose – bleiben bis ins hohe Alter mobil und selbstständig.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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