Osteoporose: Was Sie bei einer MRT-Untersuchung erwartet
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Osteoporose, im Alltag auch Knochenschwund genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Knochen an Dichte verlieren. Dadurch werden sie porös und brechen leichter. Bei einer Magnetresonanztomographie (MRT) werden mithilfe eines starken Magneten und Radiowellen detaillierte Bilder aus dem Körper erzeugt. Das MRT wird bei Osteoporose meist eingesetzt, um mögliche Brüche oder Veränderungen im Knochen genau zu beurteilen.
Wichtige Fakten
- Die Knochen werden weniger dicht, was das Bruchrisiko erhöht.
- Eine MRT zeigt Weichteile und Knochen ganz ohne Röntgenstrahlen.
- Bei Osteoporose wird die Diagnose meist durch eine Knochendichtemessung gestellt, das MRT hilft bei bestimmten Fragen zusätzlich.
Ja, Osteoporose ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Schätzungsweise sind hierzulande etwa 6–7 Millionen Menschen betroffen, vor allem Frauen nach den Wechseljahren und ältere Menschen.
Hauptsächlich betrifft Osteoporose Frauen nach der Menopause, kann aber auch Männer und jüngere Erwachsene betreffen – etwa bei bestimmten Grunderkrankungen oder der Einnahme bestimmter Medikamente.
Symptome
- Plötzlich auftretende starke Rückenschmerzen, die bis in die Beine ausstrahlen
- Gefühllosigkeit, Kribbeln oder Schwäche in den Beinen
- Verlust der Kontrolle über Blase oder Darm
- ⚠Neu aufgetretene Rückenschmerzen nach einem Sturz, um mögliche Brüche abzuklären
Häufige Symptome
- Rückenschmerzen, die durch geschwächte Wirbel entstehen können
- Verlust an Körpergröße über die Jahre
- Eine gebückte Haltung
- Knochenbrüche, die schon bei leichten Stößen oder Stürzen passieren
Symptome bei Kindern
- Osteoporose ist bei Kindern sehr selten. Wenn sie auftritt, zeigt sie sich oft durch Knochenschmerzen oder Brüche, die ohne starken Grund passieren.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Osteoporose verläuft oft lange unbemerkt. Erst ein Knochenbruch oder anhaltende Rückenschmerzen führen zur Untersuchung.
Ursachen
Hauptursachen
- Der Knochenstoffwechsel gerät aus dem Gleichgewicht: Es wird mehr Knochen abgebaut als neu aufgebaut
- Mit zunehmendem Alter lässt die Knochendichte natürlicherweise nach
- Bei Frauen sinkt der Östrogenspiegel nach den Wechseljahren, was den Knochenabbau beschleunigt
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht und höheres Alter
- Familiäre Veranlagung
- Untergewicht oder eine Störung des Essverhaltens
- Rauchen und hoher Alkoholkonsum
- Bewegungsmangel
- Langfristige Einnahme bestimmter Medikamente, zum Beispiel Kortison-haltiger Präparate
- Grunderkrankungen wie Rheuma, Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen starken Rückenschmerzen oder neurologischen Ausfällen sofort den Notruf 112 wählen
- Bei einem Sturz mit starken Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit zeitnah ärztliche Hilfe suchen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über 50 sind und ein Knochenbruch ohne starken Anlass aufgetreten ist, sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an
- Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören und Fragen zur Knochengesundheit haben, lassen Sie sich beraten
Diagnose
Die Diagnose Osteoporose wird in der Regel durch eine Knochendichtemessung (DXA-Messung) gestellt. Das MRT ist eine ergänzende Untersuchung, wenn zum Beispiel ein frischer Wirbelbruch oder andere Veränderungen abgeklärt werden müssen.
Mögliche Untersuchungen
- Knochendichtemessung (DXA-Messung): Eine schmerzfreie Röntgenuntersuchung, die die Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Oberschenkel misst
- Blutuntersuchungen: Sie helfen, andere Ursachen für den Knochenschwund auszuschließen
- Magnetresonanztomographie (MRT): Sie zeigt Weichteile und Knochen sehr genau und hilft, frische Brüche oder Entzündungen zu erkennen
- Computertomographie (CT): In bestimmten Fragen kann sie zusätzlich eingesetzt werden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei einer MRT liegen Sie auf einer Liege, die in einen tunnelartigen Apparat fährt. Sie bekommen nach Möglichkeit einen Gehörschutz, weil das Gerät klopft und surrt. Sie müssen ruhig liegen – je nach Aufnahme dauert das etwa 15 bis 45 Minuten. Wichtig ist, vorher Metallgegenstände wie Schmuck, Uhr oder Schlüssel abzulegen. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eventuelle Implantate oder Platzangst.
Behandlung
Die Behandlung hat zum Ziel, weitere Brüche zu verhindern, Schmerzen zu lindern und die Knochen zu stabilisieren. Sie besteht aus einer Kombination aus Lebensstilanpassungen, ausreichender Versorgung mit Kalzium und Vitamin D sowie – wenn nötig – Medikamenten, die den Knochenabbau bremsen oder den Knochenaufbau fördern.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D – am besten durch eine ausgewogene Ernährung und, wenn nötig, nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt
- Regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Gehen, Treppensteigen oder leichte Kraftübungen, stärkt Knochen und Muskulatur
- Vermeiden Sie Stürze, indem Sie große Stolperfallen zu Hause beseitigen, zum Beispiel lose Teppiche oder Kabel
- Verzichten Sie auf das Rauchen und trinken Sie nur wenig Alkohol
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Medikamentengruppen, die den Knochenabbau verlangsamen oder den Knochenaufbau anregen. Welches Medikament für Sie geeignet ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt auf Grundlage Ihrer Knochendichte, Ihres Alters und eventueller Vorerkrankungen. Lassen Sie sich hierzu ausführlich beraten und nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Verordnung ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Meist ist keine Operation notwendig. Sie kommt nur in Betracht, wenn ein Wirbelbruch starke Schmerzen verursacht oder Nerven einklemmt. Ob ein Eingriff sinnvoll ist, klären Fachärztinnen und Fachärzte für Orthopädie und Neurochirurgie gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Mit Osteoporose ist ein selbstbestimmtes Leben gut möglich, wenn Sie Ihren Alltag entsprechend anpassen. Planen Sie ausreichend Bewegung, achten Sie auf eine stürzermögliche Umgebung und nehmen Sie die empfohlenen Untersuchungen wahr.
Tipps für den Alltag
- Gehen Sie regelmäßig an die frische Luft – das fördert die Vitamin-D-Bildung
- Integrieren Sie Gleichgewichts- und Krafttraining in Ihren Alltag, etwa mit einem Physiotherapieplan
- Vereinbaren Sie regelmäßige Kontrolltermine bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt
Ernährung und Bewegung
Eine knochenfreundliche Ernährung enthält ausreichend Kalzium (zum Beispiel aus Milchprodukten, grünem Gemüse und kalziumreichem Mineralwasser) und Vitamin D (aus fettem Fisch, Eiern oder nach ärztlicher Empfehlung als Präparat). Bewegung wie Tanzen, Walken oder leichtes Krafttraining belastet die Knochen gezielt und regt den Knochenaufbau an.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer chronischen Erkrankung kann belastend sein. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie über Ihre Gefühle – zum Beispiel mit Angehörigen, Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Belastung zu groß wird, holen Sie sich Unterstützung, etwa durch eine psychologische Beratungsstelle.
Vorbeugung
Osteoporose lässt sich nicht in allen Fällen vollständig verhindern, aber viele Risikofaktoren können Sie selbst beeinflussen: ausreichend Bewegung, eine kalzium- und vitamin-D-reiche Ernährung, und der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkohol tragen dazu bei, die Knochen stark zu halten.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland gibt es kein standardisiertes Screening für die ganze Bevölkerung. Frauen und Männer ab etwa 50 Jahren mit erhöhtem Risiko – zum Beispiel nach einem Knochenbruch oder bei familiärer Vorbelastung – können mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über eine Knochendichtemessung sprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Knochenbrüche, vor allem an Wirbeln, Hüfte oder Handgelenk, die ohne Behandlung häufiger auftreten
- Chronische Schmerzen und eine zunehmend gebückte Haltung durch zusammengesinterte Wirbelkörper
- Im fortgeschrittenen Stadium eine eingeschränkte Beweglichkeit und weniger Selbstständigkeit im Alltag
Langzeitprognose
Wenn Osteoporose früh erkannt und behandelt wird, lassen sich viele Brüche verhindern. Die meisten Menschen mit Osteoporose können mit einer guten Therapie und einem angepassten Lebensstil lange mobil, selbstständig und schmerzfrei bleiben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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