Herzklopfen: Warten auf die Ergebnisse der Bildgebung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Palpitationen sind das Gefühl, dass Ihr Herz unregelmäßig, zu schnell oder zu stark schlägt. Wenn Ihr Arzt bildgebende Verfahren wie eine Echokardiographie (Ultraschall des Herzens) oder ein Kardio-MRT anordnet, warten Sie auf die Ergebnisse, um die Ursache Ihrer Palpitationen zu finden. Diese Wartezeit kann belastend sein, ist aber ein normaler Teil der Abklärung.
Wichtige Fakten
- Palpitationen sind meist harmlos und verschwinden von selbst.
- Bildgebende Verfahren zeigen die Struktur und Funktion Ihres Herzens.
- Das Warten auf Ergebnisse ist normal – bei Notfallsymptomen aber sofort handeln.
Ja, Palpitationen sind sehr häufig. Die meisten Menschen erleben sie mindestens einmal im Leben.
Palpitationen betreffen Menschen jeden Alters, treten aber häufiger bei Frauen sowie bei Menschen mit Stress, Angst oder bestimmten Herzerkrankungen auf.
Symptome
- Plötzliche und starke Brustschmerzen
- Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- Starke Atemnot, die nicht nachlässt
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Herz völlig außer Kontrolle rast und Sie sich sehr unwohl fühlen
- ⚠Anhaltendes Herzrasen, das länger als einige Minuten anhält
- ⚠Wiederholte Ohnmachtsanfälle oder Beinahe-Ohnmacht
- ⚠Starke Schwindelgefühle, die Sie unsicher machen
- ⚠Schwächegefühl oder das Gefühl, zusammenbrechen zu können
Häufige Symptome
- Herzklopfen oder -pochen in der Brust
- Gefühl, dass das Herz einen Schlag aussetzt oder stolpert
- Schneller oder unregelmäßiger Puls
- Ein flatterndes Gefühl im Hals oder in der Brust
Symptome bei Kindern
- Kinder beschreiben Palpitationen oft als „Herz hüpft“ oder „Brummen im Brustkorb“
- Unruhe oder Angst ohne erkennbaren Grund
- Seltener: Schwindel oder blasses Aussehen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Zusätzlich zu den häufigen Symptomen: Schwindel, Atemnot oder Müdigkeit
- Verstärktes Gefühl von Herzrasen bei Belastung
- Häufiger auch Brustschmerzen oder Ohnmachtsanfälle
Ursachen
Hauptursachen
- Stress, Angst oder Aufregung
- Koffein, Nikotin, Alkohol oder bestimmte Medikamente
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern
- Schilddrüsenüberfunktion (zu viele Schilddrüsenhormone)
- Herzerkrankungen wie Herzklappenfehler oder Herzschwäche
Risikofaktoren
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Bekannte Herzerkrankungen in der Familie
- Hormonelle Veränderungen, z.B. in den Wechseljahren
- Hoher Konsum von koffeinhaltigen Getränken
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Brustschmerzen, Ohnmacht oder starker Atemnot – rufen Sie den Notruf 112.
- Wenn das Herzrasen plötzlich und sehr stark auftritt und nicht von selbst aufhört.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie häufig Palpitationen haben oder sie Sie im Alltag beeinträchtigen.
- Nach einem Ohnmachtsanfall zur weiteren Abklärung.
- Wenn Sie bereits eine Herzerkrankung haben und neue Symptome bemerken.
Diagnose
Ihr Arzt wird zunächst ein Gespräch mit Ihnen führen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Danach werden meist ein EKG (Aufzeichnung der Herzströme) und Bluttests gemacht. Falls nötig, werden bildgebende Verfahren wie eine Echokardiographie (Herzultraschall) oder ein Kardio-MRT (Magnetresonanztomographie) eingesetzt, um die Struktur und Funktion Ihres Herzens genau zu beurteilen.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG (Elektrokardiogramm)
- Langzeit-EKG (tragebares Gerät für 24–48 Stunden)
- Echokardiographie (Ultraschall des Herzens)
- Kardio-MRT (Magnetresonanztomographie des Herzens)
- Belastungs-EKG (EKG unter körperlicher Belastung)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Bildgebung werden Sie gebeten, still zu liegen, während die Geräte Bilder aufnehmen. Die Untersuchung ist schmerzfrei. Die Auswertung der Aufnahmen kann einige Tage dauern. Ihr Arzt wird die Ergebnisse dann mit Ihnen besprechen und die nächsten Schritte erklären.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. In vielen Fällen reicht es aus, Auslöser wie Koffein oder Stress zu vermeiden. Wenn eine Herzrhythmusstörung oder eine andere Erkrankung vorliegt, kann eine gezielte Behandlung notwendig sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Reduzieren Sie Koffein, Nikotin und Alkohol.
- Lernen Sie Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Meditation.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und regelmäßige Pausen.
- Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Auslöser zu erkennen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Medikamente eingesetzt werden, um den Herzrhythmus zu stabilisieren oder Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck zu behandeln. Auch eine sogenannte Katheterablation (Verödung von krankhaftem Herzgewebe) oder die Implantation eines Herzschrittmachers kommen infrage. Ihr Kardiologe wird mit Ihnen die passende Therapie besprechen. Nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Verordnung ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, zum Beispiel bei schweren Herzklappenfehlern oder bestimmten angeborenen Herzfehlern, die nicht anders behandelt werden können.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer genauen Abklärung können Sie in der Regel Ihren Alltag normal fortsetzen. Viele Menschen mit Palpitationen führen ein völlig normales Leben. Es hilft, die eigenen Auslöser zu kennen und darauf zu achten.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige, moderate Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen.
- Vermeiden Sie extremen Sport, solange die Ursache nicht geklärt ist.
- Schaffen Sie sich bewusst Ruhepausen im Alltag.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Lebensweise mit wenig Stress.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und wenig Salz unterstützt Ihr Herz. Leichte Bewegung ist förderlich, aber steigern Sie die Belastung nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sorge um das eigene Herz kann Ängste auslösen und die Palpitationen sogar verstärken. Es ist wichtig, diese Ängste beim Arzt anzusprechen. Bei starker Belastung kann auch eine psychologische Unterstützung helfen.
Vorbeugung
Nicht alle Palpitationen lassen sich verhindern, aber ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko. Dazu gehören Stressvermeidung, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf übermäßigen Koffein- und Alkoholkonsum.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei manchen Herzrhythmusstörungen kann das Risiko für einen Schlaganfall steigen.
- Unbehandelte Herzerkrankungen können zu Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen.
- Schwere Rhythmusstörungen können im seltenen Fall zu einem plötzlichen Herzstillstand führen.
Langzeitprognose
Die meisten Palpitationen sind harmlos. Wenn eine ernste Ursache gefunden wird, ist sie in der Regel gut behandelbar. Mit der richtigen Diagnose und Therapie können die meisten Menschen ein normales, aktives Leben führen. Seien Sie zuversichtlich – Ihr Arzt hilft Ihnen, die Kontrolle zu behalten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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