Herzklopfen: Was Sie beim MRT erwartet
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Palpitationen sind das Gefühl, dass das Herz ungewöhnlich schlägt – zum Beispiel zu schnell, zu langsam, unregelmäßig oder besonders stark. Es fühlt sich an, als ob das Herz ‚stolpert‘ oder ‚rast‘. Eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie) ist ein bildgebendes Verfahren, das ohne Röntgenstrahlen auskommt. Sie kann helfen, die Ursache von Palpitationen zu finden, indem sie die Herzstruktur und -funktion genau darstellt.
Wichtige Fakten
- Palpitationen sind meist harmlos, können aber auf eine Herzerkrankung hinweisen.
- Eine MRT bei Palpitationen ist schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.
- Während der MRT müssen Sie still liegen; die Untersuchung dauert 30–60 Minuten.
- Vor der MRT werden Sie nach Metall im Körper gefragt – das ist wichtig für die Sicherheit.
Ja, fast jeder Mensch hat irgendwann einmal Palpitationen. Die meisten sind harmlos.
Palpitationen können in jedem Alter auftreten, besonders aber bei Menschen mit Stress, Koffeinkonsum oder bestimmten Herzerkrankungen.
Symptome
- Palpitationen mit Brustschmerz oder Druckgefühl
- Plötzliche Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- Starke Atemnot, die nicht weggeht
- Das Gefühl, dass das Herz stehen bleibt oder ganz wild rast (über 150 Schläge pro Minute in Ruhe)
- ⚠Wiederholte Palpitationen, die länger als ein paar Minuten anhalten
- ⚠Palpitationen mit neuem Schwindel oder Benommenheit
- ⚠Palpitationen, die zum ersten Mal nach dem 65. Lebensjahr auftreten
Häufige Symptome
- Das Gefühl, dass das Herz rast oder hämmert
- Aussetzer oder Stolpern des Herzschlags
- Ein unangenehmes Pochen im Brustkorb oder Hals
- Schwindel oder Benommenheit
Symptome bei Kindern
- Kinder beschreiben Palpitationen oft als 'Herzklopfen' oder 'das Herz hüpft'.
- Bei Kindern können Begleiterscheinungen wie Blässe, Schwitzen oder Müdigkeit auftreten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen spüren Palpitationen manchmal weniger deutlich.
- Häufiger treten Schwindel, Atemnot oder Müdigkeit als Hauptsymptome auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Stress, Angst oder Aufregung
- Koffein, Nikotin oder Alkohol
- Starke körperliche Belastung
- Schilddrüsenüberfunktion
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern
- Störungen des Elektrolythaushalts (z. B. zu wenig Kalium)
Risikofaktoren
- Hoher Blutdruck
- Herzerkrankungen in der Familie
- Alter über 60 Jahre
- Übergewicht
- Diabetes
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Palpitationen mit Brustschmerz, Ohnmacht oder Atemnot verbunden sind – rufen Sie sofort 112.
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Herz rast und nicht zur Ruhe kommt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Palpitationen wiederholt auftreten oder Sie sich unsicher fühlen.
- Wenn zusätzlich Schwindel, Müdigkeit oder Kurzatmigkeit auftreten.
Diagnose
Der Arzt bespricht zuerst Ihre Beschwerden und führt eine körperliche Untersuchung durch. Ein EKG (Herzstrommessung) in Ruhe oder unter Belastung kann erste Hinweise geben. Bei unklaren Ursachen wird manchmal eine MRT verordnet, um das Herz genau darzustellen.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG
- Langzeit-EKG (über 24–48 Stunden)
- Belastungs-EKG (auf dem Fahrrad)
- Echokardiographie (Herzultraschall)
- Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei einer MRT des Herzens liegen Sie auf einer Liege, die in die Röhre geschoben wird. Sie müssen möglichst ruhig liegen. Über einen Kopfhörer hören Sie Musik oder Anweisungen. Die Untersuchung dauert etwa 30–60 Minuten. Es kann sein, dass Sie Kontrastmittel über eine Vene bekommen, um die Bilder zu verbessern. Während der gesamten Zeit werden Ihr Herzrhythmus und Ihre Atmung überwacht. Keine Sorge: Die MRT ist schmerzfrei und ungefährlich.
Behandlung
Die Behandlung von Palpitationen richtet sich nach der Ursache. Viele harmlose Formen brauchen keine Behandlung. Bei einer zugrunde liegenden Herzrhythmusstörung kommen je nach Schwere verschiedene Verfahren infrage.
Selbsthilfe zu Hause
- Stress vermeiden und Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga üben
- Koffein, Nicotin und Alkohol reduzieren
- Ausreichend schlafen und auf eine gesunde Ernährung achten
- Bei Bedarf körperliche Aktivität anpassen – nicht überfordern
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann bei Bedarf Medikamente verschreiben, um den Herzrhythmus zu stabilisieren (sogenannte Antiarrhythmika), oder eine sogenannte Katheterablation vorschlagen, bei der über einen Katheter das krankhafte Gewebe im Herzen verödet wird. Eine genaue Anpassung der Behandlung erfolgt immer individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten nötig. In manchen Fällen kann ein Herzschrittmacher oder ein implantierbarer Defibrillator eingesetzt werden, wenn lebensbedrohliche Rhythmusstörungen vorliegen.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit gelegentlichen Palpitationen führen ein völlig normales Leben. Wichtig ist, auf Warnsignale des Körpers zu achten und bei neuen oder verstärkten Symptomen den Arzt aufzusuchen.
Tipps für den Alltag
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Palpitationen (wann, wie lange, was Sie gerade gemacht haben).
- Vermeiden Sie Auslöser wie zu viel Kaffee oder Schlafmangel.
- Bewegen Sie sich regelmäßig – aber hören Sie auf Ihren Körper.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten unterstützt die Herzgesundheit. Moderate Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren ist in der Regel gut verträglich. Extreme Belastung sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Palpitationen können Angst machen und zu ständiger Besorgnis führen. Das ist normal. Ein offenes Gespräch mit dem Arzt hilft, Ängste zu nehmen. Wenn die Belastung groß ist, kann eine psychologische Begleitung sinnvoll sein.
Vorbeugung
Nicht alle Palpitationen sind vermeidbar, aber ein herzgesunder Lebensstil senkt das Risiko. Dazu gehören Nichtrauchen, wenig Alkohol, ausreichend Bewegung und Stressabbau.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt, etwa alle 2 Jahre, helfen, Risikofaktoren wie Bluthochdruck früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung nicht erkannt wird, kann das Risiko für Schlaganfall oder Herzschwäche steigen.
- In seltenen Fällen können anhaltende Rhythmusstörungen zu Bewusstlosigkeit oder Herzstillstand führen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Palpitationen sind harmlos und verschwinden von selbst. Auch bei ernsteren Ursachen gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten, die ein normales Leben ermöglichen. Mit der richtigen Diagnostik und Behandlung ist die Prognose meist sehr gut.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.