PCOS im Ultraschall verstehen: Symptome und Diagnose
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) ist eine häufige Hormonstörung bei Frauen. Dabei bilden sich in den Eierstöcken viele kleine, flüssigkeitsgefüllte Bläschen (Follikel). Der Name klingt nach Zysten, aber diese Follikel sind keine gefährlichen Zysten. Sie führen jedoch dazu, dass der Eisprung unregelmäßig oder gar nicht stattfindet.
Wichtige Fakten
- PCOS ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei Frauen im gebärfähigen Alter.
- Die Diagnose wird aus Symptomen, Blutwerten und Ultraschall zusammen gestellt.
- Ein auffälliger Ultraschall allein bedeutet nicht, dass Sie PCOS haben.
- Eine gesunde Lebensweise mit Bewegung und ausgewogener Ernährung lindert die Beschwerden oft deutlich.
Ja, PCOS ist keine seltene Erkrankung. Schätzungsweise 5 bis 10 von 100 Frauen im gebärfähigen Alter sind betroffen.
PCOS betrifft Mädchen und Frauen etwa vom Teenageralter bis zu den Wechseljahren. Auch Frauen mit Kinderwunsch sind häufig betroffen.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen im Unterleib
- Ohnmacht oder Kreislaufkollaps
- Sehr starke Blutungen, bei denen Sie in kurzer Zeit viele Binden verlieren
- ⚠Fieber zusammen mit Unterleibsschmerzen
- ⚠Starke Blutungen, die länger als eine Woche anhalten
- ⚠Nicht nachlassende Schmerzen im Beckenbereich
Häufige Symptome
- Unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutungen
- Lange Zyklen oder sehr starke Blutungen
- Akne, fettige Haut oder fettiges Haar
- Übermäßiger Haarwuchs im Gesicht, auf der Brust oder am Bauch
- Lichter werdendes Haar am Kopf
- Schwierigkeiten, schwanger zu werden
- Gewichtszunahme, besonders um die Taille
Symptome bei Kindern
- Bei Mädchen nach der ersten Regelblutung können unregelmäßige Zyklen auftreten, die nicht zu einem regelmäßigen Muster finden.
- Starke Akne und übermäßige Behaarung können erste Anzeichen sein.
- Auch Übergewicht im Jugendalter ist ein möglicher Hinweis.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- In den Wechseljahren werden die Zyklusprobleme meist weniger wichtig, weil die Regel ohnehin aufhört.
- Dafür rücken Stoffwechselprobleme in den Vordergrund, wie ein erhöhter Blutzucker oder erhöhter Blutdruck.
- Auch frühere Beschwerden wie Haarwuchs können bestehen bleiben.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache von PCOS ist noch nicht vollständig geklärt.
- Eine wichtige Rolle spielt eine Insulinresistenz: Die Zellen sprechen nicht mehr gut auf das Hormon Insulin an, was den Blutzucker beeinflusst und die Hormonproduktion anregt.
- Auch eine leichte Entzündungsneigung, erbliche Faktoren und eine erhöhte Produktion von männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) sind beteiligt.
Risikofaktoren
- Übergewicht (Adipositas)
- Vorerkrankungen wie Diabetes in der Familie
- Bewegungsmangel und stark zuckerhaltige Ernährung
- Erbliche Vorbelastung (z. B. Mutter oder Schwester mit PCOS)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke oder anhaltende Schmerzen im Unterleib
- Sehr starke Blutungen oder Fieber
- Wenn Sie plötzlich ohnmächtig werden oder das Gefühl haben, schwer krank zu sein
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Monatsblutung länger als 35 Tage ausbleibt oder unregelmäßig ist
- Wenn Akne, übermäßiger Haarwuchs oder Haarausfall neu auftreten
- Wenn Sie sich Sorgen wegen Ihres Zyklus oder Ihres Kinderwunsches machen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose PCOS, wenn von drei Kriterien mindestens zwei erfüllt sind: unregelmäßige oder ausbleibende Zyklen, Zeichen erhöhter männlicher Hormone (im Blut oder an Hauterscheinungen wie Akne) und ein auffälliger Ultraschall mit vielen kleinen Follikeln in den Eierstöcken. Die Untersuchungen folgen den Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland (AWMF).
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden und Ihre Krankengeschichte
- Gynäkologische Untersuchung
- Ultraschall der Eierstöcke, meist mit einer Vaginalsonde
- Blutuntersuchungen: Hormone wie Testosteron, LH und FSH, Blutzucker und Insulinwerte
- Bei Kinderwunsch kann ergänzend die Eileiterfunktion geprüft werden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der wichtigste bildgebende Test ist der Ultraschall. Er dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel schmerzfrei. Die Ärztin oder der Arzt zählt die Follikel und misst das Eierstockvolumen. Danach bespricht sie oder er das Ergebnis mit Ihnen. Ein einzelner Ultraschallbefund führt aber nicht automatisch zur Diagnose.
Behandlung
Die Behandlung von PCOS richtet sich danach, was Sie gerade brauchen: eine Regulation der Monatsblutung, eine Verbesserung von Hautproblemen oder eine Unterstützung bei Kinderwunsch. In jedem Fall sind eine gesunde Ernährung, Bewegung und Gewichtsnormalisierung wichtige Grundlagen.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung einplanen – am besten an den meisten Tagen 30 Minuten
- Auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkorn achten
- Zuckerhaltige Getränke und stark verarbeitete Lebensmittel reduzieren
- Stress reduzieren durch Entspannungsübungen oder ausreichend Schlaf
- Ein gesundes Körpergewicht anstreben – schon 5 Prozent weniger können den Zyklus verbessern
Medizinische Behandlungen
Je nach Beschwerdebild kann die Ärztin oder der Arzt Medikamente verschreiben, die den Zyklus regulieren, den Haarwuchs mildern oder den Blutzucker verbessern. Auch bei Kinderwunsch gibt es Medikamente oder Hormonbehandlungen, die den Eisprung fördern. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Praxis beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei PCOS nur selten notwendig. In bestimmten Fällen kann ein kleiner Eingriff an den Eierstöcken (Laserbehandlung oder Bohren, genannt Ovarian Drilling) den Eisprung fördern, wenn Medikamente nicht helfen. Diese Möglichkeit wird erst nach gründlicher Abklärung und Beratung in Betracht gezogen.
Leben mit der Erkrankung
PCOS begleitet Sie oft über viele Jahre. Das kann belastend sein, aber mit einer guten Arztbegleitung und einem aktiven, gesunden Lebensstil lassen sich die meisten Beschwerden deutlich bessern. Nehmen Sie sich Zeit, um auf Ihren Körper zu hören.
Tipps für den Alltag
- Bewegung fest in den Alltag einbauen – auch kleine Spaziergänge sind gut
- Genug schlafen und Stress vermeiden
- Nicht rauchen und Alkohol nur in Maßen genießen
- Regelmäßige Kontrolltermine bei der Gynäkologin oder beim Gynäkologen wahrnehmen
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine Ernährung mit vielen Ballaststoffen, magerem Eiweiß und ungesättigten Fetten. Das hält den Blutzucker stabil. Kombinieren Sie Ausdauertraining wie Walken oder Radfahren mit kleinen Krafteinheiten – das verbessert die Insulinwirkung und kann den Hormonspiegel ausgleichen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PCOS kann das Selbstwertgefühl stark beeinflussen: Akne, unerwünschter Haarwuchs und das vielleicht unerfüllte Wort Kinderwunsch können sehr belasten. Diese Sorgen sind ernst zu nehmen. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und scheuen Sie sich nicht, auch psychologische Unterstützung zu suchen.
Vorbeugung
PCOS lässt sich nicht immer verhindern, weil die Veranlagung zum Teil erblich ist. Sie können aber selbst viel tun, um schwere Verläufe zu vermeiden: Ein normales Körpergewicht, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung verringern das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mildern die PCOS-Beschwerden.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen PCOS. Wichtig sind die allgemeinen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), insbesondere für Frauen im gebärfähigen Alter.
Früherkennungsprogramme
Bei PCOS sind regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten empfehlenswert, da das Risiko für Stoffwechselstörungen erhöht ist. Welche Kontrollen für Sie sinnvoll sind, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufigere Zyklen ohne Eisprung können die Fruchtbarkeit erschweren.
- Ein lang andauerndes Ungleichgewicht der Hormone kann das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
- Sehr seltene Monatsblutungen können das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut verändern.
- Auch eine Neigung zu Stimmungsschwankungen und depressiven Verstimmungen ist möglich.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: PCOS ist gut behandelbar. Viele Frauen kommen mit einem gesunden Lebensstil und der passenden Unterstützung gut zurecht. Auch mit Kinderwunsch gibt es sehr gute Möglichkeiten, den Eisprung zu fördern. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten – Sie sind nicht allein.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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