Röntgen des Beckens: Einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Röntgenuntersuchung des Beckens ist ein schnelles und schmerzfreies Verfahren, um die Knochen im Beckenbereich sichtbar zu machen. Mit Röntgenstrahlen erstellt der Arzt ein Bild, das zum Beispiel Brüche, Verschleiß oder andere Veränderungen der Knochen erkennen lässt.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
- Die Strahlenbelastung ist gering und für die meisten Menschen unbedenklich.
- Sie liegen während der Aufnahme auf einem Röntgentisch, das Becken wird von oben fotografiert.
- Sie müssen sich nicht auf die Untersuchung vorbereiten und können danach direkt nach Hause gehen.
Ja, eine Röntgenaufnahme des Beckens gehört zu den häufigsten Untersuchungen in der Notfall- und Orthopädiediagnostik – vor allem nach Stürzen oder bei Hüftschmerzen.
Die Untersuchung wird bei Menschen jeden Alters durchgeführt. Besonders häufig sind ältere Erwachsene nach einem Sturz betroffen, aber auch jüngere Menschen nach Sportverletzungen oder Unfällen.
Symptome
- Starke Schmerzen nach einem schweren Unfall oder Sturz
- Sie können das Bein nicht mehr bewegen oder das Becken nicht belasten
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Beinen
- Anzeichen eines Schocks, zum Beispiel kalter Schweiß, blasse Haut oder ein schneller Puls – rufen Sie in diesem Fall sofort die 112.
- ⚠Schmerzen, die beim Gehen nicht nachlassen oder immer stärker werden
- ⚠Fieber zusammen mit Schmerzen im Becken oder in der Hüfte
- ⚠Nach einem Sturz, wenn Sie sich vor Schmerzen kaum bewegen können
Häufige Symptome
- Schmerzen in der Hüfte, Leiste oder im unteren Rücken
- Schmerzen nach einem Sturz oder Aufprall
- Schwierigkeiten beim Stehen oder Gehen
- Schwellung oder Bluterguss im Bereich des Beckens
Symptome bei Kindern
- Humpeln ohne erkennbaren Grund
- Schmerzen beim Laufen oder Springen
- Klagen über Schmerzen im Gesäß oder in der Leistengegend
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Sturz auf die Hüfte mit Schmerzen
- Plötzliche Schmerzen im Becken, die ohne erkennbare Ursache auftreten
- Schwierigkeiten beim Aufstehen aus dem Sitzen
Ursachen
Hauptursachen
- Knochenbrüche im Bereich des Beckens (Beckenfrakturen)
- Verschleiß des Hüftgelenks (Arthrose)
- Entzündungen der Knochen oder Gelenke
- Gutartige oder bösartige Knochentumore, auch Metastasen anderer Tumore
Risikofaktoren
- Osteoporose, also verminderte Knochendichte
- Alter über 65 Jahre
- Sportarten mit hohem Sturzrisiko, zum Beispiel Reiten oder Skifahren
- Unfälle im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach einem Sturz oder Unfall starke Schmerzen im Becken haben
- Wenn Sie das Bein nicht mehr anheben oder auftreten können
- Wenn Sie Taubheitsgefühle in den Beinen bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Schmerzen in Hüfte oder Leiste länger als ein bis zwei Wochen anhalten
- Wenn Sie beim Gehen unsicher sind oder hinken, ohne die Ursache zu kennen
Diagnose
Die Röntgenaufnahme des Beckens wird in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus durchgeführt. Sie erhalten eine Bleischürze zum Schutz, und die Aufnahme wird von einer Röntgenassistentin oder einem Röntgenassistenten gemacht. Der Arzt wertet das Bild anschließend aus und bespricht das Ergebnis mit Ihnen.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenübersicht des Beckens
- Bei Bedarf Aufnahmen in schräger Sicht oder spezielle Hüftaufnahmen
- Zusätzlich können Ultraschall oder Magnetresonanztomographie (MRT) nötig sein, um Muskeln, Sehnen oder Organe zu beurteilen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie müssen während der Untersuchung ruhig liegen, so wie es die medizinische Fachkraft anleitet. Die Untersuchung selbst dauert nur wenige Minuten. Ein leichtes Druckgefühl beim Anlegen des Geräts kann auftreten, ist aber nicht schmerzhaft. Ihr Arzt orientiert sich bei der Beurteilung an den aktuellen Leitlinien, zum Beispiel der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Befund. Ist alles in Ordnung, brauchen Sie keine weitere Behandlung. Bei einem Bruch oder einer Gelenkerkrankung entscheidet der Arzt gemeinsam mit Ihnen über die geeignete Therapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Gönnen Sie sich nach der Untersuchung einen ruhigen Moment – die Röntgenstrahlen haben keine Nachwirkung.
- Bei Schwellungen können Sie die Stelle kühlen, aber nur auf Anweisung Ihres Arztes.
- Wenn Ihnen der Arzt Gehstützen empfiehlt, nutzen Sie diese, bis Sie wieder sicher laufen können.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente verordnen – aber nur nach genauer Absprache und nicht ohne Rezept. Auch Krankengymnastik, Injektionen in das Gelenk oder andere Therapien können Teil einer Behandlung sein. Fragen Sie Ihren Arzt nach den für Sie passenden Optionen; wir nennen hier bewusst keine Namen von Medikamenten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist meist nur dann nötig, wenn ein Beckenbruch stark verschoben ist, die Stabilität des Beckens nicht mehr gewährleistet ist oder Nerven verletzt wurden. Ob eine Operation in Frage kommt, entscheidet die Unfallchirurgin oder der Unfallchirurg.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Röntgenaufnahme des Beckens können Sie Ihren Alltag normal fortsetzen. Die Untersuchung selbst hat keinen Einfluss auf Ihre Gesundheit. Falls das Ergebnis eine Erkrankung zeigt, besprechen Sie mit Ihrem Arzt die nächsten Schritte.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine stabile Muskulatur rund um das Becken – zum Beispiel durch regelmäßige Spaziergänge oder Übungen, die Ihr Physiotherapeut empfiehlt.
- Reduzieren Sie Sturzrisiken zu Hause: Entfernen Sie lose Teppiche, führen Sie Kabel, die im Weg liegen, oder installieren Sie Haltegriffe im Bad.
- Gönnen Sie sich bei Schmerzen Ruhe, aber versuchen Sie, in Absprache mit dem Arzt in Bewegung zu bleiben.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Milchprodukten, grünem Gemüse und ausreichend Vitamin D unterstützt die Knochengesundheit. Auch eiweißreiche Lebensmittel können helfen, die Muskulatur zu erhalten. Welche Bewegung für Sie gut ist, hängt von Ihrem Befund ab – lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten beraten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Röntgenuntersuchung ist in der Regel schnell überstanden. Die Sorge um das Ergebnis kann trotzdem belasten. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Sorgen offen anzusprechen. Ihr Arzt ist dafür da, Ihnen Ängste zu nehmen.
Vorbeugung
Sie können nicht verhindern, dass im Einzelfall eine Röntgenaufnahme nötig wird. Sie können aber das Risiko für Knochenbrüche senken, indem Sie auf eine gute Knochengesundheit achten, Stürze vermeiden und sich regelmäßig bewegen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein nicht erkannter Beckenbruch kann zu einer schlechten Heilung mit Fehlstellung führen.
- Dauerhafte Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit sind möglich.
- Wenn Nerven verletzt sind und nicht behandelt werden, drohen langfristige Störungen der Blasen- oder Darmfunktion.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die meisten Erkrankungen des Beckens, die per Röntgen entdeckt werden, lassen sich gut behandeln. Brüche heilen bei richtiger Behandlung in der Regel vollständig. Auch bei Arthrose gibt es wirksame Therapien, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu erhalten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.