Pleuritis (Brustfellentzündung) – Was Sie bei einer MRT-Untersuchung erwartet
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Pleuritis ist eine Entzündung des Brustfells, der dünnen Haut, die die Lunge und die Innenseite des Brustkorbs auskleidet. Diese Entzündung verursacht meist stechende Schmerzen beim Atmen, Husten oder Niesen.
Wichtige Fakten
- Pleuritis kann durch Viren, Bakterien oder andere Erkrankungen wie Lungenentzündung oder Rheuma ausgelöst werden.
- Eine MRT (Magnetresonanztomographie) ist eine schmerzfreie Bildgebung, die mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen detaillierte Bilder der Brust erstellt.
- Bei einer Pleuritis wird die MRT oft eingesetzt, wenn andere Untersuchungen (wie Röntgen oder CT) nicht genügend Klarheit bringen oder wenn bestimmte Begleiterkrankungen vermutet werden.
Pleuritis kommt relativ häufig vor – besonders als Begleiterscheinung einer Lungenentzündung. In Deutschland treten jedes Jahr etwa 0,5 % der Bevölkerung eine Pleuritis auf (geschätzt).
Die Erkrankung kann Menschen jeden Alters betreffen, tritt aber häufiger bei Erwachsenen mit Lungenentzündung, Autoimmunerkrankungen (z. B. Lupus) oder nach Operationen am Brustkorb auf.
Symptome
- Plötzliche, starke Brustschmerzen, die nicht nachlassen
- Atemnot, die sich schnell verschlechtert
- Bluthusten (Husten von Blut oder blutigem Schleim)
- Wenn Sie sich ohnmächtig fühlen oder das Bewusstsein verlieren – rufen Sie sofort den Notruf 112 an!
- ⚠Fieber über 39 °C, das nach der Einnahme von fiebersenkenden Mitteln nicht sinkt
- ⚠Schmerzen, die Sie am Schlafen oder Essen hindern
- ⚠Schnelle oder flache Atmung, ohne dass die Schmerzen besser werden
Häufige Symptome
- Stechende oder ziehende Brustschmerzen, die bei tiefem Einatmen, Husten oder Niesen schlimmer werden
- Fieber und Schüttelfrost (vor allem bei bakterieller Ursache)
- Husten (oft trocken oder mit wenig Auswurf)
- Kurzatmigkeit oder das Gefühl, nicht tief durchatmen zu können
- Allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zeigen sich die Schmerzen oft eher im Bauch als in der Brust
- Kinder können unruhig sein und die Atmung flach halten
- Fieber und Appetitlosigkeit sind häufig
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft weniger ausgeprägte Schmerzen, dafür aber verstärkte Kurzatmigkeit
- Verwirrtheit oder Verschlechterung des Allgemeinzustands kann das Hauptsymptom sein
- Oft wird eine Pleuritis bei älteren Menschen erst spät erkannt, weil sie die Beschwerden runterspielen
Ursachen
Hauptursachen
- Viren (z. B. Grippe- oder Erkältungsviren)
- Bakterien (häufig im Rahmen einer Lungenentzündung – Pneumokokken sind die häufigsten Erreger)
- Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis
- Lungenembolie (ein Blutgerinnsel in der Lunge)
- Brustkorbverletzungen oder Operationen
- Seltener: Tumore (z. B. Lungenkrebs, Brustfellkrebs)
Risikofaktoren
- Lungenentzündung (Pneumonie) in der Vorgeschichte
- Vorbestehende Autoimmunerkrankungen
- Operationen am Brustkorb oder an der Lunge
- Rauchen (erhöht das Risiko für Lungenentzündung und andere Erkrankungen)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch HIV, Chemotherapie oder Medikamente)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie stechende Brustschmerzen beim Atmen haben, die nicht weggehen
- Wenn Sie Fieber über 38,5 °C und gleichzeitig Atemnot haben
- Wenn ein Partner oder Sie selbst bemerken, dass die Atmung flach oder schnell wird
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie nach einer Erkältung oder Grippe länger als eine Woche Schmerzen beim Atmen haben
- Wenn die Symptome kommen und gehen, aber immer wieder auftreten
Diagnose
Die Diagnose einer Pleuritis wird in der Regel durch die Anamnese (Befragen nach Symptomen) und die körperliche Untersuchung (Abhören der Lunge mit dem Stethoskop) gestellt. Zur Bestätigung und zum Ausschluss anderer Ursachen werden bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT eingesetzt.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung (Entzündungszeichen wie CRP, Blutbild)
- Röntgenaufnahme der Brust (Thorax-Röntgen)
- Ultraschall der Brust (Thorax-Sonografie) – besonders gut, um Flüssigkeit zwischen den Brustfellblättern zu sehen
- CT (Computertomografie) – liefert noch genauere Bilder als Röntgen
- MRT (Magnetresonanztomografie) – wird seltener eingesetzt, aber dann, wenn die CT nicht ausreicht oder Strahlung vermieden werden soll (z. B. bei Schwangeren oder Kindern)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der MRT-Untersuchung für die Pleuritis erwartet Sie Folgendes: Sie werden auf eine Liege gelegt, die in die Röhre (Magnettunnel) geschoben wird. Die Untersuchung dauert etwa 20 bis 40 Minuten. Während der Aufnahmen hören Sie laute, klopfende oder summende Geräusche – dafür erhalten Sie meist Ohrstöpsel oder Kopfhörer. Es ist wichtig, während der Aufnahme möglichst still und ruhig zu atmen. Sie können jederzeit über eine Sprechanlage mit dem medizinischen Personal sprechen. Wenn Sie Angst vor engen Räumen haben (Klaustrophobie), sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt – es gibt beruhigende Medikamente oder offene MRT-Geräte. Vor der Untersuchung müssen Sie alle metallischen Gegenstände (Schmuck, Gürtel, Schlüssel, Handy) ablegen. Informieren Sie das Personal, wenn Sie Implantate wie Herzschrittmacher, Cochlea-Implantat oder metallische Splitter im Körper haben.
Behandlung
Die Behandlung der Pleuritis richtet sich nach der Ursache. Steht eine bakterielle Infektion im Mittelpunkt, werden Antibiotika eingesetzt. Bei viralen Ursachen stehen Schmerzlinderung und Ruhe im Vordergrund. Bei entzündlichen Erkrankungen (z. B. Lupus) kommen entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. In seltenen Fällen, wenn sich Flüssigkeit ansammelt (Pleuraerguss), kann eine Punktion (Abtropfen der Flüssigkeit mit einer Nadel) nötig sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich – vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten, bis die Schmerzen nachlassen
- Legen Sie Wärme (z. B. ein Kirschkernkissen) auf den schmerzenden Bereich – das kann die Muskeln entspannen, aber nicht bei Fieber anwenden
- Trinken Sie ausreichend – Wasser oder Kräutertee, um den Körper zu unterstützen
- Atmen Sie tief durch, sobald die Schmerzen es zulassen – das beugt Lungenproblemen vor
- Vermeiden Sie Rauchen und Passivrauchen – reizen die Atemwege zusätzlich
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst in der Regel Schmerzmittel (wie Ibuprofen oder Paracetamol – in Abstimmung mit dem Arzt) sowie entzündungshemmende Mittel. Bei bakterieller Ursache werden Antibiotika gegeben, die der Arzt nach Abstrich oder Blutkultur auswählt. Bei starken Schmerzen oder Atemnot kann eine längere Behandlung im Krankenhaus nötig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur sehr selten: Wenn sich Eiter im Brustfellraum ansammelt (Pleuraempyem) oder der Flüssigkeitserguss immer wieder kommt, kann ein kleiner Eingriff nötig werden – eine Drainage (Schlauch) oder eine Operation zur Entfernung der entzündeten Haut (Dekortikation). Ihr Arzt wird dies nur empfehlen, wenn andere Maßnahmen nicht helfen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Pleuritis fühlen Sie sich oft noch Wochen müde. Gehen Sie es langsam an und steigern Sie Ihre Aktivitäten allmählich. Planen Sie tägliche Ruhepausen ein. Die Schmerzen lassen in der Regel innerhalb weniger Tage nach, aber das Endgefühl der Genesung kann 4 bis 6 Wochen dauern.
Tipps für den Alltag
- Hören Sie auf zu rauchen – das ist das Wichtigste für die Lungengesundheit
- Vermeiden Sie enge Kleidung, die auf den Brustkorb drückt
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper, wenn das Atmen im Liegen unangenehm ist
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Immunabwehr. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist förderlich, sobald die akuten Schmerzen vorbei sind. Vermeiden Sie Sport mit Anstrengung (z. B. Joggen) für etwa 2 bis 4 Wochen – fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie wieder starten können.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Pleuritis kann sehr schmerzhaft sein und mit Angst vor dem nächsten Atemzug verbunden sein. Das ist belastend. Machen Sie sich bewusst, dass die Schmerzen mit der Behandlung nachlassen. Wenn die Angst anhält oder Sie sich niedergeschlagen fühlen, scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle zu sprechen. Bei akuten Krisen steht Ihnen die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) rund um die Uhr zur Verfügung.
Vorbeugung
Nicht immer, aber das Risiko lässt sich senken: Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen (das schützt vor Lungenentzündung, einer häufigen Ursache), waschen Sie regelmäßig die Hände, und vermeiden Sie engen Kontakt mit erkälteten Personen. Wenn Sie rauchen, ist der Rauchstopp der beste Schritt.
Impfungen
Ja: Die Grippeimpfung (jährlich) und die Pneumokokkenimpfung werden für Risikogruppen (ältere Menschen, chronisch Kranke) empfohlen. Fragen Sie Ihren Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine Routine-Screening auf Pleuritis. Die Diagnose erfolgt gezielt bei Symptomen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Pleuraerguss (Flüssigkeitsansammlung zwischen den Brustfellblättern) – kann die Lunge einengen und Atemnot verstärken
- Pleuraempyem (Eiteransammlung) – erfordert eine Drainage oder Operation
- Vernarbung und Verklebung des Brustfells (Pleuraschwielen) – kann zu dauerhaften Einschränkungen der Atmung führen
- Blutvergiftung (Sepsis) – selten, aber lebensbedrohlich
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit Pleuritis erholen sich vollständig, wenn die Ursache behandelt wird. Bei rechtzeitiger Therapie sind Komplikationen selten. Auch nach einer Pleuritis können Sie wieder normal atmen und Sport treiben. Die Heilung kann einige Wochen dauern – seien Sie geduldig mit sich.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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