PMS-Röntgen verständlich erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PMS steht für ‚prämenstruelles Syndrom‘ – das ist eine Gruppe von Beschwerden, die bei manchen Frauen in den Tagen vor der Monatsblutung auftreten. „PMS-Röntgen“ ist kein medizinisches Standardverfahren. Eine Röntgenaufnahme kann PMS nicht sichtbar machen und wird in der Regel auch nicht angefertigt, um PMS zu diagnostizieren. Dieser Artikel erklärt, was PMS ist, wie es diagnostiziert wird und warum Röntgen bei PMS unnötig ist.
Wichtige Fakten
- PMS tritt meist in der zweiten Hälfte des Zyklus auf und bessert sich mit Beginn der Periode.
- Die Diagnose von PMS basiert auf typischen Beschwerden im Verlauf – nicht auf einem Röntgenbild.
- Eine Röntgenaufnahme des Bauches oder Beckens zeigt keine PMS-Ursachen und wird dafür nicht eingesetzt.
- Sollte eine Röntgenuntersuchung doch einmal verordnet werden, hat das meist einen anderen Grund, z. B. zur Abklärung anderer Erkrankungen.
PMS ist häufig: Etwa 70–90 % aller Frauen im gebärfähigen Alter geben an, vor der Periode milde, körperliche oder psychische Beschwerden zu spüren. Eine starke Ausprägung mit erheblicher Belastung (prämenstruelle dysphorische Störung, PMDS) kommt bei etwa 3–8 % vor.
Betroffen sind vor allem Frauen im gebärfähigen Alter, typischerweise zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. PMS kann aber auch bei Mädchen nach der ersten Regelblutung auftreten.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen im Bauch oder Becken, die nicht nachlassen
- Starke vaginale Blutungen, die nicht aufhören
- Ohnmacht oder Kreislaufkollaps
- Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid – sofort den Notruf 112 wählen oder die nächste psychiatrische Notaufnahme aufsuchen
- ⚠Anhaltende starke psychische Symptome wie Hoffnungslosigkeit, Ängste oder depressive Verstimmung
- ⚠Schmerzen, die sich von typischen Periodenschmerzen deutlich unterscheiden
- ⚠Fieber, Übelkeit oder Erbrechen zusätzlich zu PMS-Beschwerden
Häufige Symptome
- Stimmungsschwankungen, Gereiztheit
- Spannungs- oder Schweregefühl in den Brüsten
- Unterleibsschmerzen, Bauchkrämpfe
- Kopfschmerzen
- Wassereinlagerungen, Völlegefühl, Gewichtszunahme
- Müdigkeit, Schlafstörungen
- Heißhunger oder Essgelüste
Symptome bei Kindern
- Bei Mädchen im Teenageralter ähneln die Symptome denen Erwachsener, oft kommen noch Stimmungsschwankungen und Schulprobleme hinzu.
- Röntgenaufnahmen sind zur Abklärung dieser Beschwerden bei Mädchen nicht nötig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- In der Übergangsphase zu den Wechseljahren können PMS-artige Beschwerden verstärkt auftreten.
- Auch bei Frauen über 50 können einzelne Symptome wie Kopfschmerzen oder Brustspannen bestehen, jedoch verändert sich das Beschwerdebild.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen Hormonschwankungen (Abfall von Östrogen und Progesteron) in der zweiten Zyklushälfte eine Rolle.
- Auch Botenstoffe im Gehirn (z. B. Serotonin) werden beeinflusst, was die Stimmung verändert.
- Psyche und Stress können die Beschwerden verstärken.
Risikofaktoren
- Stress, Schlafmangel
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Rauchen
- Ernährungsfaktoren (z. B. viel Zucker, Salz, Koffein)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn PMS-Beschwerden den Alltag stark beeinträchtigen und nicht mehr selbst zu bewältigen sind.
- Bei anhaltenden psychischen Symptomen wie Hoffnungslosigkeit, Angst oder depressiver Verstimmung.
- Wenn Sie unter 18 oder über 40 sind und eine plötzliche Veränderung der Beschwerden bemerken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig Beschwerden haben, die vor Ihrer Periode auftreten und den Alltag beeinflussen.
- Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Beschwerden mit PMS zusammenhängen oder eher eine andere Ursache haben könnten.
Diagnose
Die Diagnose von PMS wird in erster Linie durch ein Beschwerdetagebuch gestellt. Sie führen über mindestens zwei Monate einen Zykluskalender und notieren, wann welche Symptome auftreten. Besteht ein deutlicher Zusammenhang mit der zweiten Zyklushälfte, spricht das für PMS. Zusätzlich kann der Arzt andere Ursachen ausschließen. Eine Röntgenaufnahme ist für die PMS-Diagnose nicht erforderlich.
Mögliche Untersuchungen
- Ein ausführliches Gespräch (Anamnese)
- Das Führen eines Symptomtagebuchs über mindestens zwei Menstruationszyklen
- Gegebenenfalls Blutuntersuchungen, um Schilddrüsenfunktion oder Eisenmangel zu prüfen
- Bei bestimmten Anzeichen auch Ultraschall, um zyklusabhängige Veränderungen oder andere Erkrankungen wie Zysten auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihr Arzt wird mit Ihnen über Ihre Beschwerden sprechen und Sie bitten, ein Tagebuch zu führen. In der Regel sind ein Gespräch und eine körperliche Untersuchung ausreichend. Lassen Sie sich nicht zu unnötigen Röntgenbildern überreden – diese sind bei PMS ohne berechtigten Grund nicht sinnvoll und meist nicht aussagekräftig.
Behandlung
Die Behandlung von PMS richtet sich nach der Art und Schwere der Beschwerden. Im Vordergrund stehen Änderungen des Lebensstils und, falls nötig, nicht-medikamentöse Verfahren. Entspannungsverfahren, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können viel bewirken. In manchen Fällen verschreibt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt geeignete Arzneimittel – sprechen Sie darüber mit Ihrer medizinischen Fachperson.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige körperliche Bewegung, z. B. Ausdauersport, baut Stress ab und lindert Krämpfe.
- Schlafhygiene: fester Schlafrhythmus, ausreichend Schlaf.
- Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelentspannung.
- Wärmeanwendungen (z. B. eine Wärmflasche oder ein warmes Bad) können Unterleibsschmerzen lindern.
- Ernährung: Verzicht auf zu viel Salz, Zucker und Koffein; stattdessen mehr Vollkorn, Obst und Gemüse.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Medikamente und Therapiekonzepte, die bei PMS helfen können – beispielsweise Präparate mit Vitaminen, Mineralstoffen oder Hormonen. Welches Vorgehen für Sie geeignet ist, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Bitte fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztlichen Rat ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei typischem PMS nicht nötig. Nur in sehr schweren, seltenen Fällen eines ausgeprägten Syndroms, wenn andere Maßnahmen versagen, könnte eine hormonelle oder gegebenenfalls operative Behandlung besprochen werden – sprechen Sie dazu mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen.
Leben mit der Erkrankung
Akzeptieren Sie Ihren Zyklus und planen Sie in den Tagen vor der Periode bewusst Pausen ein. Achten Sie auf einen selbstfürsorglichen Umgang mit sich selbst. Nicht jeder Tag ist gleich – geben Sie sich Raum.
Tipps für den Alltag
- Bewegung in den Alltag integrieren (z. B. täglich 20 Minuten gehen).
- Koffein, Alkohol und Nikotin reduzieren.
- Regelmäßige Mahlzeiten mit viel Ballaststoffen.
- Positive soziale Kontakte pflegen.
- Entspannungsübungen in den Tagesablauf einbauen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sowie weniger Salz kann Wassereinlagerungen entgegenwirken. Ausdauertraining wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren verbessert die Stimmung und mindert Krämpfe.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PMS kann die Stimmung erheblich beeinflussen – das ist eine echte Belastung. Wenn Sie sich niedergeschlagen, ängstlich oder hoffnungslos fühlen, ist das ernst zu nehmen. Sprechen Sie nicht nur mit Ihrem Arzt, sondern auch mit vertrauten Personen. Sollten Gedanken an Suizid aufkommen, suchen Sie sofort Hilfe – zum Beispiel über die Telefonseelsorge oder ärztliche Notdienste.
Vorbeugung
Da die genaue Ursache nicht bekannt ist, lässt sich PMS nicht vollständig verhindern. Ein gesunder Lebensstil kann jedoch das Auftreten und die Stärke der Beschwerden vermindern.
Impfungen
Es existiert keine Schutzimpfung gegen PMS.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening zur Früherkennung von PMS. Gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen sind dennoch wichtig, um andere Erkrankungen auszuschließen.
Komplikationen
Unbehandelt
- PMS belastet die Lebensqualität, insbesondere die psychische Gesundheit.
- Bei starken Beschwerden kann eine ausgeprägte Form (PMDS) zu Depressionen und Ängsten führen.
- Unbehandelt können sich Partnerschafts- oder Arbeitsprobleme entwickeln.
Langzeitprognose
PMS ist gut behandelbar. Viele Frauen kommen durch Verständnis des eigenen Körpers und Anpassung des Lebensstils gut zurecht. Wenn die Beschwerden stark sind, helfen ärztliche Behandlungen. Auch schwerere Formen können mit Unterstützung deutlich gebessert werden.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.