Lungenentzündung: MRT-Untersuchung – was Sie erwartet
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine Infektion der Lungenbläschen. Sie wird meist durch Bakterien oder Viren verursacht und führt zu Husten, Fieber und Atembeschwerden. Eine MRT (Magnetresonanztomographie) kommt bei Lungenentzündung nur selten zum Einsatz – etwa wenn Komplikationen vermutet werden oder andere Bildgebungen nicht ausreichen.
Wichtige Fakten
- Die MRT arbeitet mit Magnetfeldern und ohne Röntgenstrahlung – sie ist daher strahlenfrei.
- Eine MRT bei Lungenentzündung wird nur in speziellen Fällen durchgeführt, zum Beispiel bei Verdacht auf Abszesse oder Empyeme.
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert in der Regel 20 bis 40 Minuten.
Lungenentzündungen kommen häufig vor, besonders in den Wintermonaten. Eine MRT-Untersuchung bei Lungenentzündung ist jedoch selten und bleibt bestimmten Fragestellungen vorbehalten.
Jeder kann eine Lungenentzündung bekommen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kleinkinder, Raucher, Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem.
Symptome
- Starke Atemnot, die nicht nachlässt
- Blaue Lippen oder Fingerspitzen
- Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
- Kreislaufstillstand oder Ohnmacht
- ⚠Hohes Fieber über 39°C trotz fiebersenkender Maßnahmen
- ⚠Blutiger Auswurf
- ⚠Starke Brustschmerzen
- ⚠Verschlechterung des Allgemeinzustands
Häufige Symptome
- Husten, oft mit Auswurf
- Fieber und Schüttelfrost
- Atemnot oder schnelle Atmung
- Brustschmerzen beim Atmen oder Husten
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Schnelle oder erschwerte Atmung
- Fieber, das nicht sinkt
- Trinkschwäche bei Säuglingen
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder Reizbarkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Desorientierung
- Starke Müdigkeit
- Weniger deutliches Fieber als bei Jüngeren
- Verschlechterung bestehender Erkrankungen
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien (z. B. Pneumokokken)
- Viren (z. B. Grippeviren, RSV)
- Seltener Pilze (bei stark geschwächtem Immunsystem)
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Chronische Lungenkrankheiten (z. B. COPD, Asthma)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie, HIV)
- Hohes Alter (über 65 Jahre) oder sehr junges Alter
- Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herzschwäche
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Hohes Fieber über 39°C
- Blutiger Husten oder eitriger Auswurf
- Verwirrtheit oder starke Benommenheit
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Husten, der länger als eine Woche anhält
- Leichtes Fieber (unter 39°C) über mehrere Tage
- Allgemeines Krankheitsgefühl ohne Besserung
- Wenn Sie zur Risikogruppe gehören (älter, chronisch krank)
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch Abhören der Lunge, eine Blutuntersuchung und ein Röntgenbild des Brustkorbs. Eine MRT wird nur dann eingesetzt, wenn diese Standarduntersuchungen nicht ausreichen oder Komplikationen wie ein Lungenabszess, ein Empyem (Eiteransammlung) oder eine Beteiligung des Brustfells vermutet werden.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung (Abhören, Abklopfen)
- Bluttest (Entzündungswerte, Erreger)
- Röntgen-Thorax (Brustkorb)
- Sputum-Untersuchung (Auswurf)
- MRT-Untersuchung nur bei speziellen Fragestellungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei einer MRT werden Sie auf einer Liege in eine Röhre geschoben. Sie müssen still liegen und Anweisungen befolgen. Die MRT ist laut (Sie bekommen Gehörschutz) und dauert 20–40 Minuten. Vor der Untersuchung müssen Sie alle Metallgegenstände ablegen (Schmuck, Brillen, Münzen). Möglicherweise wird ein Kontrastmittel über die Vene gegeben, um Entzündungen besser sichtbar zu machen. Die MRT ist schmerzfrei. Falls Sie Angst vor engen Räumen haben, sprechen Sie vorher mit dem Arzt – es gibt oft Möglichkeiten zur Beruhigung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Lungenentzündung. Bei bakterieller Infektion werden Antibiotika eingesetzt, bei Virusinfektionen stehen antivirale Mittel zur Verfügung – beides nur auf ärztliche Verordnung. Unterstützend helfen viel Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und fiebersenkende Maßnahmen.
Selbsthilfe zu Hause
- Schlafen und körperliche Schonung
- Viel trinken (Wasser, Kräutertee)
- Fieber senken (z. B. mit Wadenwickeln nach ärztlicher Absprache)
- Auf Rauchen verzichten
- Raum gut lüften und trockene Luft vermeiden
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst je nach Erreger Antibiotika oder antivirale Medikamente. Bei schweren Fällen kann eine Sauerstofftherapie oder eine Behandlung im Krankenhaus nötig sein. In seltenen Fällen wird Kortison eingesetzt, um die Entzündung zu dämpfen. Die Therapie wird immer von einem Arzt festgelegt und überwacht.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten erforderlich, zum Beispiel wenn sich ein großer Eiterherd (Lungenabszess) oder ein Empyem gebildet hat. Dann kann eine Drainage (Ableitung des Eiters) oder ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig sein.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Lungenentzündung braucht der Körper Zeit zur Erholung. Rechnen Sie mit einigen Wochen, bis Sie wieder voll belastbar sind. Gehen Sie es langsam an und steigern Sie die Aktivität allmählich.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Rauch meiden
- Sich ausreichend schonen
- Regelmäßige Bewegung, aber nicht übertreiben
- Langsame Rückkehr zum normalen Alltag
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Trinken Sie genug. Leichte Bewegung wie Spazierengehen hilft, den Kreislauf in Gang zu bringen – aber erst, wenn das Fieber weg ist. Vermeiden Sie anstrengenden Sport bis zur vollständigen Genesung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Lungenentzündung kann Ängste auslösen – etwa vor Atemnot oder einem Rückfall. Es ist normal, sich nach einer schweren Erkrankung verunsichert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie sich Unterstützung, wenn die Belastung zu groß wird.
Vorbeugung
Ja, viele Lungenentzündungen lassen sich durch Impfungen und einen gesunden Lebensstil verhindern. Auch gründliches Händewaschen schützt vor Infektionen.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Pneumokokken für alle Menschen über 60 sowie für Risikogruppen. Auch die jährliche Grippeimpfung kann das Risiko einer Lungenentzündung senken. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Impfungen für Sie infrage kommen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf Lungenentzündung. Bei Risikopatienten kann der Arzt jedoch regelmäßige Kontrollen empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenabszess (Eiteransammlung)
- Empyem (Eiter im Brustfellraum)
- Sepsis (Blutvergiftung)
- Atemversagen
- Herz-Kreislauf-Versagen
Langzeitprognose
Die meisten Lungenentzündungen heilen vollständig aus, vor allem wenn sie rechtzeitig behandelt werden. Bei Risikopatienten oder schweren Verläufen kann die Genesung länger dauern, aber mit moderner Medizin sind die Aussichten dennoch gut. Bleiben Sie in ärztlicher Begleitung und geben Sie sich Zeit zur Erholung.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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