Schuppenflechte und CT-Untersuchung: Vorbereitung, Ablauf und wichtige Hinweise
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronische Hauterkrankung, bei der sich Hautzellen zu schnell erneuern. Das führt zu geröteten, schuppenden Stellen auf der Haut. Ein CT (Computertomographie) ist ein bildgebendes Verfahren, das den Körper in Schichten darstellt. Wenn Sie an Schuppenflechte leiden und eine CT-Untersuchung ansteht, sollten Sie einige Dinge beachten, insbesondere bei Medikamenten und möglichem Kontrastmittel.
Wichtige Fakten
- Schuppenflechte ist nicht ansteckend.
- Ein CT ist eine schmerzfreie Röntgenuntersuchung, die Querschnittbilder des Körpers erstellt.
- Informieren Sie Ihr Behandlungsteam vor dem CT über Ihre Erkrankung und alle Medikamente.
- Bei Kontrastmittel spielen Nierenfunktion und Allergien eine Rolle.
- Mit guter Vorbereitung ist eine CT-Untersuchung bei Schuppenflechte sicher und unproblematisch.
Schuppenflechte ist eine häufige Hauterkrankung: Etwa zwei von 100 Menschen in Deutschland sind betroffen. Auch CT-Untersuchungen sind weit verbreitet – fast jeder bekommt im Laufe des Lebens einmal ein CT.
Schuppenflechte kann in jedem Alter beginnen, oft erstmals zwischen 15 und 35 Jahren. Ein CT kann bei Menschen jeden Alters nötig sein – etwa nach Unfällen, bei Krebsverdacht oder Gefäßerkrankungen.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder Schwellung von Gesicht, Zunge oder Hals (mögliche allergische Reaktion auf Kontrastmittel)
- Herzrasen, Schwindel oder Bewusstlosigkeit während oder kurz nach der CT-Untersuchung
- Starke Hautentzündung mit Fieber, Schüttelfrost oder örtlicher Überwärmung
- ⚠Hautstellen, die nässen, eitern oder sich stark ausbreiten
- ⚠Gelenkschwellung oder -schmerz mit Bewegungseinschränkung
- ⚠Plötzlicher, extrem lästiger Juckreiz mit Bläschenbildung
Häufige Symptome
- Rote, scharf begrenzte Hautstellen mit silbrigen Schuppen
- Juckreiz oder Brennen
- Trockene, rissige Haut
- Gelenkschmerzen oder -schwellungen (bei einigen Betroffenen)
Ursachen
Hauptursachen
- Genetische Veranlagung
- Überaktives Immunsystem, das fälschlicherweise Hautzellen angreift
- Auslöser wie Stress, Hautverletzungen, Rauchen oder Infektionen
Risikofaktoren
- Starke familiäre Belastung
- Rauchen und hoher Alkoholkonsum
- Übergewicht
- Bestimmte Medikamente und Infekte können Schübe auslösen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Hautveränderungen sich trotz Behandlung verschlimmern
- Bei Zeichen einer Infektion wie Fieber, Eiter oder starke Rötung
- Wenn Gelenke schmerzen und anschwellen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Schuppenflechte vermuten und die Diagnose stellen lassen möchten
- Vor einer geplanten CT-Untersuchung, um die durchführende Praxis über Ihre Erkrankung zu informieren
Diagnose
Schuppenflechte wird meist von einer Hautärztin oder einem Hautarzt anhand des typischen Hautbildes erkannt. Für die CT-Vorbereitung ist es wichtig, dass Sie alle Ihre Medikamente und Vorerkrankungen angeben.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung der Haut
- Anamnese – Gespräch über Krankengeschichte und Begleiterkrankungen
- Bei unklaren Fällen: Hautbiopsie (Entnahme einer Hautprobe)
- Vor einer CT mit Kontrastmittel: Blutuntersuchung der Nierenwerte (z. B. Kreatinin)
- Manchmal: Allergietest auf Kontrastmittel, falls früher Reaktionen aufgetreten sind
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der CT-Vorbereitung bekommen Sie zunächst genaue Anweisungen, ob Sie nüchtern bleiben müssen – das ist nur bei Kontrastmittel nötig. Metallische Gegenstände wie Schmuck oder Gürtel müssen Sie ablegen. In der Röhre liegen Sie ruhig, während die Bilder aufgenommen werden. Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten.
Behandlung
Die Behandlung der Schuppenflechte zielt darauf ab, die Hauterscheinungen zu lindern, Schübe zu verkürzen und Komplikationen zu vermeiden. Sie hängt von der Schwere ab und wird individuell mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen. Bei der CT-Untersuchung stehen die Hauttherapie und das Kontrastmittel nicht in direktem Konflikt, aber manche Medikamente können die Nierenfunktion beeinflussen – das wird vorher geprüft.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die Haut mit rückfettenden Lotionen geschmeidig
- Vermeiden Sie Stress, starkes Kratzen und hautreizende Stoffe
- Verzichten Sie auf Rauchen und Alkohol
- Duschen Sie lauwarm, nicht zu heiß
- Klären Sie vor dem CT, ob Sie Ihre Hautcremes am Untersuchungstag auftragen dürfen – oft ist das kein Problem, aber fragen Sie nach
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Therapieansätze: äußerlich angewendete Wirkstoffe, Lichttherapie, Tabletten sowie moderne Biologika, die ins Immunsystem eingreifen. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, entscheidet die Dermatologin oder der Dermatologe. Medikamente gegen Schuppenflechte müssen vor einer CT mit Kontrastmittel nicht automatisch abgesetzt werden; die Nierenfunktion wird vorher geprüft.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Schuppenflechte selbst nur selten notwendig. Falls Sie sich einer Operation unterziehen müssen, braucht es keine besondere OP-Vorbereitung wegen der Schuppenflechte – informieren Sie aber das OP-Team über Ihre Erkrankung, damit die Hautpflege angepasst werden kann.
Leben mit der Erkrankung
Mit Schuppenflechte können Sie ein normales Leben führen. Planen Sie regelmäßige Hautpflege in den Alltag ein. Bei CT-Terminen ist es sinnvoll, alle Fragen vorher zu klären und sich Zeit für die Vorbereitung zu nehmen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige moderate Bewegung kann Entzündungen reduzieren
- Gesunder Schlaf hilft dem Immunsystem
- Hautfreundliche Kleidung aus Baumwolle tragen
- Sonnenlicht in Maßen kann die Haut verbessern – aber Sonnenbrand vermeiden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Fisch) wird empfohlen. Sport und Bewegung unterstützen das Immunsystem und helfen, Übergewicht zu vermeiden. Es gibt keine Spezialdiät, die Schuppenflechte heilt, aber eine gesunde Lebensweise kann Schübe abmildern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schuppenflechte kann das Selbstbewusstsein belasten und zu sozialem Rückzug führen. Die sichtbaren Hautveränderungen sind für viele Betroffene seelisch herausfordernd. Zögern Sie nicht, bei anhaltenden Belastungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen oder eine psychologische Beratung zu suchen. Bei einem CT-Termin ist es völlig normal, etwas unruhig zu sein – teilen Sie dem Team Ihre Sorgen mit.
Vorbeugung
Schuppenflechte ist nicht heilbar und nicht sicher verhinderbar. Sie können aber Schübe hinauszögern und abmildern, indem Sie Auslöser meiden, Stress reduzieren und die Haut gut pflegen.
Impfungen
Gegen Schuppenflechte gibt es keinen Impfstoff. Die üblichen Impfungen werden jedoch empfohlen, da Infekte Schübe auslösen können. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie gegen Grippe, COVID-19 oder Gürtelrose geimpft sein sollten. Auch vor einem CT gibt es keine Impfvorschriften.
Früherkennungsprogramme
Menschen mit Schuppenflechte haben ein erhöhtes Risiko für Gelenkentzündungen (Psoriasis-Arthritis), Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Deshalb wird empfohlen, regelmäßig Blutdruck, Blutfette und Blutzucker kontrollieren zu lassen – das ist auch vor einer CT-Untersuchung sinnvoll, weil diese Werte die Kontrastmittelverträglichkeit beeinflussen können.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schuppenflechte kann unbehandelt zu Gelenkentzündungen führen (Psoriasis-Arthritis)
- Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ist erhöht
- Psychische Belastungen wie Depressionen können entstehen
- Schwere Schübe können die Lebensqualität stark einschränken
Langzeitprognose
Die Prognose ist heute sehr gut. Mit modernen Therapien lassen sich bei den meisten Menschen jahrzehntelang gut kontrollierbare Zustände erreichen. Auch wenn Schuppenflechte nicht heilbar ist, können Sie – mit und ohne CT-Untersuchung – ein aktives und erfülltes Leben führen. Wichtig sind eine gute Arzt-Patienten-Beziehung und regelmäßige Kontrollen.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutscher Psoriasis Bund e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.