Ultraschall bei Psoriasis: verständlich erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Psoriasis, auf Deutsch auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronische Hauterkrankung, bei der die Haut an manchen Stellen entzündet ist und sich schnell neue Hautzellen bilden. Das führt zu roten Flecken mit silbrigen Schuppen. Der Ultraschall ist ein Bildgebungsverfahren, das mit Schallwellen arbeitet. Bei der Haut wird er verwendet, um Entzündungen und Flüssigkeitsansammlungen unter der Hautoberfläche sichtbar zu machen, die man von außen nicht sieht. So kann der Arzt oder die Ärztin besser beurteilen, wie stark die Psoriasis ist und ob die Behandlung wirkt.
Wichtige Fakten
- Ultraschall ist schmerzfrei und kommt ohne Strahlung aus.
- Er zeigt Entzündungen und Blutfluss in der Haut – auch unter den sichtbaren Schuppen.
- Ultraschall ersetzt nicht die ärztliche Untersuchung, sondern ergänzt sie als Zusatz-Verfahren.
Die Hautultraschall-Untersuchung bei Psoriasis wird in Deutschland immer häufiger eingesetzt, besonders in Hautarztpraxen und Kliniken mit dem Schwerpunkt Bildgebung. Sie ist aber noch nicht überall Standard.
Betroffen sind vor allem Menschen, die bereits eine Psoriasis-Diagnose haben und bei denen untersucht werden soll, wie tief die Entzündung geht oder ob eine Behandlung anspricht. Auch bei unklaren Hautveränderungen kann der Ultraschall mithelfen.
Symptome
- Plötzlich zunehmende Hautrötung mit Fieber und Frösteln (mögliche Zeichen einer schweren Hautinfektion)
- Starke Atemnot oder Kreislaufprobleme im Zusammenhang mit einer Hautreaktion
- ⚠Schwellung und starke Schmerzen in einem Gelenk, die neu auftreten
- ⚠Schwere, weitflächige Hautentzündung mit Blasen oder Nässen
- ⚠Wenn Sie sich plötzlich sehr krank und schwach fühlen und sich eine Hautstelle schnell ausbreitet
Häufige Symptome
- Rötliche, scharf abgegrenzte Hautstellen mit silbrig-weißen Schuppen
- Juckreiz oder ein Spannungsgefühl an den betroffenen Stellen
- Verdickte, verfärbte Fingernägel oder Fußnägel
- Beschwerden an Ellbogen, Knien oder der Kopfhaut
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zeigt sich Psoriasis oft als kleine, tropfenförmige Flecken am ganzen Körper.
- Juckreiz ist bei Kindern häufig ausgeprägt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter können die Hautstellen trockener sein und weniger typisch aussehen.
- Ort und Art der Flecken können sich verändern – dafür ist die Verlaufskontrolle wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Psoriasis entsteht, wenn das Immunsystem die eigenen Hautzellen zu stark angreift.
- Eine erbliche Veranlagung spielt eine wichtige Rolle.
- Häufige Auslöser sind Stress, Infekte (zum Beispiel Erkältungen), manche Medikamente oder Verletzungen der Haut.
Risikofaktoren
- Psoriasis in der Familie
- Rauchen und starker Alkoholkonsum
- Chronischer Stress
- Übergewicht
- Hautreizungen durch enge Kleidung oder Kratzen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn sich Gelenke schmerzhaft verändern und anschwellen
- Wenn eine Hautstelle plötzlich stark nässend oder vereitert aussieht
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Hautflecken über Wochen bestehen oder sich vergrößern
- Wenn die bisherige Pflege nicht mehr hilft
- Als Kontrolltermin, um die Behandlung regelmäßig überprüfen zu lassen
Diagnose
Die Diagnose Psoriasis wird in der Regel durch die Betrachtung der Haut durch eine Hautärztin oder einen Hautarzt gestellt. Manche Stellen werden dabei mit einer speziellen Lupe oder einem Auflichtmikroskop begutachtet. Der Ultraschall ist eine zusätzliche Untersuchung: Er zeigt, wie tief die Entzündung reicht und ob vermehrt Blut in den Hautschichten fließt.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Blick auf Haut, Nägel und Gelenke
- Ultraschall mit einem kleinen, hochfrequenten Schallkopf (wie beim Baby-Ultraschall, nur für die Haut)
- Manchmal eine kleine Hautprobe (Biopsie): ein winziges Stückchen Haut wird entnommen und unter dem Mikroskop untersucht
- Bei Gelenkbeschwerden: zusätzliche Untersuchungen zum Ausschluss einer Gelenkbeteiligung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Ultraschalluntersuchung wird ein Gel auf die Haut aufgetragen. Danach fährt der Arzt oder die Ärztin mit einem Stift-förmigen Schallkopf über die Haut. Das ist völlig schmerzfrei und dauert meist nur 10 bis 20 Minuten. Sie können normal atmen und liegen bequem. Danach wird das Gel einfach abgewischt. Es gibt keine Vorbereitung oder Nachwirkungen.
Behandlung
Die Psoriasis ist heute nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar. Ziel der Behandlung ist es, die sichtbaren Beschwerden zurückzudrängen und Entzündungen zu stoppen. Die Therapie wird individuell abgestimmt – je nach Ausprägung, betroffenen Körperstellen und Begleiterkrankungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Haut regelmäßig mit gut verträglichen, feuchtigkeitsspendenden Produkten eincremen
- Sanfte Reinigung und lauwarmes Duschen statt heißer Bäder
- Kratzen vermeiden – ein Kühltuch oder eine kühlende Creme kann den Juckreiz lindern
- Stress vermeiden oder Techniken wie Atemübungen, Yoga oder autogenes Training ausprobieren
Medizinische Behandlungen
Die medizinische Behandlung wird von Ärzten geplant. Es gibt äußerlich angewendete Behandlungen gegen Schuppen und Entzündungen, eine Lichttherapie, bei der die Haut mit bestimmten UV-Strahlen behandelt wird, sowie innerlich wirkende Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen. Diese Therapien werden bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis eingesetzt. Welches Verfahren in Frage kommt, hängt von vielen Faktoren ab – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit Psoriasis bedeutet, Haut und Auslöser gut zu beobachten. Viele Menschen führen ein ganz normales Leben. Eine regelmäßige Hautpflege gehört ebenso dazu wie das Meiden von Triggern wie starker Sonnenbrand oder Hautverletzungen.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Alkohol nur in Maßen
- Stressabbau in den Alltag einbauen, zum Beispiel durch Spaziergänge oder Musik
- Haut atmen lassen: lockere Kleidung aus natürlichen Stoffen wie Baumwolle
- Sich mit vertrauten Menschen oder in Selbsthilfegruppen austauschen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten unterstützt den Körper insgesamt. Regelmäßige Bewegung ist empfehlenswert – sie fördert die Durchblutung, baut Stress ab und kann Übergewicht vorbeugen. Gegen gesunde Ernährung und moderate Bewegung spricht bei Psoriasis grundsätzlich nichts.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Psoriasis ist eine sichtbare Erkrankung und kann das Selbstwertgefühl belasten. Es ist normal, sich manchmal unsicher oder traurig zu fühlen. Psychologische Unterstützung oder Gespräche mit einer Selbsthilfegruppe können helfen, mit diesen Gefühlen besser umzugehen.
Vorbeugung
Psoriasis selbst kann man nicht sicher verhindern, da die Veranlagung vererbt wird. Sie können aber Manche Auslöser beeinflussen: Streicheln Sie Stress, schützen Sie Ihre Haut vor Verletzungen und beugen Sie Infekten vor.
Impfungen
Die allgemeinen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission gelten auch für Menschen mit Psoriasis. Welche Impfungen sinnvoll sind, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Ultraschall-Reihenuntersuchung für Psoriasis. Wer bereits betroffen ist, sollte die Haut regelmäßig von dermatologischer Seite kontrollieren lassen, um die Behandlung optimal anzupassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Behandlung kann sich die Entzündung ausbreiten und der Alltag wird durch Juckreiz und Schmerzen belastet.
- Es kann zu einer Gelenkentzündung kommen, die als Psoriasis-Arthritis bezeichnet wird – sie betrifft Sehnen und Gelenke.
- Menschen mit Psoriasis haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine Fettleber, begünstigt durch Entzündungen im Körper.
Langzeitprognose
Die Behandlung der Psoriasis hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Mit der heutigen Therapie können fast alle Betroffenen eine weitgehend unauffällige Haut und eine gute Lebensqualität erreichen. Auch wenn die Krankheit nicht verschwindet, lässt sie sich in den meisten Fällen gut kontrollieren.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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