Rosacea und Röntgen: Das sollten Sie wissen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Rosacea ist eine häufige Hauterkrankung im Gesicht, die sich durch Rötungen, erweiterte Äderchen und manchmal Knötchen bemerkbar macht. Ein Röntgenbild zeigt Knochen und dichte Gewebe – die Hautveränderungen einer Rosacea sind darauf nicht zu erkennen. Deshalb spielt eine Röntgenuntersuchung bei der Diagnose praktisch keine Rolle.
Wichtige Fakten
- Eine Röntgenaufnahme ist zur Diagnose von Rosacea nicht nötig und nicht üblich.
- Rosacea ist nicht ansteckend.
- Sie betrifft meist die Gesichtsmitte, besonders Wangen, Nase, Stirn und Kinn.
- Mit geeigneter Hautpflege und Behandlung lässt sich die Haut meist deutlich beruhigen.
Ja. Rosacea zählt zu den häufigeren Hauterkrankungen. Schätzungsweise jeder zehnte Mensch in Deutschland ist betroffen, viele mit leichten Symptomen.
Rosacea beginnt oft im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Sie kommt bei heller Haut häufiger vor. Frauen sind etwas öfter betroffen, Männer jedoch manchmal mit stärkerer Knötchenbildung an der Nase.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112 an, wenn zusätzlich zur Hautrötung eine plötzliche Sehverschlechterung auftritt, das Auge stark schmerzt oder das Gesicht mit Atemnot stark anschwillt.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn die Augen deutlich gerötet sind, lichtempfindlich sind oder sich anfühlen, als wäre ein Fremdkörper im Auge.
- ⚠Auch bei einer plötzlich stark schmerzenden, nässenden oder sich ausbreitenden Hautentzündung im Gesicht sollten Sie zeitnah untersucht werden.
Häufige Symptome
- Anhaltende Rötung im Gesicht, vor allem an Wangen, Nase, Stirn und Kinn
- Sichtbare feine, erweiterte Äderchen, auch Couperose genannt
- Kleine rote Knötchen oder Eiterpickelchen, die an Akne erinnern
- Spannungsgefühl, Brennen oder Stechen der Haut
- Trockene, empfindliche Haut
- Bei manchen Menschen: gerötete, trockene oder brennende Augen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist Rosacea selten. Rote Stellen oder Pickelchen im Gesicht haben in diesem Alter meist andere Ursachen – das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im höheren Lebensalter können die Rötungen dauerhafter werden, die Haut kann sich an der Nase verdicken. Auch trockene, gereizte Augen kommen dann häufiger vor.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt.
- Eine erbliche Veranlagung spielt eine wichtige Rolle.
- Das Abwehrsystem der Haut reagiert übermäßig auf Reize wie Hitze, Kälte, Mikroben oder UV-Strahlen.
- Die feinen Blutgefäße der Haut erweitern sich zu leicht und zu lange.
- Eine Röntgenaufnahme verursacht keine Rosacea.
Risikofaktoren
- Helle Haut – vor allem bei Menschen mit nord- und mitteleuropäischer Herkunft
- Weibliches Geschlecht – Frauen erkranken etwas häufiger
- Alter zwischen 30 und 50 Jahren
- Familiäre Vorbelastung
- Häufiger Kontakt mit persönlichen Auslösern wie starker Sonne, sehr heißen Getränken, scharfem Essen oder Stress
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Augenbeschwerden wie Rötung, Brennen, Lichtscheu oder Fremdkörpergefühl sollten Sie noch am selben Tag eine Augenärztin oder einen Augenarzt aufsuchen.
- Wenn die Haut plötzlich sehr schmerzhaft anschwillt, stark nässend ist oder sich großflächig verändert, ist eine zeitnahe ärztliche Untersuchung wichtig.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nehmen Sie Hautrötungen ernst, die mehrere Wochen bestehen bleiben, besonders wenn Knötchen oder Pusteln auftreten.
- Lassen Sie eine Rosacea frühzeitig abklären: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser kann die Haut beruhigt werden.
- Lassen Sie auch unsichere Muttermale oder Hautstellen bei der Gelegenheit mituntersuchen.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel allein durch das Betrachten der Haut gestellt. Die Ärztin oder der Arzt achtet auf typische Zeichen wie Rötung, erweiterte Äderchen, Knötchen und Pusteln. Zusätzlich wird nach Auslösern, Ihrer Hautpflege und eventuellen Augenproblemen gefragt. Die aktuelle AWMF-Leitlinie zur Rosacea sieht keine Röntgendiagnostik vor.
Mögliche Untersuchungen
- Eine Röntgenaufnahme ist nicht üblich, weil Hautveränderungen dadurch nicht sichtbar werden.
- Bei unklaren Knötchen oder Pusteln kann ein Abstrich gemacht werden, um Bakterien auszuschließen.
- Falls die Augen betroffen sind, untersucht die Augenärztin oder der Augenarzt die Augen mit einer speziellen Lampe, der Spaltlampe.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden an der Haut untersucht und es werden Fragen zu Ihren Gewohnheiten, Beschwerden und möglichen Auslösern gestellt. Blutabnahme, Röntgen oder andere Geräte sind in der Regel nicht nötig. Der Termin dauert meist nur wenige Minuten, inklusive Beratung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und Beschwerden. Eine rötungsarme Haut braucht zunächst eine reizarme Pflege, Sonnenschutz und das Meiden persönlicher Auslöser. Wenn das nicht reicht, können ärztlich verordnete Mittel zum Auftragen oder Einnehmen helfen. Mit einer Laser- oder Lichttherapie lassen sich sichtbare Äderchen und anhaltende Rötungen oft deutlich verbessern. Eine Röntgentherapie ist bei Rosacea keine Behandlungsoption.
Selbsthilfe zu Hause
- Verwenden Sie morgens und abends eine milde, parfümfreie Reinigung und eine beruhigende Pflegecreme.
- Tragen Sie täglich ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor auf, auch an trüben Tagen.
- Meiden Sie heiße Bäder, intensive Saunagänge und scharfe Speisen, wenn dadurch die Rötung zunimmt.
- Verzichten Sie auf alkoholhaltige Gesichtswässer, aggressive Peelings und starke Seifen.
- Führen Sie ein Rötungstagebuch, um persönliche Auslöser zu erkennen.
Medizinische Behandlungen
Die ärztliche Behandlung kann eine äußerliche Creme oder ein Gel enthalten, das die Entzündung in der Haut mindert. In ausgeprägten Fällen werden Medikamente zum Einnehmen eingesetzt, die entzündungshemmend wirken. Außerdem stehen Laser- und Lichtverfahren zur Verfügung, um erweiterte Blutgefäße zu verschließen und rote Stellen aufzuhellen. Welche Kombination für Sie geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur bei seltenen, ausgeprägten Formen, bei denen die Haut an der Nase stark verdickt ist, kann eine kleine Operation helfen, das überschüssige Gewebe zu entfernen. Der Eingriff dient der Formverbesserung und ist kein Notfall.
Leben mit der Erkrankung
Verstehen Sie Rosacea als eine Haut, die Ruhe und Schutz mag. Einfache Pflege, ein guter Sonnenschutz und das Vermeiden von starkem Erhitzen sind die besten Begleiter. Auch kurze, lauwarme Waschrituale und weiche Handtücher tun gut.
Tipps für den Alltag
- Setzen Sie auf milde Reinigungsprodukte ohne Duftstoffe und Alkohol.
- Tragen Sie bei Sonne eine Kopfbedeckung und verwenden Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um die Haut von innen zu unterstützen.
- Reduzieren Sie Stress, zum Beispiel mit Atemübungen oder regelmäßigen Pausen.
- Notieren Sie sich, was Ihre Haut besonders reizt, und versuchen Sie, diese Auslöser zu meiden.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und ungesüßten Getränken ist empfehlenswert, kann aber einen Ausbruch nicht allein verhindern. Sport und körperliche Bewegung sind gesund. Achten Sie darauf, es nicht zu extrem zu machen: Vermeiden Sie starkes Überhitzen, trinken Sie ausreichend und kühlen Sie das Gesicht bei Bedarf leicht.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sich im Gesicht gerötet zu sehen, kann belasten. Manche Menschen ziehen sich zurück oder fühlen sich unsicher. Das ist verständlich. Ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt oder mit vertrauten Menschen kann helfen. Wenn Sie sich sehr niedergeschlagen fühlen oder Gedanken an Verzweiflung haben, suchen Sie bitte professionelle Unterstützung – im Notfall über den Notruf 112 oder die nächste psychiatrische Notaufnahme.
Vorbeugung
Man kann eine Veranlagung nicht verändern, aber Ausbrüche abmildern und hinauszögern: mit täglichem Sonnenschutz, reizfreier Pflege und dem Meiden der eigenen Auslöser. Eine Röntgenuntersuchung spielt bei der Vorbeugung keine Rolle.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Rosacea.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Routinescreening. Wer jedoch wiederkehrende Rötungen im Gesicht bemerkt, sollte sie ärztlich abklären lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende, dauerhafte Rötung und erweiterte Äderchen
- Knötchenbildung und teils eitrige Pusteln, die Narben hinterlassen können
- Bei Beteiligung der Augen: trockene, entzündete Bindehaut, Lichtempfindlichkeit und in seltenen Fällen Sehbeeinträchtigung
- In schweren Fällen eine Verdickung der Nase, auch Knollennase genannt
Langzeitprognose
Rosacea lässt sich nicht von heute auf morgen heilen, aber sehr gut behandeln. Die meisten Menschen bekommen die Symptome mit passender Pflege und Behandlung gut unter Kontrolle. Auch wenn die Haut empfindlich bleibt, kann ein weitgehend normales und aktives Leben möglich sein.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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