Sinusitis & Röntgen: Einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Sinusitis, umgangssprachlich Nasennebenhöhlenentzündung, ist eine Entzündung der Schleimhaut in den luftgefüllten Räumen rund um Nase und Gesicht. Als Röntgenaufnahme bezeichnet man ein bildgebendes Verfahren, bei dem der Körper mit Röntgenstrahlen durchleuchtet wird. Bei einer normalen Nasennebenhöhlenentzündung ist eine Röntgenaufnahme nach der deutschen AWMF-Leitlinie meist nicht notwendig. Sie kann in bestimmten Fällen helfen, andere Ursachen auszuschließen, ist aber für die übliche Behandlung nicht entscheidend.
Wichtige Fakten
- Die meisten Nasennebenhöhlenentzündungen werden durch Viren verursacht und heilen von selbst aus.
- Eine Röntgenaufnahme ist bei einer unkomplizierten Sinusitis in der Regel nicht nötig.
- Bei länger anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden können Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) genauere Bilder liefern.
- Röntgenbilder zeigen indirekt Veränderungen wie Flüssigkeitsansammlungen oder verschleierte Nebenhöhlen, sind aber oft schwer zu beurteilen.
Ja, Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigsten Atemwegserkrankungen. Die meisten Menschen haben im Leben mindestens einmal eine Sinusitis.
Sinusitis kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders häufig betroffen sind Personen mit Erkältungen, Allergien, geschwächter Abwehr oder anatomischen Besonderheiten in der Nase.
Symptome
- Plötzliche starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit
- Schwellung oder Rötung rund um das Auge
- Doppelbilder oder Sehstörungen
- Atemnot oder starkes Krankheitsgefühl
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung
- ⚠Sehr hohes Fieber
- ⚠Zunehmende Schmerzen im Gesicht trotz Behandlung
- ⚠Schwellung im Gesicht, die deutlich sichtbar wird
- ⚠Beschwerden, die nach mehr als zehn Tagen ohne Besserung bestehen oder sich verschlimmern
Häufige Symptome
- Verstopfte Nase oder Schnupfen
- Zähflüssiger, gelblicher oder grünlicher Ausfluss aus der Nase oder in den Rachen
- Druckgefühl oder Schmerzen im Gesicht, besonders an Stirn, Wangen oder hinter den Augen
- Kopfschmerzen
- Eingeschränkter Geruchssinn oder Geruchsverlust
- Husten, besonders nachts
- Abgeschlagenheit und Müdigkeit
- Leichtes Fieber
Symptome bei Kindern
- Husten
- Verstopfte Nase
- Reizbarkeit und Weinen
- Fieber
- Hinweise auf Ohrenschmerzen oder Druck im Gesicht
- Müdigkeit und verminderter Appetit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Oft eher unklare Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Verwirrtheit oder Appetitlosigkeit
- Druckgefühl im Gesicht kann weniger deutlich spürbar sein
- Länger anhaltender Husten oder eine schlimmer werdende Nasenverstopfung
Ursachen
Hauptursachen
- Meist Viren, zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung
- Seltener Bakterien, die sich nach einer viralen Infektion festsetzen
- Allergien oder Nasenpolypen, die die Abläufe in den Nebenhöhlen behindern
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Heuschnupfen oder Asthma
- Anatomische Engstellen in der Nase
- Zahnwurzelentzündungen im Oberkiefer
- Ein geschwächtes Immunsystem
- Starker Luftdruckwechsel, zum Beispiel beim Tauchen oder Fliegen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Schmerzen oder Schwellungen im Gesicht, die zunehmen
- Hohes Fieber oder starkes Krankheitsgefühl
- Beschwerden, die länger als zehn Tage anhalten
- Wenn die Symptome nach anfänglicher Besserung wieder deutlich schlimmer werden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen
- Bei bekannten Allergien oder Nasenpolypen
- Wenn Sie unsicher sind, ob eine Behandlung nötig ist
Diagnose
Die Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt in der Regel zuerst mit einem Gespräch und einer körperlichen Untersuchung. Dabei wird auch die Nase betrachtet. Eine Röntgenaufnahme ist bei der klassischen Sinusitis meistens nicht erforderlich. Sie kann jedoch veranlasst werden, wenn andere Ursachen möglich sind oder Komplikationen befürchtet werden. Die AWMF-Leitlinie empfiehlt bei unkomplizierten akuten Entzündungen keine routinemäßige Bildgebung. Genauere Bilder liefern eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), etwa bei chronischen Verläufen oder besonderen Fragestellungen.
Mögliche Untersuchungen
- Krankheitsgespräch zur Vorgeschichte und zu Begleiterkrankungen
- Untersuchung der Nase mit einem Leuchtgerät oder einem dünnen Endoskop
- Abklopfen und Abtasten der Gesichtspartien
- Manchmal ein Abstrich aus der Nase, wenn eine bakterielle Infektion vermutet wird
- Röntgen nur in Ausnahmefällen, etwa bei bestimmten anatomischen Fragen
- CT oder MRT bei schweren, wiederkehrenden oder komplizierten Verläufen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und braucht keine besondere Vorbereitung. Die Ärztin oder der Arzt wird Sie nach Ihren Beschwerden fragen, in die Nase schauen und das Gesicht vorsichtig abtasten. Falls eine Bildgebung besprochen wird, erklärt die Praxis, wofür sie dient und was Sie dazu mitbringen müssen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und Schwere der Entzündung. Meist reichen Wärme, Ruhe und viel Trinken aus. Bei einem bakteriellen Auslöser kann eine ärztliche Behandlung helfen. In jedem Fall gilt: Keine Medikamente ohne ärztliche oder apothekerliche Beratung.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken, zum Beispiel Wasser oder ungesüßten Tee
- Warme Dämpfe oder ein warmes, feuchtes Tuch für das Gesicht
- Salzspülungen oder Spülungen mit Kochsalzlösung aus der Apotheke
- Den Kopf im Liegen leicht erhöht lagern
- Ausreichend schlafen und körperliche Schonung
- Nicht rauchen und verrauchte Räume vermeiden
Medizinische Behandlungen
Eine ärztliche Behandlung kann abschwellende Nasensprays, entzündungshemmende Mittel oder bei nachgewiesener bakterieller Infektion Antibiotika umfassen. Auch kortisonhaltige Nasensprays kommen bei bestimmten Formen infrage. Welche Behandlung für Sie sinnvoll ist, hängt von den Beschwerden und der Ursache ab. Lassen Sie sich immer von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in Ihrer Apotheke beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten notwendig. Sie kann bei chronischer Sinusitis mit Nasenpolypen, stark verengten Abflusswegen oder wenn Medikamente nicht ausreichend helfen, in Betracht gezogen werden.
Leben mit der Erkrankung
Akute Beschwerden klingen oft innerhalb von zwei bis drei Wochen ab. Solange die Entzündung besteht, sind Wärme und Flüssigkeit hilfreich. Vermeiden Sie alles, was die Nase zusätzlich reizt, zum Beispiel Zigarettenrauch und trockene Raumluft.
Tipps für den Alltag
- Für feuchte Raumluft sorgen, zum Beispiel mit einem feuchten Handtuch auf der Heizung
- Regelmäßig lüften
- Nase sanft schnäuzen oder mit Kochsalzlösung spülen
- Bei Allergien die Auslöser so gut wie möglich meiden
- Auf ausreichend Schlaf und Stressabbau achten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt die Abwehr. Kräftige Bewegung sollte bei akuten Beschwerden pausieren. Nach dem Abklingen ist leichte Bewegung an der frischen Luft hilfreich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Länger andauernde Beschwerden können belastend sein und die Stimmung beeinflussen. Das ist verständlich. Scheuen Sie sich nicht, darüber zu sprechen und sich frühzeitig ärztliche Unterstützung zu holen.
Vorbeugung
Eine Sinusitis lässt sich nicht immer verhindern. Das Risiko lässt sich aber senken, indem Sie Infekte vermeiden, das Immunsystem stärken, ausreichend schlafen, sich gesund ernähren und auf das Rauchen verzichten.
Impfungen
Impfungen schützen vor bestimmten Erregern, die Atemwegsinfektionen auslösen können. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Impfungen gegen Grippe oder Pneumokokken für Sie persönlich sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Für eine unkomplizierte Nasennebenhöhlenentzündung gibt es kein allgemeines Vorsorge-Screening. Bei wiederkehrenden Beschwerden kann die ärztliche Praxis untersuchen, ob Ursachen wie Allergien oder anatomische Besonderheiten vorliegen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Übergang in eine chronische Sinusitis
- Ausbreitung der Entzündung auf Knochen oder umliegendes Gewebe
- In seltenen Fällen Entzündungen im Bereich der Augen oder des Gehirns
- Verschlechterung von Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen
Langzeitprognose
Die meisten Nasennebenhöhlenentzündungen heilen ohne Folgeschäden aus. Mit der richtigen Behandlung und etwas Geduld bessern sich die Beschwerden fast immer. Auch bei chronischen Verläufen gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten, die die Lebensqualität deutlich verbessern können.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.