Nasennebenhöhlen-Ultraschall verstehen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Nasennebenhöhlen-Ultraschall ist eine schmerzfreie Untersuchung, bei der Ultraschallwellen die Nasennebenhöhlen sichtbar machen. Ohne Röntgenstrahlen erkennt der Arzt, ob die Schleimhaut geschwollen ist oder Flüssigkeit in den Höhlen sitzt.
Wichtige Fakten
- Der Ultraschall ist ohne Strahlenbelastung und daher auch bei Kindern und Schwangeren geeignet.
- Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 15 Minuten.
- Sie kann Flüssigkeitsansammlungen und Schleimhautschwellungen in den Nasennebenhöhlen sichtbar machen.
Der Nasennebenhöhlen-Ultraschall wird vor allem in Hausarzt- und HNO-Praxen eingesetzt. Bei Erwachsenen greift man für genauere Bilder oft auf die Nasenendoskopie oder Computertomografie zurück, insbesondere wenn die Beschwerden unklar sind oder länger bestehen.
Die Untersuchung ist besonders für Kinder und Schwangere geeignet, wenn eine Entzündung der Nasennebenhöhlen vermutet wird. Auch Erwachsene können von einer schnellen Ultraschall-Untersuchung profitieren, wenn keine andere Bildgebung nötig ist.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112 an, wenn Sie eines dieser Zeichen bemerken: Schwellung oder Rötung um das Auge mit Schmerzen.
- Rufen Sie ebenfalls sofort an bei: Sehstörungen oder Doppelbildern.
- Rufen Sie sofort an bei: steifem Nacken mit Fieber.
- Rufen Sie sofort an bei: Bewusstseinsstörungen oder unerträglichen Kopfschmerzen.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn Sie hohes Fieber über 39 Grad über mehrere Tage haben.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe bei sehr starken Gesichtsschmerzen.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn sich die Beschwerden nach anfänglicher Besserung wieder verschlimmern.
Häufige Symptome
- Druck- oder Schmerzgefühl im Gesicht
- Verstopfte oder laufende Nase
- Kopfschmerzen
- Verminderter Geruchssinn
Symptome bei Kindern
- Schniefende oder verstopfte Nase über mehr als 10 Tage
- Husten, manchmal nachts schlimmer
- Eitriger oder gelbgrüner Nasenausfluss
- Appetitlosigkeit und quengelige Stimmung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Druckgefühl unter den Augen oder in der Stirn
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Häufiger Husten
- Nachlassende allgemeine Belastbarkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Meist sind Viren – wie bei einem grippalen Infekt – der Auslöser.
- Bei einer bakteriellen Entzündung kann sich Eiter in den Nasennebenhöhlen bilden.
- Allergien können die Schleimhäute anschwellen lassen.
Risikofaktoren
- Rauchen – auch Passivrauchen
- Trockene Raumluft, zum Beispiel durch Heizungsluft
- Ein geschwächtes Immunsystem
- Schnupfen, der über Wochen nicht abheilt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Suchen Sie noch am selben Tag eine Praxis oder den Bereitschaftsdienst unter 116 117 auf, wenn Sie sehr starke Schmerzen haben, das Fieber steigt oder sich die Beschwerden rasch verschlimmern.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin, wenn die Beschwerden länger als 10 Tage anhalten, der Ausfluss sich verfärbt oder Sie wiederholt Fieber bekommen.
Diagnose
Der Arzt fragt zunächst nach Ihren Beschwerden und untersucht Nase, Rachen und Gesicht. Er tastet die Nasennebenhöhlen ab. Der Ultraschall kann anschließend zeigen, ob Flüssigkeit oder Schleimhautschwellungen vorliegen. Dabei richten sich Ärzte in Deutschland nach der AWMF-Leitlinie zur Nasennebenhöhlenentzündung.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch und körperliche Untersuchung
- Nasennebenhöhlen-Ultraschall
- Nasenendoskopie – eine Spiegelung der Nase mit einer kleinen Kamera
- In besonderen Fällen eine Computertomografie (CT)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für die Ultraschall-Untersuchung sitzen Sie aufrecht. Der Arzt gibt etwas kühles Gel auf Ihre Wangen und Stirn und führt einen handlichen Schallkopf über die Haut. Sie spüren einen leichten Druck, aber keine Schmerzen. Nach etwa 10 Minuten ist die Untersuchung beendet.
Behandlung
Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung heilt häufig von selbst aus. Wichtig ist, die Nasenschleimhaut zu pflegen und den Abtransport des Sekrets zu fördern. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und sollte ärztlich begleitet werden. Informationen der AWMF-Leitlinie helfen der Ärztin, die passende Therapie zu wählen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken, am besten Wasser oder ungesüßter Tee
- Für ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen, z.B. mit feuchten Tüchern
- Inhalieren mit einfacher Kochsalzlösung
- Warme Umschläge auf Stirn und Wangen
- Viel Schlaf und Stress vermeiden
Medizinische Behandlungen
Bei Bedarf kann Ihre Ärztin abschwellende Medikamente für die Nase oder ein Schmerzmittel empfehlen. Wenn eine bakterielle Infektion vorliegt, kann eine Antibiotika-Behandlung nötig sein. Verwenden Sie abschwellende Nasensprays nur für kurze Zeit und besprechen Sie die Anwendung immer mit der Fachperson. Nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur selten in Frage, zum Beispiel bei chronischen Verläufen, die trotz Behandlung nicht besser werden, oder bei bestimmten anatomischen Verengungen. Dabei wird die Belüftung der Nasennebenhöhlen verbessert. Die Entscheidung trifft ein HNO-Arzt gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Entzündung bleiben die Nebenhöhlen oft noch einige Zeit empfindlich. Pflegen Sie Ihre Nase mit feuchter Umgebungsluft und trinken Sie ausreichend. Bei erneuten Symptomen suchen Sie frühzeitig ärztlichen Rat.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für eine rauchfreie Umgebung.
- Halten Sie die Raumluft feucht und lüften Sie regelmäßig.
- Schützen Sie Ihr Gesicht vor Wind und Nässe.
Ernährung und Bewegung
Eine bunte Mischung aus Obst und Gemüse liefert wichtige Vitamine. Leichte Bewegung wie Spazierengehen kann das Immunsystem unterstützen – solange Sie sich dabei wohl fühlen. Bei Fieber oder starken Schmerzen sollten Sie sich ausruhen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Nasennebenhöhlenbeschwerden können den Schlaf stören und das Wohlbefinden belasten. Scheuen Sie sich nicht, diese Belastung beim Arzt anzusprechen. Auch ein bewusster Ausgleich durch Entspannungsübungen kann helfen.
Vorbeugung
Man kann nicht jede Entzündung verhindern, aber das Risiko durch einen gesunden Lebensstil und eine gute Nasenpflege deutlich senken.
Impfungen
Eine Grippeimpfung kann schwere Atemwegsinfektionen verhindern, die auch die Nasennebenhöhlen betreffen können. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, ob die Impfung für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Eine routinemäßige Ultraschall-Untersuchung ohne Beschwerden ist nicht vorgesehen und nicht empfohlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine Entzündung nicht ausheilt, kann sie sich in seltenen Fällen auf das Auge ausbreiten.
- In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Entzündung der Hirnhäute kommen.
- Chronische Entzündungen können die Bildung von Nasenpolypen begünstigen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Nasennebenhöhlenentzündungen heilen vollständig aus. Auch bei chronischen Beschwerden gibt es viele Behandlungsmöglichkeiten, die den Alltag deutlich erleichtern. Bleiben Sie in ärztlicher Begleitung, dann ist die Prognose sehr gut.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.