Röntgen der Nasennebenhöhlen: Verständlich erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Röntgenuntersuchung der Nasennebenhöhlen ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem Ärzte die luftgefüllten Hohlräume im Gesicht betrachten können. Es wird eingesetzt, um bei anhaltenden Beschwerden wie Gesichtsschmerzen, Druckgefühl oder verstopfter Nase Hinweise auf eine Entzündung oder andere Veränderungen der Schleimhäute zu finden.
Wichtige Fakten
- Das Röntgenbild zeigt, ob die Nasennebenhöhlen gut mit Luft gefüllt sind oder ob sich Flüssigkeit oder Verdickungen darin befinden.
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
- Die Strahlenbelastung ist gering, aber Röntgenaufnahmen werden nur gemacht, wenn sie medizinisch notwendig sind.
- Ein unauffälliges Röntgenbild schließt eine Erkrankung der Nebenhöhlen nicht vollständig aus.
Röntgenaufnahmen der Nasennebenhöhlen wurden früher häufig bei Verdacht auf eine Nasennebenhöhlenentzündung angefertigt. Heute sind sie seltener geworden, weil die Computertomographie (CT) genauere Bilder liefert. In manchen Fällen kann eine Röntgenaufnahme dennoch sinnvoll sein, zum Beispiel wenn die Diagnose unklar ist.
Das Röntgen der Nasennebenhöhlen kann bei Erwachsenen und Kindern durchgeführt werden. Besonders oft betroffen sind Menschen mit wiederkehrenden Erkältungen, allergischem Schnupfen oder anatomischen Besonderheiten im Bereich der Nase und Nebenhöhlen.
Symptome
- Starke Schwellung von Augenlidern oder Stirn mit Schmerzen
- Sehstörungen, Doppelbilder oder eingeschränkte Beweglichkeit der Augen
- Steifer Nacken in Verbindung mit hohem Fieber
- Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit oder Krampfanfälle
- Akute Atemnot oder plötzliche schwere Verschlechterung des Allgemeinzustands
- ⚠Hohes Fieber über 39 Grad Celsius, das nicht sinkt
- ⚠Sehr starke, einseitige Gesichtsschmerzen oder Kopfschmerzen, die sich ständig verschlimmern
- ⚠Zunehmender eitriger Nasenausfluss mit starkem Krankheitsgefühl
- ⚠Eine harte, druckschmerzhafte Schwellung im Gesicht, die nicht zurückgeht
Häufige Symptome
- Druck- oder Spannungsgefühl im Gesicht, besonders um die Augen und die Stirn
- Anhaltender Schnupfen oder eine verstopfte Nase über mehr als zehn Tage
- Kopfschmerzen, die beim Bücken oder Vornüberbeugen stärker werden
- Dickflüssiger, gelblich-grüner Nasenausfluss
- Eingeschränkter Geruchssinn oder unangenehmer Mundgeruch
- Wiederkehrende oder chronische Beschwerden, die trotz Behandlung nicht besser werden
Symptome bei Kindern
- Schnupfen mit dickem, gelblich-grünem Sekret, der länger als zehn Tage anhält
- Reizhusten oder Husten, der nachts schlimmer wird
- Druckgefühl im Gesicht oder Kopfschmerzen, die Kinder oft nur schwer beschreiben können
- Fieber über 38 Grad Celsius, das nicht abklingen will
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Weniger deutliche Symptome, die mit Alterserscheinungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten verwechselt werden können
- Länger anhaltende Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Verwirrtheit oder Desorientierung, die bei älteren Menschen das einzige Zeichen einer Infektion sein kann
- Verschlechterung bestehender Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD
Ursachen
Hauptursachen
- Viren, die eine Erkältung oder einen Schnupfen auslösen und dabei die Schleimhäute in den Nebenhöhlen anschwellen lassen
- Bakterien, die sich zusätzlich ansiedeln, wenn der Abfluss der Nebenhöhlen blockiert ist
- Allergien wie Heuschnupfen, die die Schleimhäute dauerhaft reizen
- Anatomische Besonderheiten, zum Beispiel eine verkrümmte Nasenscheidewand oder vergrößerte Schleimhautwülste (Polypen)
- Zahnwurzelentzündungen im Oberkiefer, die eine Entzündung der Kieferhöhle begünstigen können
Risikofaktoren
- Häufige Erkältungen oder grippale Infekte
- Allergien und allergischer Schnupfen
- Rauchen oder regelmäßiger Aufenthalt in verrauchter Umgebung
- Trockene Raumluft, die die Schleimhäute austrocknet
- Ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Diabetes oder bestimmte Medikamente
- Druckwechsel beim Tauchen oder Fliegen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlich auftretenden und sehr starken Schmerzen im Gesicht, Kopf oder Auge
- Bei Schwellungen, Rötungen oder Überwärmung der Haut über den Nebenhöhlen
- Wenn die Beschwerden innerhalb weniger Tage stark zunehmen und mit hohem Fieber einhergehen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Symptome wie verstopfte Nase, Gesichtsdruck oder Kopfschmerzen länger als zehn Tage andauern
- Wenn Sie wiederholt, also mehrfach im Jahr, an Nebenhöhlenentzündungen erkranken
- Wenn sich der Nasenausfluss gelb-grün verfärbt und eitrig aussieht
- Wenn Sie abklären lassen möchten, ob eine Allergie oder eine anatomische Besonderheit die Ursache ist
Diagnose
Die Diagnose von Nasennebenhöhlen-Erkrankungen stützt sich in erster Linie auf die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung. Der Arzt tastet das Gesicht ab, leuchtet mit einem Endoskop (einem dünnen Röhrchen mit Kamera) in die Nase und prüft, ob bestimmte Druckpunkte schmerzhaft sind. Ein Röntgenbild wird nicht bei jedem Verdacht gemacht. Es kann aber helfen, wenn die Diagnose unklar ist, Beschwerden trotz Behandlung bestehen bleiben oder der Arzt Komplikationen ausschließen möchte.
Mögliche Untersuchungen
- Ein ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen und mögliche Auslöser (Anamnese)
- Abklopfen und Abtasten der Wangen und der Stirn, um Druckpunkte zu finden
- Untersuchung der Nasengänge mit einem Endoskop (Nasenendoskopie)
- Röntgenaufnahme der Nasennebenhöhlen in mehreren Ebenen
- Bei unklaren oder schweren Befunden kann eine Computertomographie (CT) genauere Bilder liefern
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Röntgenuntersuchung stellen Sie sich bequem vor das Gerät. Der Radiologe positioniert Ihren Kopf so, dass die Nebenhöhlen gut zu sehen sind. Es werden meist zwei bis drei Aufnahmen aus verschiedenen Richtungen gemacht. Sie müssen ruhig stillhalten und für einen kurzen Moment den Atem anhalten. Die Bilder sind schnell auf dem Computer zu sehen. Der Arzt bespricht das Ergebnis in der Regel direkt mit Ihnen oder gibt Ihnen anschließend den Befund mit.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden. Eine akute Entzündung durch Viren heilt meist von selbst aus. Bei einer bakteriellen Infektion kann der Arzt nach bestimmten Kriterien über den Einsatz von Antibiotika entscheiden. Zusätzlich können abschwellende Maßnahmen und viel Flüssigkeit dabei helfen, den Abfluss aus den Nebenhöhlen zu verbessern.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend, am besten Wasser oder ungesüßten Tee, um das Sekret zu verflüssigen
- Inhalieren Sie Wasserdampf, zum Beispiel über einer Schüssel mit warmem Wasser und einem Handtuch über dem Kopf – das befeuchtet die Schleimhäute
- Lüften Sie regelmäßig und sorgen Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit in der Wohnung
- Warme Kompressen auf Wangen und Stirn können den Druck lindern
- Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Kopf, damit das Sekret besser abfließen kann
- Verzichten Sie auf Rauchen und Alkohol, da beides die Schleimhäute reizt
Medizinische Behandlungen
Medikamente sollten immer mit einem Arzt oder in der Apotheke abgestimmt werden. Zu den möglichen Ansätzen gehören abschwellende Nasensprays, die nicht länger als einige Tage angewendet werden sollten, Kochsalz-Spülungen für die Nase, pflanzliche Mittel, die das Sekret lösen, und bei einer nachgewiesenen bakteriellen Infektion ein Antibiotikum nach ärztlicher Verordnung. Bei einer Allergie können kortisonhaltige Nasensprays eingesetzt werden, um die Entzündung direkt in der Nase zu hemmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig. Sie kann infrage kommen, wenn eine chronische Entzündung trotz guter medikamentöser Behandlung über Monate nicht abheilt, wenn Polypen den Abfluss blockieren oder wenn anatomische Verengungen die Ursache sind. Das Ziel ist, die Öffnungen der Nebenhöhlen zu erweitern und den Abfluss dauerhaft zu verbessern.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie zu wiederkehrenden Nebenhöhlen-Beschwerden neigen, ist es hilfreich, alles zu fördern, was die Schleimhäute feucht hält und den Abfluss erleichtert. Das kann die Häufigkeit und Stärke der Schübe verringern. Geeignet sind regelmäßiges Trinken, eine gute Raumluft und – falls eine Allergie vorliegt – eine konsequente Allergiebehandlung.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Rauch und reizende Stäube; tragen Sie bei Bedarf eine Atemschutzmaske
- Stärken Sie Ihr Immunsystem durch ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft und eine ausgewogene Ernährung
- Halten Sie die Nase feucht, zum Beispiel mit Sprays oder Spülungen aus der Apotheke, ohne dauerhaft davon abhängig zu werden
- Behandeln Sie Erkältungen frühzeitig und konsequent, damit sie nicht auf die Nebenhöhlen übergreifen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten versorgt den Körper mit wichtigen Vitaminen und Ballaststoffen. Regelmäßige Bewegung im Alltag, idealerweise im Freien und in nicht zu trockener Umgebung, regt die Durchblutung der Schleimhäute an und unterstützt das Immunsystem. Bei einer akuten Entzündung sollten Sie es körperlich ruhig angehen lassen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Beschwerden in der Nase und den Nebenhöhlen können sehr belastend sein, weil der Schlaf leidet, der Geruchssinn eingeschränkt ist und die Konzentration gestört wird. Das kann Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit auslösen. Es hilft zu wissen, dass solche Beschwerden viele Menschen betreffen und es wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wenn Sie seelisch stark darunter leiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin – sie können Sie dabei unterstützen, passende Hilfe zu finden.
Vorbeugung
Nicht alle Erkrankungen der Nasennebenhöhlen lassen sich verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Dazu gehören eine gute Händehygiene, das Meiden von Menschen mit akuten Atemwegsinfektionen, ausreichend Schlaf und Stressabbau. Auch die gute Behandlung einer zugrunde liegenden Allergie kann vielen Entzündungen vorbeugen.
Impfungen
Bestimmte Impfungen, zum Beispiel gegen Grippe und Pneumokokken, können das Risiko für Atemwegsinfektionen und damit auch für Nebenhöhlenentzündungen verringern. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten, welche Impfungen für Sie persönlich empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
Bei gesunden Menschen ohne Beschwerden wird keine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung der Nasennebenhöhlen durchgeführt. Eine Röntgenuntersuchung wird nur dann angeordnet, wenn konkrete Beschwerden oder ein Verdacht auf eine Erkrankung vorliegen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine akute Entzündung der Nebenhöhlen kann auf die Augenhöhle oder in seltenen Fällen auf die Hirnhäute übergreifen – das ist ein Notfall
- Bei einer chronischen Entzündung können sich Nasenpolypen bilden, welche die Nasenatmung dauerhaft behindern
- Unbehandelte bakterielle Entzündungen können auf mehrere Nebenhöhlen übergreifen und sich ausbreiten
- Wenn die Nebenhöhlen dauerhaft verstopft sind, kann die Entzündung auch auf Zahnwurzeln oder den Knochen übergreifen
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung – durch Selbsthilfemaßnahmen, Medikamente oder in seltenen Fällen eine Operation – ist die Prognose in den meisten Fällen sehr gut. Akute Entzündungen heilen in der Regel vollständig aus, chronische Beschwerden lassen sich meist gut kontrollieren. Die Röntgenuntersuchung kann dabei helfen, die Ursache zu erkennen, ist aber nur ein Baustein im Gesamtkonzept.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.