Stress-CT: So bereiten Sie sich richtig vor
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Stress-CT (Belastungs-Computertomografie) ist eine besondere Röntgenuntersuchung des Herzens. Dabei wird das Herz durch ein Medikament oder körperliche Belastung vorübergehend stärker gefordert – ähnlich wie bei sportlicher Anstrengung. Mit dem Computertomografen werden dann Bilder erstellt, die zeigen, ob das Herzmuskelgewebe bei dieser Belastung ausreichend mit Blut versorgt wird.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert meist zwischen 20 und 45 Minuten.
- Sie läuft unter ständiger ärztlicher Überwachung ab.
- Es wird Kontrastmittel über eine Vene gegeben, damit die Gefäße gut sichtbar werden.
In Deutschland ist das Stress-CT ein etabliertes Verfahren, um Durchblutungsstörungen des Herzens abzuklären – besonders wenn andere Belastungstests nicht eindeutig waren.
Es kommt vor allem bei Menschen zum Einsatz, die unter Brustschmerzen, Luftnot oder einem unklaren Belastungs-EKG leiden. Auch Menschen mit Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck können davon betroffen sein.
Symptome
- Starke, anhaltende Brustschmerzen, die länger als 5 Minuten dauern
- Schmerzen, die in den linken Arm, Schulter, Rücken oder Kiefer ausstrahlen
- Atemnot in Ruhe, die nicht nachlässt
- Bewusstlosigkeit oder Kreislaufstillstand
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen bei Belastung
- ⚠Zunehmende Luftnot bei normaler Tätigkeit
- ⚠Ohnmachtsanfall unklarer Ursache
Häufige Symptome
- Druck- oder Engegefühl in der Brust bei Anstrengung
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Müdigkeit oder Schwächegefühl
- Herzstolpern oder spürbares Herzrasen
Symptome bei Kindern
- Herzprobleme bei Kindern sind selten. Falls sie auftreten, zeigen sich Symptome oft beim Spielen oder Sport: schnelles Ermüden, Husten oder eine bläulich verfärbte Lippen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann sich eine Minderdurchblutung des Herzens durch unklare Schwäche, Verwirrtheit oder Bauchschmerzen bemerkbar machen – nicht immer durch den klassischen Brustschmerz.
Ursachen
Hauptursachen
- Die häufigste Ursache ist die Verengung der Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose – also durch Ablagerungen in den Gefäßen.
- Ein Gefäßkrampf kann die Durchblutung ebenfalls kurzzeitig verringern.
- In seltenen Fällen führen angeborene Gefäßveränderungen zu einer Minderdurchblutung des Herzens.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Bluthochdruck
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Familiäre Vorbelastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie unter Belastung wiederholt Brustschmerzen oder ein Engegefühl verspüren
- Wenn Sie nachts mit Atemnot aufwachen
- Wenn sich Ihre Leistungsfähigkeit plötzlich deutlich verschlechtert
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Risikofaktoren haben und eine Herz-Vorsorgeuntersuchung wünschen
- Wenn Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin Sie zu einem Belastungs-EKG schickt und die Ergebnisse unklar sind
Diagnose
Die Abklärung beginnt meist mit der Krankengeschichte, einer körperlichen Untersuchung und einem Ruhe-EKG. Wenn der Verdacht auf verengte Herzkranzgefäße besteht, kann Ihr Behandlungsteam ein Stress-CT veranlassen. Auch die Nationale Versorgungsleitlinie zur koronaren Herzkrankheit, die von der AWMF unterstützt wird, empfiehlt bildgebende Verfahren wie dieses, um eine belastbare Diagnose zu stellen.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG und Belastungs-EKG
- Blutuntersuchung, zum Beispiel auf Herzenzyme
- Stress-CT (Belastungs-Computertomografie)
- Gegebenenfalls Herzkatheter-Untersuchung zur weiteren Abklärung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem Test sollten Sie einige Stunden nichts Schweres essen – Ihr Team sagt Ihnen genau, wie lange Sie nüchtern bleiben sollen. Verzichten Sie mindestens 12 Stunden auf Koffein (Kaffee, Tee, Energydrinks, Schokolade), weil Koffein die Wirkung der Stressmedikamente abschwächen kann. Tragen Sie bequeme Kleidung. Während der Untersuchung liegen Sie auf einer Liege, Elektroden kleben auf Brust und Bauch. Über eine Venenkanüle bekommen Sie ein Medikament, das den Herzschlag wie bei körperlicher Belastung steigert. Ein Wärme- oder Druckgefühl ist normal und klingt nach wenigen Minuten ab. Danach wird Kontrastmittel gespritzt und die CT-Bilder entstehen in Sekunden. Im Anschluss werden Sie noch etwa 15 bis 30 Minuten beobachtet.
Behandlung
Falls sich bei dem Stress-CT eine Durchblutungsstörung des Herzens bestätigt, richtet sich die Behandlung nach der Schwere der Veränderung und Ihren Begleiterkrankungen. In der Regel kommen ein gesunder Lebensstil, Medikamente und – bei stärkeren Verengungen – Eingriffe wie eine Gefäßaufdehnung oder eine Bypass-Operation in Betracht. Ihr Behandlungsteam erstellt gemeinsam mit Ihnen einen persönlichen Plan.
Selbsthilfe zu Hause
- Auf das Rauchen verzichten
- Sich nach Rücksprache mit dem Behandlungsteam regelmäßig bewegen
- Für ausreichend Schlaf und Erholung sorgen
- Das eigene Gewicht im gesunden Bereich halten
Medizinische Behandlungen
Medikamente können das Herz entlasten, den Blutdruck senken oder die Bildung von Blutgerinnseln verhindern. Welche Wirkstoffe für Sie infrage kommen, entscheidet allein Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Lassen Sie sich Wirkung, mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen gut erklären – auch mit Blick auf Ihre anderen Medikamente.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei stark verengten Herzkranzgefäßen kann ein Eingriff nötig sein. Entweder wird das verengte Gefäß mit einem Ballon erweitert und oft eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt, oder es wird eine Bypass-Operation durchgeführt. Diese Entscheidung fällt nicht beim Stress-CT selbst, sondern später im ausführlichen Gespräch mit Ihrem Behandlungsteam.
Leben mit der Erkrankung
Wenn bei Ihnen eine Herzerkrankung festgestellt wurde, bedeutet das nicht, dass Ihr Leben vorbei ist. Viele Menschen leben damit lange und beschwerdearm. Entscheidend sind die regelmäßige ärztliche Kontrolle, ein guter Umgang mit Stress und ein Leben im für Sie passenden Tempo.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen
- Stress reduzieren durch Entspannungsübungen, Musik oder Zeit in der Natur
- Medikamente genau nach Anweisung einnehmen und Check-ups wahrnehmen
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung enthält viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und gesunde Fette aus Nüssen oder Olivenöl. Reduzieren Sie Salz und stark verarbeitete Lebensmittel. Bewegen Sie sich idealerweise an den meisten Tagen der Woche etwa 30 Minuten – zum Beispiel in fünf Einheiten. Stimmen Sie das Trainingspensum vorher mit Ihrem Behandlungsteam ab.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Herzerkrankung kann Angst, Unsicherheit oder Niedergeschlagenheit auslösen. Das ist verständlich. Psychologische Unterstützung, ein offenes Gespräch mit Angehörigen oder der Austausch mit anderen Betroffenen können sehr entlastend sein. Wenn Sie sich länger belastet fühlen, sprechen Sie Ihre Hausarztpraxis darauf an.
Vorbeugung
Durchblutungsstörungen des Herzens lassen sich nicht vollständig verhindern. Mit einem gesunden Lebensstil, dem Vermeiden von Stress und der konsequenten Behandlung von Risikofaktoren sinkt das Risiko jedoch deutlich.
Früherkennungsprogramme
Sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis, ob eine Herz-Vorsorgeuntersuchung für Sie sinnvoll ist – insbesondere wenn Bluthochdruck, Diabetes oder Herzkrankheiten in Ihrer Familie vorkommen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann eine Durchblutungsstörung des Herzens zu einem Herzinfarkt führen
- Es kann eine Herzschwäche entstehen – das bedeutet, das Herz pumpt nicht mehr kräftig genug
- Herzrhythmusstörungen sind möglich
Langzeitprognose
Wird die Erkrankung früh erkannt und behandelt, lässt sich die Prognose meist deutlich verbessern. Die moderne Herzmedizin bietet viele Möglichkeiten – und ein Stress-CT ist ein wichtiger Schritt, um überhaupt Klarheit zu bekommen. Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrem Behandlungsteam und fragen Sie so lange, bis Sie alles verstanden haben.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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