Sehnenultraschall verstehen: Wann wird er gemacht und wie läuft er ab?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Sehnenultraschall ist eine schmerzlose Untersuchung. Mit Schallwellen macht der Arzt Sehnen und umliegendes Gewebe auf einem Bildschirm sichtbar. Sehnen sind feste, aber elastische Bänder, die Muskeln und Knochen verbinden.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung verwendet keine Röntgenstrahlen und ist gesundheitlich unbedenklich.
- Sie zeigt, ob eine Sehne verdickt, entzündet oder eingerissen ist.
- Der Arzt kann die Sehne während der Untersuchung bewegen lassen – so erkennt er auch, wie sie unter Belastung funktioniert.
- Oft dauert der Termin nicht länger als eine halbe Stunde.
Ja. Bei Schmerzen an Schulter, Ellbogen, Handgelenk, Knie oder Ferse wird eine Ultraschalluntersuchung häufig empfohlen, um die Sehnen zu beurteilen.
Die Untersuchung ist für Menschen aller Altersgruppen geeignet – vom sportlich aktiven Teenager bis zur älteren Person mit Verschleißerscheinungen.
Symptome
- Ein hörbares Schnappen in der Sehne und danach können Sie das Gelenk nicht mehr bewegen – rufen Sie sofort die 112 an.
- Eine sichtbare Deformität oder ein Taubheitsgefühl einer Gliedmaße – rufen Sie sofort die 112 an.
- Eine stark blutende offene Wunde nach einem Unfall – rufen Sie sofort die 112 an.
- ⚠Plötzlich auftretender starker Schmerz mit Schwellung – suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe.
- ⚠Sie können einen Finger, eine Zehe oder ein Gelenk nicht mehr aktiv bewegen – wenden Sie sich noch am selben Tag an eine ärztliche Praxis oder Notaufnahme.
Häufige Symptome
- Schmerzen an der betroffenen Sehne – zum Beispiel an der Schulter oder Ferse
- Schwellung oder ein Gefühl der Dicke an der Stelle
- Schwäche beim Heben, Greifen oder Auftreten
- Steifheit nach dem Aufstehen oder nach Ruhephasen
- Ein spürbares Knirschen oder Reiben bei Bewegungen
Symptome bei Kindern
- Beschwerden an der Ferse, besonders nach Wachstumsschüben
- Schwellung oder Schmerzen nach Sportunfällen oder Stürzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen in der Schulter beim Heben des Arms oder beim Anziehen
- Gefühl der Kraftlosigkeit im Arm oder Bein
- Schmerzen am äußeren Ellbogen, die auch ohne Tennisspielen auftreten
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung durch wiederholte Bewegungen – zum Beispiel bei Sport, Gartenarbeit oder Handwerk
- Akute Verletzungen wie Stürze, Umknicken oder direkte Stöße
- Altersbedingter Verschleiß: Sehnen werden mit den Jahren dünner und anfälliger
Risikofaktoren
- Sportarten mit schnellen Richtungswechseln oder Sprüngen
- Berufliche Tätigkeiten mit einseitigen Belastungen
- Rauchen – es verschlechtert die Durchblutung von Sehnen
- Erkrankungen wie Diabetes oder Rheuma
- Einige Medikamente können die Sehnen anfälliger machen – fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche Schwäche oder Unfähigkeit, ein Gelenk zu bewegen
- Starke Schmerzen nach einem Unfall oder Sturz
- Schwellung mit starkem Bluterguss
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Schmerzen in einer Sehne, die nach zwei Wochen nicht besser werden
- Wiederkehrende Beschwerden bei bestimmten Bewegungen
- Sie benötigen eine ärztliche Freigabe für den Sport, nachdem Sie eine Sehnenverletzung erlitten haben
Diagnose
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Danach tastet die Ärztin oder der Arzt die schmerzende Stelle ab und prüft die Beweglichkeit. Wenn eine Sehnenverletzung vermutet wird, wird ein Ultraschall gemacht. Dafür wird ein Schallkopf mit etwas Gel auf die Haut gesetzt. Die Schallwellen zeigen auf einem Bildschirm, wie Sehnen und umliegende Strukturen aussehen.
Mögliche Untersuchungen
- Sehnenultraschall (auch Sonografie genannt)
- Bewegungstests und Krafttests
- Gelegentlich zusätzliche Untersuchungen wie MRT – nur wenn nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist offen und dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Sie liegen oder sitzen bequem. Der Arzt oder die Ärztin bewegt den Schallkopf über die Haut. Sie spüren nur einen leichten Druck. Danach können Sie sofort wieder in den Alltag zurück. Das Gel lässt sich einfach abwaschen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß der Sehnenschädigung. Zuerst kommen meist schonende Methoden zum Einsatz – zum Beispiel Ruhe, Physiotherapie und eine schrittweise Rückkehr zur Bewegung. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erstellt mit Ihnen einen individuellen Plan.
Selbsthilfe zu Hause
- Gönnen Sie der Sehne Pausen, aber bewegen Sie sie so viel, wie es schmerzfrei möglich ist.
- Bei akuter Schwellung hilft Kühlen – zum Beispiel mit einem feuchten Tuch über einem Kühlkissen, 15 bis 20 Minuten.
- Lagern Sie die betroffene Stelle hoch.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, bevor Sie Schmerzmittel einnehmen.
Medizinische Behandlungen
Ihr medizinisches Team kann Ihnen Physiotherapie verschreiben. Auch Injektionen oder entzündungshemmende Behandlungen können in manchen Fällen helfen – aber was bei Ihnen sinnvoll ist, entscheidet allein die medizinische Fachperson. Bitte fragen Sie nach, wenn Sie unsicher sind.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist meist nur dann ein Thema, wenn die konservative Behandlung nicht geholfen hat oder ein Sehnenriss vollständig ist. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die Chancen und Risiken genau mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Sehnen heilen langsam. Auch nach einer erfolgreichen Behandlung kann es einige Monate dauern, bis Sie das Gefühl haben, dass alles wieder normal ist. Planen Sie kleine realistische Ziele und überfordern Sie sich nicht auf einmal.
Tipps für den Alltag
- Integrieren Sie Aufwärmübungen fest in Ihren Sportalltag.
- Bauen Sie Fehlhaltungen am Arbeitsplatz ab – zum Beispiel durch ergonomische Hilfsmittel.
- Hören Sie auf Ihren Körper und gönnen Sie sich bewusst Erholungsphasen.
Ernährung und Bewegung
Eine proteinreiche Ernährung – zum Beispiel mit Hülsenfrüchten, Milchprodukten oder Eiern – unterstützt die Regeneration des Gewebes. Leichte Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen kann helfen, den Körper in Bewegung zu halten. Besprechen Sie konkrete Übungen mit einem Physiotherapeuten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Länger anhaltende Sehnenschmerzen können an der Stimmung zehren. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass der Umgang mit Schmerzen psychisch anstrengend ist. Suchen Sie sich Mitmenschen, mit denen Sie darüber sprechen. Und denken Sie daran: Wenn Sie sich sehr belastet fühlen oder schon nicht mehr leben möchten, wenden Sie sich sofort an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt oder rufen Sie die 112 an – Sie sind nicht allein.
Vorbeugung
Ganz verhindern kann man Sehnenverletzungen nicht, aber das Risiko deutlich senken: durch Aufwärmen, Kräftigung, passende Ausrüstung und eine gute Technik bei Sport und Arbeit.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen, die den Alltag einschränken
- Eine Vergrößerung des bestehenden Risses oder ein kompletter Sehnenriss
- Muskelschwund, weil Sie die betroffene Stelle unbewusst nicht mehr nutzen
Langzeitprognose
Die Aussichten sind meist gut. Mit der richtigen Behandlung – egal ob konservativ oder operativ – erholen sich die meisten Menschen deutlich. Es braucht Geduld und konsequente Mitarbeit bei Übungen und Pausen. Lassen Sie sich von Ihrem medizinischen Team begleiten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.