Röntgen von Sehnen: Das Wichtigste verständlich erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Röntgenaufnahme ist ein Verfahren, mit dem man mit Röntgenstrahlen Bilder aus dem Körperinneren erstellt. Sehnen selbst sind auf Röntgenbildern nicht direkt zu sehen, weil sie weich sind und sich von anderen Geweben kaum abheben. Trotzdem kann ein Röntgenbild bei Sehnenbeschwerden wichtige Hinweise geben – zum Beispiel auf Verkalkungen, Knochenausziehungen oder Verschleißerscheinungen.
Wichtige Fakten
- Sehnen sind auf Röntgenbildern nicht direkt sichtbar, weil sie aus Weichteilgewebe bestehen.
- Röntgen zeigt vor allem Knochen und Kalziumablagerungen – daher erkennt man indirekte Zeichen an Sehnen.
- Bei Verdacht auf einen Sehnenriss wird oft eine Ultraschall- oder Kernspintomographie (MRT) gemacht.
Röntgenaufnahmen gehören zu den häufigsten bildgebenden Untersuchungen. Auch bei Sehnenbeschwerden werden sie oft eingesetzt, um Knochenverletzungen oder andere Ursachen auszuschließen.
Menschen jeden Alters können Sehnenbeschwerden haben. Eine Röntgenaufnahme wird besonders bei Erwachsenen mit Schmerzen in Schulter, Knie, Ferse oder anderen Gelenken gemacht. Bei Kindern, Jugendlichen und Schwangeren wird Röntgen nur dann eingesetzt, wenn es unbedingt nötig ist.
Symptome
- Plötzlicher, sehr starker Schmerz – zum Beispiel mit knackendem Geräusch
- Unfähigkeit, ein Gelenk oder eine Sehne zu belasten
- Sichtbare Verformung oder unnatürliche Stellung eines Glieds
- Taubheitsgefühl oder Blässe einer Hand oder eines Fußes
- ⚠Starke Schwellung mit Rötung und Überwärmung
- ⚠Schmerzen, die sich trotz Schonung nach einigen Tagen verschlimmern
- ⚠Fieber zusammen mit Gelenk- oder Sehnenschmerzen
Häufige Symptome
- Schmerzen in der Nähe eines Gelenks, die bei Bewegung stärker werden
- Eingeschränkte Beweglichkeit oder Kraftverlust
- Schwellung oder Druckempfindlichkeit entlang einer Sehne
- Gefühl von Reiben, Knirschen oder Blockieren beim Bewegen
Symptome bei Kindern
- Schonhaltung oder Hinken ohne erkennbaren Grund
- Schmerzen nach einem Sturz oder Sportverletzung
- Schwellung oder Überwärmung an einem Gelenk
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verschleißbedingte Schmerzen bei Belastung
- Verkalkungen in der Schulter (Kalkschulter) mit Bewegungsschmerz
- Steifigkeit am Morgen oder Anlaufschmerz in der Ferse
Ursachen
Hauptursachen
- Verkalkungen in einer Sehne, zum Beispiel bei der Kalkschulter
- Verschleißerscheinungen an Knochen und Gelenken (Arthrose)
- Knochenausziehungen, etwa ein Fersensporn
- Nach einer Verletzung: Knochenbrüche oder Sehnenrisse (indirekte Zeichen)
Risikofaktoren
- Zunehmendes Alter
- Wiederholte einseitige Belastung oder Überlastung
- Sportarten mit Sprüngen oder schnellen Richtungswechseln
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit nach einem Sturz oder Unfall
- Verdacht auf eine schwere Verletzung – dann sofort in die Notaufnahme
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Beschwerden, die länger als eine Woche anhalten
- Schmerzen, die den Alltag oder den Schlaf beeinträchtigen
- Sie möchten abklären lassen, ob eine ernsthafte Ursache vorliegt
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und untersucht Sie körperlich. Dazu gehören gezielte Bewegungs- und Drucktests. Wenn nötig, wird eine Röntgenaufnahme veranlasst. Dabei werden meist zwei oder mehr Aufnahmen aus verschiedenen Richtungen gemacht.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit gezielten Bewegungstests
- Röntgenaufnahme in mindestens zwei Ebenen
- Ultraschall zur direkten Beurteilung von Sehnen und Weichteilen
- Magnetresonanztomographie (MRT) bei Verdacht auf Sehnenrisse oder tiefe Veränderungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Röntgenuntersuchung dauert nur wenige Minuten. Sie liegen auf einem Tisch oder sitzen, die betroffene Stelle wird vor das Gerät gelegt. Sie müssen kurz stillhalten. Eine Röntgenschürze schützt den Rest des Körpers. Die Person, die die Aufnahme macht, geht dabei in einen Nebenraum, behält Sie aber über Lautsprecher und Fenster im Blick. Danach werten die Ärzte die Bilder aus und besprechen die Ergebnisse mit Ihnen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der genauen Ursache Ihrer Beschwerden. Eine Röntgenaufnahme allein heilt nichts – sie hilft Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, die passende Behandlung zu wählen.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie die betroffene Stelle, aber bewegen Sie sie vorsichtig weiter, wenn es möglich ist
- Kühlen Sie bei akuten Entzündungen oder Schwellungen
- Wärme kann bei Verspannungen und chronischen Schmerzen helfen – aber nicht bei frischen Verletzungen
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund kommen Physiotherapie, gezielte Dehnübungen oder entzündungshemmende Behandlungen in Betracht. Manchmal helfen Injektionen oder Stoßwellentherapie. Bei starken Verkalkungen oder Rissen kann ein kleiner Eingriff notwendig sein. Welche Behandlung für Sie sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig – etwa wenn eine Sehne vollständig gerissen ist oder eine massive Verkalkung dauerhaft starke Schmerzen verursacht.
Leben mit der Erkrankung
Sehnen brauchen Zeit zum Heilen. Hören Sie auf Ihren Körper und vermeiden Sie Bewegungen, die starke Schmerzen auslösen. Machen Sie regelmäßig Pausen und steigern Sie Belastungen langsam.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige, sanfte Bewegung ist besser als dauerhafte Schonung
- Wärmen Sie sich vor dem Sport auf
- Achten Sie auf eine ergonomische Haltung am Arbeitsplatz und im Alltag
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten unterstützt das Gewebe. Für Sehnen sind Übungen mit geringer Belastung wie Schwimmen, Radfahren oder Yoga oft gut geeignet. Lassen Sie sich von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten einen Trainingsplan erstellen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Schmerzen können müde machen und Stimmung und Schlaf beeinflussen. Das ist verständlich. Suchen Sie sich Unterstützung, wenn es Sie belastet – auch ein Gespräch mit der Hausärztin oder eine psychologische Beratung kann helfen.
Vorbeugung
Nicht alle Sehnenprobleme lassen sich verhindern, aber das Risiko sinkt mit ausgewogener Belastung, ausreichenden Erholungspausen und guter Technik im Sport. Steigern Sie Trainingsumfang und -intensität immer langsam.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein übersehener Knochenbruch kann schlecht heilen
- Aus einer akuten Sehnenentzündung kann eine chronische Schmerzerkrankung werden
- Dauerhafte Bewegungseinschränkungen oder Kraftverlust sind möglich
Langzeitprognose
Mit der richtigen Diagnose und Behandlung sind die Aussichten meist gut. Viele Sehnenbeschwerden bessern sich innerhalb von Wochen bis Monaten. Auch wenn ein Röntgenbild nicht alle Antworten gibt, ist es ein wichtiger erster Schritt, um die richtige Hilfe zu bekommen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.