Tinnitus: So bereiten Sie sich auf eine CT-Untersuchung vor
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Tinnitus ist die Wahrnehmung von Geräuschen im Ohr oder im Kopf, die keine äußere Schallquelle haben. Oft wird es als Pfeifen, Rauschen oder Brummen beschrieben. Eine CT-Untersuchung ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, die detaillierte Bilder von Ihrem Körper erstellt. Sie kann helfen, bestimmte Ursachen von Ohrgeräuschen im Kopf- und Halsbereich zu erkennen.
Wichtige Fakten
- Tinnitus ist ein Symptom und keine eigenständige Erkrankung.
- Eine CT-Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten und ist schmerzfrei.
- Die meisten Tinnitus-Formen sind harmlos und können gut bewältigt werden.
Ja, Tinnitus ist weit verbreitet. In Deutschland hat etwa jeder zehnte Erwachsene schon einmal ein Ohrgeräusch wahrgenommen.
Tinnitus kann Menschen jeden Alters betreffen, tritt aber häufiger bei älteren Erwachsenen auf. Auch Menschen mit Lärmbelastung, Stress oder Hörverlust sind öfter betroffen.
Symptome
- Plötzlicher Hörverlust – wählen Sie sofort den Notruf 112
- Tinnitus mit Lähmungserscheinungen im Gesicht oder an einer Körperhälfte – sofort 112 anrufen
- Tinnitus nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma – sofort 112 anrufen
- Starke Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit – sofort 112 anrufen
- ⚠Plötzlich auftretender oder einseitiger Tinnitus, der länger als einige Minuten anhält
- ⚠Tinnitus mit Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen
- ⚠Ohrgeräusche nach einem Sturz oder einem Schlag auf den Kopf
Häufige Symptome
- Pfeifen, Rauschen, Brummen oder Klingeln im Ohr oder im Kopf
- Ein- oder beidseitig auftretend
- Anhaltend oder in Schüben
- Manchmal verbunden mit Hörverlust, Schwindel oder Druckgefühl im Ohr
Symptome bei Kindern
- Kinder berichten Ohrgeräusche seltener von selbst
- Zeichen können Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten oder Schlafprobleme sein
- Manche Kinder beschreiben das Geräusch als Summen oder Klingeln
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufig mit altersbedingtem Hörverlust verbunden
- Kann mit Schwindel und Gleichgewichtsstörungen einhergehen
- Geräusche werden besonders in ruhigen Momenten als störend empfunden
Ursachen
Hauptursachen
- Schädigungen des Innenohrs, zum Beispiel durch Lärm oder Alter
- Durchblutungsstörungen im Ohrbereich
- Entzündungen oder Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich
- Bestimmte Medikamente, die das Ohr schädigen können (ototoxische Medikamente)
- Starke seelische Belastung oder Stress
- Sehr selten: Tumore oder Gefäßveränderungen im Kopfbereich, die ein CT aufdecken kann
Risikofaktoren
- Hohe Lärmbelastung im Beruf oder bei Freizeitaktivitäten
- Zunehmendes Alter
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Stress, Erschöpfung oder Schlafprobleme
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Tinnitus plötzlich auftritt oder nur auf einem Ohr zu hören ist
- Wenn der Tinnitus mit Hörverlust, Schwindel oder Übelkeit verbunden ist
- Wenn die Ohrgeräusche nach einer Kopf- oder Ohrverletzung auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ohrgeräusche länger als einige Tage anhalten
- Wenn sie den Alltag, die Konzentration oder den Schlaf erheblich stören
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst ausführlich nach Ihren Beschwerden und untersucht Ohren, Hals und Nerven. Eine CT-Untersuchung kann sinnvoll sein, um bestimmte Ursachen auszuschließen – zum Beispiel Veränderungen an Knochen, Nerven oder Blutgefäßen im Bereich des Ohrs und des Schädels.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden (Anamnese)
- Untersuchung der Ohren mit einem Ohr-Mikroskop (Otoskopie)
- Hörtest (Audiometrie)
- Bei Bedarf: CT-Untersuchung des Schädels oder des Felsenbeins
- In manchen Fällen zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRT)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für die CT-Untersuchung liegen Sie auf einer Liege, die durch ein ringförmiges Gerät gefahren wird. Sie dauert meist nur wenige Minuten und ist schmerzfrei. Bitte lassen Sie Schmuck, Brillen, Haarnadeln, Hörgeräte und alle Metallteile vorher absetzen, denn Metall kann die Bilder stören. Je nach Fragestellung wird ein Kontrastmittel über die Armvene gespritzt. Nüchternheit ist meist nicht nötig, aber klären Sie das vorher mit dem medizinischen Personal. Während der Untersuchung bekommen Sie gegebenenfalls Gehörschutz. Sie können über eine Gegensprechanlage sprechen. Nach der Untersuchung können Sie normal weiterarbeiten, sofern Sie kein Beruhigungsmittel erhalten haben.
Behandlung
Eine Therapie, die Tinnitus in jedem Fall beseitigt, gibt es nicht. Ziel ist es, eine mögliche Ursache zu behandeln und die Belastung im Alltag zu verringern. Häufig hilft eine Kombination aus Beratung, Entspannungsverfahren und gegebenenfalls Hörhilfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung oder Yoga
- Schützen Sie Ihre Ohren in lauter Umgebung, zum Beispiel mit Ohrstöpseln
- Ablenkung durch leise Musik oder angenehme Umgebungsgeräusche
- Ausreichend Schlaf und ein regelmäßiger Tagesrhythmus
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und wird individuell geplant. Dazu gehören zum Beispiel eine Hörgeräteversorgung bei Hörverlust, eine Klangtherapie oder ein Habituationstraining, bei dem Sie lernen, das Ohrgeräusch weniger zu beachten. Auch eine Psychotherapie kann helfen, besser mit dem Tinnitus zu leben. Medikamente werden nur in bestimmten Situationen und auf ärztliche Verordnung eingesetzt. Nehmen Sie niemals auf eigene Faust Medikamente ein – besprechen Sie immer zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, was für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, zum Beispiel wenn eine klar erkennbare Ursache vorliegt, die sich operativ beheben lässt. Ihr Behandlungsteam wird dies mit Ihnen individuell besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Tinnitus kann besonders in ruhigen Momenten belastend sein. Viele Menschen empfinden eine leise Hintergrundmusik oder ein gleichmäßiges Geräusch als angenehm. Versuchen Sie, das Ohrgeräusch nicht ständig zu kontrollieren – oft hilft es, Ihre Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung im Alltag, zum Beispiel Spaziergänge
- Stress reduzieren durch Atemübungen oder Meditation
- Auf übermäßigen Koffein- und Nikotinkonsum verzichten
- Feste Schlafenszeiten einhalten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung unterstützen die Durchblutung und das Nervensystem. Es gibt keine spezielle Diät gegen Tinnitus, aber ein gesunder Lebensstil kann die Beschwerden indirekt lindern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Tinnitus kann zu Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen, Ängsten und Stimmungsschwankungen führen. Das ist verständlich. Wenn Sie merken, dass die Ohrgeräusche Sie seelisch stark belasten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch eine psychotherapeutische Unterstützung kann sinnvoll sein. Sollten Sie akute Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid haben, suchen Sie sofort Hilfe – zum Beispiel über die Telefonseelsorge oder die nächste psychiatrische Notaufnahme. Sie müssen nicht alleine bleiben.
Vorbeugung
Ganz verhindern lässt sich Tinnitus nicht. Sie können das Risiko aber senken, indem Sie Ihre Ohren vor Lärm schützen, Stress vermeiden oder reduzieren und auf eine gute Durchblutung achten.
Impfungen
Bestimmte Impfungen können in seltenen Fällen vor Infektionen schützen, die das Ohr betreffen können. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten, ob für Sie empfohlene Impfungen sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening auf Tinnitus. Regelmäßige Hörtests – zum Beispiel beim HNO-Arzt – können helfen, Hörschäden frühzeitig zu erkennen und die Ohren zu schützen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltender Tinnitus kann zu Schlafstörungen führen
- Mögliche Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- Zunehmende seelische Belastung bis hin zu Depressionen
- Wenn eine ursächliche Erkrankung vorliegt und unbehandelt bleibt, kann sie fortschreiten
Langzeitprognose
Bei den meisten Menschen ist Tinnitus harmlos und geht oft von selbst zurück. Auch wenn er bestehen bleibt: Mit der richtigen Unterstützung und Beratung können die meisten Menschen lernen, gut damit zu leben. Tinnitus ist selten ein Zeichen einer lebensbedrohlichen Erkrankung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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