Ultrasound pelvis patient guide
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Beckenultraschall-Untersuchung (auch Sonografie des Beckens genannt) ist eine schmerzfreie, bildgebende Methode, bei der mit Schallwellen die Organe im unteren Bauchbereich (Becken) dargestellt werden. Dazu gehören bei Frauen die Gebärmutter, Eierstöcke und Harnblase, bei Männern die Prostata, Samenbläschen und Harnblase, sowie bei beiden Geschlechtern der Darmabschnitt und die Lymphknoten im Becken.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.
- Sie dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten.
- Es gibt zwei Zugangswege: von außen über die Bauchdecke (transabdominal) oder von innen über die Scheide (transvaginal) beziehungsweise den Enddarm (transrektal).
- Eine volle Harnblase ist für die transabdominale Untersuchung nötig, damit die Schallwellen besser leiten.
Ja, die Beckensonografie gehört zu den häufigsten Ultraschalluntersuchungen in der Gynäkologie, Urologie und Radiologie. Sie wird routinemäßig eingesetzt und ist sehr gut erforscht.
Menschen jeden Alters können eine Beckenultraschall-Untersuchung erhalten – sowohl Frauen als auch Männer. Bei Kindern wird sie seltener, aber zum Beispiel bei Verdacht auf Fehlbildungen oder Schmerzen im Beckenbereich durchgeführt.
Symptome
- Plötzlich auftretende, starke Unterleibsschmerzen (mögliche Eileiterschwangerschaft oder Zystenruptur)
- Starke, nicht stillbare Blutungen aus der Scheide
- Kreislaufbeschwerden wie Schwindel oder Ohnmacht
- Zeichen einer schweren Infektion wie Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit
- ⚠Anhaltende, mäßige Schmerzen im Unterbauch
- ⚠Neue oder sich verschlechternde Blutungen
- ⚠Schmerzen beim Wasserlassen mit Fieber
- ⚠Verdacht auf einen Harnstau (zum Beispiel plötzlich kein Urin mehr möglich)
Häufige Symptome
- Unterleibsschmerzen oder Druckgefühl
- Unregelmäßige oder schmerzhafte Regelblutungen
- Ausfluss oder Blutungen außerhalb der Periode
- Schmerzen beim Wasserlassen oder vermehrter Harndrang
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen, die nicht verschwinden
- Schmerzen beim Wasserlassen
- ungewöhnliche Schwellung im Unterbauch
- verzögerte oder ausbleibende Pubertätsentwicklung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder unvollständige Blasenentleerung
- Blut im Urin
- neu auftretende Schmerzen im Becken oder unteren Rücken
- Verdacht auf Prostatabeschwerden (bei Männern)
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Beckenultraschall-Untersuchung wird durchgeführt, um mögliche Ursachen von Symptomen zu finden – zum Beispiel Myome (gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter), Zysten an den Eierstöcken, vergrößerte Prostata oder Harnsteine.
- Sie dient auch der Früherkennung von Veränderungen wie Tumoren oder Entzündungen.
Risikofaktoren
- Es gibt keine spezifischen Risikofaktoren für die Untersuchung selbst – sie ist sehr sicher.
- Risikofaktoren für Erkrankungen, die eine Beckenultraschall-Untersuchung nötig machen können, sind unter anderem familiäre Vorbelastung (z. B. Eierstockkrebs), Übergewicht, Rauchen oder ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche, starke Schmerzen oder Blutungen (siehe Notfallsymptome)
- Fieber mit Unterleibsschmerzen
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen mit Schmerzen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt oder Urologen (abhängig von Alter und Risikofaktoren)
- Wiederholungskontrolle bei bekannten Befunden wie Zysten oder Myomen
- Vor einer Schwangerschaft oder in der Frühschwangerschaft zur Lagekontrolle
Diagnose
Die Beckenultraschall-Untersuchung wird von einem Arzt oder einer Ärztin (meist Fachärzte für Gynäkologie, Urologie oder Radiologie) durchgeführt. Je nach Fragestellung gibt es zwei oder drei Zugangswege: über die Bauchdecke (transabdominal) oder über die Scheide (transvaginal) beziehungsweise den Enddarm (transrektal). Vor der transabdominalen Untersuchung müssen Sie eine Stunde vorher etwa einen Liter Wasser trinken und die Blase nicht entleeren, damit der Schall besser leitet.
Mögliche Untersuchungen
- Transabdominaler Beckenultraschall (von außen auf die Bauchdecke)
- Transvaginaler Beckenultraschall (von innen über die Scheide – wird oft zur genaueren Darstellung der Gebärmutter und Eierstöcke eingesetzt)
- Transrektaler Beckenultraschall (über den Enddarm, meist bei Männern zur Prostatauntersuchung)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen während der Untersuchung auf einer Liege. Bei der transabdominalen Untersuchung wird etwas Gel auf die Bauchdecke aufgetragen und ein Schallkopf darüber bewegt. Das ist völlig schmerzfrei. Bei der transvaginalen Untersuchung wird ein schmaler, mit einem Kondom überzogener Schallkopf in die Scheide eingeführt – das kann sich etwas ungewohnt anfühlen, tut aber nicht weh. Die Untersuchung dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Nach der Untersuchung können Sie sofort wieder nach Hause gehen.
Behandlung
Die Beckenultraschall-Untersuchung selbst ist nur eine diagnostische Methode. Falls sie einen auffälligen Befund zeigt, leitet Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die passende Behandlung ein. Die Behandlung richtet sich nach der genauen Ursache.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie vor der Untersuchung ausreichend Wasser (wie angewiesen).
- Tragen Sie bequeme Kleidung, die Sie schnell ablegen können.
- Fragen Sie vorher bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin nach, ob Sie Medikamente einnehmen dürfen (in der Regel ja).
Medizinische Behandlungen
Mögliche Behandlungen nach einem auffälligen Befund umfassen hormonelle Therapien, Antibiotika bei Infektionen, oder minimal-invasive Eingriffe wie eine Ausschabung oder eine Bauchspiegelung. Bei gutartigen Veränderungen (z. B. Myomen oder Zysten) wird oft zunächst abgewartet und regelmäßig kontrolliert. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird mit Ihnen über die beste Vorgehensweise sprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn ein bösartiger Tumor vorliegt, wenn Zysten sehr groß sind oder Beschwerden verursachen, oder wenn eine Eileiterschwangerschaft festgestellt wird. Die Entscheidung trifft der behandelnde Arzt oder die Ärztin gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer unauffälligen Beckenultraschall-Untersuchung gibt es keine Einschränkungen für den Alltag. Falls ein Befund behandlungsbedürftig ist, besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, welche Nachsorge oder Kontrolluntersuchungen nötig sind.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.
- Vermeiden Sie Übergewicht und bewegen Sie sich regelmäßig.
- Hören Sie auf Ihren Körper: Bei neuen oder veränderten Symptomen suchen Sie frühzeitig ärztlichen Rat.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie regelmäßige Bewegung – zum Beispiel Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen – unterstützen die allgemeine Gesundheit und können helfen, Erkrankungen im Beckenbereich vorzubeugen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Wartezeit auf das Ergebnis oder die Diagnose einer Erkrankung kann belastend sein. Sprechen Sie mit vertrauten Personen oder suchen Sie bei Bedarf psychologische Unterstützung. Es ist normal, sich Sorgen zu machen, aber viele Befunde erweisen sich als harmlos.
Vorbeugung
Da die Beckenultraschall-Untersuchung selbst kein Eingriff ist, gibt es keine Prävention dagegen. Die zugrunde liegenden Erkrankungen lassen sich jedoch zum Teil durch einen gesunden Lebensstil und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vermeiden oder frühzeitig erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei unbehandelten, aber behandlungsbedürftigen Befunden können sich Beschwerden verschlimmern (zum Beispiel Schmerzen, Blutungen oder Infektionen).
- In seltenen Fällen kann ein bösartiger Tumor unbemerkt fortschreiten.
Langzeitprognose
Die überwiegende Mehrheit der Beckenultraschall-Untersuchungen ergibt einen unauffälligen oder harmlosen Befund. Selbst wenn eine behandlungsbedürftige Erkrankung gefunden wird, sind die Behandlungsmöglichkeiten heute sehr gut und schonend. Je früher etwas entdeckt wird, desto besser sind die Chancen auf eine vollständige Genesung oder eine gute Kontrolle der Erkrankung.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.