Röntgenuntersuchung der Harnwege: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Röntgenuntersuchung der Harnwege (auch Ausscheidungsurographie oder Miktionszysturethrogramm genannt) ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem die Nieren, Harnleiter, Blase und Harnröhre beurteilt werden. Dabei wird ein Kontrastmittel verabreicht, das die Harnwege auf Röntgenbildern sichtbar macht. So können Ärzte Verengungen, Steine oder andere Veränderungen erkennen.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert etwa 30 bis 60 Minuten.
- Vor der Untersuchung erhalten Sie über die Vene oder als Tablette ein Kontrastmittel.
- Manchmal wird die Blase über einen Katheter gefüllt, um die Harnröhre besser darzustellen.
Ja, diese Untersuchung wird relativ häufig durchgeführt, wenn Beschwerden wie wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Blut im Urin, Verdacht auf Nierensteine oder Probleme beim Wasserlassen vorliegen.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen, wird aber besonders bei Erwachsenen mit Harnwegsbeschwerden, Kindern mit wiederkehrenden Infektionen oder älteren Männern mit Prostataproblemen eingesetzt.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen im Bauch oder Rücken (möglicherweise Nierenstein oder Verschluss)
- Kompletter Harnverhalt: Sie können überhaupt nicht mehr urinieren
- Sichtbares Blut im Urin zusammen mit Fieber oder Schüttelfrost
- ⚠Blut im Urin (auch ohne Schmerzen) – bitte noch am selben Tag ärztlich abklären
- ⚠Wiederkehrende Harnwegsinfektionen – Termin beim Hausarzt oder Urologen in den nächsten Tagen
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Blut im Urin (rosa, rot oder braun)
- Häufiger Harndrang, obwohl nur wenig Urin kommt
- Schmerzen im unteren Rücken oder in der Seite (Flankenschmerz)
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
Symptome bei Kindern
- Bettnässen, das nach dem 5. Lebensjahr anhält
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen ohne erkennbare Ursache
- Schlechtes Wachstum oder auffälliger Urin
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Probleme beim Wasserlassen (schwacher Strahl, Nachtröpfeln)
- Unfreiwilliger Harnverlust (Inkontinenz)
- Wiederholte Blasenentzündungen
Ursachen
Hauptursachen
- Die Röntgenuntersuchung wird zur Abklärung von Verdacht auf Nieren- oder Harnleitersteine durchgeführt.
- Auch bei Harnwegsinfektionen, die immer wieder auftreten, kann diese Untersuchung helfen, eine Ursache (z. B. Fehlbildungen) zu finden.
- Sie wird eingesetzt, wenn Blut im Urin sichtbar ist, um die Ursache zu ermitteln.
Risikofaktoren
- Frühere Nierensteine oder Harnwegsoperationen
- Bekannte Fehlbildungen der Harnwege
- Wiederholte Harnwegsinfektionen in der Kindheit
- Vergrößerte Prostata bei Männern
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Schmerzen im Rücken oder Bauch, die nicht nachlassen
- Fieber mit Schüttelfrost und Beschwerden beim Wasserlassen
- Übelkeit und Erbrechen gemeinsam mit Harndrang oder Flankenschmerz
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen (mehr als zwei pro Jahr bei Frauen, eine bei Männern)
- Blut im Urin, auch wenn es nur einmal vorkommt
- Probleme beim Wasserlassen, die den Alltag beeinträchtigen
Diagnose
Die Diagnose einer Harnwegserkrankung beginnt meist mit einer ausführlichen Befragung (Anamnese) und einer Urinuntersuchung. Die Röntgenuntersuchung wird dann gezielt eingesetzt, um bestimmte Strukturen besser beurteilen zu können.
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung (Urinstatus, Urinkultur)
- Blutuntersuchung (Nierenwerte, Entzündungszeichen)
- Ultraschall der Nieren und Blase
- Röntgenuntersuchung der Harnwege (mit Kontrastmittel)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der Untersuchung sollten Sie viel trinken, wenn kein Katheter gelegt wird. Sie erhalten ein Kontrastmittel – entweder über eine Vene (Spritze) oder als Tablette. Anschließend werden in bestimmten Abständen Röntgenbilder gemacht, während das Kontrastmittel durch die Nieren ausgeschieden wird. Manchmal wird ein Katheter in die Blase gelegt, um die Harnröhre zu füllen. Die Untersuchung tut nicht weh, kann aber etwas unangenehm sein. Nach der Untersuchung sollten Sie reichlich trinken, um das Kontrastmittel auszuspülen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Befund, der mit der Röntgenuntersuchung entdeckt wurde. Mögliche Behandlungen umfassen Medikamente, Trinktherapie, Stoßwellentherapie oder operative Eingriffe. Die Röntgenuntersuchung selbst heilt keine Erkrankung, sondern zeigt, was behandelt werden muss.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend (mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag), um die Nieren zu spülen.
- Bei leichten Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen können Wärme (z. B. warme Sitzbäder) und viel Trinken helfen.
- Vermeiden Sie es, den Urin zurückzuhalten – gehen Sie bei Bedarf zur Toilette.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Antibiotika bei bakteriellen Infektionen oder entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Bei Nierensteinen kann eine Stoßwellenbehandlung (ESWL) helfen, die Steine zu zerkleinern. Auch pflanzliche Mittel (z. B. Tees aus Goldrute oder Bärentraubenblättern) werden traditionell angewendet. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie passende Therapie.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt infrage, wenn Steine nicht von allein abgehen, wenn eine Verengung der Harnwege vorliegt oder wenn durch eine Fehlbildung der Harnleiter der Urin nicht richtig abfließt.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Röntgenuntersuchung der Harnwege können Sie meist sofort wieder Ihren normalen Aktivitäten nachgehen. Spülen Sie das Kontrastmittel aus, indem Sie viel trinken. Achten Sie auf Anzeichen einer allergischen Reaktion (Hautausschlag, Juckreiz) und informieren Sie Ihren Arzt, falls solche auftreten.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie regelmäßig über den Tag verteilt – am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees.
- Vermeiden Sie zu langes Sitzen auf kalten Oberflächen (z. B. Steinböden), da Kälte die Blase reizen kann.
- Gehen Sie regelmäßig zur Toilette, wenn Sie Harndrang verspüren – halten Sie den Urin nicht übermäßig zurück.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und tierischem Eiweiß kann die Bildung von Nierensteinen verhindern. Bewegen Sie sich regelmäßig, aber vermeiden Sie extreme Belastungen bei akuten Beschwerden. Trinken Sie nach dem Sport ausreichend.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sorge vor einer ernsten Erkrankung wie einem Tumor kann belastend sein. Es ist normal, sich nach der Untersuchung ängstlich zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste. Oft bringt ein klarer Befund Erleichterung.
Vorbeugung
Eine Röntgenuntersuchung muss nicht verhindert werden – sie ist ein Hilfsmittel zur Diagnose. Sie können jedoch die zugrunde liegenden Harnwegserkrankungen vorbeugen, z. B. durch ausreichendes Trinken, eine gesunde Ernährung und gute Hygiene im Intimbereich.
Früherkennungsprogramme
Eine Routineuntersuchung aller Menschen auf Harnwegsprobleme wird nicht empfohlen. Bei bestimmten Risikogruppen (z. B. Kindern mit wiederkehrenden Infektionen) kann eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung als Vorsorge sinnvoll sein. Ihr Arzt entscheidet das individuell.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Nierensteine können zu Nierenbeckenentzündung oder Nierenversagen führen.
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen können auf die Nieren aufsteigen und Nierenschäden verursachen.
- Verengungen oder Fehlbildungen können den Harnrückstau fördern und die Nierenfunktion beeinträchtigen.
Langzeitprognose
Die Röntgenuntersuchung liefert in den meisten Fällen eine klare Diagnose, sodass die Behandlung gezielt erfolgen kann. Die Prognose ist bei frühzeitiger Behandlung in der Regel sehr gut. Bei gutartigen Befunden (Steine, Infektionen) ist eine vollständige Genesung häufig möglich.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.