Warten auf Ergebnisse der Bildgebung bei Harnwegsinfektion
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nach einer Harnwegsinfektion (HWI) – einer Infektion der Blase oder der Nieren – kann der Arzt bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT anordnen. Damit sucht er nach Komplikationen wie Nierensteinen, Abszessen oder Verengungen der Harnwege. Die Zeit bis zu den Ergebnissen kann verunsichern.
Wichtige Fakten
- Bildgebung ist nicht bei jeder HWI nötig, sondern vor allem bei komplizierten Verläufen.
- Zu den häufigsten Gründen gehören wiederkehrende Infektionen, Blut im Urin oder starke Schmerzen.
- Die Wartezeit auf Ergebnisse kann Tage bis Wochen dauern – das ist normal.
- Die Ergebnisse helfen dem Arzt, die beste Behandlung für Sie zu finden.
Ja, viele Menschen mit Harnwegsinfektionen bekommen irgendwann eine bildgebende Untersuchung. Besonders häufig ist das der Fall, wenn die Infektion kompliziert ist oder wiederholt auftritt.
Betroffen sind vor allem Menschen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, ältere Erwachsene, Schwangere, Menschen mit Nierensteinen oder anatomischen Besonderheiten der Harnwege, sowie Patienten mit Diabetes oder geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Hohes Fieber (über 39 °C) mit Schüttelfrost
- Starke Schmerzen im Rücken oder Flanken
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung
- Luftnot oder schneller Puls
- Blut im Urin (sichtbar rot) – vor allem in Kombination mit Schmerzen
- ⚠Anhaltende oder schlimmer werdende Symptome trotz Antibiotika
- ⚠Fieber, das nicht innerhalb von 48 Stunden sinkt
- ⚠Starke Übelkeit und Erbrechen, sodass Sie keine Medikamente einnehmen können
- ⚠Einseitige Rückenschmerzen
Häufige Symptome
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- häufiger Harndrang, aber nur wenig Urin
- trüber oder übelriechender Urin
- Schmerzen im Unterbauch oder Rücken
Symptome bei Kindern
- Fieber ohne erkennbare Ursache
- Erbrechen oder Durchfall
- Trinkverweigerung oder schlechtes Gedeihen
- Schmerzen beim Wasserlassen (ältere Kinder klagen darüber)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Appetitlosigkeit
- Inkontinenz oder Harnverhalt
- Fieber, manchmal aber auch nur Untertemperatur
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien (meist Escherichia coli) gelangen über die Harnröhre in die Blase
- Aufsteigende Infektion von der Blase in die Nieren
- Anatomische Besonderheiten wie Harnstau oder Steine, die den Abfluss behindern
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht (kürzere Harnröhre)
- Geschlechtsverkehr (Reizung der Harnröhre)
- Schwangerschaft (Hormonveränderungen)
- Nierensteine oder Prostatavergrößerung
- Diabetes mellitus oder geschwächtes Immunsystem
- Katheter oder andere Eingriffe an den Harnwegen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich hohes Fieber, Schüttelfrost oder starke Schmerzen bekommen
- Wenn Sie Blut im Urin sehen und gleichzeitig Fieber oder Schmerzen haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Harnwegsinfektion trotz Behandlung nicht besser wird
- Wenn Sie wiederkehrende Infektionen haben (mehr als 2 in 6 Monaten)
- Wenn Ihr Arzt eine Bildgebung empfohlen hat und Sie die Ergebnisse besprechen möchten
Diagnose
Zuerst wird eine Harnwegsinfektion meist durch eine Urinprobe (Urintest, Urinkultur) festgestellt. Wenn die Infektion kompliziert ist oder Risikofaktoren vorliegen, ordnet der Arzt zusätzlich eine bildgebende Untersuchung an.
Mögliche Untersuchungen
- Urinschnelltest – zeigt weiße Blutkörperchen und Bakterien an
- Urinkultur – findet den genauen Erreger und testet Antibiotika
- Ultraschall (Sonographie) – schmerzfrei, zeigt Nieren, Blase und Harnstau
- Computertomographie (CT) – detaillierte Darstellung, besonders bei Steinen oder Abszessen
- Magnetresonanztomographie (MRT) – bei speziellen Fragestellungen, ohne Röntgenstrahlen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen selbst sind meist schmerzfrei und dauern 15 bis 30 Minuten. Die Ergebnisse der Bildgebung werden von einem Radiologen (Facharzt für Bildgebung) ausgewertet. Das kann einige Tage in Anspruch nehmen. Ihr behandelnder Arzt bespricht die Ergebnisse dann mit Ihnen und erklärt, ob weitere Schritte nötig sind.
Behandlung
Während Sie auf die Ergebnisse warten, werden Sie wahrscheinlich bereits Antibiotika gegen die Harnwegsinfektion einnehmen. Die Bildgebung hilft, die Behandlung gezielt anzupassen – zum Beispiel, wenn ein Stein entfernt oder ein Abszess behandelt werden muss.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Wasser (ca. 1,5 bis 2 Liter pro Tag, sofern Ihr Arzt nichts anderes sagt)
- Vermeiden Sie Kaffee, Alkohol und scharfe Speisen, die die Blase reizen können
- Wärme auf dem Unterbauch (z. B. Wärmflasche) kann Krämpfe lindern
- Schonen Sie sich und legen Sie Wert auf ausreichend Ruhe
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung einer Harnwegsinfektion erfolgt in der Regel mit Antibiotika. Welcher Wirkstoff eingesetzt wird, hängt vom Erreger und Ihrer persönlichen Situation ab – Ihr Arzt wählt das für Sie passende Mittel aus. Bei komplizierten Fällen kann eine intravenöse Gabe im Krankenhaus nötig sein. Die Bildgebungsergebnisse zeigen, ob zusätzliche Eingriffe erforderlich sind.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur dann nötig, wenn die Bildgebung einen Harnstau, einen großen Nierenstein oder einen Abszess zeigt, der nicht mit Medikamenten allein zu behandeln ist. Ihr Arzt wird mit Ihnen alle Optionen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Während Sie auf die Ergebnisse warten, ist es wichtig, auf Ihren Körper zu achten. Nehmen Sie Ihre Medikamente wie verordnet ein und achten Sie auf Warnsignale wie Fieber oder starke Schmerzen. Sie können Ihren Alltag weitgehend normal gestalten, sollten aber anstrengende Aktivitäten vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Viel trinken – Wasser und ungesüßte Tees sind am besten
- Nach dem Toilettengang von vorne nach hinten abwischen (bei Frauen)
- Vermeiden Sie zurückhaltende Urinieren – lassen Sie die Blase bei jedem Toilettengang ganz leer
- Atemübungen oder Spaziergänge an der frischen Luft helfen gegen Anspannung
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt Ihr Immunsystem. Bewegung an der frischen Luft ist erlaubt, solange Sie sich wohl fühlen. Vermeiden Sie jedoch Sport bei Fieber oder starken Schmerzen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Das Warten auf Ergebnisse kann Ängste auslösen. Es ist normal, sich unsicher zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Freunden oder Ihrer Familie über Ihre Sorgen. Auch ein kurzes Gespräch mit Ihrem Arzt kann helfen, Ängste zu nehmen.
Vorbeugung
Nicht jede Harnwegsinfektion ist vermeidbar, aber Sie können das Risiko senken: viel trinken, regelmäßig Wasserlassen, auf Intimhygiene achten und Unterkühlung vermeiden. Bei wiederkehrenden Infektionen kann Ihr Arzt vorbeugende Maßnahmen empfehlen.
Impfungen
Gegen Harnwegsinfektionen gibt es keine Standardimpfung. In einigen Fällen nutzen Ärzte Impfstoffe aus Bakterienbestandteilen (sogenannte Immunstimulanzien) – fragen Sie Ihren Arzt, ob das für Sie in Frage kommt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung für Harnwegsinfektionen. Wenn Sie jedoch häufig Infektionen haben, kann Ihr Arzt regelmäßig eine Urinuntersuchung durchführen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Aufsteigende Niereninfektion (Pyelonephritis) – kann zu Nierenschäden führen
- Nierenabszess – eine Eiteransammlung, die behandelt werden muss
- Blutvergiftung (Sepsis) – lebensbedrohlich, wenn Bakterien in die Blutbahn gelangen
- Chronische Nierenschädigung oder Nierenversagen (selten)
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und einer gezielten Bildgebung haben die allermeisten Menschen eine sehr gute Prognose. Selbst komplizierte Fälle lassen sich heute gut behandeln. Ihre Ärzte werden Ihnen helfen, den besten Weg für Ihre Gesundheit zu finden – Schritt für Schritt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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