Ultraschall bei Harnwegsinfektion (HWI) – Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Ultraschall bei Harnwegsinfektion ist eine schmerzlose Untersuchung, bei der mit Schallwellen Bilder von Nieren, Harnleitern, Blase und Harnröhre gemacht werden. So kann der Arzt sehen, ob die Infektion durch eine Verstopfung, einen Stein oder andere Auffälligkeiten verursacht wird. Der Ultraschall wird nicht bei jeder Blasenentzündung gemacht, sondern nur wenn die Infektion kompliziert ist oder immer wieder kommt.
Wichtige Fakten
- Der Ultraschall ist schmerzfrei und ungefährlich (keine Strahlung).
- Er hilft, die Ursache einer wiederkehrenden oder schweren Harnwegsinfektion zu finden.
- Die Untersuchung dauert etwa 15 bis 30 Minuten.
- Sie werden gebeten, vor der Untersuchung viel zu trinken, damit die Blase gefüllt ist.
Ein Ultraschall wird nicht bei jeder Harnwegsinfektion gemacht. Bei unkomplizierten Infektionen (z. B. bei gesunden Frauen) ist er meist nicht nötig. Er wird häufiger eingesetzt bei Kindern, Männern, Schwangeren oder Menschen mit wiederkehrenden Infektionen.
Betroffen sind vor allem Menschen mit komplizierten Harnwegsinfektionen: Kleinkinder, ältere Erwachsene, Männer (bei denen eine Prostatavergrößerung die Ursache sein kann), Schwangere, Menschen mit Nierensteinen oder einem geschwächten Immunsystem.
Symptome
- Hohes Fieber (über 39°C) mit Schüttelfrost
- Starke Schmerzen im Rücken oder in der Flanke
- Blut im Urin (sichtbar rot oder braun)
- Übelkeit und Erbrechen, sodass Sie nichts bei sich behalten
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung
- ⚠Schmerzen beim Wasserlassen, die nach 1–2 Tagen nicht besser werden
- ⚠Wiederkehrende Infektionen (mehr als 2 in 6 Monaten)
- ⚠Schwangerschaft mit Verdacht auf Harnwegsinfektion
- ⚠Fieber bei Kindern unter 3 Monaten
Häufige Symptome
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Häufiger Harndrang, oft nur wenig Urin
- Trüber oder übelriechender Urin
- Schmerzen im Unterbauch oder Rücken
Symptome bei Kindern
- Fieber ohne erkennbare Ursache
- Appetitlosigkeit, Erbrechen
- Weinen beim Wasserlassen
- Auffälliger Geruch des Urins
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche geistige Veränderung
- Allgemeine Schwäche, Stürze
- Fieber, das nicht sehr hoch sein muss
- Inkontinenz, die neu auftritt
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien (meist aus dem Darm), die in die Harnröhre gelangen und sich in der Blase vermehren
- Verstopfungen wie Nierensteine, vergrößerte Prostata oder Engstellen in den Harnwegen
- Manchmal auch Pilzinfektionen (seltener)
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht (kürzere Harnröhre)
- Geschlechtsverkehr (bakterielle Eintrittspforte)
- Verwendung von Diaphragma oder spermiziden Cremes
- Harnverhalt (vollständige Blasenentleerung nicht möglich)
- Nierensteine oder Missbildungen der Harnwege
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. bei Diabetes oder Chemotherapie)
- Blasenkatheter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Hohes Fieber oder Schüttelfrost
- Starke Schmerzen im Rücken oder Bauch
- Blut im Urin
- Übelkeit und Erbrechen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei typischen Symptomen einer Blasenentzündung, die nach einigen Tagen nicht von selbst abklingen
- Bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen (z. B. mehr als zwei Infektionen pro Jahr)
- Wenn Sie schwanger sind oder ein Kind unter 3 Jahren betroffen ist
- Wenn Ihr Arzt einen Ultraschall zur Abklärung empfiehlt
Diagnose
Die Diagnose einer Harnwegsinfektion beginnt meist mit einer Urinuntersuchung (Teststreifen und Urinkultur). Wenn die Infektion kompliziert ist, immer wiederkehrt oder der Verdacht auf eine Verstopfung besteht, wird häufig ein Ultraschall der Nieren und der Blase (Sonographie) durchgeführt. Damit lassen sich Steine, Vergrößerungen der Prostata oder Missbildungen erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Urintest (Teststreifen) – weist auf Bakterien oder weiße Blutkörperchen hin
- Urinkultur – zeigt genau, welche Bakterien die Infektion verursachen
- Ultraschall (Sonographie) der Nieren und der Blase – zur Beurteilung der Anatomie und zum Ausschluss von Verstopfungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für den Ultraschall müssen Sie bitte mit voller Blase kommen – trinken Sie dazu etwa eine Stunde vorher 1 Liter stilles Wasser. Die Untersuchung liegt auf einer Liege, der Arzt trägt ein kühles Gel auf den Bauch und fährt mit einem kleinen Schallkopf über die Haut. Es tut nicht weh, kann aber etwas drücken, wenn die Blase sehr voll ist. Nach 15–30 Minuten sind die Bilder fertig. Sie bekommen die Ergebnisse meist sofort mitgeteilt. Die Untersuchung ist völlig ungefährlich und ohne Strahlenbelastung.
Behandlung
Die Behandlung einer Harnwegsinfektion hängt von der Ursache und der Schwere ab. Meist werden Antibiotika verschrieben, die die Bakterien abtöten. Bei unkomplizierten Infektionen reicht oft eine kurze Einnahme. Wichtig: Nehmen Sie die Mittel genau nach Anweisung des Arztes ein, auch wenn Sie sich schon besser fühlen. Bei wiederkehrenden Infektionen kann eine vorbeugende Behandlung oder eine Abklärung durch Ultraschall sinnvoll sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel (mindestens 2 Liter pro Tag), um die Bakterien auszuspülen – am besten Wasser oder ungesüßten Tee
- Gehen Sie regelmäßig zur Toilette und halten Sie den Urin nicht zurück
- Wärme auf dem Unterbauch (z. B. Wärmflasche) kann die Schmerzen lindern
- Verzichten Sie auf reizende Getränke wie Kaffee, stark gewürzte Speisen und Alkohol
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann entzündungshemmende Schmerzmittel und bei bakterieller Infektion ein Antibiotikum verschreiben. Welches Mittel genau, hängt von der Art der Bakterien und Ihren persönlichen Faktoren ab. Befolgen Sie stets die ärztliche Verordnung und brechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig ab. In manchen Fällen (z. B. bei Nierensteinen) ist zusätzlich eine Behandlung des Grundproblems nötig.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein operativer Eingriff ist nur selten nötig. Er kommt infrage, wenn der Ultraschall eine Verstopfung zeigt, die nicht anders zu beheben ist – etwa ein großer Nierenstein, der nicht von allein abgeht, oder eine Engstelle in den Harnwegen. Die Entscheidung trifft der Facharzt (Urologe).
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen erholen sich schnell von einer Harnwegsinfektion. Bei wiederkehrenden Infektionen kann es hilfreich sein, auf bestimmte Auslöser zu achten und vorbeugende Maßnahmen in den Alltag einzubauen. Führen Sie ein kleines Tagebuch, um Muster zu erkennen (z. B. nach Geschlechtsverkehr).
Tipps für den Alltag
- Regelmäßig und ausreichend trinken (Wasser, Kräutertees)
- Nach dem Geschlechtsverkehr Wasser lassen
- Auf eine gute Intimhygiene achten (von vorne nach hinten abwischen)
- Baumwollunterwäsche tragen und enge Hosen vermeiden
- Bei ersten Anzeichen einer Infektion sofort viel trinken und einen Arzt aufsuchen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem. Cranberry-Saft oder -Kapseln werden manchmal empfohlen, aber die wissenschaftliche Belege sind nicht eindeutig. Bewegung an der frischen Luft tut gut, solange Sie sich nicht krank fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederkehrende Harnwegsinfektionen können belastend sein und zu Angst vor dem nächsten Schub führen. Auch die Sorge um mögliche Komplikationen verunsichert manche. Wenn Sie sich häufig unwohl fühlen oder die Infektionen Ihren Alltag stark beeinträchtigen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Er kann Ihnen psychologische Unterstützung oder Entspannungstechniken empfehlen.
Vorbeugung
Ja, das Risiko für Harnwegsinfektionen lässt sich durch einfache Verhaltensregeln senken: viel trinken, regelmäßige Toilettengänge, richtige Hygiene, nach dem Sex Wasser lassen. Bei wiederkehrenden Infektionen kann der Arzt gegebenenfalls eine vorbeugende Antibiotika-Gabe besprechen.
Impfungen
Es gibt derzeit keine zugelassene Impfung gegen Harnwegsinfektionen. Es wird aber an Impfstoffen geforscht. Eine gute allgemeine Impfprävention (z. B. Grippeschutz) kann das Immunsystem stärken.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiges Screening auf Harnwegsinfektionen bei gesunden Menschen ist nicht empfohlen. Bei Risikogruppen wie Schwangeren oder Menschen mit Blasenkatheter kann eine regelmäßige Urinkontrolle sinnvoll sein. Ihr Arzt entscheidet dies im Einzelfall.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Infektion in die Nieren (Nierenbeckenentzündung, Pyelonephritis) – das ist ernst und kann zu Nierenschäden führen
- Blutvergiftung (Sepsis) – lebensbedrohlich, mit Fieber, Schüttelfrost, Verwirrtheit und Kreislaufproblemen
- Narbenbildung in den Nieren, besonders bei Kindern, die die Nierenfunktion dauerhaft beeinträchtigen kann
Langzeitprognose
Die allermeisten Harnwegsinfektionen sind gut behandelbar. Wenn sie früh erkannt und richtig behandelt werden, heilen sie in der Regel folgenlos aus. Auch bei komplizierteren Fällen, bei denen ein Ultraschall durchgeführt wird, ist die Prognose mit modernen Behandlungsmöglichkeiten sehr gut. Lassen Sie sich nicht entmutigen – Ihre Ärzte stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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