Röntgenuntersuchung bei Krampfadern – verständlich erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Krampfadern sind erweiterte, geschlängelte Venen, die oft an den Beinen sichtbar sind. Eine Röntgenuntersuchung (Phlebographie) ist eine Methode, bei der ein Kontrastmittel in die Venen gespritzt wird, um diese auf Röntgenbildern darzustellen. Damit können auch tiefer liegende Venen beurteilt werden. Heutzutage wird aber meist eine Ultraschalluntersuchung bevorzugt, weil sie schonender ist.
Wichtige Fakten
- Krampfadern sind erweiterte, geschlängelte Venen, die vor allem an den Beinen auftreten.
- Eine Röntgenuntersuchung (Phlebographie) kann helfen, die tiefen Venen zu beurteilen – sie wird aber nur selten eingesetzt.
- Die häufigste Untersuchung bei Krampfadern ist der Ultraschall (Duplexsonographie).
Ja, Krampfadern sind sehr häufig. Schätzungsweise jeder zweite Erwachsene hat irgendwann im Leben leichte bis mittelschwere Krampfadern.
Krampfadern treten häufiger bei Frauen auf als bei Männern. Das Risiko steigt mit dem Alter, bei Übergewicht, in der Schwangerschaft und bei familiärer Vorbelastung. Auch Menschen, die viel stehen oder sitzen, sind öfter betroffen.
Symptome
- Plötzliche, starke Schwellung oder ein Spannungsgefühl in einem Bein
- Starke Schmerzen in Wade oder Oberschenkel
- Atemnot, Brustschmerz oder plötzlicher Husten – das können Anzeichen einer Lungenembolie sein
- Eine glänzende, bläuliche Verfärbung des Beins
- ⚠Eine heiße, rote, schmerzhafte Stelle entlang einer Krampfader – das kann auf eine oberflächliche Venenentzündung hindeuten
- ⚠Eine offene, schlecht heilende Wunde am Unterschenkel
Häufige Symptome
- Sichtbare, bläulich oder violett geschlängelte Venen unter der Haut
- Schwere- oder Spannungsgefühl in den Beinen, besonders abends
- Geschwollene Knöchel und Füße
- Juckreiz oder ein Brennen über den betroffenen Venen
- Ruhelose Beine oder nächtliche Wadenkrämpfe
Symptome bei Kindern
- Krampfadern bei Kindern sind selten. Wenn sie auftreten, können sie auf eine angeborene Bindegewebsschwäche oder Venenerkrankung hinweisen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Mit zunehmendem Alter werden Krampfadern häufiger. Die Haut kann dünner werden, und es können braune Verfärbungen (Stauungsdermatitis) oder nässende Ekzeme auftreten.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Hauptursache ist eine Schwäche der Venenklappen. Diese Klappen verhindern normalerweise, dass das Blut nach unten zurückfließt. Wenn sie nicht mehr richtig schließen, staut sich das Blut, und die Venen weiten sich.
- Auch eine angeborene Bindegewebsschwäche kann dazu führen, dass die Venenwände nachgeben.
Risikofaktoren
- Alter (über 50 Jahre)
- Weibliches Geschlecht
- Hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Wechseljahre)
- Übergewicht
- Langes Stehen oder Sitzen im Beruf
- Familiäre Vorbelastung (Krampfadern in der Familie)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher starker Schwellung, Schmerzen oder Atemnot (siehe Notfall-Symptome)
- Bei einer offenen Wunde am Bein, die nicht heilt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie sichtbare Krampfadern haben und diese Beschwerden wie Schweregefühl oder Schwellungen verursachen
- Wenn Sie sich wegen des Aussehens Ihrer Venen unwohl fühlen
Diagnose
Die Diagnose stellt der Arzt oder die Ärztin meist durch eine körperliche Untersuchung und eine Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie). Nur in seltenen Fällen, wenn tiefe Venen oder spezielle Fragen geklärt werden müssen, wird eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Phlebographie) durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung (Abtasten der Beine, Betrachten im Stehen)
- Ultraschall (Duplexsonographie) – zeigt die Venen und die Fließgeschwindigkeit des Blutes
- Phlebographie (Röntgen mit Kontrastmittel) – wird nur bei speziellen Fragestellungen eingesetzt
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei einer Phlebographie werden Sie gebeten, sich auf eine Liege zu legen. Der Arzt oder die Ärztin desinfiziert eine Stelle am Fuß oder am Knöchel und injiziert ein Kontrastmittel in eine oberflächliche Vene. Dies kann kurz brennen. Dann werden Röntgenaufnahmen gemacht, die zeigen, wie das Kontrastmittel durch die Venen fließt. Die Untersuchung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Nach der Untersuchung sollten Sie viel trinken, um das Kontrastmittel auszuspülen.
Behandlung
Die Behandlung von Krampfadern reicht von einfachen Selbsthilfemaßnahmen über medizinische Verfahren bis hin zu operativen Eingriffen. Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der Schwere der Beschwerden, der Lage der Krampfadern und Ihren persönlichen Wünschen ab.
Selbsthilfe zu Hause
- Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen (diese werden vom Arzt verordnet)
- Bewegung, vor allem Gehen und Schwimmen, regt die Muskelpumpe an
- Beine hochlegen, besonders abends
- Vermeiden von langem Sitzen oder Stehen ohne Bewegung
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht
Medizinische Behandlungen
Zu den medizinischen Behandlungen gehören die Verödung (Sklerotherapie), bei der eine Flüssigkeit oder ein Schaum in die Krampfader gespritzt wird, um sie zu verschließen. Moderne Verfahren wie Lasertherapie oder Radiofrequenzablation nutzen Wärme, um die Vene von innen zu verschließen. Auch operative Entfernungen (Stripping) sind möglich. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht mit Ihnen, welche Methode für Sie geeignet ist. Medikamente gegen Krampfadern gibt es nicht als Tablette – es werden nur lokale Behandlungen eingesetzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z.B. Venenstripping oder Phlebektomie) wird meist dann empfohlen, wenn die Krampfadern starke Beschwerden verursachen oder wenn Komplikationen wie ein Beingeschwür aufgetreten sind. Auch wenn die Venen sehr groß oder oberflächlich sind, kann eine Operation sinnvoll sein.
Leben mit der Erkrankung
Krampfadern lassen sich gut im Alltag managen. Tragen Sie Ihre Kompressionsstrümpfe regelmäßig, bewegen Sie sich viel und legen Sie die Beine hoch, wann immer es geht. Auch kleine Pausen mit Beinbewegungen helfen, wenn Sie lange sitzen oder stehen müssen.
Tipps für den Alltag
- Bewegung: Tägliches Gehen, Radfahren oder Schwimmen verbessert die Durchblutung
- Vermeiden Sie enge Kleidung, die die Beine einschnürt
- Wechselduschen oder Kaltwassergüsse können die Venen anregen
- Tragen Sie flache Schuhe – das fördert den Blutrückfluss
Ernährung und Bewegung
Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten beugt Verstopfung vor – starkes Pressen beim Stuhlgang kann die Venen belasten. Trinken Sie ausreichend Wasser. Regelmäßige Bewegung ist das A und O: Versuchen Sie, mindestens 30 Minuten am Tag aktiv zu sein.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Manche Menschen fühlen sich durch das Aussehen von Krampfadern unsicher oder vermeiden es, kurze Hosen oder Röcke zu tragen. Das kann psychisch belasten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin – die Behandlungsmöglichkeiten sind heute sehr gut und können sowohl Beschwerden als auch das Aussehen verbessern.
Vorbeugung
Krampfadern lassen sich nicht immer verhindern, vor allem wenn eine erbliche Veranlagung vorliegt. Sie können aber Ihr Risiko senken: Halten Sie ein gesundes Gewicht, bewegen Sie sich regelmäßig, vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen und tragen Sie bei Neigung zu Krampfadern vorbeugend Kompressionsstrümpfe (z.B. auf langen Flugreisen).
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges Screening auf Krampfadern ist nicht empfohlen. Wenn Sie ein erhöhtes Risiko haben (z.B. durch Familienmitglieder mit Krampfadern), können Sie mit Ihrem Hausarzt besprechen, ob eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Venenschwäche mit dauerhaften Schwellungen und Hautveränderungen
- Bildung von Beingeschwüren (Ulcus cruris) – offene, schlecht heilende Wunden
- Oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis)
- Tiefe Beinvenenthrombose (Blutgerinnsel in den tiefen Venen) – das kann gefährlich werden
- Platzen einer oberflächlichen Krampfader mit Blutung
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Krampfadern sind gut behandelbar. Mit den heutigen Methoden lassen sich Beschwerden meist gut lindern und Komplikationen vermeiden. Auch wenn Krampfadern nicht immer vollständig verschwinden, können Sie mit einer angepassten Lebensweise und gegebenenfalls einer Behandlung ein ganz normales Leben führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die beste Vorgehensweise für Sie.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.