MRT des Auges: Was Sie erwartet
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Magnetresonanztomographie (MRT) des Auges, auch Orbita-MRT genannt, ist eine schmerzlose Untersuchung, die mit starken Magnetfeldern und Radiowellen sehr genaue Bilder vom Auge, dem Sehnerv und der Augenhöhle erstellt. Dabei wird keine Röntgenstrahlung verwendet. Das MRT hilft Ärztinnen und Ärzten herauszufinden, warum Sie Sehprobleme oder andere Beschwerden haben.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert etwa 20 bis 30 Minuten.
- Sie liegen währenddessen ruhig auf einer Liege, die durch das MRT-Gerät geführt wird.
- Oft wird vorher ein Kontrastmittel in die Armvene gespritzt, damit bestimmte Strukturen besser zu erkennen sind.
- Es ist keine besondere Vorbereitung nötig, aber Sie müssen sicherheitshalber einen Fragebogen ausfüllen.
MRT-Untersuchungen sind in Deutschland weit verbreitet. Das MRT des Auges ist eine spezielle, aber regelmäßig durchgeführte Variante dieser Untersuchung.
Die Untersuchung kann für Menschen jeden Alters nötig werden, wenn Sehstörungen, Doppelbilder oder andere Auffälligkeiten im Bereich der Augen auftreten. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin entscheidet, ob die Untersuchung sinnvoll ist.
Symptome
- Plötzlicher vollständiger Sehverlust auf einem oder beiden Augen – rufen Sie sofort die 112 an.
- Stechender Augenschmerz mit Übelkeit und Erbrechen – rufen Sie sofort die 112 an.
- Plötzliches Auftreten von Doppelbildern nach einem Sturz oder Unfall – rufen Sie sofort die 112 an.
- ⚠Neue, plötzlich auftretende Schwebeteilchen im Sichtfeld („Rußregen“)
- ⚠Wiederholte Lichtblitze im Gesichtsfeld
- ⚠Rötung und Schwellung des Auges mit Fieber
Häufige Symptome
- Verschwommenes Sehen oder Sehminderung auf einem oder beiden Augen
- Doppelbilder (man sieht Gegenstände doppelt)
- Hervortreten eines Auges (Bulbus proptosis)
- Schmerzen hinter dem Auge, besonders bei Augenbewegungen
Symptome bei Kindern
- Plötzlich auftretendes Schielen
- Unwillkürliche, ruckartige Augenbewegungen (Nystagmus)
- Kopfschmerzen mit Sehproblemen oder auffälligen Augenbewegungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Neu auftretende Doppelbilder oder Schwankschwindel
- Gesichtsfeldausfälle (man bemerkt zum Beispiel, dass man nur noch einen Teil des Raumes sieht)
- Verschlechterung des Sehens ohne klare Ursache
Ursachen
Hauptursachen
- Das MRT dient dazu, mögliche Ursachen für Ihre Beschwerden abzuklären. Häufige Gründe sind ein Verdacht auf eine Entzündung des Sehnervs, eine Durchblutungsstörung im Auge, eine Veränderung der Augenhöhle oder ein Tumor im Bereich des Auges oder des Sehnervs.
Risikofaktoren
- Für die MRT selbst gibt es kaum Risiken. Vor der Untersuchung müssen Sie Fragen zu Metallteilen im Körper (z. B. Herzschrittmacher, Metallimplantate) beantworten.
- Manche Menschen fühlen sich in der engen MRT-Röhre unwohl (Klaustrophobie). Teilen Sie das dem Personal mit – es gibt Möglichkeiten, dagegen vorzugehen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich Sehstörungen, starke Augenschmerzen oder Doppelbilder bemerken, sollten Sie sich noch am selben Tag in einer Augenklinik oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst vorstellen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie länger anhaltende, leichte Sehbeschwerden haben, können Sie einen Termin bei einer Augenärztin oder einem Augenarzt vereinbaren.
Diagnose
Die MRT des Auges wird in einer radiologischen Praxis oder einer Klinik durchgeführt. Sie liegen bequem auf einer Liege, die in das röhrenförmige Gerät gleitet. Während der Aufnahmen ist es wichtig, still zu halten. In manchen Fällen wird Ihnen vorher ein Kontrastmittel in die Armvene gespritzt, damit bestimmte Gewebe besser sichtbar werden. Die Untersuchung dauert ungefähr 20 bis 30 Minuten.
Mögliche Untersuchungen
- Vor der Untersuchung: Fragebogen zu Metallteilen im Körper, Allergien und Nierenfunktion
- Möglicherweise eine Kontrastmittelgabe über eine Vene
- Mehrere Bildserien in verschiedenen Schnittebenen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen während der Aufnahmen allein im Raum, aber das Personal sieht Sie über eine Kamera und Sie können über eine Gegensprechanlage sprechen. Nach der Untersuchung können Sie sofort wieder nach Hause und Ihrem Alltag nachgehen. Die Ergebnisse werden von spezialisierten Radiologinnen und Radiologen ausgewertet und an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt geschickt.
Behandlung
Das MRT selbst ist nur eine Untersuchung, keine Behandlung. Falls dabei eine Erkrankung festgestellt wird, hängt die Behandlung von der genauen Diagnose ab. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird die Ergebnisse mit Ihnen besprechen und gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte planen.
Selbsthilfe zu Hause
- Informieren Sie das medizinische Team vorab über Allergien, Nierenprobleme oder eine mögliche Schwangerschaft.
- Lassen Sie Schmuck, Piercings und andere metallische Gegenstände zu Hause.
- Fragen Sie, ob Sie Ihre regelmäßigen Medikamente wie gewohnt einnehmen können.
Medizinische Behandlungen
Wenn nach dem MRT eine Krankheit erkannt wird, gibt es je nach Ursache verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, zum Beispiel Medikamente gegen Entzündungen oder andere Wirkstoffe. Auch Strahlentherapie oder weitere Therapien können infrage kommen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erklärt Ihnen, welche Behandlung für Sie in Frage kommt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in bestimmten Fällen nötig, zum Beispiel wenn das MRT einen veränderten Tumor zeigt. Das wird aber immer vorher mit Ihnen besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Nach der MRT-Untersuchung können Sie Ihren Alltag normal fortsetzen. Falls Sie ein Kontrastmittel erhalten haben, bekommen Sie vom Personal Hinweise, zum Beispiel ausreichend zu trinken, um das Kontrastmittel über die Nieren auszuscheiden.
Tipps für den Alltag
- Falls Sie vor der Untersuchung aufgeregt sind, versuchen Sie ruhige Atmung oder hören Sie Musik, wenn das gestattet ist.
- Sprechen Sie mit dem Personal über Ihre Ängste – man kann Ihnen damit helfen.
- Planen Sie nach der Untersuchung noch etwas Ruhe ein, falls Sie sich schlapp fühlen.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine besonderen Ess- oder Bewegungsregeln vor oder nach dem MRT. Trinken Sie ausreichend Wasser, besonders nach einer Kontrastmittelgabe.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Vorstellung, in eine MRT-Röhre geschoben zu werden, kann Unbehagen auslösen. Das ist völlig normal. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Sorgen dem medizinischen Personal mitteilen. Sie können Ihnen helfen, die Untersuchung angenehmer zu gestalten.
Vorbeugung
Ein MRT ist keine Krankheit, die man verhindern kann. Ob die Ursache für Ihre Beschwerden hätte vermieden werden können, hängt von der späteren Diagnose ab. Allgemein gelten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt oder der Augenärztin als sinnvoll.
Früherkennungsprogramme
Bei der normalen Augenuntersuchung wird in der Regel kein MRT gemacht. Ein MRT wird nur dann eingesetzt, wenn ein konkreter Verdacht oder bestimmte Beschwerden vorliegen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn die Ursache der Sehbeschwerden nicht abgeklärt wird, können die Symptome bestehen bleiben oder sich verschlimmern.
- Bei manchen Erkrankungen kann eine dauerhafte Sehminderung drohen, wenn sie nicht behandelt wird. Das MRT hilft, dies zu verhindern.
Langzeitprognose
Das MRT ist eine sehr präzise Untersuchung. Sie hilft, die Ursache von Augenproblemen früh zu erkennen. Wenn eine Erkrankung gefunden wird, gibt es in den meisten Fällen gute Behandlungsmöglichkeiten. Ihr medizinisches Team wird Sie bei jedem Schritt begleiten und einen Plan mit Ihnen besprechen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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