Augen-Röntgen (Röntgen der Augenhöhle) verständlich erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Röntgen des Auges ist eine Untersuchung, bei der mit Röntgenstrahlen ein Bild der Augenhöhle und der umgebenden Knochen erstellt wird. Man nennt sie auch Röntgen der Orbita oder „Augenhöhlen-Röntgen“. Sie hilft, Verletzungen, Fremdkörper oder Veränderungen am Knochen zu erkennen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur ein paar Minuten.
- Sie wird heute nur noch bei bestimmten Fragen eingesetzt, weil CT und MRT genauere Bilder liefern können.
- Bei der Untersuchung ist die Strahlenbelastung sehr gering – der Nutzen überwiegt in der Regel das Risiko.
- Die Ärztinnen und Ärzte folgen dabei den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Eine Röntgenaufnahme des Auges ist heutzutage nicht mehr sehr häufig. Sie wird meist dann gemacht, wenn eine Verletzung oder ein Fremdkörper im Bereich des Auges vermutet wird, aber keine CT oder MRT zur Verfügung steht.
Sie kann bei Menschen jeden Alters durchgeführt werden – zum Beispiel nach einem Sturz, einem Schlag ins Gesicht oder bei Verdacht auf einen Fremdkörper im Auge.
Symptome
- Schwere Verletzungen des Auges, z. B. durch einen spitzen Gegenstand
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Verätzung des Auges durch Säure oder Laugen
- Wenn ein Gegenstand sichtbar ins Auge oder in die Augenhöhle eingedrungen ist
- ⚠Anhaltende Schmerzen im Auge nach einem Unfall
- ⚠Doppeltsehen oder eingeschränkte Augenbeweglichkeit
- ⚠Schwellung oder Bluterguss, der größer wird
Häufige Symptome
- Schmerzen im oder hinter dem Auge
- Schwellung des Augenlids oder der Augengegend nach einem Unfall
- Fremdkörpergefühl im Auge
- Bluterguss oder Verformung im Bereich der Augenhöhle
- Doppeltsehen oder eingeschränkte Beweglichkeit des Auges
Symptome bei Kindern
- Kinder haben oft weniger klare Beschwerden. Achten Sie auf anhaltendes Weinen, Augenreiben, Schwellungen oder wenn das Kind das Auge nicht öffnen möchte.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann ein Sturz zu Verletzungen der Augenhöhle führen. Achten Sie auf neue Schmerzen, Schwellungen oder Sehstörungen nach einem Sturz.
Ursachen
Hauptursachen
- Verletzungen im Gesichts- und Augenbereich, zum Beispiel durch Stürze oder Schläge
- Verdacht auf Fremdkörper im Auge, etwa bei Arbeiten mit Metall oder Holz
- Entzündungen im Bereich der Augenhöhle
- Tumore oder andere Veränderungen, die ein Röntgen zeigen kann (zur Abgrenzung zu anderen Verfahren)
Risikofaktoren
- Berufe oder Hobbys mit erhöhter Verletzungsgefahr für die Augen (z. B. Bauarbeiten, Schweißen oder Motorsport)
- Kontaktsportarten
- Stürze im Alter
- Unfälle im Haushalt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach einem Schlag auf das Auge oder die Augenhöhle sollte noch am selben Tag eine Ärztin oder ein Arzt die Verletzung beurteilen.
- Bei anhaltenden Schmerzen, Schwellungen oder Doppelbildern kann eine schnelle Abklärung notwendig sein.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie schon länger das Gefühl haben, dass etwas im Auge steckt, oder wenn Sie Veränderungen an Ihrem Auge bemerken, vereinbaren Sie einen Termin bei einer Augenärztin oder einem Augenarzt.
Diagnose
Ob eine Röntgenaufnahme des Auges sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand Ihrer Beschwerden, einer körperlichen Untersuchung und der Umstände des möglichen Unfalls. Je nach Situation kann auch eine CT oder MRT besser geeignet sein.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung des Auges und der Augenhöhle
- Röntgen der Augenhöhle (Orbita) in mindestens zwei Ebenen
- Bei Bedarf weitere Bildgebung wie CT oder MRT, um Weichteile oder Knochendetails besser zu beurteilen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für das Röntgen müssen Sie meist vor einem Röntgengerät sitzen oder liegen. Ihr Kopf wird vorsichtig fixiert. Sie werden gebeten, für einige Sekunden still zu halten, während das Bild aufgenommen wird. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist nicht schmerzhaft.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Ergebnis der Röntgenuntersuchung. In vielen Fällen heilen leichte Verletzungen von selbst. Bei Brüchen oder Fremdkörpern können weitere Maßnahmen nötig sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Vereinbaren Sie Kontrolltermine, wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin dazu rät.
- Schonen Sie das Auge und vermeiden Sie starke körperliche Anstrengung, falls eine Verletzung festgestellt wurde.
- Bei Schwellungen kann ein kühlender Umschlag von außen auf das geschlossene Augenlid angenehm sein – sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Medikamente verschreiben, zum Beispiel Antibiotika bei einer Infektion oder Schmerzmittel. Auch eine Operation kann erforderlich sein. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, besprechen Sie am besten im Detail mit Ihrem Behandlungsteam.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist manchmal notwendig, wenn ein Fremdkörper entfernt werden muss, ein Knochenbruch verschoben ist oder Blutergüsse Druck auf den Sehnerv ausüben.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Röntgenuntersuchung selbst sind Sie sofort wieder ganz normal. Wenn eine Verletzung behandelt wurde, folgen Sie am besten den Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin und nehmen Sie gegebenenfalls Kontrolltermine wahr.
Tipps für den Alltag
- Schützen Sie Ihre Augen bei Risikosituationen mit geeigneter Schutzbrille.
- Vermeiden Sie Aktivitäten, die das verletzte Auge belasten könnten, bis der Arzt oder die Ärztin grünes Licht gibt.
- Achten Sie auf ungewöhnliche neue Beschwerden und melden Sie sich bei Ihrer Arztpraxis.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit unterstützen die Heilung. Sport und körperliche Anstrengung sollten Sie bei Verletzungen erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin wieder aufnehmen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Augenverletzung kann beunruhigend sein und Ängste auslösen, besonders wenn das Sehen vorübergehend beeinträchtigt ist. Es ist wichtig, mit vertrauten Menschen zu sprechen und sich bei anhaltender Belastung Unterstützung zu holen.
Vorbeugung
Viele Verletzungen des Auges lassen sich durch vorbeugende Maßnahmen verhindern. Dazu gehört das Tragen von Schutzbrillen bei Arbeiten mit Holz, Metall oder Chemikalien sowie bei bestimmten Sportarten.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Augenverletzungen. Gegen einige Infektionen, die das Auge betreffen können, gibt es jedoch Impfungen – sprechen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an.
Früherkennungsprogramme
Eine Röntgenuntersuchung ist keine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung. Sie wird nur bei konkretem Verdacht durchgeführt. Eine gute Vorsorge für die Augen ist der regelmäßige Besuch bei der Augenärztin oder beim Augenarzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein unerkannter Fremdkörper kann zu Entzündungen oder Gewebeschäden führen.
- Ein nicht behandelter Knochenbruch der Augenhöhle kann bleibende Deformationen oder Sehstörungen verursachen.
- Druck auf den Sehnerv kann zu dauerhaften Sehschäden führen.
Langzeitprognose
Die meisten Verletzungen im Bereich des Auges heilen gut aus, wenn sie rechtzeitig erkannt und richtig behandelt werden. Je früher die Abklärung erfolgt, desto besser sind die Aussichten. Auch wenn eine Röntgenaufnahme nötig war – sie ist ein wichtiger Schritt, um die richtige Hilfe zu bekommen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Augenheilkunde (DOG) ↗ · Deutschland
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.