Ultraschall bei Giemen – was ist das?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Giemen (auch „Wheezing“ genannt) ist ein pfeifendes Geräusch beim Atmen. Es entsteht, wenn die Atemwege verengt sind. Ein Ultraschall der Lunge kann helfen, die Ursache für das Giemen zu finden. Dabei wird mit Schallwellen ein Bild der Lunge und der umliegenden Strukturen erstellt – ganz ohne Röntgenstrahlen. Der Arzt oder die Ärztin kann so zum Beispiel sehen, ob sich Flüssigkeit in der Lunge befindet oder ob die Lunge sich gleichmäßig bewegt.
Wichtige Fakten
- Giemen ist ein häufiges Symptom bei Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis.
- Ein Lungenultraschall ist schmerzfrei, ohne Strahlung und schnell durchführbar.
- Die Untersuchung kann Hinweise auf die Ursache des Giemens geben, z. B. ob eine Lungenentzündung oder ein Fremdkörper vorliegt.
- Der Ultraschall ersetzt nicht die genaue ärztliche Untersuchung und weitere Tests, wenn nötig.
Ja, Giemen ist ein häufiges Symptom, besonders bei Kindern und Menschen mit Asthma. Ein Lungenultraschall wird jedoch nicht bei jedem Giemen eingesetzt – er wird vor allem dann gemacht, wenn die Ursache unklar ist oder der Verdacht auf bestimmte Erkrankungen besteht.
Giemen kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders häufig tritt es bei Kindern mit viralen Atemwegsinfekten oder bei Erwachsenen mit Asthma oder COPD auf. Ein Lungenultraschall wird bei Patienten jeden Alters eingesetzt, wenn die Ärztin oder der Arzt zusätzliche Informationen benötigt.
Symptome
- Starke Atemnot, die nicht nachlässt
- Die Person kann kaum oder gar nicht sprechen
- Blaue Lippen oder Fingernägel
- Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit
- ⚠Giemen, das länger als ein oder zwei Tage anhält
- ⚠Fieber über 39 °C
- ⚠Sich verschlimmernder Husten mit grünem Auswurf
- ⚠Giemen nach einem Verschlucken oder einer Verletzung
Häufige Symptome
- Pfeifendes oder brummendes Geräusch beim Ausatmen
- Atemnot oder Kurzatmigkeit
- Engegefühl in der Brust
- Husten, oft mit Auswurf
Symptome bei Kindern
- Hörbares Pfeifen beim Atmen, besonders nach dem Spielen oder Weinen
- Schnelle Atmung
- Einziehen der Haut zwischen den Rippen (Thoraxretraktion)
- Müdigkeit und Trinkschwäche bei Säuglingen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verschlechterung der Atemnot bei Belastung
- Verwirrtheit oder Unruhe durch Sauerstoffmangel
- Blaue Lippen oder Fingernägel (Zyanose) als Zeichen eines Sauerstoffmangels
Ursachen
Hauptursachen
- Asthma (chronische Entzündung der Atemwege)
- Akute Bronchitis (meist durch Viren)
- COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung, oft durch Rauchen)
- Allergische Reaktion (z. B. auf Pollen oder Tierhaare)
- Fremdkörper in den Atemwegen (besonders bei Kindern)
- Lungenentzündung
- Herzinsuffizienz (sogenanntes „Asthma cardiale“)
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Allergien und Asthma in der Familie
- Frühgeburt oder niedriges Geburtsgewicht
- Berufliche Schadstoffbelastung (z. B. in der Landwirtschaft oder Chemieindustrie)
- Infektionen der Atemwege in der Kindheit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei akuter Atemnot oder wenn das Giemen plötzlich sehr stark wird.
- Nach einem Verschlucken oder einer Verletzung, wenn danach Giemen auftritt.
- Wenn zusätzlich Fieber über 39 °C, Brustschmerzen oder blutiger Auswurf auftreten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Giemen länger als ein paar Tage anhält oder immer wiederkehrt.
- Bei bekanntem Asthma oder COPD, wenn sich die Symptome verschlechtern.
- Zur Abklärung der Ursache, wenn die übliche Behandlung nicht anschlägt.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird zunächst ein ausführliches Gespräch führen und die Lunge mit einem Stethoskop abhören. Bei Verdacht auf eine zugrundeliegende Erkrankung kann ein Lungenultraschall eingesetzt werden. Dabei wird ein kleines Handgerät (Schallkopf) auf die Brustwand aufgesetzt und mit einem Gel bewegt. Die Schallwellen erzeugen Bilder der Lunge und des Zwerchfells.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung (Abtasten, Abhören)
- Lungenultraschall (zeigt z. B. Flüssigkeit oder Veränderungen der Lungenbewegung)
- Lungenfunktionstest (Spirometrie, vor allem bei Verdacht auf Asthma oder COPD)
- Röntgen der Lunge (wenn der Ultraschall nicht ausreicht)
- Blutuntersuchung (z. B. auf Entzündungswerte)
- Allergietest (bei Verdacht auf Allergie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Lungenultraschall ist schmerzfrei und dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Sie müssen sich für die Untersuchung möglicherweise obenherum freimachen. Es wird ein kühlendes Gel auf die Brust aufgetragen, das nachher leicht abgewischt werden kann. Während der Untersuchung sollen Sie ruhig atmen, manchmal wird der Arzt Sie bitten, tief ein- und auszuatmen. Sie können sofort danach wieder nach Hause gehen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Giemens. Im Vordergrund steht, die Atemwege zu weiten und die Entzündung zu lindern. Ein Lungenultraschall ist keine Behandlung, sondern eine Untersuchungsmethode.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (warmes Wasser oder Tee) – das hilft, den Schleim zu lösen.
- Inhalieren mit Kochsalzlösung (ohne Zusätze) zur Befeuchtung der Atemwege.
- Ausreichend Ruhe und Schlaf.
- Verzicht auf Rauchen und Aufenthalt an Orten mit Rauch oder Reizstoffen.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt nach ärztlicher Verordnung. Sie kann entzündungshemmende Medikamente wie Kortison (inhalativ oder als Tablette) und bronchienerweiternde Mittel umfassen. Diese werden dosiert individuell auf den Patienten abgestimmt. Bei einer Infektion können Antibiotika oder antivirale Mittel nötig sein. Bitte nehmen Sie keine Medikamente ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur in seltenen Fällen ist eine Operation nötig, zum Beispiel wenn ein Fremdkörper in den Atemwegen steckt und nicht auf natürlichem Weg abgeht. Dies wird dann in einer Klinik unter Narkose endoskopisch entfernt.
Leben mit der Erkrankung
Wenn das Giemen durch eine chronische Erkrankung wie Asthma oder COPD verursacht wird, ist eine gute Selbstfürsorge wichtig. Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Symptome und Auslöser. Nehmen Sie Ihre verordneten Medikamente regelmäßig ein und lernen Sie, Ihren persönlichen Notfallplan (z. B. bei Asthma) anzuwenden.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft – aber in Maßen und nicht bei starker Kälte oder hoher Pollenbelastung.
- Vermeiden Sie Auslöser wie Rauch, Staub oder starke Gerüche.
- Sorgen Sie für eine gute Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.
- Legen Sie sich nach dem Essen nicht sofort hin, um Sodbrennen zu vermeiden (das kann Giemen begünstigen).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt Ihr Immunsystem. Auch ausreichend Flüssigkeit (1,5–2 Liter pro Tag, wenn keine Einschränkung vorliegt) ist wichtig. Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen kann die Lungenfunktion verbessern. Achten Sie auf Ihren Körper und machen Sie Pausen, wenn Sie außer Atem geraten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronisches Giemen und Atemnot können ängstigen und belasten. Es ist normal, sich manchmal Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn die Belastung groß ist. Auch Entspannungsübungen wie Atemtechniken oder Yoga können helfen.
Vorbeugung
Nicht jedes Giemen ist vermeidbar, aber Sie können das Risiko verringern. Vermeiden Sie Rauchen und Passivrauchen. Lassen Sie Impfungen (z. B. gegen Grippe, Pneumokokken) nach ärztlicher Empfehlung durchführen. Bei Allergien helfen Maßnahmen zur Allergenvermeidung.
Impfungen
Empfohlen werden die Grippeimpfung jährlich und die Pneumokokkenimpfung, besonders bei chronischen Lungenerkrankungen und bei älteren Menschen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine routinemäßige Ultraschall-Untersuchung zur Früherkennung von Giemen. Bei Risikopersonen (z. B. Raucher, Allergiker) wird der Arzt gegebenenfalls eine regelmäßige Lungenfunktionsprüfung empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der Atemnot bis hin zu einem akuten Atemstillstand (Notfall)
- Chronische Überblähung der Lunge (Lungenemphysem)
- Wiederholte schwere Lungenentzündungen
- Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit
- Bei Kindern: Entwicklungsverzögerungen durch Sauerstoffmangel
Langzeitprognose
Die meisten Fälle von Giemen lassen sich gut behandeln. Mit der richtigen Diagnose und Therapie können die Symptome oft vollständig kontrolliert werden. Selbst bei chronischen Erkrankungen wie Asthma oder COPD ist eine gute Lebensqualität möglich – vorausgesetzt, die Behandlung wird konsequent durchgeführt und begleitende Maßnahmen wie Bewegung und Rauchverzicht werden umgesetzt. Bei Verdacht auf einen Notfall zögern Sie nicht, den Rettungsdienst unter 112 zu rufen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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