Herzrhythmusstörung: Was ein auffälliger Test bedeutet
Übersicht
Ein Test auf Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) misst, ob Ihr Herz regelmäßig schlägt. Dazu wird ein Elektrokardiogramm (EKG) oder ein Langzeit-EKG verwendet. Ein auffälliges Ergebnis bedeutet, dass der Arzt Muster sieht, die von der normalen Herzschlagfolge abweichen. Das kann auf eine harmlose Eigenheit hindeuten, aber auch auf eine behandelbare Herzerkrankung. Ein auffälliger Test allein stellt noch keine Diagnose dar.
Wichtige Fakten
- Auffällige Testergebnisse sind häufig und nicht immer ein Zeichen einer ernsten Erkrankung.
- Weitere Untersuchungen helfen, die genaue Ursache abzuklären.
- Viele Herzrhythmusstörungen lassen sich gut behandeln.
Ja. Vor allem in Stresssituationen oder mit zunehmendem Alter zeigen viele Menschen Herzrhythmus-Auffälligkeiten. Nur ein kleiner Teil davon bedarf einer Behandlung.
Herzrhythmusstörungen können in jedem Alter auftreten. Häufiger betroffen sind ältere Menschen, Personen mit Bluthochdruck oder Herzerkrankungen sowie Menschen mit andauerndem Stress.
Symptome
- Starke Schmerzen in der Brust, die länger als ein paar Minuten andauern
- Plötzliche Bewusstlosigkeit
- Schwere Atemnot
- ⚠Herzrasen mit Schwindel
- ⚠Ohnmacht während einer Belastung
- ⚠anhaltendes Herzstolpern
Häufige Symptome
- Herzstolpern oder Herzrasen
- unregelmäßiger Puls
- Schwindelgefühle
- Kurzatmigkeit
- Müdigkeit oder Erschöpfung
Symptome bei Kindern
- Schnelles Herzklopfen beim Sport
- Ohnmacht oder Beinahe-Ohnmacht
- Rückzug wegen Erschöpfung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schwindel und Stolpern
- Verwirrtheit
- Auffällige Müdigkeit
- Stürze ohne offensichtlichen Grund
Ursachen
Hauptursachen
- Elektrische Störungen im Herzen
- Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße
- Erkrankungen des Herzmuskels
- Schilddrüsenüberfunktion
- Elektrolyt-Ungleichgewicht (z.B. Kalium- oder Magnesiummangel)
- Starker Stress oder Angst
- Nebenwirkungen von Medikamenten
Risikofaktoren
- Alter
- Bluthochdruck
- Herzkrankheiten in der Familie
- Rauchen
- Übergewicht
- Diabetes mellitus
- Übermäßiger Alkoholkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie wiederholt Herzrasen oder Ohnmachtsgefühle haben
- Bei Schwindel mit Herzstolpern
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Unsicherheiten bezüglich Ihres Pulses haben
- Wenn Sie Herzstolpern nur gelegentlich bemerken
Diagnose
Bei Verdacht auf Herzrhythmusstörungen fragt die Ärztin oder der Arzt nach Symptomen, Der Pulsschlag und der Herzschlag werden abgehört. Anschließend werden meist ein EKG und weitere Geräteuntersuchungen durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – misst die elektrische Herzaktivität
- Langzeit-EKG – trägt ein Gerät über 24 bis 48 Stunden
- Belastungs-EKG – unter körperlicher Belastung
- Echokardiografie (Herzultraschall) – zeigt Herzstruktur und Pumpfunktion
- Bluttests – zum Beispiel auf Schilddrüsenwerte und Elektrolyte
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzhaft und meist ungefährlich. Hinterher erklärt die Ärztin oder der Arzt, was die Werte bedeuten und ob weitere Schritte nötig sind.
Behandlung
Ob eine Behandlung nötig ist, hängt von der Art der Herzrhythmusstörung, den Symptomen und der Ursache ab. Manche Auffälligkeiten erfordern nur regelmäßige Kontrollen, andere lassen sich mit Medikamenten oder einem kleinen Eingriff behandeln.
Selbsthilfe zu Hause
- Auf übermäßigen Koffein- und Alkoholkonsum verzichten
- Ausreichend schlafen
- Stressmanagement mit Entspannungsübungen
- Vom Arzt besprochene Auslöser meiden
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Ansätze: Medikamente, die den Herzrhythmus stabilisieren, eine elektrische Kardioversion, bei der ein regelmäßiger Rhythmus durch einen kurzen Stromstoß wiederhergestellt wird, oder eine Katheterablation, bei der winzige Narben im Herzen gesetzt werden, um fehlerhafte elektrische Signale zu unterbrechen. Die Wahl der Therapie trifft die Kardiologin oder der Kardiologe.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein chirurgischer Eingriff ist nur in besonderen Fällen nötig, etwa wenn ein Schrittmacher oder ein implantierbarer Defibrillator das Herz dabei unterstützt, einen sicheren Rhythmus zu erhalten.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit Herzrhythmusstörungen fühlen sich im Alltag kaum eingeschränkt. Wichtig ist, die vom Arzt empfohlenen Kontrollen wahrzunehmen und auf den eigenen Körper zu achten.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige leichte Bewegung in Absprache mit dem Arzt
- Gesundes Gewicht halten
- Auf Rauchen verzichten
- Stressige Situationen aktiv entschärfen
Ernährung und Bewegung
Meiden Sie sehr fettige und sehr salzige Mahlzeiten. Achten Sie auf ausreichend Kalium- und Magnesiumquellen wie Bananen, Nüsse und Haferflocken. Moderate Bewegung wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen ist empfehlenswert – solange Sie dabei auf Warnsignale achten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein auffälliger Test kann Verunsicherung auslösen. Es ist ganz normal, sich Sorgen zu machen. Die meisten Rhythmusstörungen sind gut behandelbar, und viele Menschen führen mit ihnen ein normales Leben. Wenn die Angst bleibt, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Vorbeugung
Nicht jede Herzrhythmusstörung lässt sich verhindern. Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, ausgewogener Ernährung, Nichtrauchen und Stressreduktion verringert jedoch das Risiko erheblich.
Früherkennungsprogramme
Eine Vorsorgeuntersuchung mit einem EKG ist bei Risikopersonen sinnvoll – zum Beispiel bei familiärer Vorbelastung oder bestehenden Herzerkrankungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Einige Rhythmusstörungen können das Schlaganfallrisiko erhöhen, wenn sie zu Blutgerinnsel führen
- Eine langanhaltende, unbehandelte Störung kann die Pumpleistung des Herzens schwächen
- Im seltensten Fall kann eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung auftreten
Langzeitprognose
Mit der richtigen Diagnose und Behandlung ist die Prognose meist gut. Auch wenn die Störung nicht verschwindet, lässt sie sich häufig so gut kontrollieren, dass die Lebensqualität erhalten bleibt.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
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Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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