Arterielle Blutuntersuchung erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Arterien-Bluttest, auch Knöchel-Arm-Index (ABI) genannt, ist eine einfache und schmerzfreie Untersuchung. Dabei wird der Blutdruck am Knöchel und am Oberarm gemessen. Der Test zeigt, ob die Arterien in den Beinen verengt sind.
Wichtige Fakten
- Der Test ist schmerzfrei und dauert etwa 10–15 Minuten.
- Er kann eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) erkennen, bei der die Blutgefäße in den Beinen verengt sind.
- Ein niedriger Knöchel-Arm-Index kann auf Durchblutungsstörungen hinweisen.
Der Test wird häufig bei Menschen mit Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck durchgeführt.
Besonders betroffen sind ältere Erwachsene ab 60 Jahren und Menschen mit Gefäßerkrankungen.
Symptome
- Plötzlicher, starker Schmerz in einem Bein oder Arm, der nicht nachlässt.
- Blasse, kalte Haut an einem Bein oder Arm.
- Gefühllosigkeit oder Lähmung eines Beins oder Arms.
- ⚠Wunden an den Füßen oder Beinen, die schlecht heilen.
- ⚠Verfärbung der Zehen (bläulich oder schwarz).
- ⚠Starke Schmerzen, die auch bei Ruhe nicht besser werden.
Häufige Symptome
- Schmerzen in den Waden beim Gehen, die nach einer Pause verschwinden (Schaufensterkrankheit).
- Kältegefühl in den Füßen oder Beinen.
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Beinen.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist eine periphere arterielle Verschlusskrankheit selten. Symptome können Schmerzen oder eine bläuliche Verfärbung der Zehen sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen können die Symptome auch in Ruhe auftreten, zum Beispiel nächtliche Schmerzen in den Füßen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die häufigste Ursache ist Arteriosklerose, also Ablagerungen in den Blutgefäßen.
- Diese Ablagerungen bestehen aus Fett, Cholesterin und anderen Stoffen, die die Arterien verengen.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Erhöhte Blutfettwerte
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzliche, starke Schmerzen in einem Bein haben.
- Wenn ein Bein blass und kalt wird.
- Wenn Sie eine offene Wunde am Fuß oder Bein haben, die nicht heilt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie beim Gehen regelmäßig Schmerzen in den Waden haben.
- Wenn Sie über 50 Jahre alt sind und Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes haben, können Sie Ihren Hausarzt auf einen Gefäßcheck ansprechen.
Diagnose
Der Arzt misst den Blutdruck am Knöchel und am Oberarm mit einer speziellen Blutdruckmanschette und einem Ultraschallgerät. Der gemessene Wert wird ins Verhältnis gesetzt – das ergibt den Knöchel-Arm-Index.
Mögliche Untersuchungen
- Knöchel-Arm-Index (ABI) – der wichtigste Test.
- Doppler-Ultraschall zur Darstellung des Blutflusses.
- Blutuntersuchung auf Cholesterin, Blutzucker und Nierenwerte.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen auf einer Liege, während der Arzt die Manschetten anlegt und den Blutdruck misst. Der Test ist schmerzfrei und dauert etwa 15 Minuten. Sie können sofort wieder nach Hause gehen.
Behandlung
Die Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) hängt vom Schweregrad ab. Ziel ist es, Durchblutung zu verbessern und Beschwerden zu lindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Hören Sie mit dem Rauchen auf.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, zum Beispiel Gehtraining.
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit wenig Fett und Zucker.
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Medikamente verschreiben, die die Blutgerinnung hemmen oder den Cholesterinspiegel senken. Außerdem kann eine Gefäßerweiterung (Ballondilatation) nötig sein – dabei wird die verengte Stelle mit einem kleinen Ballon aufgedehnt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Verengung sehr stark ist oder andere Behandlungen nicht helfen, kann eine Operation (Bypass) nötig sein. Dabei wird ein Umgehungsweg für das Blut gelegt.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit können Sie gut leben, wenn Sie die Empfehlungen Ihres Arztes befolgen. Wichtig ist, auf Warnsignale wie Schmerzen oder Wunden zu achten.
Tipps für den Alltag
- Rauchen Sie nicht.
- Bewegen Sie sich täglich – schon Spaziergänge helfen.
- Kontrollieren Sie Ihre Füße regelmäßig auf Druckstellen oder Verletzungen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und wenig tierischen Fetten unterstützt die Gefäßgesundheit. Gehtraining (z. B. 30 Minuten zügiges Gehen pro Tag) verbessert die Durchblutung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen können belastend sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über geeignete Unterstützungsmöglichkeiten.
Vorbeugung
Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko für Arteriosklerose senken. Dazu gehören Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung.
Früherkennungsprogramme
Ein Check beim Hausarzt ist sinnvoll, wenn Sie über 50 sind und Risikofaktoren haben. Der Knöchel-Arm-Index kann dann frühzeitig Auffälligkeiten zeigen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Durchblutungsstörung kann sich verschlechtern und zu dauerhaften Schmerzen in Ruhe führen.
- Es können offene Wunden oder Geschwüre an den Beinen entstehen.
- Im schlimmsten Fall kann eine Amputation notwendig werden.
Langzeitprognose
Mit frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose meist gut. Viele Menschen können ihren Alltag ohne größere Einschränkungen gestalten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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