Arterien-Screening: Vorbereitung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Arterien-Vorsorgeuntersuchung ist ein Test, um zu prüfen, ob Ihre Arterien (Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen weg transportieren) gesund sind. Sie hilft, Verengungen oder Verkalkungen frühzeitig zu erkennen. Die Vorbereitung auf diesen Test ist einfach und wichtig für genaue Ergebnisse.
Wichtige Fakten
- Der Test ist schmerzfrei und dauert meist etwa 30 Minuten.
- Sie müssen vor der Untersuchung bestimmte Dinge beachten, wie z. B. auf Rauchen und Koffein zu verzichten.
- Die Ergebnisse helfen Ihrem Arzt, Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzuschätzen.
Arterien-Vorsorgeuntersuchungen werden bei Menschen mit bestimmten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder familiärer Vorbelastung häufiger durchgeführt. Sie sind in Deutschland ein Standardverfahren in der Herz-Kreislauf-Diagnostik.
Die Untersuchung wird vor allem bei Erwachsenen ab 40 Jahren oder bei jüngeren Menschen mit Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsmangel empfohlen. Auch Menschen mit Schmerzen in den Beinen beim Gehen (Schaufensterkrankheit) können davon profitieren.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen in der Brust, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen
- Plötzliche Lähmung oder Taubheit auf einer Körperseite
- Plötzliche Sprach- oder Sehstörungen
- Atemnot oder bläuliche Verfärbung von Lippen oder Nägeln
- ⚠Schmerzen in den Beinen, die auch in Ruhe nicht nachlassen
- ⚠Offene, nässende Wunden an den Füßen oder Beinen
- ⚠Plötzliche, starke Schwellung eines Beins
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Krämpfe in den Beinen beim Gehen (die nach Ruhe wieder verschwinden)
- Kältegefühl in Füßen oder Händen
- Wunden an den Beinen oder Füßen, die schlecht heilen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist eine Arterien-Vorsorgeuntersuchung selten nötig. Nur bei angeborenen Gefäßproblemen oder starkem Übergewicht kann der Arzt sie empfehlen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben oft weniger typische Symptome, z. B. allgemeine Schwäche in den Beinen oder Schwindel.
- Auch Schmerzen in den Waden oder Oberschenkeln beim Gehen sind häufig.
Ursachen
Hauptursachen
- Arterienverkalkung (Arteriosklerose) – Ablagerungen von Fett, Cholesterin und anderen Stoffen in den Arterienwänden
- Entzündungen der Arterien (Vaskulitis) – selten
- Angeborene Gefäßverengungen – sehr selten
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Hohe Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes (Zuckerkrankheit)
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Familiäre Vorbelastung (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Eltern oder Geschwistern)
- Alter über 50 Jahre
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, starken Schmerzen in der Brust oder Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei plötzlicher Lähmung oder Sprachstörungen sofort den Notruf 112 wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über 40 sind und Risikofaktoren haben, sprechen Sie bei Ihrem nächsten Arztbesuch über eine Arterien-Vorsorgeuntersuchung.
- Wenn Sie beim Gehen Schmerzen in den Beinen haben und die Schmerzen nach einer Pause wieder verschwinden (Schaufensterkrankheit), vereinbaren Sie einen Termin zur Abklärung.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist mit einer Ultraschalluntersuchung der Arterien (Doppler-Sonografie). Dabei wird die Durchblutung gemessen und nach Verengungen gesucht.
Mögliche Untersuchungen
- Doppler-Ultraschall (Farbultraschall) – zeigt Blutfluss und Verengungen an.
- Knöchel-Arm-Index (ABI) – Blutdruckmessung an Knöchel und Arm, um den Druckunterschied zu ermitteln.
- Gehstrecke test – Sie gehen auf einem Laufband, bis Schmerzen auftreten, um die Durchblutung zu beurteilen.
- Angiografie (Röntgen mit Kontrastmittel) – nur bei speziellen Fragen, z. B. vor einer Operation.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Vorbereitung auf den Test ist einfach: Sie sollten einige Stunden vorher nicht rauchen, keinen Kaffee, Tee oder Energydrinks trinken und keine schweren Mahlzeiten essen. Tragen Sie bequeme Kleidung und Schuhe, besonders wenn Sie auf einem Laufband gehen müssen. Der Test selbst ist schmerzfrei und dauert etwa 30 Minuten. Sie liegen oder gehen auf einem Laufband, während der Arzt mit einem Ultraschallgerät Ihre Arterien untersucht.
Behandlung
Wenn die Untersuchung Verengungen oder Durchblutungsstörungen zeigt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, die Durchblutung zu verbessern und Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Mit dem Rauchen aufhören – das ist der wichtigste Schritt.
- Sich regelmäßig bewegen – am besten 30 Minuten pro Tag zügiges Gehen oder Radfahren.
- Gesund essen – wenig Fett und Salz, viel Obst und Gemüse.
- Übergewicht abbauen.
- Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen.
Medizinische Behandlungen
Medikamente können helfen, den Blutdruck zu senken, die Blutfettwerte zu verbessern und die Blutgerinnung zu beeinflussen. Diese werden von Ihrem Arzt nach Ihren individuellen Werten und Risiken verschrieben. Eine Operation ist nur in schweren Fällen nötig, wenn z. B. eine Verengung lebenswichtige Organe bedroht.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. eine Gefäßerweiterung oder ein Bypass) wird nur empfohlen, wenn die Durchblutung stark eingeschränkt ist und konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die Vor- und Nachteile.
Leben mit der Erkrankung
Leben Sie so gesund wie möglich: Bewegen Sie sich regelmäßig, essen Sie ausgewogen, vermeiden Sie Stress und Rauchen. Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck und Ihre Blutfettwerte regelmäßig.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie sich Zeit für Bewegung – ein täglicher Spaziergang hilft.
- Verzichten Sie auf Rauchen und reduzieren Sie Alkohol.
- Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen ohne Bewegung.
- Tragen Sie bequeme Schuhe und achten Sie auf Ihre Füße – kleine Verletzungen können schlecht heilen.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und wenig gesättigten Fetten ist empfehlenswert. Bewegung wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen verbessert die Durchblutung. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Übungen für Sie geeignet sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Gefäßerkrankung kann Ängste auslösen. Viele Menschen machen sich Sorgen über Herzinfarkt oder Schlaganfall. Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen und mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle zu besprechen. Bei akuter Krise helfen die Telefonseelsorge (kostenlos, 24/7) unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Vorbeugung
Ja, Sie können Ihr Risiko für Arterienverkalkung und Durchblutungsstörungen durch einen gesunden Lebensstil senken. Der wichtigste Schritt ist der Verzicht auf Rauchen. Auch regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und die Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker helfen.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Arterienverkalkung. Eine Grippeimpfung kann indirekt helfen, Entzündungen im Körper zu vermeiden, die Gefäße schädigen können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Die Arterien-Vorsorgeuntersuchung selbst ist ein Screening-Test. Sie wird nicht routinemäßig allen Menschen angeboten, sondern vor allem bei erhöhtem Risiko. Ihr Arzt kann mit Ihnen besprechen, ob sie in Ihrem Fall sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten der Durchblutungsstörung bis zu offenen Wunden oder Gewebsuntergang (Nekrose), die eine Amputation nötig machen können.
- Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall.
- Schmerzen auch in Ruhe, die den Schlaf stören.
- Einschränkung der Gehfähigkeit und damit der Lebensqualität.
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen Erkennung und den richtigen Maßnahmen – wie Lebensstiländerung und gegebenenfalls Behandlung – ist die Prognose meist gut. Viele Menschen können mit einer leichten Durchblutungsstörung gut leben. Bei rechtzeitiger Behandlung lassen sich schwere Komplikationen oft vermeiden. Ihr Arzt begleitet Sie dabei.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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