Bluttest bei Fieber beim Kind: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Bluttest bei einem Kind mit Fieber ist eine Untersuchung, bei der dem Kind etwas Blut abgenommen wird. Damit schauen Ärzte, ob eine Infektion vorliegt und wie schwer sie ist. Der Test hilft, die Ursache des Fiebers zu finden – zum Beispiel, ob Bakterien oder Viren dahinterstecken.
Wichtige Fakten
- Der Bluttest dauert nur wenige Minuten und tut nicht sehr weh.
- Er zeigt Werte wie CRP oder weiße Blutkörperchen, die auf eine Entzündung hinweisen.
- Nicht jedes Kind mit Fieber braucht sofort einen Bluttest – der Arzt entscheidet das.
Ja, bei Kindern mit anhaltendem oder sehr hohem Fieber ist ein Bluttest eine häufige Untersuchung, besonders wenn der Arzt den Verdacht auf eine ernstere Infektion hat.
Der Test wird vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Kindern durchgeführt, die Fieber haben und bei denen die Ursache nicht klar ist oder das Kind sehr krank wirkt.
Symptome
- Das Kind ist nicht ansprechbar oder reagiert kaum
- Das Kind hat einen Krampfanfall (Fieberkrampf)
- Die Haut ist blass oder bläulich
- Das Kind hat starke Atemnot (keucht oder ringt nach Luft)
- ⚠Das Baby ist jünger als 3 Monate und hat Fieber
- ⚠Das Kind hat hohes Fieber über 40 °C und wirkt sehr krank
- ⚠Das Kind hat einen steifen Nacken, starke Kopfschmerzen oder zeigt Verwirrtheit
- ⚠Der Schmerz oder das Weinen hört nicht auf
Häufige Symptome
- Erhöhte Körpertemperatur (Fieber über 38,5 °C)
- Schüttelfrost
- Müdigkeit und Schlappheit
- Kopf- oder Gliederschmerzen
Symptome bei Kindern
- Unruhe oder Weinen
- Trinkschwäche (trinkt weniger als sonst)
- Hautausschlag
- Durchfall oder Erbrechen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Hier nicht relevant
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterielle Infektionen (z. B. Mittelohrentzündung, Lungenentzündung, Harnwegsinfekt)
- Virusinfektionen (z. B. Grippe, Erkältung, COVID-19)
- Seltenere Ursachen wie Impfreaktionen oder entzündliche Erkrankungen
Risikofaktoren
- Alter unter 3 Monaten (höheres Risiko für schwere Infektionen)
- Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen (Kita, Schule) – erhöhtes Ansteckungsrisiko
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Krebsbehandlung oder angeborene Erkrankung)
- Fehlende oder unvollständige Impfungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Kind unter 3 Monaten mit Fieber (sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus)
- Kind hat Fieber über 40 °C und wirkt teilnahmslos oder verweigert die Flüssigkeit
- Fieber hält länger als 3 Tage an, ohne dass die Ursache klar ist
- Auftreten von roten Flecken, die sich nicht wegdrücken lassen (Hinweis auf Hirnhautentzündung)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Kind hat mildes Fieber (38–39 °C) und fühlt sich sonst wohl, trinkt und spielt normal – dann reicht ein Besuch beim Kinderarzt in den nächsten Tagen, wenn das Fieber nicht sinkt.
Diagnose
Der Arzt untersucht das Kind zunächst gründlich: Er misst die Temperatur, hört Herz und Lunge ab, tastet den Bauch und schaut in Mund und Ohren. Wenn der Verdacht auf eine ernstere Infektion besteht, wird ein Bluttest empfohlen. Die Ärzte orientieren sich dabei an den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Mögliche Untersuchungen
- Blutbild – zeigt Anzahl der weißen Blutkörperchen, Hinweise auf Entzündung
- CRP (C-reaktives Protein) – ein Eiweiß, das bei Entzündungen ansteigt
- Blutkultur – sucht nach Bakterien im Blut (bei Verdacht auf Blutvergiftung)
- Procalcitonin (PCT) – ein weiterer Entzündungsmarker, der bakterielle Infektionen besser anzeigen kann
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Blutabnahme dauert nur ein bis zwei Minuten. Meist wird aus einer Armvene oder einem Fingerkügelchen Blut entnommen. Bei jüngeren Kindern kann die Blutabnahme auch aus dem Finger oder der Ferse erfolgen. Manche Praxen bieten eine betäubende Creme an, die vorher auf die Einstichstelle aufgetragen wird. Ihr Kind wird während der Abnahme vielleicht kurz weinen, aber das ist normal. Sie dürfen als Elternteil meist dabei sein und Ihr Kind beruhigen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Fiebers. Wenn der Bluttest eine bakterielle Infektion zeigt, wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Bei Virusinfektionen helfen Antibiotika nicht – dann steht das Lindern der Symptome im Vordergrund. Wichtig: Geben Sie Ihrem Kind niemals eigenständig Medikamente, ohne vorher den Arzt zu fragen.
Selbsthilfe zu Hause
- Lassen Sie Ihr Kind viel trinken (Wasser, ungesüßter Tee, Brühe).
- Sorgen Sie für körperliche Schonung – Ihr Kind sollte sich ausruhen.
- Lüften Sie das Zimmer regelmäßig und kleiden Sie Ihr Kind leicht.
- Beobachten Sie die Temperatur und notieren Sie sich, wann das Fieber aufgetreten ist und wie hoch es war.
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann fiebersenkende Medikamente empfehlen, wenn das Kind stark leidet oder Schmerzen hat. Dies sind zum Beispiel Wirkstoffe wie Paracetamol oder Ibuprofen – diese dürfen nur nach Anweisung des Arztes und in der richtigen Dosierung gegeben werden. Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika verordnet; welche genau, bestimmt der Arzt anhand der Befunde. Es ist wichtig, die verordnete Dauer und Menge genau einzuhalten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Fieber fast nie nötig. Nur in sehr seltenen Fällen, wenn ein Abszess (Eiteransammlung) vorliegt, kann ein kleiner Eingriff erfolgen.
Leben mit der Erkrankung
Solange Ihr Kind Fieber hat, braucht es viel Ruhe. Messen Sie regelmäßig Fieber und achten Sie auf Veränderungen. Bieten Sie häufig kleine Portionen zu trinken an. Wenn Ihr Kind wieder fitter wird, kann es langsam wieder an Aktivitäten teilnehmen – aber überfordern Sie es nicht.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie das Kinderzimmer kühl (etwa 18–20 °C).
- Vermeiden Sie zu warme Kleidung oder dicke Decken.
- Waschen Sie häufig die Hände, um eine Ausbreitung von Keimen zu verhindern.
- Halten Sie Ihr Kind von anderen Kindern fern, bis das Fieber 24 Stunden ohne fiebersenkende Mittel weg ist.
Ernährung und Bewegung
Leichte Kost ist am besten – wie Haferbrei, Zwieback oder Bananen. Stillkinder sollten weiter gestillt werden. Bewegung ist in der akuten Phase nicht nötig, aber sanftes Spielen im Bett ist okay. Nach dem Fieber kann Ihr Kind langsam wieder rausgehen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Fieber bei Kindern kann Eltern sehr verunsichern und ängstigen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Denken Sie daran: Die meisten Fieberepisoden sind harmlos. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren Kinderarzt. Auch der Austausch mit anderen Eltern kann helfen.
Vorbeugung
Nicht jedes Fieber lässt sich verhindern – Infektionen gehören zum Kindesalter dazu. Aber eine gute Hygiene, regelmäßiges Händewaschen und Abstand zu kranken Personen können das Risiko senken. Auch eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf stärken das Immunsystem.
Impfungen
Die empfohlenen Impfungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) schützen vor vielen fieberhaften Erkrankungen, zum Beispiel Masern, Keuchhusten oder Meningokokken. Lassen Sie Ihren Impfstatus regelmäßig vom Kinderarzt prüfen.
Früherkennungsprogramme
Bei Neugeborenen und Säuglingen werden routinemäßig keine Blutuntersuchungen auf Fieber durchgeführt, solange das Kind gesund ist. Eine Früherkennung erfolgt durch die Vorsorgeuntersuchungen (U1–U9).
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine unbehandelte bakterielle Infektion kann sich ausbreiten und zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.
- Bei sehr jungen Kindern kann hohes Fieber einen Fieberkrampf auslösen.
- In seltenen Fällen kann eine verschleppte Infektion Organe schädigen, zum Beispiel die Nieren oder das Herz.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und guter Pflege erholen sich fast alle Kinder vollständig. Die allermeisten Fiebererkrankungen sind harmlos und klingen innerhalb weniger Tage ab. Bei bakteriellen Infektionen wirken Antibiotika oft sehr gut. Auch nach einem Bluttest sind bleibende Schäden extrem selten. Kinder haben eine erstaunliche Fähigkeit, sich schnell zu erholen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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