diarrhea specialist tests overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Durchfall (medizinisch: Diarrhoe) bedeutet, dass Sie häufiger als sonst flüssigen oder breiigen Stuhl haben. Wenn Durchfall länger als ein paar Tage anhält oder immer wieder kommt, kann ein Facharzt (Gastroenterologe) verschiedene Tests durchführen, um die Ursache zu finden.
Wichtige Fakten
- Durchfall kann akut (plötzlich und kurz) oder chronisch (länger als 4 Wochen) sein.
- Die meisten Durchfälle klingen von selbst ab, ohne spezielle Tests.
- Bei langanhaltendem oder schwerem Durchfall helfen spezielle Tests, die genaue Ursache zu finden.
Durchfall ist sehr häufig – fast jeder hat ihn ab und zu. Aber nur ein kleiner Teil der Betroffenen braucht spezielle Tests beim Facharzt.
Durchfall kann jeden treffen, unabhängig vom Alter. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Blut im Stuhl (hellrot oder dunkel wie Teer)
- Starke Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Anzeichen von Schock: kalte, feuchte Haut, schneller schwacher Puls, Bewusstlosigkeit
- ⚠Anzeichen von starker Austrocknung (Durst, trockener Mund, wenig Urin, Verwirrtheit)
- ⚠Fieber über 38,5 °C bei Erwachsenen, bei Kindern schon ab 38 °C
- ⚠Durchfall, der länger als 3 Tage bei Erwachsenen oder länger als 24 Stunden bei Kindern anhält
- ⚠Starke Übelkeit und Erbrechen, sodass Sie nichts bei sich behalten können
Häufige Symptome
- Häufiger, wässriger oder breiiger Stuhlgang
- Bauchkrämpfe oder Bauchschmerzen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Blähungen
- Manchmal Fieber oder Schwächegefühl
Symptome bei Kindern
- Häufiger, wässriger Stuhl
- Erbrechen und hohes Fieber
- Weinen ohne Tränen, trockener Mund (Zeichen von Flüssigkeitsmangel)
- Eingefallene Augen oder Fontanelle (weiche Stelle am Kopf)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Starke Müdigkeit und Verwirrtheit
- Schwindel beim Aufstehen (niedriger Blutdruck durch Flüssigkeitsverlust)
- Trockene Haut und wenig Urin
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen durch Viren, Bakterien oder Parasiten (z. B. durch verunreinigtes Essen oder Wasser)
- Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktose, Fruktose)
- Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Antibiotika)
- Störungen der Darmflora oder Darmbewegung
Risikofaktoren
- Reisen in Länder mit schlechter Hygiene (Reisedurchfall)
- Einnahme von Antibiotika in den letzten Wochen
- Geschwächtes Immunsystem durch Krankheit oder Medikamente
- Vorerkrankungen des Darms (z. B. Reizdarmsyndrom)
- Alter: sehr jung oder sehr alt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Blut im Stuhl
- Anzeichen von starker Austrocknung (siehe oben)
- Fieber über 39 °C bei Erwachsenen, über 38 °C bei Kindern
- Durchfall nach einer Reise in ein tropisches Land
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Durchfall, der länger als 2 Wochen anhält
- Wiederkehrende Durchfälle ohne erkennbaren Grund
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Nächtlicher Durchfall, der den Schlaf unterbricht
Diagnose
Der Arzt befragt Sie zu Beschwerden, Reisen, Ernährung und Medikamenten. Dann untersucht er Sie und ordnet je nach Verdacht bestimmte Tests an.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhluntersuchung: Eine Probe Ihres Stuhls wird auf Bakterien, Viren oder Parasiten geprüft.
- Blutuntersuchung: Im Blut sucht man nach Entzündungszeichen, Antikörpern oder Mangelzuständen.
- Atemtest: Bei Verdacht auf Laktose- oder Fruktose-Unverträglichkeit wird gemessen, wie Ihr Magen-Darm-Trakt auf Zucker reagiert.
- Darmspiegelung (Koloskopie): Ein dünner Schlauch mit Kamera untersucht den gesamten Dickdarm auf Entzündungen, Polypen oder andere Veränderungen.
- Ultraschall (Sonografie): Mit Schallwellen werden die Bauchorgane dargestellt, zum Beispiel um eine Verdickung der Darmwand zu erkennen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Tests sind schmerzfrei oder nur leicht unangenehm. Für eine Darmspiegelung müssen Sie den Darm vorher gründlich reinigen (Abführen). Ihr Arzt erklärt Ihnen alles genau. Sie müssen nur für die Stuhluntersuchung eine frische Probe abgeben.
Behandlung
Die Behandlung von Durchfall hängt von der Ursache ab. Oft reicht es aus, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und auf leichte Kost zu achten. Bei Infektionen können Medikamente helfen. Bei chronischen Erkrankungen gibt es langfristige Therapien.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel: am besten Wasser, Tee oder spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke (ohne eigenes Rezept).
- Essen Sie leichte, fettarme Kost wie Zwieback, Bananen oder Reis.
- Meiden Sie Milchprodukte, scharfe Speisen und stark zuckerhaltige Getränke.
- Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, um die Ansteckung zu vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können unter anderem folgende Arzneimittel infrage kommen: Medikamente gegen Bakterien (Antibiotika), Mittel gegen Parasiten, entzündungshemmende Arzneien oder Mittel, die die Darmbewegung verlangsamen. Ihr Arzt wählt die passende Therapie aus. Nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust – fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in sehr seltenen Fällen nötig, zum Beispiel bei schweren entzündlichen Darmveränderungen oder wenn ein Darmverschluss vorliegt. Ihr Arzt bespricht das mit Ihnen, falls erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Bei chronischem Durchfall kann der Alltag herausfordernd sein. Planen Sie immer eine Toilette in der Nähe ein und tragen Sie eine Notfalltasche mit Wechselkleidung und Feuchttüchern. Informieren Sie enge Freunde oder Kollegen diskret, damit sie Verständnis haben.
Tipps für den Alltag
- Führen Sie ein Ernährungstagebuch, um Auslöser zu erkennen.
- Vermeiden Sie starken Stress – Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation können helfen.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, anstatt große Portionen. Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten, nicht während des Essens. Leichte Bewegung wie Spazierengehen kann die Verdauung fördern. Vermeiden Sie jedoch anstrengenden Sport während einer Durchfallphase.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständiger Durchfall kann belastend sein – viele Menschen fühlen sich unsicher, erschöpft oder ängstlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Falls die psychische Belastung stark wird, suchen Sie eine psychotherapeutische Beratungsstelle auf. In akuten Krisen hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst (116117).
Vorbeugung
Viele Durchfälle lassen sich durch gute Hygiene vermeiden: Händewaschen vor dem Essen und nach dem Toilettengang, saubere Lebensmittel und Leitungswasser. Bei Reisen in Risikogebiete meiden Sie rohes Obst, Salate und Eiswürfel.
Impfungen
Eine Impfung gegen Rotaviren wird in Deutschland für Säuglinge empfohlen. Sie schützt vor einer häufigen Ursache von schwerem Durchfall bei Kleinkindern.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen über 50 Jahren wird zur Krebsvorsorge regelmäßig eine Darmspiegelung empfohlen. Dabei können auch Ursachen für chronischen Durchfall entdeckt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydration), besonders gefährlich bei Kindern und älteren Menschen
- Elektrolytstörungen (Mangel an Salzen wie Natrium oder Kalium)
- Gewichtsverlust und Mangelernährung bei chronischem Durchfall
- Verschlechterung einer zugrundeliegenden Darmerkrankung
Langzeitprognose
Mit der richtigen Diagnose und Behandlung verschwindet der Durchfall meist vollständig. Auch chronische Formen lassen sich oft gut kontrollieren. Bleiben Sie in engem Kontakt mit Ihrem Arzt, um Komplikationen zu vermeiden.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.