dizziness blood test explained
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Schwindel ist ein Gefühl von Benommenheit, Schwanken oder Drehen. Ein Bluttest kann dabei helfen, die Ursache zu finden. Dabei wird eine kleine Blutprobe untersucht, um zum Beispiel eine Blutarmut (wenig rote Blutkörperchen), einen zu niedrigen Blutzucker oder Probleme mit der Schilddrüse zu erkennen.
Wichtige Fakten
- Schwindel betrifft etwa 20 bis 30 Prozent aller Menschen mindestens einmal im Leben.
- Ein Bluttest allein reicht oft nicht aus – er wird mit anderen Untersuchungen wie Hörtests oder Gleichgewichtstests kombiniert.
- Die häufigsten Ursachen für Schwindel sind harmlos, zum Beispiel ein zu niedriger Blutdruck oder Flüssigkeitsmangel.
Ja, Schwindel ist sehr häufig. Fast jeder Mensch hat irgendwann im Leben Schwindelgefühle. Meistens sind sie vorübergehend und kein Grund zur Sorge.
Schwindel kann in jedem Alter auftreten, besonders häufig aber bei älteren Menschen (über 65 Jahre) und bei Frauen. Auch Kinder können Schwindel haben, zum Beispiel bei Reisekrankheit oder Entzündungen.
Symptome
- Plötzlicher, sehr starker Schwindel mit Kopfschmerzen wie noch nie
- Schwindel mit Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen (Hinweis auf Schlaganfall)
- Schwindel mit Brustschmerz, Atemnot oder Herzrasen
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht nach Schwindel
- ⚠Schwindel, der neu und sehr heftig ist und nicht nach 24 Stunden abklingt
- ⚠Schwindel mit Fieber, Nackensteifigkeit oder starkem Erbrechen
- ⚠Schwindel nach einem Sturz oder einer Kopfverletzung
Häufige Symptome
- Gefühl von Drehen oder Karussell (Drehschwindel)
- Benommenheit oder Schwanken (Schwankschwindel)
- Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden (Präsynkope)
- Unsicherheit beim Gehen oder Stehen
- Übelkeit und Erbrechen
Symptome bei Kindern
- Kinder beschreiben Schwindel oft als „mir ist lustig“ oder „alles dreht sich“
- Häufig begleitet von Blässe, Schwitzen oder Erbrechen
- Kann auf eine Mittelohrentzündung oder Migräne hindeuten
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Erhöhtes Sturzrisiko durch Gangunsicherheit
- Oft verbunden mit Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen
- Kann auf Nebenwirkungen von Medikamenten zurückgehen
Ursachen
Hauptursachen
- Störungen im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs (z.B. gutartiger Lagerungsschwindel)
- Niedriger Blutdruck oder Kreislaufprobleme
- Herzrhythmusstörungen oder Durchblutungsstörungen
- Blutarmut (Anämie) – zu wenig rote Blutkörperchen
- Zu niedriger oder zu hoher Blutzucker
- Psychische Ursachen wie Angst oder Stress
Risikofaktoren
- Alter über 65 Jahre
- Einnahme von mehreren Medikamenten (z.B. Blutdrucksenker, Beruhigungsmittel)
- Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck
- Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung)
- Langes Liegen oder plötzliches Aufstehen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Schwindel mit einem der oben genannten Notfallsymptome – sofort den Notruf 112 wählen!
- Schwindel nach einer Kopfverletzung
- Schwindel, der mit starken Kopfschmerzen oder Fieber einhergeht
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Schwindel öfter auftritt oder länger als ein paar Tage anhält
- Wenn Sie stürzen oder sich wegen Schwindels unsicher fühlen
- Wenn Sie bereits eine Grunderkrankung haben (z.B. Diabetes, Bluthochdruck)
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt zunächst viele Fragen (Anamnese) und führt eine körperliche Untersuchung durch. Danach werden je nach Verdacht verschiedene Tests gemacht, darunter oft ein Bluttest. Ziel ist es, die Ursache des Schwindels zu finden.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest: Untersuchung auf Blutarmut, Blutzucker, Elektrolyte (Salze), Schilddrüsenwerte und Entzündungszeichen
- Blutdruckmessung im Liegen und Stehen
- Hörtest (Audiometrie) und Gleichgewichtstest
- EKG (Elektrokardiogramm) – Herzstrommessung
- Bei Verdacht auf Innenohrproblem: Lagerungsprobe oder Video-Kopfimpulstest
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie müssen nicht nüchtern zum Bluttest kommen, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt etwas anderes. Meist wird Blut aus der Armvene entnommen – das tut nur kurz weh. Die Ergebnisse liegen in der Regel nach ein bis zwei Werktagen vor.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Schwindels. In vielen Fällen hilft schon eine Änderung der Lebensgewohnheiten. Ist eine Erkrankung die Ursache, wird diese behandelt.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (Wasser, ungesüßte Tees), besonders bei warmem Wetter
- Langsam aufstehen, um Kreislaufschwindel zu vermeiden
- Ausreichend Schlaf und Ruhepausen
- Bei Lagerungsschwindel: spezielle Übungen (wie das Epley-Manöver) – lassen Sie sich von Ihrem Arzt zeigen, wie es geht
- Vermeiden Sie abrupte Kopfbewegungen
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Medikamente zum Einsatz kommen, zum Beispiel bei Entzündungen des Innenohrs oder bei Migräne. Auch Physiotherapie oder Gleichgewichtstraining werden oft verordnet. Bei psychisch bedingtem Schwindel kann eine Psychotherapie helfen. Ihr Arzt wird mit Ihnen die beste Behandlung besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, zum Beispiel bei bestimmten Tumoren des Hörnervs (Akustikusneurinom) oder schweren Innenohrerkrankungen. Das wird vorher gründlich abgeklärt.
Leben mit der Erkrankung
Bei wiederkehrendem Schwindel ist es wichtig, den Alltag anzupassen: Vermeiden Sie Situationen mit hohem Sturzrisiko, wie Leitern oder rutschige Böden. Planen Sie feste Ruhezeiten ein und vermeiden Sie plötzliche Bewegungen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung mit niedriger Intensität (Spazierengehen, sanftes Yoga)
- Ausreichend Schlaf – mindestens 7 Stunden pro Nacht
- Stress reduzieren durch Atemübungen oder Meditation
- Auf Alkohol und Rauchen verzichten, da beides Schwindel begünstigen kann
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hilft, den Kreislauf zu stabilisieren. Achten Sie auf regelmäßige, kleine Mahlzeiten, um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Bewegung wie Schwimmen oder Tai-Chi trainiert den Gleichgewichtssinn.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schwindel kann sehr belastend sein – viele Menschen haben Angst vor Stürzen oder fühlen sich unsicher. Das kann zu Stress, Schlafstörungen oder sogar Depressionen führen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber – psychologische Unterstützung kann sehr helfen.
Vorbeugung
Nicht jede Form von Schwindel ist vermeidbar, aber Sie können Ihr Risiko senken. Dazu gehören: ausreichend trinken, regelmäßig essen, langsames Aufstehen, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Rauchen.
Impfungen
Eine Impfung gegen Schwindel gibt es nicht. Allerdings schützen Impfungen gegen bestimmte Infektionen (z.B. Grippe), die Schwindel auslösen können.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wie der Gesundheits-Check beim Hausarzt (ab 35 alle 3 Jahre) können Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes früh erkennen und behandeln. Bei älteren Menschen empfiehlt die AWMF-Leitlinie zur Sturzprävention einen jährlichen Gleichgewichts- und Medikamenten-Check.
Komplikationen
Unbehandelt
- Stürze mit Knochenbrüchen oder Kopfverletzungen
- Angst vor Bewegung und soziale Isolation
- Verschlechterung einer zugrunde liegenden Erkrankung (z.B. unbehandelte Anämie oder Herzrhythmusstörung)
- Chronischer Schwindel, der den Alltag stark einschränkt
Langzeitprognose
Die meisten Schwindelformen sind gut behandelbar. Bei vielen Menschen bessert sich der Schwindel von selbst oder durch einfache Maßnahmen. Bleiben Sie optimistisch – mit der richtigen Abklärung und Behandlung haben Sie gute Chancen, wieder ein schwindelfreies Leben zu führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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