eczema blood test explained
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ekzeme (auch Neurodermitis oder atopische Dermatitis genannt) sind entzündliche Hauterkrankungen. Die Haut ist trocken, rötet und juckt stark. Bei einem Bluttest auf Ekzeme werden häufig die Konzentration von IgE-Antikörpern und bestimmte Allergene untersucht – das hilft, Auslöser zu finden oder andere Erkrankungen auszuschließen.
Wichtige Fakten
- Ekzeme sind nicht ansteckend – man kann sie nicht übertragen.
- Der Juckreiz kann sehr stark sein und den Schlaf stören.
- Die Erkrankung verläuft oft in Schüben: Phasen mit starken Symptomen wechseln sich mit ruhigeren Phasen ab.
Ja, Ekzeme gehören zu den häufigsten Hauterkrankungen. In Deutschland sind etwa 2–5 % der Erwachsenen und 10–15 % der Kinder betroffen.
Ekzeme treten vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern auf, können aber auch im Erwachsenenalter beginnen oder fortbestehen. Bei vielen Kindern bessern sich die Symptome im Laufe der Zeit oder verschwinden ganz.
Symptome
- Plötzliche, großflächige Rötung und Schwellung (Verdacht auf schwere Infektion)
- Hohes Fieber mit Hautausschlag
- Atemnot oder Schwellung im Gesicht (Anzeichen einer allergischen Reaktion)
- ⚠Stark nässende, gelbliche Krusten (mögliche bakterielle Infektion)
- ⚠Schmerzen oder Eiterbildung in der Haut
- ⚠Starker Juckreiz, der mit Hausmitteln nicht beherrschbar ist
Häufige Symptome
- Starker Juckreiz (oft nachts schlimmer)
- Rötlich entzündete Hautstellen
- Trockene, schuppige Haut
- Nässende Bläschen oder Krusten
- Verdickte Haut (Lichenifikation) bei chronischem Verlauf
Symptome bei Kindern
- Ausschlag im Gesicht, an der Kopfhaut, an den Armbeugen und Kniekehlen
- Starker Juckreiz führt oft zu Unruhe und Schlafproblemen
- Haut kann aufgescheuert sein und nässen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Hautveränderungen eher an Handgelenken, Knöcheln und im Nackenbereich
- Die Haut wird durch langjähriges Kratzen dicker und ledrig
- Trockenheit steht oft im Vordergrund, das Ekzem kann weniger „nässend“ sein
Ursachen
Hauptursachen
- Vererbung: Ekzeme treten häufig familiär gehäuft auf.
- Gestörte Hautbarriere: Die Haut kann Feuchtigkeit schlechter halten und ist anfälliger für Reizstoffe.
- Überreaktion des Immunsystems: Der Körper reagiert auf harmlose Stoffe mit Entzündung.
Risikofaktoren
- Allergien (Heuschnupfen, Asthma, Nahrungsmittelallergien) in der Familie
- Trockenes Raumklima oder häufiges Duschen/Baden ohne Eincremen
- Stress, psychische Belastung
- Reizstoffe wie Wolle, aggressive Reinigungsmittel oder Rauch
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Anzeichen einer Infektion (Eiter, Fieber, starke Schmerzen)
- Wenn der Juckreiz den Alltag oder den Schlaf massiv beeinträchtigt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei erstmaligen oder wiederkehrenden Hautausschlägen
- Zur Besprechung eines Bluttest-Ergebnisses (z. B. IgE-Wert oder Allergietest)
- Wenn die bisherige Behandlung nicht ausreichend hilft
Diagnose
Die Diagnose wird meist anhand der typischen Hautveränderungen und Ihrer Krankengeschichte gestellt. Ein Bluttest auf Ekzeme kann zusätzlich durchgeführt werden, um die Höhe der IgE-Antikörper zu messen oder spezifische Allergien (z. B. gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel) zu erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf Gesamt-IgE (ein Antikörper, der bei Ekzemen oft erhöht ist)
- Spezifischer IgE-Test (RAST-Test) auf einzelne Allergene
- „Prick-Test“ (Hauttest) – wird manchmal zusätzlich gemacht, um Allergien direkt auf der Haut zu prüfen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Beim Bluttest wird Ihnen im Arm oder an der Hand etwas Blut abgenommen. Das tut kurz weh, ist aber schnell vorbei. Die Ergebnisse kommen meist nach ein paar Tagen. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, was die Werte bedeuten – ein erhöhter IgE-Wert allein beweist noch kein Ekzem, sondern ist ein Hinweis auf eine allergische Veranlagung.
Behandlung
Die Behandlung von Ekzemen zielt darauf ab, die Entzündung zu lindern, die Hautbarriere zu stärken und Juckreiz zu reduzieren. Je nach Schweregrad kommen verschiedene Methoden zum Einsatz.
Selbsthilfe zu Hause
- Haut täglich mit einer rückfettenden, parfümfreien Creme eincremen – auch in beschwerdefreien Phasen
- Kurze, lauwarme Duschen (nicht zu heiß, nicht zu lange)
- Weiche, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle tragen
- Stress vermeiden oder Entspannungstechniken (z. B. Yoga, Meditation) ausprobieren
- Auf bekannte Auslöser (z. B. bestimmte Lebensmittel, Wollkleidung) verzichten
Medizinische Behandlungen
Je nach Schweregrad können ärztliche Behandlungen helfen: entzündungshemmende Cremes (z. B. mit Kortison), sogenannte Calcineurin-Inhibitoren (die die Immunreaktion in der Haut dämpfen), Lichttherapie (UV-Bestrahlung) oder in schweren Fällen Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen (sogenannte Biologika oder Immunsuppressiva). Welche Behandlung für Sie geeignet ist, besprechen Sie am besten mit Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Ekzemen in der Regel nicht notwendig. Nur bei seltenen Komplikationen (z. B. einem Abszess) könnte ein kleiner Eingriff erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
Ekzeme begleiten Sie oft über viele Jahre. Eine gute Hautpflege-Routine und das Vermeiden von Triggern helfen, die Beschwerden zu lindern. Planen Sie jeden Tag Zeit für das Eincremen ein – am besten direkt nach dem Duschen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Hautpflege mit feuchtigkeitsspendenden Produkten
- Kurze Fingernägel, um Kratzverletzungen zu vermeiden
- Schlafzimmer kühl halten – das lindert nächtlichen Juckreiz
- Stressabbau und ausreichend Schlaf
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät ist nur dann nötig, wenn ein bestimmtes Lebensmittel nachweislich ein Ekzem auslöst. Ansonsten essen Sie ausgewogen und gesund. Bewegung ist gut, aber achten Sie darauf, nach dem Sport zu duschen und sich einzucremen, damit Schweiß die Haut nicht reizt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständiger Juckreiz und sichtbare Hautveränderungen können belasten – viele Betroffene fühlen sich unsicher oder gestresst. Es ist völlig normal, sich manchmal frustriert zu fühlen. Wenn die psychische Belastung groß ist, kann ein Gespräch mit einem Psychologen oder einer Selbsthilfegruppe helfen.
Vorbeugung
Ekzeme lassen sich nicht grundsätzlich verhindern, da die Veranlagung angeboren ist. Sie können aber Schübe vermeiden, indem Sie Auslöser meiden und Ihre Haut konsequent pflegen.
Impfungen
Regelmäßige Impfungen sind auch bei Ekzemen wichtig und sicher. Bei einer akuten schweren Ekzemschübe können Impfungen manchmal auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden – fragen Sie Ihren Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen für Ekzeme. Bei familiärer Vorbelastung können Sie frühzeitig auf Hautpflege achten und bei ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautinfektionen durch Bakterien (z. B. Staphylokokken) oder Viren (z. B. Herpes-simplex-Virus)
- Schlafmangel aufgrund von Juckreiz, der zu Erschöpfung führt
- Verdickung und Vergröberung der Haut (Lichenifikation) durch ständiges Kratzen
- Einschränkung der Lebensqualität (Scham, sozialer Rückzug)
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Ekzeme lassen sich heute sehr gut behandeln. Viele Kinder wachsen aus der Erkrankung heraus oder haben nur noch milde Symptome. Mit konsequenter Hautpflege und einer angepassten Behandlung können die meisten Betroffenen ein beschwerdearmes Leben führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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