Augenarzt-Tests: Überblick
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine augenärztliche Untersuchung ist eine Reihe von Tests, die ein Augenarzt oder eine Augenärztin durchführt, um die Gesundheit Ihrer Augen und Ihre Sehfähigkeit zu überprüfen. Dabei werden verschiedene Geräte und Methoden eingesetzt, um Krankheiten früh zu erkennen oder Ihre Sehstärke zu bestimmen.
Wichtige Fakten
- Regelmäßige Augenuntersuchungen können Augenkrankheiten wie Grünen Star (Glaukom) oder Grauen Star (Katarakt) frühzeitig erkennen.
- Die meisten Tests sind schmerzfrei und dauern nur wenige Minuten.
- Auch wenn Sie keine Beschwerden haben, ist eine Kontrolle alle zwei Jahre empfohlen – besonders ab dem 40. Lebensjahr.
Ja, Augenuntersuchungen gehören zu den häufigsten Vorsorgeuntersuchungen in Deutschland. Jährlich werden Millionen von Menschen untersucht.
Jeder kann von einer Augenuntersuchung profitieren – vom Baby bis zum Senior. Besonders wichtig sind sie für Menschen mit Sehproblemen, Diabetes oder einer familiären Vorbelastung von Augenkrankheiten.
Symptome
- Plötzliche, schmerzhafte Sehverschlechterung auf einem oder beiden Augen
- Schlagartiges Auftreten von Doppelbildern
- Sehen von Lichtblitzen oder einem Vorhang, der das Sichtfeld verdeckt
- Verletzung des Auges mit Durchdringung
- ⚠Fremdkörpergefühl, das nach Ausspülen nicht verschwindet
- ⚠Anhaltende Augenschwellung oder Rötung
- ⚠Plötzliche Lichtempfindlichkeit mit Kopfschmerzen
- ⚠Veränderung der Pupillengröße oder -form
Häufige Symptome
- Verschwommenes Sehen
- Augenschmerzen
- Lichtempfindlichkeit
- Trockene oder tränende Augen
- Doppelbilder sehen
- Flimmern oder Blitze im Sichtfeld
Symptome bei Kindern
- Schielen
- Kopfschmerzen nach dem Lesen
- Häufiges Augenreiben
- Schwierigkeiten, in der Schule die Tafel zu lesen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nachlassende Sehkraft im Dunkeln
- Farben erscheinen blasser
- Häufiges Stolpern oder Schwierigkeiten beim Treppensteigen
- Plötzliches Auftreten von ‚Mücken‘ oder Schatten im Sichtfeld
Ursachen
Hauptursachen
- Augenuntersuchungen werden durchgeführt, um Sehfehler (z. B. Kurzsichtigkeit) zu messen, Augenerkrankungen zu erkennen oder den Verlauf einer bekannten Erkrankung zu überwachen.
- Häufige Auslöser für eine Untersuchung sind Sehverschlechterung, Augenschmerzen oder Auffälligkeiten bei einer Routine-Kontrolle.
- Auch Allgemeinerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck können Auswirkungen auf die Augen haben und machen regelmäßige Tests notwendig.
Risikofaktoren
- Hohes Alter (über 60 Jahre)
- Familiäre Vorbelastung von Augenkrankheiten (z. B. Glaukom, Makuladegeneration)
- Diabetes mellitus
- Starke Kurzsichtigkeit (mehr als –6 Dioptrien)
- Langes Arbeiten am Bildschirm
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Sehverschlechterung oder Gesichtsfeldausfällen sofort den Notarzt rufen (Notruf 112).
- Bei anhaltenden Augenschmerzen, die nicht nachlassen, am selben Tag einen Augenarzt aufsuchen.
- Nach einem Unfall mit dem Auge sofort in die nächste Augenklinik.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Kinder: erste Untersuchung im Säuglingsalter, dann mit 3–4 Jahren und vor der Einschulung.
- Erwachsene ohne Risikofaktoren: alle 2 Jahre ab 40.
- Bei Risikofaktoren (z. B. Diabetes): nach ärztlicher Empfehlung, oft jährlich.
Diagnose
Die augenärztliche Untersuchung besteht aus mehreren Tests, die Ihre Sehkraft, den Augendruck, die Gesundheit des Augenhintergrunds und die Beweglichkeit der Augen prüfen.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest (Visusbestimmung) – Sie lesen Buchstaben oder Zahlen auf einer Tafel.
- Augendruckmessung (Tonometry) – Ein kurzer Luftstoß oder eine kleine Berührung misst den Druck im Auge.
- Spaltlampenuntersuchung – Mit einem Mikroskop betrachtet der Arzt die vorderen Teile Ihres Auges.
- Augenhintergrundspiegelung (Ophthalmoskopie) – Nach Erweiterung der Pupille schaut der Arzt auf Netzhaut und Sehnerv.
- Gesichtsfelduntersuchung – Sie drücken einen Knopf, sobald Sie Lichtblitze in einem Gerät sehen.
- Optische Kohärenztomographie (OCT) – Wie ein Ultraschall mit Licht, der die Netzhautschichten detailgenau darstellt.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Tragen Sie am besten keine Kontaktlinsen, sondern eine Brille. Wenn die Pupillen erweitert werden, sehen Sie danach einige Stunden lang verschwommen – also nicht selbst Auto fahren. Bringen Sie sich eine Sonnenbrille mit, weil Licht dann blendet.
Behandlung
Die Behandlung hängt ganz von der gefundenen Erkrankung ab. Oft reichen schon Brillen oder Kontaktlinsen aus. Bei manchen Beschwerden helfen Augentropfen oder eine Lasertherapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Bildschirmarbeit regelmäßig unterbrechen – alle 20 Minuten 20 Sekunden in die Ferne schauen.
- Augen vor UV-Strahlung schützen (Sonnenbrille mit UV-Schutz).
- Trockene Augen mit Tränenersatzmitteln aus der Apotheke befeuchten.
- Gesunde Ernährung mit viel Vitamin A, C und E (z. B. Möhren, Paprika, Nüsse).
Medizinische Behandlungen
Je nach Diagnose kann der Augenarzt Medikamente wie Augentropfen verschreiben, um den Augendruck zu senken oder Entzündungen zu lindern. Auch Laserverfahren oder Operationen (z. B. bei Grauem Star) sind möglich. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die beste Option für Ihre individuelle Situation.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird zum Beispiel beim Grauen Star (Katarakt) empfohlen, wenn die Sehverschlechterung den Alltag stark beeinträchtigt. Auch bei Netzhautablösung oder bestimmten Formen von Glaukom kann eine Operation notwendig sein.
Leben mit der Erkrankung
Viele Augenerkrankungen lassen sich gut mit einer Brille oder Kontaktlinsen ausgleichen. Wenn Sie an einer chronischen Erkrankung wie Grüner Star leiden, müssen Sie regelmäßige Kontrolltermine einhalten, um den Augendruck im Auge zu behalten.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ausreichende Beleuchtung beim Lesen.
- Machen Sie bei Bildschirmarbeit regelmäßig Pausen.
- Schützen Sie Ihre Augen bei Sport und handwerklichen Arbeiten mit Schutzbrillen.
- Vermeiden Sie Rauchen – es schadet den Blutgefäßen der Augen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel grünem Blattgemüse, Lachs (Omega-3) und Beeren unterstützt die Augengesundheit. Leichte Bewegung fördert die Durchblutung auch der Augen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Sehverschlechterung kann belastend sein und zu Ängsten oder Niedergeschlagenheit führen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre Gefühle – es gibt Hilfsangebote und Schulungen, die den Umgang mit der Situation erleichtern.
Vorbeugung
Viele Augenerkrankungen lassen sich durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen früh erkennen und besser behandeln. Einen vollständigen Schutz gibt es nicht, aber ein gesunder Lebensstil und Schutz vor UV-Strahlung können das Risiko senken.
Früherkennungsprogramme
Für bestimmte Altersgruppen und Risikopersonen (z. B. Diabetiker) sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei der gesetzlichen Krankenkasse vorgesehen. Die Krankenkasse informiert Sie über die genauen Intervalle. Eine erste Augenuntersuchung wird für Kinder und Jugendliche empfohlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unerkannte Sehfehler können zu Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Unfällen führen.
- Grüner Star (Glaukom) kann unbehandelt zur Erblindung führen.
- Grauer Star (Katarakt) kann die Lebensqualität stark einschränken, lässt sich aber gut operieren.
- Netzhauterkrankungen wie die altersbedingte Makuladegeneration können ohne Therapie schneller fortschreiten.
Langzeitprognose
Dank moderner Untersuchungsmethoden können die meisten Augenerkrankungen heute früh erkannt und behandelt werden. Die Aussichten sind gut, wenn Sie regelmäßig zur Vorsorge gehen und auf Warnsignale achten. Auch bei fortgeschrittenen Erkrankungen gibt es oft Wege, die Sehkraft zu erhalten oder den Alltag zu erleichtern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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