Augenbelastung durch Bildschirme: Was die Untersuchungsergebnisse bedeuten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Augenbelastung (auch Asthenopie genannt) entsteht, wenn Ihre Augen durch langes Arbeiten an Bildschirmen überanstrengt werden. Dabei können die Augenmuskeln verkrampfen, die Augen trocken werden oder das Sehen unscharf erscheinen. Eine Untersuchung kann zeigen, wie stark Ihre Augen belastet sind und ob andere Ursachen dahinterstecken.
Wichtige Fakten
- Augenbelastung durch Bildschirme ist vorübergehend und schädigt die Augen in der Regel nicht dauerhaft.
- Die Untersuchung umfasst meist einen Sehtest, eine Messung des Tränenfilms und die Prüfung der Augenmuskeln.
- Ergebnisse geben Aufschluss darüber, ob eine Brille benötigt wird oder ob Fehlsichtigkeiten die Belastung verstärken.
Ja, sehr häufig. Fast alle Menschen, die täglich mehrere Stunden auf Bildschirme schauen, leiden zeitweise unter Augenschmerzen oder -belastung.
Betroffen sind vor allem Menschen, die beruflich viel am Computer arbeiten, aber auch Kinder und Jugendliche, die lange mit Tablets oder Smartphones spielen.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem Auge
- Doppelbilder, die nicht verschwinden
- Augenschmerzen mit Übelkeit oder Erbrechen
- ⚠Anhaltende starke Augenschmerzen
- ⚠Rötung und Ausfluss aus dem Auge
- ⚠Lichtblitze oder plötzlich mehr "Fliegen" im Sichtfeld
Häufige Symptome
- Müde, schwere Augen
- Brennen oder Trockenheitsgefühl
- Verschwommenes Sehen, besonders beim Blick in die Ferne
- Kopfschmerzen, meist im Stirn- oder Schläfenbereich
- Lichtempfindlichkeit
Symptome bei Kindern
- Häufiges Blinzeln oder Reiben der Augen
- Kopfschmerzen nach dem Spielen am Tablet
- Verkürzte Aufmerksamkeitsspanne
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Zusätzliche Schwierigkeiten beim Fokussieren auf nahe Objekte
- Trockenere Augen durch altersbedingt nachlassende Tränenproduktion
- Verstärkte Blendung durch Bildschirme
Ursachen
Hauptursachen
- Langes, ununterbrochenes Starren auf Bildschirme, ohne ausreichend zu blinzeln
- Schlechte Beleuchtung im Raum oder Blendung durch das Bildschirmlicht
- Zu geringer Abstand zu Bildschirm oder falsche Bildschirmhöhe
- Nicht passende Sehhilfe oder fehlende Brille bei Fehlsichtigkeit
Risikofaktoren
- Beruf mit mehrstündiger Bildschirmarbeit
- Vorbestehende Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung)
- Trockene Raumluft (Klimaanlage, Heizung)
- Alter über 40 Jahre (nachlassende Nahsicht)
- Schlafmangel oder Stress
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche Sehverschlechterung innerhalb weniger Stunden
- Starke Augenschmerzen, die mit Kopfschmerzen einhergehen
- Aufblitzen oder plötzlicher Schatten im Sichtfeld
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Augenbeschwerden trotz Bildschirmpausen länger als eine Woche anhalten
- Vor dem Kauf einer neuen Brille oder wenn die alte Brille nicht mehr richtig sitzt
- Jährlicher Sehtest, besonders bei bekannter Fehlsichtigkeit
Diagnose
Die Untersuchung führt meist ein Augenarzt oder eine Augenärztin durch. Er oder sie erfragt Ihre Beschwerden, berufliche Bildschirmnutzung und Vorerkrankungen. Dann folgen Sehtests und spezielle Gerätemessungen.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest mit Sehzeichen (Snellen-Tafel) aus 5 Metern
- Messung des Tränenfilms (z. B. mit einem Teststreifen oder einem Gerät, das die Trockenheit misst)
- Prüfung der Augenmuskeln (z. B. Cover-Test, um Schielen auszuschließen)
- Refraktionsmessung (Bestimmung der Brillenstärke mithilfe eines Phoropters)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert etwa 20–30 Minuten. Sie werden in einen abgedunkelten Raum gebeten, die Pupillen werden mit Augentropfen geweitet (das brennt kurz). Danach kann das Sehen für einige Stunden verschwommen sein – nicht selbst Auto fahren. Die Ergebnisse werden Ihnen erklärt und, falls nötig, eine Sehhilfe verordnet.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei reiner Überanstrengung helfen vor allem Erholung und Arbeitsplatzanpassung. Wenn eine Fehlsichtigkeit vorliegt, kann eine Brille oder Kontaktlinse die Belastung verringern.
Selbsthilfe zu Hause
- Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne schauen (20-20-20-Regel)
- Bildschirm helligkeit an die Umgebung anpassen und Blaulichtfilter verwenden (in den Geräteeinstellungen)
- Bildschirm auf Augenhöhe oder leicht darunter positionieren, etwa 50–70 cm Abstand
- Öfter bewusst blinzeln oder künstliche Tränentropfen aus der Apotheke verwenden (fragen Sie Ihren Apotheker)
- Regelmäßige Pausen: alle 2 Stunden 5–10 Minuten aufstehen oder umhergehen
Medizinische Behandlungen
Falls eine behandlungsbedürftige Grunderkrankung festgestellt wird (z. B. unkorrigierte Fehlsichtigkeit oder ein trockenes Auge), kann der Augenarzt eine passende Sehhilfe verordnen oder Augentropfen empfehlen, die die Tränenflüssigkeit verbessern. Auch spezielle Bildschirmbrillen mit entspiegelten Gläsern können helfen – sprechen Sie mit Ihrem Optiker.
Wann kommt eine Operation infrage?
Augenbelastung allein ist kein Grund für eine Operation. In seltenen Fällen, wenn eine Fehlsichtigkeit durch einen Eingriff korrigiert werden soll (z. B. Laserbehandlung), wird dies getrennt besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einfachen Gewohnheiten können Sie die Augenbelastung im Alltag verringern: Nehmen Sie sich bewusst Auszeiten, gönnen Sie Ihren Augen Schlaf und befeuchten Sie die Raumluft.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend Schlaf (7–9 Stunden pro Nacht) unterstützt die Erholung der Augen
- Lüften Sie regelmäßig, um trockene Luft zu vermeiden
- Tragen Sie eine Sonnenbrille bei hellem Tageslicht, um Blendschutz zu haben
- Reduzieren Sie die Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Vitamin A (Karotten, Grünkohl) und Omega-3-Fettsäuren (Fisch, Leinsamen) kann die Augengesundheit fördern. Bewegung an der frischen Luft entspannt die Augenmuskulatur.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Dauerhafte Augenbeschwerden können zu Frustration, Konzentrationsproblemen und sogar leichten depressiven Verstimmungen führen. Es ist wichtig, sich nicht alleine damit zu fühlen. Teilen Sie Ihre Beschwerden mit Familie oder Kollegen.
Vorbeugung
Ja, zu einem großen Teil. Durch regelmäßige Pausen, richtige Bildschirmposition und ausreichendes Blinzeln kann die Belastung deutlich verringert werden. Lassen Sie Ihre Sehkraft regelmäßig überprüfen, um Fehlsichtigkeiten früh zu erkennen.
Früherkennungsprogramme
Ein jährlicher Sehtest beim Optiker oder Augenarzt wird empfohlen, besonders ab dem 40. Lebensjahr oder bei familiärer Vorbelastung für Augenerkrankungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlimmerung von Kopfschmerzen und Nackenschmerzen
- Anhaltende Sehbeschwerden, die die Arbeit erschweren
- Entwicklung eines chronisch trockenen Auges
Langzeitprognose
In den allermeisten Fällen klingen die Beschwerden mit einfachen Maßnahmen innerhalb weniger Tage ab. Die Augen sind erstaunlich widerstandsfähig und erholen sich gut. Mit der richtigen Einstellung können Sie Ihren Bildschirmalltag beschwerdefrei gestalten.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.