Vorbereitung auf einen Test zur Trauerbewertung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Test zur Trauerbewertung (auch Trauer-Screening genannt) ist ein Gespräch oder ein Fragebogen, mit dem Ärzte oder Therapeuten herausfinden möchten, wie es Ihnen mit Ihrer Trauer geht. Trauer ist eine ganz normale Reaktion auf einen Verlust, zum Beispiel den Tod eines geliebten Menschen. Manche Menschen brauchen jedoch zusätzliche Unterstützung, wenn die Trauer sehr stark ist oder lange anhält. Der Test hilft dabei, dies einzuschätzen und die richtige Hilfe zu finden.
Wichtige Fakten
- Ein Trauer-Screening ist kein Test mit richtigen oder falschen Antworten – es geht darum, Ihre Gefühle zu verstehen.
- Die Vorbereitung ist einfach: Sie müssen nichts Besonderes mitbringen, außer Offenheit und Zeit für sich selbst.
- Das Ergebnis des Screenings kann Ihnen und Ihrem Arzt zeigen, ob zusätzliche Unterstützung wie Beratung oder Therapie hilfreich sein könnte.
Ja, Trauer-Screenings werden zunehmend in Arztpraxen und Kliniken angeboten, vor allem, wenn ein schwerer Verlust vermutet wird. Viele Menschen erleben nach einem Verlust eine Phase tiefer Trauer – das ist normal.
Jeder Mensch, der einen bedeutenden Verlust erlebt hat, kann von einem Trauer-Screening angesprochen werden. Das betrifft Erwachsene, Jugendliche und auch ältere Menschen. Besonders häufig wird es bei Menschen angewandt, die den Tod eines Partners, eines Kindes oder eines anderen nahen Angehörigen betrauern.
Symptome
- Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen
- Akute Suizidgedanken oder -pläne
- ⚠Sehr starke, anhaltende Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit
- ⚠Unfähigkeit, für sich selbst zu sorgen (z. B. nicht mehr essen oder trinken)
- ⚠Starke Panikattacken oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren
Häufige Symptome
- Ständiges Denken an die verstorbene Person
- Tiefe Traurigkeit oder Leeregefühl
- Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen
- Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit
- Gefühl der Betäubung oder Ungläubigkeit
Symptome bei Kindern
- Rückzug von Freunden und Familie
- Verhaltensänderungen wie Wutausbrüche oder Anhänglichkeit
- Schwierigkeiten in der Schule
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verstärkte körperliche Beschwerden wie Schmerzen oder Müdigkeit
- Gefühl der Einsamkeit und Verlassenheit
- Schwierigkeiten, sich an das Leben ohne den Verstorbenen zu gewöhnen
Ursachen
Hauptursachen
- Verlust eines geliebten Menschen durch Tod, Trennung oder Wegzug
- Schwere Lebensereignisse wie Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes oder schwere Krankheit
- Verlust eines Haustieres oder einer wichtigen Lebensrolle
Risikofaktoren
- Fehlen eines unterstützenden sozialen Netzwerks
- Vorbelastung durch psychische Erkrankungen wie Depression oder Angststörung
- Plötzlicher oder traumatischer Verlust
- Mehrere Verluste in kurzer Zeit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Gedanken haben, sich etwas anzutun oder Suizidgedanken auftauchen – sofort den Notruf 112 wählen oder in die nächste psychiatrische Notaufnahme gehen.
- Wenn Sie sich völlig überfordert fühlen und nicht mehr in der Lage sind, den Alltag zu bewältigen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Trauer mehrere Monate anhält und Sie das Gefühl haben, nicht mehr daraus zu finden.
- Wenn Sie sich immer mehr zurückziehen und keine Freude mehr an Dingen haben, die Ihnen früher wichtig waren.
- Wenn körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit länger bestehen.
Diagnose
Der Test zur Trauerbewertung wird in der Regel von einem Arzt oder Psychotherapeuten durchgeführt. Er besteht aus einem ausführlichen Gespräch und manchmal einem Fragebogen, der typische Zeichen von komplizierter Trauer abfragt. Die Auswertung hilft dabei, festzustellen, ob die Trauer normal verläuft oder ob zusätzliche Unterstützung sinnvoll ist.
Mögliche Untersuchungen
- Fragebogen wie der „Inventory of Complicated Grief” (ICG) oder der „Prolonged Grief Disorder Scale” (PG-13)
- Klinisches Interview: Der Arzt stellt Fragen zu Ihren Gefühlen, Gedanken und Ihrem Alltag seit dem Verlust
- Eventuell eine kurze körperliche Untersuchung, um körperliche Ursachen auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Das Gespräch dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Sie werden über Ihre Beziehung zur verstorbenen Person, die Umstände des Verlustes und Ihre jetzige Lebenssituation befragt. Seien Sie ehrlich – es gibt kein richtig oder falsch. Nach dem Test bespricht der Arzt mit Ihnen, ob eine Beratung oder Therapie empfohlen wird.
Behandlung
Wenn der Trauer-Test zeigt, dass Sie möglicherweise unter komplizierter Trauer leiden, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, Ihnen zu helfen, mit dem Verlust zu leben und wieder Freude am Leben zu finden. Die Behandlung richtet sich nach Ihren Bedürfnissen und kann Gesprächstherapie, Selbsthilfegruppen oder begleitende Medikamente umfassen.
Selbsthilfe zu Hause
- Sprechen Sie mit vertrauten Menschen über Ihre Gefühle – teilen Sie die Trauer mit anderen.
- Nehmen Sie sich Zeit zum Trauern und erlauben Sie sich, traurig zu sein.
- Halten Sie sich an einen geregelten Tagesablauf mit festen Schlafenszeiten und regelmäßigen Mahlzeiten.
- Bewegen Sie sich sanft, z. B. Spaziergänge in der Natur.
Medizinische Behandlungen
Bei anhaltender, schwerer Trauer kann eine Psychotherapie helfen, zum Beispiel die spezielle Trauertherapie. In manchen Fällen können auch Medikamente wie Antidepressiva verschrieben werden, aber das entscheidet immer ein Arzt. Wichtig: Keine Medikamente auf eigene Faust einnehmen – besprechen Sie alles mit Ihrem Arzt.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit Trauer ist ein schrittweiser Prozess. Es ist in Ordnung, an guten Tagen zu lachen und an schlechten Tagen zu weinen. Planen Sie Ihren Alltag mit kleinen Zielen, aber überfordern Sie sich nicht. Akzeptieren Sie, dass Trauer Zeit braucht.
Tipps für den Alltag
- Suchen Sie sich eine Beschäftigung, die Ihnen ein wenig Freude schenkt, wie Lesen, Musik hören oder Handarbeiten.
- Pflegen Sie Kontakte zu Menschen, die Ihnen guttun.
- Notieren Sie Ihre Gedanken in einem Tagebuch, um sie zu ordnen.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Bewegung an der frischen Luft kann die Stimmung heben – bereits ein 20-minütiger Spaziergang täglich hilft. Vermeiden Sie übermäßigen Alkohol- oder Koffeinkonsum, da diese die Trauer verstärken können.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Trauer kann sich auf Ihre psychische Gesundheit auswirken – Sie fühlen sich vielleicht antriebslos, ängstlich oder hoffnungslos. Das ist normal, aber wenn diese Gefühle sehr stark werden oder Sie nichts mehr freut, suchen Sie bitte professionelle Hilfe.
Vorbeugung
Trauer selbst kann man nicht verhindern, denn Verluste gehören zum Leben. Aber Sie können sich vorbereiten: Ein starkes soziales Netz, eine gesunde Lebensweise und rechtzeitige Hilfe bei ersten Anzeichen von Überforderung können verhindern, dass die Trauer zu einer psychischen Erkrankung wird.
Früherkennungsprogramme
Ein Trauer-Screening ist eine Form der Früherkennung. Es kann helfen, komplizierte Trauer rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor sie sich negativ auf Ihr Leben auswirkt. Fragen Sie Ihren Arzt, ob ein Screening für Sie sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende starke Trauer, die nicht nachlässt (komplizierte Trauer)
- Entwicklung einer Depression oder Angststörung
- Sozialer Rückzug und Vereinsamung
- Körperliche Beschwerden wie chronische Schmerzen oder Schlafstörungen
- Erhöhtes Risiko für Suizidgedanken
Langzeitprognose
Die meisten Menschen finden mit der Zeit einen Weg, mit ihrem Verlust zu leben. Mit der richtigen Unterstützung und Geduld können Sie lernen, den Schmerz zu bewältigen und wieder Hoffnung zu schöpfen. Ein Trauer-Screening ist der erste Schritt, um die richtige Hilfe zu bekommen – das ist ein positiver und mutiger Schritt.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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